The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Kategorie: Feuilleton (Seite 1 von 38)

Wiener Volksoper

Von Freiheit, Tod und Gott – Verdis „I masnadieri“

Zur Neuproduktion von Giuseppe Verdis Die Räuber in der Inszenierung von Alexander Schulin

Eine Opernkritik von John Galt

Freilich, die Wiener Volksoper ist insbesondere für ihre großartigen Inszenierungen von Operetten bekannt. Nichtsdestotrotz spielt sie in jeder Saison auch immer einige Inszenierungen von Opern, die in den vergangenen Jahren stets mehr als nur gelungen waren. Zu nennen sind Werke wie La Traviata, Così fan tutte, Hoffmanns Erzählungen, Don Giovanni, Der Barbier von Sevilla und nun, nach der österreichischen Erstaufführung an der Volksoper im Jahr 1963 eben Verdis I masnadieriDie Räuber, nach Schillers berühmten Erstwerk.

Wie immer an der Volksoper galt auch hier die Devise, dass das Werk in deutscher Sprache aufgeführt wird. Eine Tatsache, die dem Werk in keiner Weise abträglich war. Alexander Schulin gelang es im Gegenteil seine Inszenierung außerordentlich lyrisch zu gestalten. Dies begann bereits mit der Ouvertüre: Das Orchester der Volksoper unter der Leitung von Jac van Steen legte eine perfekt gespielte, dramatische Eröffnung der Oper vor. Bereits hier fasste Schulins Inszenierung Fuß: das Orchester wurde in das Bühnenbild mit eingebunden und Roland Lindenthal spielt das Solo auf dem Violoncello brillant als Teil der Szenerie.

Sofia Soloviy (Amalia), Boaz Daniel (Franz), Chor
© Barbara Pálffy/Volksoper Wien

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Oscar Wildes erstaunliche Bekehrung zum Katholizismus

Nach seiner Geburt in Dublin (Irland) im Jahr 1854 wurde Wilde in der anglikanischen Kirche getauft. Seine Mutter Jane war jedoch vom Katholizismus angezogen und ging häufig zur Heiligen Messe. Als Oscar klein war, bat sie den örtlichen Priester, ihre Kinder im katholischen Glauben zu erziehen; man weiß aber nicht, ob Jane sich je offiziell der Kirche angeschlossen hat.

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Gedicht zum Sonntag

„Sie möchten im Sonnenschein liegen“

„Vergänglichkeit“ von Max Dauthendey (1867-1918)

Nun spinnen sich die Tage ein,
Nicht einer will mehr freundlich sein,
Sie müssen sich alle besinnen
Auf eine Hand voll Sonnenschein
Und gehen dürftig von hinnen,
Wie Wasser im Sande verrinnen.

Die Menschen wandern hinterdrein,
Still einzeln, oder still zu zwein,
Und sehen die Blätter verfliegen
In alle vier Wände hinein.
Sie möchten im Sonnenschein liegen
Und müssen sich fröstelnd schmiegen.

So war es tausend Jahr und mehr,
Mit Blindheit kommt der Herbst daher.
Gern will ihn keiner sehen,
Er macht ja alle Wege leer.
Er muß zur Seite gehen
Und muß um Mitleid flehen.

Und so geht’s tausend Jahre fort.
Vergänglichkeit, Du müdes Wort,
Du lösest ab die Tage,
Du duldest weder Zeit noch Ort,
Machst Wirklichkeit zur Sage,
Den Liebesrausch zur Klage.

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Stephen King wird 70

Göttlicher Horror

Der König der Horror-Geschichten feierte am vergagenen Donnerstag seinen 70. Geburtstag. Stephen King zählt zu den erfolgreichsten zeitgenössischen Autoren. Dieser Tage läuft das Remake seines Gruselklassikers „Es“ in den Kinos an und seine Romane verkaufen sich millionenfach. Darin geht es um dunkle Mächte, finstere Charaktere, blutige Verbrechen – und Jesus.

Stephen King zählt zu den bekanntesten zeitgenössischen Buchautoren. Am Donnerstag feiert er seinen siebzigsten Geburtstag
Foto: Shane Leonard

Der Tag, an dem Charles Jacobs in seiner Kirche den Glauben öffentlich ablegt, markiert den Beginn seines Untergangs. Wenige Wochen zuvor sind Frau und Kind des Methodistenpastors bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Seine Kirche wollte den erschütterten jungen Mann schonen, einen Gastprediger bestellen – doch Jacobs ergreift an diesem Sonntag das Wort. Er liest aus dem 13. Kapitel des Korintherbriefes, schlägt das Buch zu und bekennt, wie sehr er in den vergangenen Wochen nach der tröstenden Hand eines Retters gesucht hat: „Doch obgleich ich immer wieder auf die Knie gesunken bin, habe ich die Gegenwart Gottes nicht gespürt.“

Was nun folgt, nennt Stephen King in seinem Buch „Revival“ die „Furchtbare Predigt“. Er lässt seine Hauptfigur, die am Ende des Buchs die Hölle auf die Erde zu bringen versucht, Unglücke aufzählen: Autounfälle, Naturkatastrophen, Tode, die keinen Sinn ergeben, unerklärliches Leid. „Die Religion ist das theologische Gegenstück zu einer Versicherungspolice, deren Prämie wir Jahr für Jahr bezahlen, und wenn wir schließlich die Leistung in Anspruch nehmen müssen, für die wir so lammfromm gelöhnt haben, entdecken wir, dass die Firma, die unser Geld genommen hat, in Wahrheit gar nicht existiert.“ Mit diesen Worten nimmt der Pastor einem kleinen Jungen seinen Glauben. Er selbst verwandelt sich vom frommen, gutmütigen und liebevollen Kirchenmann zum rach- und selbstsüchtigen, bitteren Magier.

Das deutsche Cover dieses 53. veröffentlichten Romans des Königs Horror, wie King auch genannt wird, ziert ein von Blitzen umgebenes Kreuz. Deutsche Medien wie die Tageszeitung Die Welt veranlasste der offensichtliche Glaubensbezug des Buchs dazu, die Frage nach der Religion im Werk Kings zu stellen. Tatsächlich ist es verwunderlich, dass bisher wenig zum Thema publiziert wurde. Denn der christliche Glaube ist elementarer Bestandteil seiner Bücher.

Und das, obwohl der erfolgreichste aller Horrorautoren sich öffentlich selten zu seinem eigenen Glaubensleben äußert. Auf seiner Homepage findet sich lediglich die Aussage, dass er an Gott glaube, die Bibel lese und methodistisch erzogen worden sei. Die Kirche besuche er allerdings nicht mehr. Seine Frau Tabitha ist Katholikin, seine Tochter Naomi Pfarrerin in der als liberal geltenden Unitarian Universalist Association – und mit einer Frau liiert. Außerdem ist über King bekannt, dass er lange Zeit alkohol- und drogenabhängig war. Hilfe fand er damals bei den christlich begründeten Anonymen Alkoholikern – eine Erfahrung, die er in seinem ebenfalls erst kürzlich erschienenen Buch „Doctor Sleep“ verarbeitet. Dem Musikmagazin Rolling Stone sagte er dazu im vergangenen Jahr: „Ich habe mich dazu entschieden, zu glauben, dass Gott existiert, und deshalb kann ich sagen: ‚Gott, ich kann das nicht alleine tun. Hilf mir, heute keinen Drink zu nehmen. Hilf mir, heute keine Drogen zu nehmen.‘ Und das funktioniert gut für mich.“

„Mit Religion meint King das Christentum“

Einer der wenigen, die sich in Deutschland mit den christlichen Elementen in den Büchern Kings beschäftigt haben, ist Thomas Kolitsch. Der Deutsch- und Englischlehrer in Leipzig promoviert gerade zu diesem Thema im Fach Literaturwissenschaft. Er weiß: Die Frage nach Leid, Jesus Christus, Demut und Sühne, aber auch die Bigotterie mancher amerikanischer TV-Prediger – über das alles schreibt King, auch wenn es manchmal im Handlungsrahmen seiner oft blutigen und immer furchteinflößenden Geschichten in den Hintergrund tritt. Dass er solcherlei zu Papier bringt, bedeutet auch, dass die Welt es liest. Denn die Bücher des Amerikaners haben sich weltweit über 400 Millionen Mal verkauft und wurden in 40 Sprachen übersetzt. Jeder neue Roman erobert die Bestsellerlisten.

„Wenn King über Religion schreibt, meint er das Christentum“, sagt Kolitsch. So verarbeite er die religiöse Prägung seiner Kindheit, was unter anderem daran deutlich werde, dass die Bösen in seinen Büchern häufig Baptisten seien, die Guten hingegen normalerweise Methodisten – wie King es einst selbst war oder noch ist. Beispiele für Glaubensbezüge in den Geschichten des Autors kann Kolitsch zu Hauf nennen. Da wäre zum Beispiel die fanatisch religiöse Mutter im Erstlingswerk „Carrie“ aus dem Jahr 1974. Ihre streng religiöse Erziehung ist es, die aus der schüchternen Carrie White, die mit übernatürlichen Kräften begabt ist, eine jähzornige Mörderin macht.

Szene aus dem Film „Carrie“
Foto: Bandphoto

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Game of Thrones

Tolkiens Werk, Martins Beitrag und der machiavellistische Zeitgeist

Von Marco F. Gallina

Man muss nicht HBO schauen, oder die Bücher aus der Hand von George R. R. Martin lesen, um vom Phänomen „Game of Thrones“ gehört zu haben. Es reicht bereits, auf dem eigenen – eher mittelmäßigen – Email-Anbieter mit Nachrichten darüber torpediert zu werden, was in der neuen Staffel rund um Martins Fantasy-Welt geschieht. Ach was, Email-Anbieter – selbst die einst ehrwürdige FAZ spekuliert, was als nächstes im Kampf um jenen Eisernen Thron geschieht, um den sich die Völker, Familien und Adligen von Westeros streiten.

Martins Version des phantastischen Mittelalters handelt von politischen Ränkespielen, Bastardsöhnen, Drachen – und viel nackter Haut. Viel, viel nackter Haut und ausgelebten sexuellen Phantasien, die das Barbarische und Animalische, kurz: das Triebhafte und Primitive im Menschen ebenso ins Extreme ziehen wie es Neid, Habgier und Mord auf einer anderen Ebene exerzieren. Unter Verwandten wird gestritten, gehasst, gemordet – und sogar der gemeinsame Koitus ausgeübt.

Die Crux in Westeros besteht darin, dass, weil nahezu jeder Charakter seine Schattenseiten hat, ein jeder auch dem völlig Zügellosen und Bösen verfällt, wenn es seinen Zielen dienlich ist. Die Noblen, die Aufrechten, die Ehrenhaften und Treuen sind die ersten, die sterben. Martin schreckt nicht davor zurück, beliebte Charaktere für eine gute Story zu opfern. Er ist dabei nicht minder kalt als seine Protagonisten, die im Kampf um die Macht über Leichen gehen. Ein großer Teil der Faszination von Martins Werk liegt darin, dass es völlig unberechenbar erscheint. Hauptcharaktere sterben plötzlich. Neue Helden, neue Antagonisten treten auf. Die erfolgreichsten Charaktere wechseln im richtigen Moment die Seiten oder ändern ihre Prioritäten – weshalb es weiter unmöglich bleibt, abzusehen, was als nächstes kommt.

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Film über Benedikt und Franziskus

Netflix macht Anthony Hopkins zum Papst

Nach einer Serie über Jesus Christus findet der Streamingdienst Netflix sein nächstes christliches Unterhaltungsprojekt: Im Spielfilm „Der Papst“ wird Anthony Hopkins Papst Benedikt spielen.

Hollywoodlegende Anthony Hopkins, vor allem bekannt als Kannibale Dr. Hannibal Lecter in „Das Schweigen der Lämmer“, soll Papst Benedikt spielen
Foto: gdcgraphics, Wikipedia / RUNKKU pelle, flickr | CC BY-SA 2.0

Der Streamingdienst Netflix produziert den Film „Der Papst“, der sich um die Beziehung zwischen Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus dreht. Wie die Filmseite Deadline Hollywood berichtet, soll Anthony Hopkins („Das Schweigen der Lämmer“, „Thor“) Papst Benedikt spielen. Papst Franziskus wiederum werde von dem „Game of Thrones“-Darsteller Jonathan Pryce gespielt. Als Regisseur hat Netflix den Brasilianer Fernando Meirelles („City of God“) verpflichtet.

Der Film, dessen Drehbeginn in diesem November in Argentinien geplant ist, basiert auf dem Bühnenstück von Anthony McCarten. Der oscarnominierte Drehbuchschreiber McCarten („Die Entdeckung der Unendlichkeit“) hat bereits die Vorlage für „Der Papst“ fertiggestellt. Im Frühjahr hatte Netflix die Serie „Messiah“ angekündigt, die Jesus Christus auf die Erde zurückkehren lässt, um die Menschen auf die bevorstehende Apokalypse vorzubereiten.

Im Mittelpunkt der Geschichte des neuen Netflix-Films steht die Wahl von Papst Benedikt und dessen Rücktritt. Das öffnete die Tür für den Argentinier Jorge Mario Bergoglio, welcher der ersten Jesuiten-Papst überhaupt und der erste Papst seit dem 8. Jahrhundert wurde, der nicht aus Europa kam. Es gehe um den Übergang von Papst Benedikt zum ehemaligen argentinischen Kardinal. Dessen „Aufopferung für die Armen habe ihn zu einer Lichtgestalt der Toleranz und des Wandels“ gemacht, heißt es in der Pressemitteilung. Der Film soll die Visionen der beiden Päpste miteinander vergleichen und dabei ihre biografischen Prägungen untersuchen. (pro)

Von: mm / Christliches Medienmagazin pro | www.pro-medienmagazin.de 

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Filmkritik

The Circle

Eine Filmkritik von Dr. José García

Vor etwa drei Jahren stand der Roman „Der Circle“ von Dave Eggers wochenlang auf Platz eins der „Spiegel“-Bestseller-Liste. „The Circle“ heißt ein Internet-Konzern, der als eine Art Zusammenschluss von Google, Apple, Facebook, Twitter und YouTube für absolute Transparenz eintritt: „Wenn du Circle-Tools benutzen wolltest, und es waren die besten Tools, die dominantesten und omnipräsent und gratis, musstest du das als du selbst tun, als dein wahres Selbst, als dein TruYou. Die Ära der falschen Identitäten, des Identitätsdiebstahls, der mehrfachen Benutzernamen, komplizierten Passwörter und Zahlungssysteme war vorüber. Jedes Mal, wenn du irgendwas sehen, irgendwas benutzen, irgendwas kommentieren oder irgendwas kaufen wolltest, genügte ein Button, ein Konto, alles war miteinander verknüpft und rückverfolgbar und simpel, und alles funktionierte per Handy oder Laptop, Tablet oder Netzhaut.“

Das Credo dieser omnipräsenten Firma namens „Circle“: Wenn die Menschen keine Geheimnisse mehr haben, wenn sie alles miteinander teilen, wird es keine Verbrechen mehr geben. Dafür bleibt alles, was gesprochen, geschrieben und fotografiert wird, in der „Cloud“: „Wir löschen nicht.“ Das Unternehmensprinzip „Teilen ist Heilen“ bedeutet aber auch, dass das Private verschwindet, dass das Individuum nur noch Teil einer Gemeinschaft ist, die sich immer mehr ausbreitet. Damit bietet Dave Eggers die dystopische Vision einer mit totalitärem Gehabe in die Politik eingreifenden und das Leben aller Bürger bis in jeden Winkel bestimmenden Firma, in der immer wieder von Gemeinschaft, aber nie von Freiheit die Rede ist. Eggers´ Roman rief kontroverse Reaktionen hervor: Die einen warfen ihm vor, gegen Internet-Firmen pauschal zu polemisieren. Die anderen lobten die dystopische Vision als Mahnung an eine Gesellschaft, die sich den „Sozialnetzwerken“ immer mehr verschreibt. Von der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ beispielsweise wurde „Der Circle“ als „der Roman unserer Epoche“ gefeiert. Eine Verfilmung war deshalb nur eine Frage der Zeit. Der Film, der auch in Deutschland unter dem Originaltitel „The Circle“ das Licht des Kinos erblickt, beginnt vielversprechend: Mae (Emma Watson) hat einen grauen Job in einer ebenso grauen Versicherungsfirma, als sie plötzlich durch die Vermittlung einer Freundin zu einem Vorstellungsgespräch bei der angesagtesten Internet-Firma überhaupt, dem „Circle“, eingeladen wird. Der Gegensatz zwischen einer traditionellen Welt, in der junge Menschen kaum eine Zukunftschance bekommen, und der schönen, neuen Internet-Welt, die ihnen unbegrenzte Entwicklungsmöglichkeiten bietet, wird durch Seitenhiebe gegen das amerikanische Gesundheitssystem ergänzt. Denn die Behandlungskosten für Maes schwerkranken Vater (Bill Paxton) werden von der Versicherung nicht gedeckt. Der „Circle“ übernimmt hingegen alle Kosten der modernsten Behandlung.

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The Cathwalk ist eine Marke der Cathwalk-Mediengruppe