The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Kategorie: Literatur (Seite 1 von 12)

Sternstunde Philosophie

100 Jahre Albert Camus

Iris Radisch und Martin Meyer im Gespräch

Empfehlenswerte Beiträge von Josef Jung zu Camus auf The Cathwalk:

 

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Betrachtungen im Heiligen Land

Lebendiges Wasser am Toten Meer

»Einmal im Leben das Heilige Land sehen!« Das ist der Wunsch eines jedes, der vom christlichen Glauben ergriffen ist. Jene Stätten, die mit dem Leben Jesu in so inniger Verbindung stehen, haben heute, 2000 Jahre später, nichts von ihrer Faszination eingebüßt: Bethlehem, die berühmte Geburtsstadt, Nazareth, das verborgene Dorf der Kindheit und Jugend, Jerusalem, die »Shel Zahav – goldene Stadt« und Mittelpunkt der Erlösung.

Wie er seine Reisegruppe um das Tote Meer führt, führt Pater Andreas Steiner auch seine Leserinnen und Leser lebensnah durch das Heilige Land. Mit seinen Anekdoten und zahlreichen historischen Ausführungen ist dieses unbedingt lesenswerte Werk weitaus mehr als ein einfacher Reiseführer. Mit aufschlussreichen Informationen und lebendiger Erzählweise führt Pater Steiners Werk vor, welche historische und religiöse Bedeutung Jerusalem, Israel und das Grenzgebiet in der Geschichte des Christentums haben. Gerade in einer Zeit misslicher Umstände ist es wichtig, sich über die Hintergründe bewusst zu werden und somit ist diese anschauliche literarische Reise besonders bemerkenswert; ein großartiges und fesselndes Werk, das auch dem Ernstesten garantiert das ein oder andere Schmunzeln abgewinnt.

Mit dem vorliegenden Buch können Sie anhand der detaillierten Beschreibung des Autors genau das tun: das Heilige Land bereisen. Und noch mehr: Mit dem lebhaften, aktuellen Reisebericht verbindet der Autor nicht nur die historische Bedeutung der heiligen Stätten und ihren archäologischen Werdegang, sondern verwebt auch seine persönlichen inneren Erfahrungen als katholischer Priester in die Erzählung.

Buchfakten

Autor: Andreas B. Steiner
 Titel: Lebendiges Wasser am Toten Meer – Betrachtungen im Heiligen Land
 ISBN: 978-386417-098-0
 212 Seiten, Softcover
 Link: https://www.patrimonium-verlag.de/andreas-b-steiner/lebendiges-wasser-am-toten-meer

 

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Augustinus-Variationen

Mein Gewicht ist meine Liebe

Eine Rezension von Matthias Matussek

Mit seinen „Bekenntnissen“ hat Kirchenvater Augustinus 401 die erste große Autobiografie der Weltliteratur vorgelegt. Sie sind sowohl Lebensbeichte wie Glaubensbekenntnis, ein inneres Gespräch mit seinem Schöpfer, eine Innenschau, die radikal ist, denn sie schildert auch die Abwege, Menschliches, Allzumenschliches dieses Spätberufenen, die nichts beschönigt, aber immer wieder in den Jubel ausbricht über den Schöpfer und die lebensverwandelnde Kraft des Glaubens.

Die „Bekenntnisse“ sind in all ihrer platonischen Begriffsschärfe ein exuberantes Lob, eine Einladung zum Tanz, zum Gesang, zu Freudentränen, tatsächlich waren die Messen damals erfüllt davon: „Wie aber soll ich anrufen ihn, meinen Gott und Herrn? Denn zu mir hinein rufe ich ihn ja, wenn ich ihn anrufe.“

Der immens begabte junge Dichter Marco Kunz nutzt den großen Text des Augustinus wie das Streichholz die Reibfläche – er lässt sich entzünden, wieder und wieder, in seinen „Augustinus-Variationen“, die nun unter dem Titel „Mein Gewicht ist meine Liebe“ im Verlag „Wort im Bild“ erschienen sind. Er ruft in sich hinein und ruft zu Gott, zu dem er gefunden hat, mit einem Brennen und schließlich der allerschönsten, glänzenden Gewissheit, denn, so das berühmte Augustinus-Wort, „Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir.“ Mit verblüffender poetischer Sicherheit nimmt er jeweils einen Satz aus den Bekenntnissen oder anderen Werken des Kirchenvaters und dichtet ihn weiter, und spielt ihn weiter, z.B. so:
(Die Augustinus-Worte sind kursiv gesetzt)

Mein Gewicht ist meine Liebe.
Sie ist’s, die mich treibt
wohin es mich auch treiben mag

und dann springt Marco Kunz auf:

ist alles was mir bleibt,

was in der Ewigkeit besteht
und immer schon verband,
was in der Zeit nur Stückwerk ist
und Hoffnung auf das Land,

aus dem ich stamm und das ich ahne,
wissend wie im Traum,
mich ziehend in mein Ur-Zuhaus
jenseits von Zeit und Raum

Besser kann man diesem Platoniker Augustinus wohl kaum nachspüren und schöner auch nicht.

Immer wieder greife ich zu diesem Band, wie einer, der mitsingen möchte in dieser einzigartigen Glaubenvergewisserung durch einen jungen Dichter.

Die „Augustinus-Variationen“, 37 Gedichte, basierend auf Sätzen des heiligen Augustinus (354-430) erschienen Ende September 2017 als A5-Gedichtheft mit dem Titel „Mein Gewicht ist meine Liebe“ zum Preis von 1,75 Euro beim Verlag Wort im Bild. Außerdem vertonte der „Altmeister“ der christlichen Popszene, Siegfried Fietz („Von guten Mächten wunderbar geborgen“), einen Teil der Gedichte, teilweise nach gemeinsamer liedgerechter Bearbeitung. Das so entstandene Musik-Album „AUGUSTINUS“ erschien ebenfalls Ende September 2017 beim Musikverlag abakus.

Marco Kunz (* 1974) veröffentlichte neben zahlreichen Publikationen in verschiedenen Anthologien und Zeitschriften bisher den Gedichtband „Gezeitenrhythmus in HD“ (2014), außerdem die Romane „Rain Dogs“ (2015) und „Selbiger“ (2016). Mehr Informationen finden Sie auf seinem Blog: www.marcokunz.wordpress.com

Matthias Matussek (*1954) ist einer der bekanntesten und umstrittensten deutschen Journalisten und Publizisten. Er leitete mehrere Jahre das Kulturressort des Spiegel, arbeitete für den Stern und die Welt und veröffentlichte mehrere Bestseller, u.a. Die vaterlose Gesellschaft (1998), Wir Deutschen (2006) und Das katholische Abenteuer (2011). Zurzeit schreibt er als freier Autor und Korrespondent für das Schweizer Wochenmagazin Die Weltwoche.
 

 

 

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Oscar Wildes erstaunliche Bekehrung zum Katholizismus

Nach seiner Geburt in Dublin (Irland) im Jahr 1854 wurde Wilde in der anglikanischen Kirche getauft. Seine Mutter Jane war jedoch vom Katholizismus angezogen und ging häufig zur Heiligen Messe. Als Oscar klein war, bat sie den örtlichen Priester, ihre Kinder im katholischen Glauben zu erziehen; man weiß aber nicht, ob Jane sich je offiziell der Kirche angeschlossen hat.

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Gedicht zum Sonntag

„Sie möchten im Sonnenschein liegen“

„Vergänglichkeit“ von Max Dauthendey (1867-1918)

Nun spinnen sich die Tage ein,
Nicht einer will mehr freundlich sein,
Sie müssen sich alle besinnen
Auf eine Hand voll Sonnenschein
Und gehen dürftig von hinnen,
Wie Wasser im Sande verrinnen.

Die Menschen wandern hinterdrein,
Still einzeln, oder still zu zwein,
Und sehen die Blätter verfliegen
In alle vier Wände hinein.
Sie möchten im Sonnenschein liegen
Und müssen sich fröstelnd schmiegen.

So war es tausend Jahr und mehr,
Mit Blindheit kommt der Herbst daher.
Gern will ihn keiner sehen,
Er macht ja alle Wege leer.
Er muß zur Seite gehen
Und muß um Mitleid flehen.

Und so geht’s tausend Jahre fort.
Vergänglichkeit, Du müdes Wort,
Du lösest ab die Tage,
Du duldest weder Zeit noch Ort,
Machst Wirklichkeit zur Sage,
Den Liebesrausch zur Klage.

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Stephen King wird 70

Göttlicher Horror

Der König der Horror-Geschichten feierte am vergagenen Donnerstag seinen 70. Geburtstag. Stephen King zählt zu den erfolgreichsten zeitgenössischen Autoren. Dieser Tage läuft das Remake seines Gruselklassikers „Es“ in den Kinos an und seine Romane verkaufen sich millionenfach. Darin geht es um dunkle Mächte, finstere Charaktere, blutige Verbrechen – und Jesus.

Stephen King zählt zu den bekanntesten zeitgenössischen Buchautoren. Am Donnerstag feiert er seinen siebzigsten Geburtstag
Foto: Shane Leonard

Der Tag, an dem Charles Jacobs in seiner Kirche den Glauben öffentlich ablegt, markiert den Beginn seines Untergangs. Wenige Wochen zuvor sind Frau und Kind des Methodistenpastors bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Seine Kirche wollte den erschütterten jungen Mann schonen, einen Gastprediger bestellen – doch Jacobs ergreift an diesem Sonntag das Wort. Er liest aus dem 13. Kapitel des Korintherbriefes, schlägt das Buch zu und bekennt, wie sehr er in den vergangenen Wochen nach der tröstenden Hand eines Retters gesucht hat: „Doch obgleich ich immer wieder auf die Knie gesunken bin, habe ich die Gegenwart Gottes nicht gespürt.“

Was nun folgt, nennt Stephen King in seinem Buch „Revival“ die „Furchtbare Predigt“. Er lässt seine Hauptfigur, die am Ende des Buchs die Hölle auf die Erde zu bringen versucht, Unglücke aufzählen: Autounfälle, Naturkatastrophen, Tode, die keinen Sinn ergeben, unerklärliches Leid. „Die Religion ist das theologische Gegenstück zu einer Versicherungspolice, deren Prämie wir Jahr für Jahr bezahlen, und wenn wir schließlich die Leistung in Anspruch nehmen müssen, für die wir so lammfromm gelöhnt haben, entdecken wir, dass die Firma, die unser Geld genommen hat, in Wahrheit gar nicht existiert.“ Mit diesen Worten nimmt der Pastor einem kleinen Jungen seinen Glauben. Er selbst verwandelt sich vom frommen, gutmütigen und liebevollen Kirchenmann zum rach- und selbstsüchtigen, bitteren Magier.

Das deutsche Cover dieses 53. veröffentlichten Romans des Königs Horror, wie King auch genannt wird, ziert ein von Blitzen umgebenes Kreuz. Deutsche Medien wie die Tageszeitung Die Welt veranlasste der offensichtliche Glaubensbezug des Buchs dazu, die Frage nach der Religion im Werk Kings zu stellen. Tatsächlich ist es verwunderlich, dass bisher wenig zum Thema publiziert wurde. Denn der christliche Glaube ist elementarer Bestandteil seiner Bücher.

Und das, obwohl der erfolgreichste aller Horrorautoren sich öffentlich selten zu seinem eigenen Glaubensleben äußert. Auf seiner Homepage findet sich lediglich die Aussage, dass er an Gott glaube, die Bibel lese und methodistisch erzogen worden sei. Die Kirche besuche er allerdings nicht mehr. Seine Frau Tabitha ist Katholikin, seine Tochter Naomi Pfarrerin in der als liberal geltenden Unitarian Universalist Association – und mit einer Frau liiert. Außerdem ist über King bekannt, dass er lange Zeit alkohol- und drogenabhängig war. Hilfe fand er damals bei den christlich begründeten Anonymen Alkoholikern – eine Erfahrung, die er in seinem ebenfalls erst kürzlich erschienenen Buch „Doctor Sleep“ verarbeitet. Dem Musikmagazin Rolling Stone sagte er dazu im vergangenen Jahr: „Ich habe mich dazu entschieden, zu glauben, dass Gott existiert, und deshalb kann ich sagen: ‚Gott, ich kann das nicht alleine tun. Hilf mir, heute keinen Drink zu nehmen. Hilf mir, heute keine Drogen zu nehmen.‘ Und das funktioniert gut für mich.“

„Mit Religion meint King das Christentum“

Einer der wenigen, die sich in Deutschland mit den christlichen Elementen in den Büchern Kings beschäftigt haben, ist Thomas Kolitsch. Der Deutsch- und Englischlehrer in Leipzig promoviert gerade zu diesem Thema im Fach Literaturwissenschaft. Er weiß: Die Frage nach Leid, Jesus Christus, Demut und Sühne, aber auch die Bigotterie mancher amerikanischer TV-Prediger – über das alles schreibt King, auch wenn es manchmal im Handlungsrahmen seiner oft blutigen und immer furchteinflößenden Geschichten in den Hintergrund tritt. Dass er solcherlei zu Papier bringt, bedeutet auch, dass die Welt es liest. Denn die Bücher des Amerikaners haben sich weltweit über 400 Millionen Mal verkauft und wurden in 40 Sprachen übersetzt. Jeder neue Roman erobert die Bestsellerlisten.

„Wenn King über Religion schreibt, meint er das Christentum“, sagt Kolitsch. So verarbeite er die religiöse Prägung seiner Kindheit, was unter anderem daran deutlich werde, dass die Bösen in seinen Büchern häufig Baptisten seien, die Guten hingegen normalerweise Methodisten – wie King es einst selbst war oder noch ist. Beispiele für Glaubensbezüge in den Geschichten des Autors kann Kolitsch zu Hauf nennen. Da wäre zum Beispiel die fanatisch religiöse Mutter im Erstlingswerk „Carrie“ aus dem Jahr 1974. Ihre streng religiöse Erziehung ist es, die aus der schüchternen Carrie White, die mit übernatürlichen Kräften begabt ist, eine jähzornige Mörderin macht.

Szene aus dem Film „Carrie“
Foto: Bandphoto

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Game of Thrones

Tolkiens Werk, Martins Beitrag und der machiavellistische Zeitgeist

Von Marco F. Gallina

Man muss nicht HBO schauen, oder die Bücher aus der Hand von George R. R. Martin lesen, um vom Phänomen „Game of Thrones“ gehört zu haben. Es reicht bereits, auf dem eigenen – eher mittelmäßigen – Email-Anbieter mit Nachrichten darüber torpediert zu werden, was in der neuen Staffel rund um Martins Fantasy-Welt geschieht. Ach was, Email-Anbieter – selbst die einst ehrwürdige FAZ spekuliert, was als nächstes im Kampf um jenen Eisernen Thron geschieht, um den sich die Völker, Familien und Adligen von Westeros streiten.

Martins Version des phantastischen Mittelalters handelt von politischen Ränkespielen, Bastardsöhnen, Drachen – und viel nackter Haut. Viel, viel nackter Haut und ausgelebten sexuellen Phantasien, die das Barbarische und Animalische, kurz: das Triebhafte und Primitive im Menschen ebenso ins Extreme ziehen wie es Neid, Habgier und Mord auf einer anderen Ebene exerzieren. Unter Verwandten wird gestritten, gehasst, gemordet – und sogar der gemeinsame Koitus ausgeübt.

Die Crux in Westeros besteht darin, dass, weil nahezu jeder Charakter seine Schattenseiten hat, ein jeder auch dem völlig Zügellosen und Bösen verfällt, wenn es seinen Zielen dienlich ist. Die Noblen, die Aufrechten, die Ehrenhaften und Treuen sind die ersten, die sterben. Martin schreckt nicht davor zurück, beliebte Charaktere für eine gute Story zu opfern. Er ist dabei nicht minder kalt als seine Protagonisten, die im Kampf um die Macht über Leichen gehen. Ein großer Teil der Faszination von Martins Werk liegt darin, dass es völlig unberechenbar erscheint. Hauptcharaktere sterben plötzlich. Neue Helden, neue Antagonisten treten auf. Die erfolgreichsten Charaktere wechseln im richtigen Moment die Seiten oder ändern ihre Prioritäten – weshalb es weiter unmöglich bleibt, abzusehen, was als nächstes kommt.

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