The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Kategorie: Feuilleton (Seite 1 von 45)

Kunst & Kirche

„Alte Meister“ und Glaube

Kunst und Kirche sind eng miteinander verwoben. Eine Veranstaltungsreihe, die die Kirche fördert, erschließt Besuchern des Städel Museums in Frankfurt an ausgesuchten Werken Zusammenhänge zwischen Religion, Kunstgeschichte und Philosophie. Ein Feature von Norbert Schäfer

Stefan Scholz, Rektor an der Katholischen Akademie Rabanus Maurus, spannt den Bogen zwischen Kunst und Religion
Foto: pro/Norbert Schäfer

Am Treffpunkt für die Führung im Städel Museum in Frankfurt hasten die Gäste einer Gala-Veranstaltung in Erwartung auf delikate Häppchen oder auf einen lauen Sommerflirt in kunstvoller Umgebung achtlos vorbei. Männer im edlen Zwirn und Damen in schicken Cocktailkleidern. Andy Warhols monumentales Goethe-Konterfei im klimatisierten Metzler-Foyer des Museums nehmen sie kaum wahr. Anders die Teilnehmer der Führung in der Reihe „Kunst und Religion“. Die Besucher im Alter zwischen 30 und 70 Jahren, die sich neben Kunst auch für Religion interessieren, sind zu abendlicher Stunde erwartungsvoll gespannt. An dem schwül-heißen Junitag nehmen heute nur zehn statt der üblichen 30 bis 50 Personen teil. Ein einziger Herr hat sich unter die Damen gemischt. Einige der Kunstinteressierten haben sich mit schlichten Leih-Klappstühlen ausgerüstet.

Zu einem Werk der Sammlungen im Städel referieren an diesem Abend Rektor Stefan Scholz, in der Katholischen Akademie Rabanus Maurus für den Bereich der Kunst zuständig, und die Kunsthistorikerin und freie Kuratorin Rita Delhées. Bei dem Projekt „Kunst und Religion“, das in Form eines kunsthistorischen und philosophischen Dialoges stattfindet, arbeiten neben Scholz auch der Pfarrer für Stadtkirchenarbeit am Museumsufer, David Schnell, sowie weitere ausgebildete Kunsthistoriker aus den Vermittlungsteams des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung mit.

„Das Format ‚Kunst und Religion‘ ist seit mittlerweile über 15 Jahren fester Bestandteil des vielfältigen Vermittlungsangebots“, sagt Chantal Eschenfelder, die Leiterin der Bildungs- und Vermittlungsabteilung der beiden Frankfurter Kunsthäuser. Gefördert wird das Projekt von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKNH) durch deren Stiftung. Die Reihe erfreue sich sowohl im Städel als auch im Liebieghaus anhaltend großer Beliebtheit und werde stets rege besucht, sagt Eschenfelder.

Kunsthistorikerin Rita Delhées (links, stehend) bringt Interessierten ein Kunstwerk näher
Foto: pro/Norbert Schäfer

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Gedicht zum Sonntag –

„Segelfahrt“ von Christian Morgenstern (1871-1914)

Nun sänftigt sich die Seele wieder
und atmet mit dem blauen Tag,
und durch die auferstandnen Glieder
pocht frischen Bluts erstarkter Schlag.

Wir sitzen plaudernd Seit‘ an Seite
und fühlen unser Herz vereint;
gewaltig strebt das Boot ins Weite,
und wir, wir ahnen, was es meint.

Christian (Otto Josef Wolfgang) Morgenstern (1871-1914) wurde am 6. Mai 1871 in München geboren. Im Kindesalter erkrankte er an Tuberkulose; seine Mutter war bereits 1881 an der Krankheit verstorben. Nach dem Abitur besuchte Morgenstern auf Wunsch des Vaters eine Militär-Vorbildungsschule. Kurze Zeit später verließ er jedoch die Einrichtung. Ein in München begonnenes Studium musste Morgenstern wegen seines schlechten Gesundheitszustandes abbrechen. Er entschloss sich, fortan als Schriftsteller tätig zu sein. Im April 1894 zog Morgenstern nach Berlin, wo er eine Anstellung in der Nationalgalerie annahm. In dieser Zeit war er außerdem für verschiedene Zeitschriften tätig. Im Frühjahr 1895 veröffentlichte Morgenstern sein erstes Buch, „In Phantas Schloß“. In der Folgezeit unternahm er Reisen an die Nordsee und nach Salzburg. Er unterzeichnete einen Vertrag mit dem S. Fischer-Verlag für die Übersetzung von Werken Henrik Ibsens. 1900 verbrachte Morgenstern einen Kuraufenthalt in Davos. Weitere Reisen führten ihn nach Italien, u.a. nach Rom. 1903 kehrte er nach Berlin zurück. Er wurde literarischer Lektor im Verlag Bruno Cassirers. In den Folgejahren unternahm Morgenstern weitere Reisen aus gesundheitlichen Gründen. 1909 lernte Morgenstern Rudolf Steiner kennen, mit dem ihn eine enge und lange Freundschaft verband. Morgensterns Gesundheitszustand war immer wieder sehr geschwächt; im Frühjahr 1911 begab er sich in das Deutsche Krankenhaus in Rom. Morgenstern lebte damals zwischen Davos und Arosa. Christian Morgenstern starb am 31. März 1914. Der Nachwelt ist er vor allem für seine komischen Gedicht bekannt, die aber nur einen Teil seines Werks ausmachen.

Quelle: Britta Dörre, zenit.org

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Gedicht zum Sonntag

„Warm die ersten Strahlen beben“

„Morgenandacht“ von Richard Fedor Leopold Dehmel (1863-1920)

Sehnsucht hat mich früh geweckt;
wo die alten Eichen rauschen,
hier am Waldrand hingestreckt,
will ich dich, Natur, belauschen.

Jeder Halm steht wie erwacht;
grüner scheint das Feld zu leben,
wenn im kühlen Tau der Nacht
warm die ersten Strahlen beben.

Wie die Fülle mich beengt!
so viel Großes! so viel Kleines!
wie es sich zusammendrängt
in ein übermächtig Eines!

Wie der Wind im Hafer surrt,
tief im Gras die Grillen klingen,
hoch im Holz die Taube gurrt,
wie die Blätter alle schwingen,

wie die Bienen taumelnd sammeln
und die Käfer lautlos schlüpfen –
oh Natur! was soll mein Stammeln,
seh ich all das dich verknüpfen:

wie es mir ins Innre dringt,
all das Große, all das Kleine,
wie’s mit mir zusammenklingt
in das übermächtig Eine!

Richard Dehmel 1905 auf einer Fotografie von Rudolf Dührkoop.

Richard (Fedor Leopold) Dehmel (1863-1920) wurde am 18. November 1863 in Hermsdorf bei Wendisch Buchholz in der Mark Brandenburg geboren. Nach dem Abitur studierte Dehmel ab 1882 in Berlin Naturwissenschaften, Nationalökonomie und Philosophie. Seine Studien schloss er 1887 mit einer Promotion ab. Im Anschluss war er im Versicherungswesen, beim Zentralverband Deutscher Privater Feuerversicherungen, in Berlin tätig.

1893 zog Dehmel nach Hamburg, wo sein Freund Detlev von Liliencron (1844-1909) lebte. 1895 war Dehmel einer der Mitbegründer der Zeitschrift PAN und widmete sich fortan hauptberuflich der Schriftstellerei. Während des Ersten Weltkriegs diente Dehmel, der sich freiwillig gemeldet hatte, an der Front. Er starb am 8. Februar 1920 an den Folgen einer Venenentzündung, die er sich im Krieg zugezogenen hatte.

Dehmels Gedichte, die auch von Kollegen wie Rainer Maria Rilke (1875-1926) oder Thomas Mann (1875-1955) geschätzt wurden, wurden von bedeutenden Komponisten wie Richard Strauss (1864-1949) , Arnold Schönberg (1874-1951) – „Verklärte Nacht“ aus dem Jahr 1899 – oder Kurt Weill (1900-1950) vertont.

Britta Dörre, zenit.org

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Die Medici – Paten der Renaissance (1/4) – Aufstieg einer Dynastie

Während sich das übrige Europa im 15. Jahrhundert noch ganz unter der Herrschaft der katholischen Kirche befindet, kündigt sich im Florentiner Kultur- und Geistesleben bereits eine von den Medici entscheidend getragene tief greifende Wandlung an. Cosimo de Medici und sein Vater Giovanni gründen die mächtigste Bankendynastie der damaligen Welt, Prinzen und Päpste gehören zu ihren Kunden.

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Gedicht zum Sonntag

„Wer führt die Sonn‘ aus ihrem Zelt?“

„Die Ehre Gottes aus der Natur“ von Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769)

Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre,
ihr Schall pflanzt seinen Namen fort.
Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere;
Vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort!

Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne?
Wer führt die Sonn‘ aus ihrem Zelt?
Sie kömmt und leuchtet und lacht uns von ferne,
Und läuft den Weg gleich als ein Held.

Vernimm’s und siehe die Wunder der Werke,
Die die Natur dir aufgestellt!
Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke
Dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt?

(aus: „Geistliche Oden und Lieder“, 1757)

Das Gedicht wurde 1803 von Ludwig van Beethoven (1770-1827) für Singstimme und Klavier vertont, Opus 48,4, Sechs Lieder (nach Gedichten von Christian Fürchtegott Gellert). Die vorliegende Fassung wurde in der Stiftskirche Fiecht am 19. Oktober 2013 zum 875-jährigen Jubiläum der Benediktiner aufgeführt.

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