The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Kategorie: Kunst (Seite 1 von 3)

Popkultur

Popkünstler. Provokateur. Katholik. Wer war Andy Warhol?

Von Adelaide Mena

Andy Warhol, Self-Portrait, 1964 via The Andy Warhol Museum, Pittsburgh.
Foto: The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc.

Für Romaine, der auch Präsident der internationalen Vereinigung von Kunsthistorikern des Christentums (ASCHA) ist, schließt die landläufige Interpretation von Warhols Kunst – als Kritik am Konsum – keineswegs eine religiöse Interpretation seiner Arbeiten aus. Im Gegenteil.

„Die gängige Interpretation von Warhols Werk halte ich durchaus für zutreffend”, sagte Romaine der CNA. „Und ich sehe diese Sichtweise durchaus vereinbar mit der Art, wie wir bereits über sakrale Kunst sprechen”, so Romaine. „Ich finde, dass sich diese Aspekte von Warhols Gesamtwerk ergänzen und gegenseitig erweitern.”

Wer also war Andy Warhol? Oder besser gesagt: Wer war Andrej Warhola?

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Sternstunde Philosophie

Jonas Lüschers „Kraft“ – Kommt alles gut?

Der Schweizer Autor und Philosoph Jonas Lüscher glaubt an die Macht von Geschichten. Erzählen statt zählen, lautet sein Motto. Im neuen Roman «Kraft» seziert er die große Erzählung vom heilsbringenden Fortschritt aus dem Silicon Valley. Ein Gespräch über Optimismus und die Kraft der Literatur.

Jonas Lüscher | Bild von Jonas Rogowski – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, 

In seinem satirischen Roman «Kraft» beschreibt der Schweizer Schriftsteller Jonas Lüscher, wie der deutsche Rhetorik-Professor Kraft ins Silicon Valley reist, weil ihm dort ein besseres Leben versprochen wird. Ein reicher kalifornischer Unternehmer hat eine Million Dollar ausgeschrieben für den besten Vortrag zu einem alten philosophisch-theologischen Thema, der «Theodizee»: Warum alles, was ist, gut ist. Der ideologische Zukunfts-Optimismus der Tech-Communities wie Google oder Apple soll damit wissenschaftlich begründet werden. (Text: srf.ch)

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Jesus war kein Gutmensch!

Giottos Tempelreinigung

Von Marco F. Gallina

Es gibt einige Passagen innerhalb des Neuen Testaments, die in jüngerer Zeit gerne vernachlässigt werden. Da das Evangelium heute vornehmlich als Katalog sozialer Fragen und ethischen Zusammenlebens angesehen wird, in denen Jesus nur noch als besonders „guter Mann von Nazareth“ durch die Lande zieht, rücken einige Erzählungen in den Hintergrund. Womöglich sollte man besser sagen: sollen in den Hintergrund gerückt werden. Zeitgeistige Käßmann-Kirchen begreifen mittlerweile alles außerhalb der Bergpredigt nur noch als reinen Schmuck; Wunder haben keinen Platz oder werden als Metaphern erklärt. Dass Jesus die Ausgestoßenen der Gesellschaft aufnimmt – Kranke, Prostituierte, Zöllner – passt in diese durchsozialdemokratisierte Zeit wie das „Teilen“, ob nun Fische, Brot oder Wein. In nahezu gnostischer Verwandtschaft zu Katharern und anderen alten Sekten nimmt das Bibelbild manichäische Züge an: hier der liebe Jesus, dort der strafende Gott des Alten Testaments, der überwunden wird.

Ausschnitt aus Fresco in Padua von Giotto

Mit der Passionsgeschichte will man natürlich das Publikum weniger behelligen. Denk doch mal jemand an die Kinder! Und was sagen Tierschützer dazu, dass Jesus einen Dämon in eine Schweineherde fahren lässt, die dann jämmerlich ersäuft? Viele wissen zwar noch, dass der Gottessohn übers Wasser laufen konnte, aber die Erinnerung, dass Jesus auch ein „Strafwunder“ wirkte, ist heute augenscheinlich in Vergessenheit geraten. Ist es dabei Zufall, dass die Verfluchung des Feigenbaums und die Tempelreinigung – sowohl bei Matthäus, als auch bei Markus – im Zusammenhang stehen?

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Kunst & Kirche

„Alte Meister“ und Glaube

Kunst und Kirche sind eng miteinander verwoben. Eine Veranstaltungsreihe, die die Kirche fördert, erschließt Besuchern des Städel Museums in Frankfurt an ausgesuchten Werken Zusammenhänge zwischen Religion, Kunstgeschichte und Philosophie. Ein Feature von Norbert Schäfer

Stefan Scholz, Rektor an der Katholischen Akademie Rabanus Maurus, spannt den Bogen zwischen Kunst und Religion
Foto: pro/Norbert Schäfer

Am Treffpunkt für die Führung im Städel Museum in Frankfurt hasten die Gäste einer Gala-Veranstaltung in Erwartung auf delikate Häppchen oder auf einen lauen Sommerflirt in kunstvoller Umgebung achtlos vorbei. Männer im edlen Zwirn und Damen in schicken Cocktailkleidern. Andy Warhols monumentales Goethe-Konterfei im klimatisierten Metzler-Foyer des Museums nehmen sie kaum wahr. Anders die Teilnehmer der Führung in der Reihe „Kunst und Religion“. Die Besucher im Alter zwischen 30 und 70 Jahren, die sich neben Kunst auch für Religion interessieren, sind zu abendlicher Stunde erwartungsvoll gespannt. An dem schwül-heißen Junitag nehmen heute nur zehn statt der üblichen 30 bis 50 Personen teil. Ein einziger Herr hat sich unter die Damen gemischt. Einige der Kunstinteressierten haben sich mit schlichten Leih-Klappstühlen ausgerüstet.

Zu einem Werk der Sammlungen im Städel referieren an diesem Abend Rektor Stefan Scholz, in der Katholischen Akademie Rabanus Maurus für den Bereich der Kunst zuständig, und die Kunsthistorikerin und freie Kuratorin Rita Delhées. Bei dem Projekt „Kunst und Religion“, das in Form eines kunsthistorischen und philosophischen Dialoges stattfindet, arbeiten neben Scholz auch der Pfarrer für Stadtkirchenarbeit am Museumsufer, David Schnell, sowie weitere ausgebildete Kunsthistoriker aus den Vermittlungsteams des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung mit.

„Das Format ‚Kunst und Religion‘ ist seit mittlerweile über 15 Jahren fester Bestandteil des vielfältigen Vermittlungsangebots“, sagt Chantal Eschenfelder, die Leiterin der Bildungs- und Vermittlungsabteilung der beiden Frankfurter Kunsthäuser. Gefördert wird das Projekt von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKNH) durch deren Stiftung. Die Reihe erfreue sich sowohl im Städel als auch im Liebieghaus anhaltend großer Beliebtheit und werde stets rege besucht, sagt Eschenfelder.

Kunsthistorikerin Rita Delhées (links, stehend) bringt Interessierten ein Kunstwerk näher
Foto: pro/Norbert Schäfer

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„Ecce homo!“ – Porträtgemälde von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis

Catherine von Fürstenberg-Dussmann, Prälat Wilhelm Imkamp, Fürstin Gloria von Thurn und Taxis und Galerist Robert Eberhardt / Foto: Brauer Photos, Neugebauer

Von Hannes Kirmse, The Cathwalk 

Man findet sich am 30. März im bayrischen Viertel Berlins bei frühsommerlichem Temperaturen ein. Das Restaurant „Wolff und Eber“ und die angeschlossene Galerie Robert Eberhardt sind in das milde Licht der Abendsonne getaucht. – Damit der Bogen nicht breche, so formulierte es einst Nietzsche in seinen Aphorismen, sei die Kunst da. Die hier stattfindende Vernissage sollte wohl auch diesem Leitspruch gerecht werden, denn hinter der ausgestellten Künstlerin liegt schon so einiges, was einen weiten Bogen an Lebensfülle und Einprägung ausmacht. Zuletzt war sie sich auch nicht zu schade, in der TV-Show „Schlagercountdown“ mit Florian Silbereisen und dem Titel „Märchenprinzen“ aufzutreten. Es geht um keine geringere als Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, die an jenem Abend in Berlin ebenso flippig und lebensfroh auftritt, wie man sie bereits aus den 1980er Jahren kennt.

Fürstin Gloria von Thurn und Taxis: Porträts

Beim Betreten der Galerie werden wir von einer Statue des Götterboten Hermes empfangen, die wohl einen Verweis auf die künstlerische Hermeneutik und die hermetische Erlesenheit der hier ausgestellten Werke versinnbildlichen soll. In der Galerie erscheint die Fürstin in einem modischen Schwarz-Weiß-Kostüm und präsentiert zugleich ein Vintage-Stück aus der fürstlichen Brillensammlung. Man sieht: Sie ist ganz sie selbst geblieben. Sie liebt es immer noch aufzufallen. Man sieht ihr an, daß sie hier das Getümmel und Schaulaufen genauso genießt wie das Antreffen alter Bekannter. So ist ihr Bruder und Laudator des Abends, Graf Alexander von Schönburg-Glauchau ebenso zugegen wie der Spiritus Rector, Prälat Wilhelm Imkamp, Starfriseur Udo Walz oder Stil-und-Etikette-Experte Uwe Fenner.

Laudator des Abends, Graf Alexander von Schönburg-Glauchau / Bild: Anita Back

In seinem Begrüßungswort von Gastgeber Robert Eberhardt / Bild: Anita Back

In seinem Begrüßungswort rühmt der 1987 geborene Gastgeber Robert Eberhardt die Porträtgemälde der Fürstin u.a. als einen „Brunnquell des Vergnügens“ und tatsächlich bilden sie einen reichhaltigen Brunnen, dessen Rolle nicht knarrt, wenn man seine Inspiration aus ihm ziehen will. Man entdeckt in ihren Bildern augenblicklich den Menschen, sein Antlitz dabei zusammengedrängt ins Typische und in das ihm eigene Wesen. So entdecken wir in der Galerie Moritz Bleibtreu, Sarah Wagenknecht und Max Raabe genauso porträtiert wieder wie die Granden der katholischen Geistlichkeit: Kardinalpräfekten Gerhard Müller in einem opulenten Triptychon, den Papa Emeritus und Kardinal Brandmüller. Wir sehen hier nicht nur die archetypisch Porträtierten, sondern erkennen auch, wie eminent tragend gerade der Glaube im Leben der Künstlerin geworden ist. Er bietet ihr in der quirligen Turbulenz Rückhalt und zugleich geistige Erfüllung. Die Porträts der Geistlichkeit sind gewiss aus keiner bloßen Laune heraus entstanden, sollen sie doch viel eher eine Referenz und Hommage an die gefundenen Vorbilder im Glauben darstellen. Was den porträtierten Klerus verbindet, ist seine fundierte Geisteshaltung. So gerade Prälat Imkamp, dessen Bildnis auch seinen würdigen Platz in der Galerie gefunden hat, der sich selbst einmal als den „Lautsprecher Gottes“ bezeichnet hat und sich gegen eine sich breitmachende „clerical correctness“ ausspricht: Er zeigt, daß sich die katholische Kirche immer wieder quer zum Zeitgeist stellen muß, um sich zu behaupten, um nicht im banalen Treiben der Weltlichkeit unterzugehen.

Bild: Anita Back

Auch die Gemälde der Fürstin stellen sich als Gesamtoeuvre quer. Sie sind ein Zeugnis davon, daß die Fürstin eben nicht das Leben eines Jedermann lebt. Da trifft linke Politprominenz auf Konservative, tiefsinnige Intellektualität auf Popularität. Die Fürstin spannt mit ihren Werken auch ihren ganz eigenen Bogen, der der Welt in seiner künstlerischen Qualität nicht abgewandt ist. Die Gemälde besitzen keinen ernsten Manierismus, sondern bezeugen in ihrer Farbenvielfalt Fröhlichkeit und Lebendigkeit einer mitten im Leben stehenden Grandezza. So beschreibt Galerist Eberhardt die Ausstellung als Mischung von „Hierarchie und Anarchie, katholischer Bildepiphanie und poppiger Optik“. Was dieser bunten Melange an Porträtgemälden zu eigen ist, ist das fast schon kubistische Hervortreten der Augen. Sie lassen den Menschen herausfordernd, skeptisch, verträumt, in die Welt hinausschauen und wir sehen als Galeriebesucher diese Weltzugewandtheit und Weltläufigkeit in der bildnerischen Okularität.

Bild: Anita Back

Der Kunsthistoriker Fritz Knapp beanstandete in seinem 1923 erschienen Werk „Die künstlerische Kultur des Abendlandes“ das große Wirrsal, das durch doktrinäre Dogmatik und intellektuelle Spekulation auch in die Welt des Stils vorgedrungen sei. Die hier ausgestellten Werke enthalten nichts von dieser schwerfälligen dogmatischen Borniertheit, mit der in strengväterlicher Manier versucht wurde, den menschlichen Geist umzubilden. Sie überzeugen durch ihre Leichtigkeit und Originalität und korrespondieren in dieser Weise mit dem zur Vernissage vorgestellten Gesprächsband „Die Sieben Todsünden“, in dem mit milder Besonnenheit, aber keinesfalls mit Gleichgültigkeit die großen und kleinen Verfehlungen des Menschen besprochen werden. Mit den eindringlichen Blicken ihrer Porträtgemälde gelingt es Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, den weiten und reichhaltigen Bogen mit den Höhen und Tiefen ihres bisherigen Lebens festzuhalten und zu bannen.

Fürstin Gloria von Thurn und Taxis / Bild: Anita Back

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Die Mannigfaltigkeit des Sündhaften

Eine Buchrezension von Hannes Kirmse

siebentodsünden

Im gesellschaftlichen Diskurs ist es nicht gerade en vogue über die Sünde zu sprechen. Abgesehen davon, daß man gern von Park- oder Umweltsündern spricht, scheint die Sünde an sich keine besonders nennenswerte Relevanz mehr zu besitzen. So würden selbst einige Theologen diesen sperrigen und mißliebigen Begriff am liebsten gänzlich aus der Terminologie der katholischen Kirche verbannen. Wer von Sünde predigt, gerät sehr rasch in den Verruf, einem obskuren Anachronismus, ja einer reaktionären Denkrichtung anzugehören. Die Sünde ist zu einem Tabu-Thema geworden. – Doch ist sie dadurch abgeschafft, ihrem Wesen nach gänzlich aus unserem alltäglichen Leben getilgt worden?

Der im Berliner Wolff-Verlag neu erschienene Gesprächsband „Die Sieben Todsünden“ mit Art Déco-Illustrationen von George Barbier und Porträtgemälden von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis zeigt uns auf, erbringt den Nachweis, daß es so schwierig gar nicht ist, über die Sünde unbefangen zu sprechen. Es ist von Sünden die Rede, die potentiell jeder begehen kann. Sünden, die einen verleiten. Sünden, die einem den Kopf verdrehen. Sünden, die einen aufscheuchen. Der Band versammelt dafür sieben gestandene Persönlichkeiten, die ihr ganz persönliches Verhältnis zu jeweils einer der Todsünden beschreiben. Da ist etwa der Medienunternehmer und Mäzen Christian Boros, der sich in dem ehemaligen Reichsbahnbunker Friedrichstraße seine private Kunstsammlung eingerichtet hat: Er beginnt mit der Habgier. Recht anschaulich schildert er dabei, wie man sich im Drang, sich etwas geistig einzuverleiben, auch schnell in der materiellen Habgier, in der Abhängigkeit von Sachen und Gegenständen wiederfinden kann. Ausreichend Anlaß zur Kontroverse wird geboten, wenn etwa Rolf Eden, seines Zeichens Geschäftsmann, Bonvivant und Playboy, zur Wollust ausführt, daß man die Menschen regelrecht zur Lust und sexuellen Betätigung animieren müsse. Aus innerer Überzeugung heraus stellt er die Sünden als solche in Frage: „Für eine Lust, die kommt und geht, braucht man kein Verbot.“ Eine der fundiertesten Betrachtungen lieferte vielleicht der im letzten Jahr verstorbene bekannte Gastronomiekritiker und Autor Wolfram Siebeck zur Völlerei. Gegen Mitte des Buches prangert er die Bagatellisierung der Sünde an, der sich in gesellschaftlichen Breitenschichten entfaltenden Gefräßigkeit erteilt er eine klare Absage. Der Hang zur Sünde würde heute, so Siebeck, als ein regelrecht anstrebenswertes Ideal verkauft. Das Entsetzliche ist für ihn nicht nur die Relativierung wie „Es ist alles nicht so schlimm“, sondern auch und vor allem die Identifikation über die Sünde, sodaß diese dann den gesamten Lebensstil zu erfassen imstande ist.

Die Kunst dieses Bandes besteht darin, die vorgetragenen Positionen allesamt in der Schwebe zu halten. Weder wird einer offensichtlichen Pikanterie, noch einer rigiden Prüderie ein übermäßiges Gewicht zugestanden. Eine theologische Abrundung bildet ein Gespräch der Mitgestalterin, Fürstin Gloria von Thurn und Taxis mit Prälat Wilhelm Imkamp, der von dem Männermagazin GQ unter die 100 bestangezogenen Deutschen gewählt wurde. Beide reflektieren, fast schon kantianisch, die „Bedingungen der Möglichkeit“ von Sünde, deren Mannigfaltigkeit und den pastoralen Umgang mit ihr. Der Leser erkennt, daß er im Begriff der Sünde einen Schlüssel vorfinden kann, sich der Vielschichtigkeit des menschlichen Seins und dessen Verhältnis zu den Dingen gewahr zu werden. Im Ganzen fesselt der Gesprächsband durch seine Leichtigkeit. Man liest ihn mit Genuß, ohne sich dabei durch eine Schaulust an den Sünden der jeweiligen Gesprächsteilnehmer zu ergötzen. „Die Sieben Todsünden“ überzeugt gerade durch die Ehrlichkeit, Offenheit und Unverkrampftheit, mit denen man sich den großen und kleinen Verfehlungen im Leben nähern kann.

Felix von Boehm/Hans-Gerd Koch (Hg.): Die Sieben Todsünden. Gespräche mit Christian Boros, Herlinde Koelbl, Rolf Eden, Wolfram Siebeck, Ulrike Ottinger, Gunter Gebauer, Hanna Schygulla. Mit Porträtgemälden von Gloria von Thurn und Taxis. 122 Seiten, gebunden. 978-3-941461-19-2, Wolff Verlag, 18 Euro.
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Was der Verpackungskünstler Christo von der Liturgie lernt

Ein Kommentar von Monsignore Florian Kolfhaus

(CNA Deutsch) Traditionellerweise werden am 5. Fastensonntag, an dem wir in die unmittelbar dem Osterfest vorausgehende Passionszeit eintreten, die Kreuze in den Kirchen verhängt. Am Karfreitag, währende der feierlichen Liturgie des Leidens und Sterbens Christi, enthüllt der Priester das Kruzifix, um es den Gläubigen zu zeigen und zur Anbetung einzuladen. Dabei singt er dreimal: „Ecce lignum crucis, in quo pependit salus mundi!“ – „Seht das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen.“

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„The Gates“ von Christo und Jeanne-Claude in New York (2005) Foto: Morris Pearl via Wikimedia (CC BY-SA 3.0)

Es ist das dramatische Vorspiel zur feierlichen Liturgie der Osternacht, wenn der Priester mit dem dreimaligen Ruf „Lumen Christi“ – „Das Licht Christi“ das Feuer der Osterkerze an die Gläubigen weiterreicht. Es ist die leuchtende Flamme der Liebe, die sich am Holz des Kreuzes entzündet hat und Christi Leib zum vollkommenen „holocaustum„, zum wahren Brandopfer für das Heil der Welt, gemacht hat.

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