The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Kategorie: Feuilleton (Seite 1 von 36)

Filmkritik

Final Portrait

von Dr. José Garcia

Die Entstehung eines Kunstwerkes scheint kaum zu einer Filmhandlung zu taugen. Das Tempo, in dem ein Kunstgegenstand geschaffen wird, ist kaum mit dem Tempo eines Spielfilmes in Einklang zu bringen, der neunzig Minuten lang Spannung schaffen soll. Deshalb zeigen Filmemacher lieber das Leben eines Künstlers, als dessen Schaffensprozess.

Selbst in „Genius – Die tausend Seiten einer Freundschaft“, der sich auf die Zusammenarbeit zwischen dem Verlagslektor Maxwell Perkins und dem Schriftsteller Thomas Wolfe bei der Entstehung von Wolfes Romanen konzentriert, beschränkt sich der Regisseur nicht darauf, sondern liefert eine Art auf eine Zeitspanne im Leben seiner Protagonisten verknappte Doppelbiografie. Das Leben des Bildhauers und Malers Alberto Giacometti (1901—1966), der zu den bedeutenden Künstlers des 20. Jahrhunderts zählt, hätte reichlich Stoff für einen Kinofilm liefern können. Denn Giacometti bewegte sich in den Literatur- und Künstlerkreisen von Paris, und unterhielt Bekanntschaften und Freundschaften mit Louis Aragon, Jean-Paul Sartre und Samuel Beckett, mit Joan Miró, Pablo Picasso, Max Ernst, Hans Arp und vielen anderen mehr. Der berühmte Schauspieler Stanley Tucci geht im Spielfilm „Final Portrait“, seiner fünften Regiearbeit, andere Wege: „Ich wüsste nicht, wie man das Leben eines Menschen in einen eineinhalb- oder zweistündigen Film packen soll. Da kann am Ende nur ein Film herauskommen, in dem vor allem die Ereignisse rund um eine Person und nicht die Person selbst im Fokus steht.“ Stanley Tucci folgt beim Verfassen des Drehbuches den Memoiren des New Yorker Schriftstellers und Kunstkritikers James Lord, die 1965 unter dem Titel „A Giacometti Portrait“ („Alberto Giacometti — Ein Portrait“) veröffentlicht wurden. Lord stand 1964 in Paris Giacometti für ein Porträt Modell.

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Sternstunde Philosophie

Jonas Lüschers „Kraft“ – Kommt alles gut?

Der Schweizer Autor und Philosoph Jonas Lüscher glaubt an die Macht von Geschichten. Erzählen statt zählen, lautet sein Motto. Im neuen Roman «Kraft» seziert er die große Erzählung vom heilsbringenden Fortschritt aus dem Silicon Valley. Ein Gespräch über Optimismus und die Kraft der Literatur.

Jonas Lüscher | Bild von Jonas Rogowski – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, 

In seinem satirischen Roman «Kraft» beschreibt der Schweizer Schriftsteller Jonas Lüscher, wie der deutsche Rhetorik-Professor Kraft ins Silicon Valley reist, weil ihm dort ein besseres Leben versprochen wird. Ein reicher kalifornischer Unternehmer hat eine Million Dollar ausgeschrieben für den besten Vortrag zu einem alten philosophisch-theologischen Thema, der «Theodizee»: Warum alles, was ist, gut ist. Der ideologische Zukunfts-Optimismus der Tech-Communities wie Google oder Apple soll damit wissenschaftlich begründet werden. (Text: srf.ch)

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Neues Video aus Heiligenkreuz

Fischer im Netz – Von Menschen, die Menschen zu Gott bringen!

Das STUDIO1133 hat sich auf den Weg gemacht um mit denjenigen zu reden, die Gott zu den Menschen bringen – durch die modernen Medien!
Sehen Sie sich hier und jetzt die bewegenden Zeugnisse vieler Apostel unserer Zeit an.

Mit Karl Wallner, Pater Johannes Paul Chavanne, Frère Luc Emmerich, Reinhild Elisabeth Rössler, Gudrun Kugler, Johannes M. Schwarz, Michael Prüller, Tom Kraetschmer und vielen mehr!

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Gedicht zum Sonntag

„Blaue Länder der Wolken, Weiße Segel dicht “

„Träumerei in Hellblau“ von Georg Heym (1887-1912)

Alle Landschaften haben
Sich mit Blau gefüllt.
Alle Büsche und Bäume des Stromes,
Der weit in den Norden schwillt.

Blaue Länder der Wolken,
Weiße Segel dicht,
Die Gestade des Himmels in Fernen
Zergehen in Wind und Licht.

Wenn die Abende sinken
Und wir schlafen ein,
Gehen die Träume, die schönen,
Mit leichten Füßen herein.

Zymbeln lassen sie klingen
In den Händen licht.
Manche flüstern, und halten
Kerzen vor ihr Gesicht.

Georg Heym (1887-1912) wurde am 30. Oktober 1887 in Hirschberg in Schlesien geboren. Der Familientradition folgend, begann Heym auf den Wunsch des Vaters nach dem Abitur 1907 ein Jurastudium in Würzburg und Jena. 1911 beendete er sein Studium in Berlin, aber nicht den Vorbereitungsdienst, sondern ließ sich beurlauben. Er schrieb sich in das Orientalische Seminar in Berlin ein und bewarb sich auf eine Stelle als Offiziersanwärter. Ab 1899 war Heym schriftstellerisch tätig und führte ab 1904 Tagebuch. Vier Wochen vor seinem Tod begann er das letzte Heft, das den Titel „Tagebuch des Georg Heym. Der nicht den Weg weiß“ trug. Georg Heym ertrank am 16. Januar 1912 beim Schlittschuhlaufen auf der Havel in Berlin.

Quelle: Britta Dörre, zenit.org
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Podcast

Recktenwalds Essays

Ein neuer Podcast bietet Essays über aktuelle und überzeitliche Themen aus Philosophie und Theologie aus katholischer Sicht. Dazu gehören kritische Analysen moderner Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft sowie Einsichten aus Glaube, Vernunft und Offenbarung, von denen Pater Engelbert Recktenwald überzeugt ist, dass sie das nötige Hintergrundwissen abgeben, um sich ein zeitgeistunabhängiges Urteil bilden zu können.

Pater Engelbert Recktenwald an die Cathwalk-Leser:

Ich freue mich, meinen Podcast vorstellen zu können, der letzte Woche mit drei Episoden an den Start gegangen ist. Mit meinen theologischen und philosophischen Essays will ich geistiges Rüstzeug bereitstellen, das helfen soll, sich im geistigen Chaos der heutigen Zeit ein fundiertes Urteil zu bilden und sich mit den verschiedenen Strömungen in Kirche, Theologie und Philosophie kritisch auseinander setzen zu können. Voraussichtlich wird alle ein bis zwei Wochen eine neue Episode erscheinen. Wer den Podcast abonniert, versäumt keine Folge.

Recktenwalds Essays sind auch auf iTunes kostenfrei erhältlich und stehen zum Download bereit, klicken Sie einfach auf den Abonier-Buttun unten.

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Rede vor Ex-Gang-Mitgliedern

Jim Carrey: „Leiden führt zur Erlösung“

"Glaube und Vergebung" – Was das wirklich bedeutet, jenseits billigen Geschwafels: Ausgerechnet Jim Carrey hat das auf den Punkt gebracht wie wenige.

Von Anian Christoph Wimmer, CNA Deutsch

Wer hört, wie der Komiker („Ace Ventura“) und Schauspieler („Truman Show“) vor tätowierten Ex-Gangstern und Knackis spricht, weiß, worum es geht. Wie wir mit Leid umgehen, und vor welche Entscheidung uns das Leiden stellt.

Jim Carrey spricht vor ehemaligen Gang-Mitgliedern über christliche Gnade
Foto: Foto: Homeboy Industries / YouTube (Screenshot)

Das Leiden ist nicht nur die erste „edle Wahrheit“ unseres Daseins, wie es Gautama Buddha lehrte. Sie ist auch eine Herausforderung für Christen – und ein Schlüssel zum Verständnis der Erlösung, und welche Rolle wir spielen müssen, erklärt Carrey:

Wir müssen irgendwie akzeptieren, nicht leugnen, sondern unser Leid und unsere Verluste spüren. Und dann müssen wir eine von zwei Entscheidungen treffen: Entweder entscheiden wir uns, durch das Tor der Verbitterung zu gehen, das zur Vergeltung führt, das zur Selbst-Verletzung führt, das dazu führt, dass wir anderen Leid antun. Oder wir gehen durch das Tor der Vergebung, das zur Gnade führt.

Der 55 Jahre alte Schauspieler spricht aus eigener Erfahrung, kämpft mit Depression und bipolarer Störung.

Gesprochen hat Carrey bei einem Treffen für ehemalige Kriminelle , veranstaltet von den „Homeboy Industries“ in Los Angeles.  Seine Ansprache wurde auch in „The Blaze“ und bei „Aleteia“ thematisiert.

Nach eigenen Angaben betreut die Gruppe jedes Jahr über 10.000 ehemalige Gang-Mitglieder und Gefängnisinsassen. Gegründet hat „Homeboy Industries“ der Jesuitenpater Gregory Boyle – der als „Father Greg“ die Ausbildung und Arbeitsvermittlung leitet, mit der ehemalige Gangster die Chance auf eine neues Leben bekommen.

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Linkin Park

Chester Bennington und Linkin Park: Somewhere I Belong

Chester Bennington, der Sänger der Band Linkin Park, hat sich das Leben genommen. Die Trauer unter den Fans ist groß. Wer war Chester Bennington und was macht die Band Linkin Park aus? Worüber singt sie? Welche Botschaften und Sehnsüchte werden angesprochen?

Foto: Flickr.com / Schröder+Schömbs PR_Brands Media Lifestyle. Lizenz: CC BY-ND 2.0

Die Band Linkin Park

Die Band, deren Stil irgendwas zwischen Metal und Pop ist, bestand aus 6 Mitgliedern: Chester Bennington (Sänger), Mike Shinoda (Keyboard, Hintergrundgesang), Brad Delson (Gitarre), David Farrell (E-Bass), Joe Hahn (DJ, Hintergrundgesang) und Rob Bourdon (Schlagzeug). Die Bandmitglieder haben mitunter selbst traumatische Lebenserfahrungen hinter sich, die sie in ihre Musik einbringen. Die Biografie des Sängers Chester Bennington lässt es jedenfalls verständlich erscheinen, warum dessen Gesang mitunter in Geschrei überging. Benningtons Kindheit und Jugend war alles andere als einfach. Als Kind wurde er vernachlässigt. Später wurde er von einem Bekannten der Familie sexuell missbraucht und lebte jahrelang heimlich mit diesem Trauma. Er kam mit Drogen in Kontakt und war oft alleine.

Die lyrische Verarbeitung von Lebenserfahrungen: „Numb“

Ein bekanntes Album der Band ist „Meteora“ mit den Singleauskopplungen „Numb“ [zu Deutsch: „gefühllos/betäubt“] und „Somewhere I Belong“. Es geht in diesen beiden Liedern intensiv über die Verarbeitung von Alleinsein, Fremdsein und der Sehnsucht nach Erlösung.

Im Musikvideo zum Lied „Numb“ geht es um eine Jugendliche, die in der Schule gemobbt wird. Sie wird abgelehnt, ausgelacht und herumgeschubst. „Gefühllos“ scheint hier weniger eine emotionale Schwäche der Protagonistin zu sein, als eine Art „Schutzpanzer“, um die Kränkungen überleben zu können. Die Band Linkin Park tritt in dem Video selbst auf und performt in einer Kirche. Gegen Ende des Videos läuft die Teenagerin in die Kirche hinein, dabei ist die Band bereits verschwunden, die Kirche ist leer, das Video aus. Das lyrische Ich drückt mehrmals seine Verzweiflung an der stets scheiternden Anpassung aus:

„Ich bin müde von ihren Erwartungen an mich. Ich fühle mich glaubenslos, verloren unter der Oberfläche. Ich weiß nicht, was ihr von mir erwartet. […] Jeder Schritt, den ich tue, ist ein weiterer Fehler für euch. […] Alles, was ich tun will, ist mehr wie ich sein und weniger wie ihr.“ (Übersetzung des Autors)

Das Lied endet dann mit der Feststellung: „Ich bin so gefühllos geworden. Ich kann euch dort nicht mehr fühlen. Ich bin müde von euren Erwartungen. Ich bin gefühllos geworden. Ich kann euch dort nicht mehr fühlen. Ich bin müde von euren Erwartungen.“

Stattdessen wird sich danach gesehen, man selbst sein zu können. Chester Bennington bietet seinen typischen Schreigesang auf. Der Schrei nach Erlösung bleibt ein Schrei der Sehnsucht und Suche, des Wunsches. Die Perspektive des Musikvideos ist vor allem eine Problemdarstellung ohne Lösung. Dies mag daran liegt, dass es Situationen gibt, in denen es keine andere Antwort als das Aushalten zu geben scheint.

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