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Kategorie: TV/Kino (Seite 1 von 6)

40 Jahre Star Wars

Eine neue Hoffnung: Warum Star Wars die richtige Film-Saga für unsere Zeit ist

Von Stefan Ahrens

„Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis…“

Als auf den Tag genau morgen vor 40 Jahren das erste Mal diese ikonische Textzeile über lediglich 32 Leinwände in den US-amerikanischen Kinos flimmerte, konnte niemand ahnen, dass an diesem Tag die Filmgeschichte sowie die gesamte Popkultur um ein neues, entscheidendes Kapitel bereichert werden würde.

Denn um 10 Uhr 45 Ortszeit lief damals in San Francisco ein Film an, der von Brancheninsidern als großer Flop gehandelt wurde. Das Filmstudio 20th Century Fox rechnete mit dem Allerschlimmsten – und der von den vollkommen aus dem Ruder gelaufenen Dreharbeiten immer noch entkräftete Regisseur und Produzent floh schon einmal vorsorglich nach Hawaii, um dem erwartbaren Hohn und Spott zu entkommen.

Es kam jedoch anders.

Denn statt einem Flop wurde der obengenannte Film einer der größten Filmerfolge aller Zeiten und Auftakt einer bald neun Teile umfassenden Science-Fiction-Saga – und der oben genannte Regisseur und Produzent avancierte zu einem der wirkmächtigsten (und nebenbei milliardenschweren) Filmemacher und Produzenten Hollywoods.

Der Name des Films lautete Star Wars, der Name seinen Schöpfers George Lucas. Namen, die heute so gut wie jedes Kind auf unserem Erdball kennt – und all die Filme, Comics, Serien, Computerspiele, Actionfiguren und Bücher, die mit diesem „Imperium der Träume“ zusammenhängen, sowieso.

Remember the 70s: Star Wars als Gamechanger im Filmgeschäft

„Mehr als ein Film – ein beispielloses Ereignis!“: Original-Trailer zu „Krieg der Sterne“ von 1977 in deutscher Sprache

Man vermag sich kaum mehr eine Zeit ohne Star Wars vorstellen: so omnipräsent ist die Science-Fiction-Saga heutzutage, so ikonenhaft  sind ihre Figuren wie Luke Skywalker, Darth Vader, Obi-Wan Kenobi, Yoda, Prinzessin Leia, C3PO und R2D2 geworden. Jeder kennt den dazugehörigen oscarprämierten Soundtrack von John Williams oder Redewendungen wie „Möge die Macht mit dir sein“. Und vermutlich Jungs (und sicherlich auch viele Mädchen) jeder Generation wollten schon einmal Jedi-Ritter sein oder als Pilot an Bord von Han Solos Millenium Falcon es mit dem gesamten bösen Galaktischen Imperium aufnehmen.

Doch woran lag es, dass dieser allgemein als totsicheres Kassengift betrachtete Film 1977 entgegen aller Branchenkenntnisse und Expertenmeinungen einschlug wie die buchstäbliche Bombe?

Offenkundig traf der Film einen besonderen Nerv der Zeit. Er war Balsam auf der durch Vietnam und Watergate angeknacksten amerikanischen Seele: Er entführte an faszinierende Orte, bot Eskapismus, Romantik und Mystizismus, er präsentierte neue Helden, die zur Identifikation einluden, und ein klares Gut-Böse-Schema. Und obwohl es um Konflikte, Kampf, eben um Krieg ging, wurde er als positive Utopie aufgenommen.

Machen wir uns nichts vor: Auch damals war es so wie heute, dass Filme und TV-Serien unterschwellig und verfremdet immer widerspiegelten, was Menschen zu einer bestimmten Zeit bewegt. Während in den 1970er Jahren im US-Fernsehen charmante Detektive und Schnüffler wie Peter Falks „Columbo“ oder Telly Savalas‘ „Kojak“ Bösewichtern auf die Finger klopften, und Familienserien wie die „Waltons“ oder „Unsere kleine Farm“ an bessere Zeiten erinnern sollten, gab es im Kino der vom Watergate-Skandal und Vietnam-Fiasko heimgesuchten USA zwei vollkommen entgegengesetzte Trends: Zum einen das intellektuelle Autorenkino des sogenannten „New Hollywood“ mit Vertretern wie Robert Altman, Peter Bogdanovich, John Cassavetes, Francis Ford Coppola oder Martin Scorsese, die sich den Schattenseiten des „American Dream“ widmeten und die Leinwand mit Antihelden und einer Anti-Establishment-Haltung füllten. Gleichzeitig feierten sogenannte „Disaster Movies“ („Katastrophenfilme“) wie „Airport ’77 – Verschollen im Bermuda-Dreieck“, „Erdbeben“, „Flammendes Inferno“ oder „Die Höllenfahrt der Poseidon“ große Erfolge an den Kinokassen und boten den von der Lebensrealität verunsicherten Amerikanern ein Ventil, um die als bedrohlich empfundene Weltlage psychologisch verarbeiten zu können. Von Horrorfilmen wie „Der Exorzist“, „Das Omen“ und noch viel härterem Filmstoff ganz zu schweigen.

In diese Zeit der allgemeinen Niedergeschlagenheit innerhalb und außerhalb des Kinosaals platzte dann der erste Star Wars-Film hinein. Der Film wurde ein Gamechanger (Spielveränderer), aber nicht nur in Bezug auf den Wandel vom „New Hollywood“-Kino hin zum „Blockbuster“-Kino, sondern auch mentalitätsgeschichtlich.

Star Wars bereitete den politischen und gesellschaftlichen Optimismus der 80er und 90er Jahre vor

Er berichtete über das Kennedyattentat, die Mondlandung – und über Star Wars:  Walter Cronkite trug zum Erfolg von George Lucas´ „Space Opera“ bei.

Das amerikanische journalistische Urgestein Walter Cronkite (1916–2009) erkannte als einer der ersten Journalisten, dass Star Wars mehr als nur ein Film war. „The most trusted man in America“ berichtete am Tag der Premiere von den meterlangen Schlangen, die sich vor den Kinos bildeten und ermutigte seine Zuschauer, sich diesen Film anzusehen. In der Dokumentation „Empire of Dreams“ (2004) über die „Star Wars“-Filme betonte er gar,  dass das popkulturelle Phänomen „Star Wars“ – obwohl es betontermaßen nur ein Hollywood-Produkt war – mit seinem sprühenden Optimismus ganz allein die USA von der bis dato vorherrschenden Katastrophenstimmung hin zu einem überbordenden Optimismus führte. Und dem festen Glauben daran erzeugte, dass es auch in Zeiten schlimmster Hoffnungslosigkeit möglich ist, sich aus dem Sumpf zu ziehen. Genauso wie es im Kino möglich war, als Farmersjunge von einem unbedeutenden Planeten ein gesamtes „galaktisches Imperium“ in die Knie zu zwingen, sollte es auch im realen Leben möglich sein, alle Widerstände in die Schranken zu weisen. „Star Wars“ war mehr als ein Film – er war ein Gefühl, wurde eine Lebenseinstellung.

Dieser „Geist von Star Wars“ war in den von Ronald Reagan, Margaret Thatcher und Helmut Kohl politisch geprägten 1980er Jahren und darüber hinaus noch bis zum Ende der 1990er Jahre unter Bill Clinton und Tony Blair in der westlichen Welt popkulturell und politisch vorherrschend. Und schien nicht die Änderung der weltpolitischen Lage wie beim Ende des Kalten Krieges oder des Falls der Berliner Mauer einem Denken recht zu geben, welches nichts für unmöglich und alles für erreichbar hielt? In so einer gesellschaftlichen Stimmung konnten auch die Thesen eines Francis Fukuyama vom „Ende der Geschichte“ reifen, die noch Anfang der 1990er Jahre sehr plausibel klangen.

Wegmarke 9/11: Rückkehr der Dunkelheit in Politik und Unterhaltung

Verkörpert das düstere Actionkino seit 9/11: Christopher Nolans Batman-Verfilmung „The Dark Knight“

Mag sein, dass dieses Denken einen zutiefst naiven Kern beinhaltet. Die Terroranschläge vom 11. September 2001 jedenfalls versetzten dem bis dato vorherrschenden Optimismus in der transatlantischen Welt einen schweren Schlag. Und die seitdem hinzugekommenen politisch-ökonomischen Rückschläge durch die Finanz- und Schuldenkrise, die islamistischen Terroranschläge von Manchester, Berlin, Marseille, London, Madrid und Paris, dem gescheiterten „arabischen Frühling“, dem Erstarken des IS sowie der Flüchtlingskrise lassen manche Zeitgenossen in pure Hoffnungslosigkeit versinken.

Auch in der Unterhaltungswelt geht es seitdem betont düster zu: Paradebeispiel ist hierfür das Actionkino, wie es Christopher Nolan mit seiner Batman-Neuinterpretation in der „The Dark Knight“-Trilogie von 2005 bis 2012 zelebrierte: Nämlich in Zeiten von  9/11, NSA-Abhörskandalen und Anti-Terror-Kampf ein die katastrophale geopolitische Lage kommentierendes, anspruchsvolles, betont „realistisches“ und mitunter deprimierendes Kinoerlebnis zu erschaffen – bevölkert von gnadenlosen Bösewichten und gebrochenen, sich am psychischen und physischen Limit befindenden Helden, denen nur wenig fehlt, um selbst als Schurke zu enden. Ein Paradigma, dem sich selbst der altehrwürdige James Bond in der Daniel Craig-Ära nicht entziehen konnte und das auch – passend zum gegenwärtigen „Goldenen Zeitalter der Fernsehserien“  – in handwerklich sehr gut gemachten Fernsehserien wie „Breaking Bad“, „Mad Men“ oder „True Detective“ mit deren ambivalenten Protagonisten seinen Weg auf die Mattscheibe zuhause gefunden hat.

Doch ebenso wie Mitte der 1970er Jahre ist es auch heute nicht ausgeschlossen, dass sich ein neues positives Denken sowie der Glaube daran verbreiten kann, dass mehr in uns steckt, als einfach nur Probleme entweder zu verschweigen, sich durch diese versuchen hindurchzuwurschteln oder nur zu verwalten. Hier kann man am Beispiel von George Lucas‘ erstem „Star Wars“-Film lernen: Denn Lucas gab den Zuschauern mit seiner aus so unterschiedlichen Quellen wie Joseph Campbell, „Flash Gordon“, Akira Kurosawa sowie stoischer und buddhistischer Philosophie schöpfenden Weltraumsaga nicht einen Film, den sie erwarteten, sondern einen Film inklusive Botschaft, die sie sich – ohne es zu wissen – erhofft hatten. „Eine neue Hoffnung“ nannte Lucas bezeichnenderweise seinen Film von 1977 später im Untertitel. Und die lieferte er seinem Publikum – weit über das Kino hinaus.

Gamechange reloaded: Die neuen Star Wars-Filme seit 2015

Auch die neuen Star Wars-Filme versprühen Hoffnung: Deutscher Trailer zu „Das Erwachen der Macht“ von 2015.

Diese These kann durch den unglaublichen Erfolg der neuen Teile der Star-Wars-Saga belegt werden, die seit Dezember 2015 in den hiesigen Kinos laufen. Anstatt Luke Skywalker im ersten „Star Wars“-Film ist es in der neuen Trilogie Rey (gespielt von Daisy Ridley), ein junges Mädchen vom Wüstenplaneten Jakku, das in „Das Erwachen der Macht“ ihren kargen Lebensunterhalt als Schrotthändlerin verdienen muss und noch im Trailer zum Film von sich sagt „Ich bin Niemand!“. Doch Rey entdeckt schließlich die „Macht“ – und schüttelt ihre Hoffnungslosigkeit ab, um gemeinsam mit dem „Widerstand“ in den Kampf gegen die sogenannte „Erste Ordnung“ (der Nachfolgeorganisation des bösen „Galaktischen Imperiums“ der Original-Trilogie) zu ziehen und dieser eine erste schwere Niederlage beizubringen. Reys Geschichte im Star Wars-Universum wird im Dezember diesen Jahres in „Die letzten Jedi“ fortgesetzt werden.

Und wieder ist es wie 1977: Denn nicht nur die Rekorde purzelten  (trotz Dezemberstarts erfolgreichster Film 2015, erfolgreichster Film aller Zeiten in Nordamerika, dritterfolgreichster Film aller Zeiten weltweit), als „Das Erwachen der Macht“ anlief und zielsicher auf ein weltweites Einspielergebnis von über 2 Milliarden US-Dollar zusteuerte. Sondern auch eine positive Grundstimmung breitete sich unter denjenigen aus, die diesen Film bereits gesehen haben – der sich so ganz antizyklisch zu dem zynischen und mitunter depressiven Kino- und Fernsehprogramm verhält, dass seit Jahren den Menschen zugemutet wird.

In Zeiten wie diesen braucht es nämlich nicht vor allem depressive Filme, Serien und ebensolche Helden, die auf der Kinoleinwand mit so vielen inneren und äußeren Dämonen zu kämpfen haben, dass man am Ende als Zuschauer ganz vergessen hat, dass es doch noch – seltsamerweise – zum Happy End gekommen ist. Auch im deutschen Fernsehen sollte man nicht einfach nur vorangegangenen Film-Paradigmen hinterherlaufen und suggerieren, dass uns nichts anderes übrig bleibt, als vor der Wirklichkeit kapitulieren zu müssen. Sondern den Mut dazu haben, Geschichten erzählen, die mehr bieten als nur das Erwartbare und Machbare.

Selbst ein ultimatives Hollywood-Produkt wie „Star Wars“ kann hierbei Orientierung geben: Geschichten zu liefern, die Menschen dazu inspirieren, voranzuschreiten: in punkto Hoffnung, dem Glauben an sich selbst – und (was aus religiöser Perspektive noch am Interessantesten ist) dem Glauben an eine höhere, erlösende und befreiende „Macht“.

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„Downton Abbey“-Schauspieler dreht Jesus-Dokumentation

Hugh Bonneville, Schauspieler der britischen Serie „Downton Abbey“, hat vor seiner Schauspielkarriere Theologie an der renommierten Cambridge Universität studiert. Dieses Wissen nutzt er nun, um eine Dokumentation über die Tage vor der Kreuzigung Jesu zu drehen.

Hugh Bonneville dreht derzeit in Israel eine Dokumentation
Foto: Marie-Lan Nguyen, Wikipedia

Der Schauspieler Hugh Bonneville, bekannt aus der britischen Serie „Downton Abbey“, dreht eine Dokumentation über die letzten Tage des Lebens Jesu. Zwei Wochen lang wird Bonneville in Israel bleiben, um die einstündige Dokumentation zu drehen. „Countdown to Calvary“ (dt. Countdown bis Golgatha) heißt die Produktion, die sich mit den letzten Tagen vor der Kreuzigung Jesu beschäftigt. Mit der biblischen Geschichte ist Bonneville vertraut: Er studierte an der Cambridge Universität Theologie.

Die Dokumentation werde ein politischer Thriller, sagte Ray Bruce, der die Produktion des Films übernimmt. Die Dokumentation fokussiere sich auf die ereignisreiche Zeit zwischen Palmsonntag und der Kreuzigung. „Jesus kam am Sonntag an und starb am Freitag“, erklärt der britische Produzent laut der israelischen Onlinezeitung Times of Israel. „Wir schauen uns die Zeit dazwischen an, mit dem Hauptaugenmerk auf die politischen Machenschaften und Intrigen zwischen den römischen Besatzern, den jüdischen Kollaborateuren und den einfachen Menschen.“

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Die Hütte: Ein Wochenende mit Gott

Eine Filmkritik von Dr. José Garcia 

Im Jahre 2007 veröffentlichte der 1955 als Sohn von Missionaren in Kanada geborene und im heutigen West Papua aufgewachsene William Paul Young den christlichen Roman „The Shack“ (Deutsch: „Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott“). Das Buch, das vorher von 26 Verlagen abgelehnt und deshalb im Eigenverlag „Windblown Media“ erschien, blieb zunächst fast unbeachtet. Erst durch christliche Mundpropaganda in Kirchen, auf Internetforen und auf Radiosendern avancierte es 2008 zum Bestseller. „The Shack“ hielt sich auf Platz 1 der New York Times 70 Wochen lang. Inzwischen erreichte das Buch eine weltweite Auflage von 22 Millionen Exemplaren.


Gil Netter, Produzent der bekannten Spielfilme „Blind Side – Die große Chance“ (2009), „Wasser für die Elefanten“ (2011) und „Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger“ (2012) sicherte sich die Filmrechte, und produzierte den gleichnamigen Film zusammen mit „Windblown Media“-Gründer Brad Cummings. Regie führt Stuart Hazeldine nach einem Drehbuch von John Fusco und Andrew Lanham. Dadurch und durch die Beteiligung prominenter Darsteller, allen voran der insbesondere aus dem umsatzstärksten Film aller Zeiten „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ (2007) und zuletzt aus Mel Gibsons „Hacksaw Ridge – Die Entscheidung“ bekannte Sam Worthington sowie die für „The Help“ (2001) mit dem Oscar ausgezeichnete und für „Hidden Figures: Unerkannte Heldinnen“ (2016) oscarnominierte Octavia Spencer, ist „Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott“ eine aufwändige, größere Produktion geworden.

Bildquelle: http://www.concorde-movie-lounge.de

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Filmkritik: „Mein blind Date mit dem Leben“

Von Dr. José García

Kinofilme „nach einer wahren Begebenheit“ stehen zurzeit hoch im Kurs. Noch vor kurzem startete im Kino der Spielfilm „Bob, Der Streuner“, der von der schier unglaublichen Freundschaft zwischen dem jungen James und einem Kater in London sowie davon erzählte, wie der junge Mann gerade dadurch von den Drogen wegkam. Nicht minder unglaublich nimmt sich die Geschichte des Deutsch-Singhalesen Saliya Kahawatte aus, der mit einem Sehvermögen von gerade einmal fünf Prozent eine Hotelfachmann-Ausbildung absolvierte und später sogar sein eigenes Restaurant eröffnete. Seine Erfahrungen schilderte er im Buch „Mein Blind Date mit dem Leben“, das nun von Marc Rothemund nach einem Drehbuch von Oliver Ziegenbalg und Ruth Thoma unter demselben Titel verfilmt worden ist.

Saliya (Kostja Ulmann) hat gerade ein Schülerpraktikum in einer Hotelküche abgeschlossen. Danach steht es für ihn sonnenklar: Er will im Hotel arbeiten. Nach dem Abitur, so erzählt er seiner Familie — seiner Mutter (Sylvana Krappatsch), seinem Vater (Sanjay Shihora) und seiner jüngeren Schwester Sheela (Nilam Farooq) — voller Begeisterung, möchte er eine entsprechende Ausbildung beginnen. Bald aber bemerkt Sali, wie er von allen genannt wird, dass seine Sehkraft rapide nachlässt. Aber der junge Mann ist nicht bereit, seinen Traum aufzugeben. Versucht sein Vater, Sali zu einer Sonderschule zu schicken, so unterstützen ihn Mutter und Schwester, wo sie nur können, damit er das Abitur schaffen kann. Danach bewirbt sich Sali mehrfach um einen Ausbildungsplatz. Aber offenbar wegen des Hinweises auf sein Augenleiden bekommt er eine Absage nach der anderen. Deshalb entscheidet er sich, kurzerhand den Hinweis wegzulassen. Prompt bekommt er vom Münchener Bayerischen Hof eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Gerade als er mit Personalleiter Fried (Alexander Held) einen Rundgang beginnt, gesellt sich zu ihnen Max Schröder (Jacob Matschenz), dessen Termin eigentlich vor einer Stunde war. Nach dem Gespräch haben Sali und Max einen Ausbildungsvertrag in der Tasche. Die Hürden der Ausbildung nimmt Sali dank der Hilfe einiger Menschen, die ihn unterstützen, insbesondere aber von Max. Schwieriger wird es aber, als sich der junge Mann in Laura (Anna Maria Mühe) verliebt. Denn Sali versucht mit allen Mitteln, ihr gegenüber seine Sehbehinderung zu verheimlichen. Ob das auf Dauer gutgehen kann?

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Wenn Gottes Schweigen schmerzt

Was würden Sie als gläubiger Mensch tun, wenn Sie unter Androhung des Todes gezwungen werden, Ihrem Glauben an Jesus abzuschwören? Diese Frage steht im Mittelpunkt des sehenswerten Spielfilmes „Silence“ des Regie-Großmeisters Martin Scorsese, der am Donnerstag in die deutschen Kinos kommt. Eine Filmkritik von Jörn Schumacher

Wir befinden uns im 17. Jahrhundert, und ein Jesuiten-Orden in Portugal möchte gerne wissen, wie es den Christen im fernen Japan ergeht, die sich seit ungefähr 100 Jahren dort befinden. Die Situation dieser Gläubigen ist heikel, denn die Japaner sehen im Christentum einen Schlüssel, mit dem sich die feindlichen Kolonialisten das Land erschließen und letztendlich erobern wollen. Kein Wunder, dass die Priester dieser fremdartigen Religion als Eroberer gesehen und verfolgt werden. Japan hat bereits eine Religion, und die funktioniert gut, warum sollten die Japaner die Religion der Europäer annehmen?

In dem Kinofilm „Silence“ begeben sich die beiden Jesuiten Rodrigues und Garupe auf die Suche nach einem verschollenen Priester namens Ferreira, von dem es heißt, er habe der Folter der Japaner nachgegeben und den christlichen Glauben verlassen. Die Technik der japanischen Inquisitoren, um das Christentum vom Inselstaat wieder auszurotten, ist brutal: Schlimmste Foltermethoden werden angewandt, um den Willen der Christen zu brechen. Sie sollen, als Zeichen der Apostasie, den Fuß auf ein Bildnis Jesu setzen. Wer dies tut, wird befreit. Die Japaner fesseln widerstrebende Christen ans Kreuz, sie überschütten sie mit heißem Wasser oder köfpen sie.

Ein Film des Regie-Stars Martin Scorsese kommt selten ohne Gewalt aus. „Silence“ ist jedoch keineswegs blutrünstig. Die Gewalt wird nüchtern dargestellt, ist aber nichts für schwache Nerven. Eine der schlimmsten Foltermethoden der Inquisitoren ist das „Tsurushi“, das im Film am Ende eine entscheidende Rolle spielt: Das Opfer wird mit dem Kopf nach unten in eine Grube gehängt, und durch den unerträglichen Druck tropft langsam das Blut aus Mund und Nase. Bis der Tod eintrat, dauerte es oft bis zu einer Woche.

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