The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Kategorie: Literatur (Seite 1 von 12)

Oscar Wildes erstaunliche Bekehrung zum Katholizismus

Nach seiner Geburt in Dublin (Irland) im Jahr 1854 wurde Wilde in der anglikanischen Kirche getauft. Seine Mutter Jane war jedoch vom Katholizismus angezogen und ging häufig zur Heiligen Messe. Als Oscar klein war, bat sie den örtlichen Priester, ihre Kinder im katholischen Glauben zu erziehen; man weiß aber nicht, ob Jane sich je offiziell der Kirche angeschlossen hat.

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Gedicht zum Sonntag

„Sie möchten im Sonnenschein liegen“

„Vergänglichkeit“ von Max Dauthendey (1867-1918)

Nun spinnen sich die Tage ein,
Nicht einer will mehr freundlich sein,
Sie müssen sich alle besinnen
Auf eine Hand voll Sonnenschein
Und gehen dürftig von hinnen,
Wie Wasser im Sande verrinnen.

Die Menschen wandern hinterdrein,
Still einzeln, oder still zu zwein,
Und sehen die Blätter verfliegen
In alle vier Wände hinein.
Sie möchten im Sonnenschein liegen
Und müssen sich fröstelnd schmiegen.

So war es tausend Jahr und mehr,
Mit Blindheit kommt der Herbst daher.
Gern will ihn keiner sehen,
Er macht ja alle Wege leer.
Er muß zur Seite gehen
Und muß um Mitleid flehen.

Und so geht’s tausend Jahre fort.
Vergänglichkeit, Du müdes Wort,
Du lösest ab die Tage,
Du duldest weder Zeit noch Ort,
Machst Wirklichkeit zur Sage,
Den Liebesrausch zur Klage.

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Stephen King wird 70

Göttlicher Horror

Der König der Horror-Geschichten feierte am vergagenen Donnerstag seinen 70. Geburtstag. Stephen King zählt zu den erfolgreichsten zeitgenössischen Autoren. Dieser Tage läuft das Remake seines Gruselklassikers „Es“ in den Kinos an und seine Romane verkaufen sich millionenfach. Darin geht es um dunkle Mächte, finstere Charaktere, blutige Verbrechen – und Jesus.

Stephen King zählt zu den bekanntesten zeitgenössischen Buchautoren. Am Donnerstag feiert er seinen siebzigsten Geburtstag
Foto: Shane Leonard

Der Tag, an dem Charles Jacobs in seiner Kirche den Glauben öffentlich ablegt, markiert den Beginn seines Untergangs. Wenige Wochen zuvor sind Frau und Kind des Methodistenpastors bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Seine Kirche wollte den erschütterten jungen Mann schonen, einen Gastprediger bestellen – doch Jacobs ergreift an diesem Sonntag das Wort. Er liest aus dem 13. Kapitel des Korintherbriefes, schlägt das Buch zu und bekennt, wie sehr er in den vergangenen Wochen nach der tröstenden Hand eines Retters gesucht hat: „Doch obgleich ich immer wieder auf die Knie gesunken bin, habe ich die Gegenwart Gottes nicht gespürt.“

Was nun folgt, nennt Stephen King in seinem Buch „Revival“ die „Furchtbare Predigt“. Er lässt seine Hauptfigur, die am Ende des Buchs die Hölle auf die Erde zu bringen versucht, Unglücke aufzählen: Autounfälle, Naturkatastrophen, Tode, die keinen Sinn ergeben, unerklärliches Leid. „Die Religion ist das theologische Gegenstück zu einer Versicherungspolice, deren Prämie wir Jahr für Jahr bezahlen, und wenn wir schließlich die Leistung in Anspruch nehmen müssen, für die wir so lammfromm gelöhnt haben, entdecken wir, dass die Firma, die unser Geld genommen hat, in Wahrheit gar nicht existiert.“ Mit diesen Worten nimmt der Pastor einem kleinen Jungen seinen Glauben. Er selbst verwandelt sich vom frommen, gutmütigen und liebevollen Kirchenmann zum rach- und selbstsüchtigen, bitteren Magier.

Das deutsche Cover dieses 53. veröffentlichten Romans des Königs Horror, wie King auch genannt wird, ziert ein von Blitzen umgebenes Kreuz. Deutsche Medien wie die Tageszeitung Die Welt veranlasste der offensichtliche Glaubensbezug des Buchs dazu, die Frage nach der Religion im Werk Kings zu stellen. Tatsächlich ist es verwunderlich, dass bisher wenig zum Thema publiziert wurde. Denn der christliche Glaube ist elementarer Bestandteil seiner Bücher.

Und das, obwohl der erfolgreichste aller Horrorautoren sich öffentlich selten zu seinem eigenen Glaubensleben äußert. Auf seiner Homepage findet sich lediglich die Aussage, dass er an Gott glaube, die Bibel lese und methodistisch erzogen worden sei. Die Kirche besuche er allerdings nicht mehr. Seine Frau Tabitha ist Katholikin, seine Tochter Naomi Pfarrerin in der als liberal geltenden Unitarian Universalist Association – und mit einer Frau liiert. Außerdem ist über King bekannt, dass er lange Zeit alkohol- und drogenabhängig war. Hilfe fand er damals bei den christlich begründeten Anonymen Alkoholikern – eine Erfahrung, die er in seinem ebenfalls erst kürzlich erschienenen Buch „Doctor Sleep“ verarbeitet. Dem Musikmagazin Rolling Stone sagte er dazu im vergangenen Jahr: „Ich habe mich dazu entschieden, zu glauben, dass Gott existiert, und deshalb kann ich sagen: ‚Gott, ich kann das nicht alleine tun. Hilf mir, heute keinen Drink zu nehmen. Hilf mir, heute keine Drogen zu nehmen.‘ Und das funktioniert gut für mich.“

„Mit Religion meint King das Christentum“

Einer der wenigen, die sich in Deutschland mit den christlichen Elementen in den Büchern Kings beschäftigt haben, ist Thomas Kolitsch. Der Deutsch- und Englischlehrer in Leipzig promoviert gerade zu diesem Thema im Fach Literaturwissenschaft. Er weiß: Die Frage nach Leid, Jesus Christus, Demut und Sühne, aber auch die Bigotterie mancher amerikanischer TV-Prediger – über das alles schreibt King, auch wenn es manchmal im Handlungsrahmen seiner oft blutigen und immer furchteinflößenden Geschichten in den Hintergrund tritt. Dass er solcherlei zu Papier bringt, bedeutet auch, dass die Welt es liest. Denn die Bücher des Amerikaners haben sich weltweit über 400 Millionen Mal verkauft und wurden in 40 Sprachen übersetzt. Jeder neue Roman erobert die Bestsellerlisten.

„Wenn King über Religion schreibt, meint er das Christentum“, sagt Kolitsch. So verarbeite er die religiöse Prägung seiner Kindheit, was unter anderem daran deutlich werde, dass die Bösen in seinen Büchern häufig Baptisten seien, die Guten hingegen normalerweise Methodisten – wie King es einst selbst war oder noch ist. Beispiele für Glaubensbezüge in den Geschichten des Autors kann Kolitsch zu Hauf nennen. Da wäre zum Beispiel die fanatisch religiöse Mutter im Erstlingswerk „Carrie“ aus dem Jahr 1974. Ihre streng religiöse Erziehung ist es, die aus der schüchternen Carrie White, die mit übernatürlichen Kräften begabt ist, eine jähzornige Mörderin macht.

Szene aus dem Film „Carrie“
Foto: Bandphoto

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Game of Thrones

Tolkiens Werk, Martins Beitrag und der machiavellistische Zeitgeist

Von Marco F. Gallina

Man muss nicht HBO schauen, oder die Bücher aus der Hand von George R. R. Martin lesen, um vom Phänomen „Game of Thrones“ gehört zu haben. Es reicht bereits, auf dem eigenen – eher mittelmäßigen – Email-Anbieter mit Nachrichten darüber torpediert zu werden, was in der neuen Staffel rund um Martins Fantasy-Welt geschieht. Ach was, Email-Anbieter – selbst die einst ehrwürdige FAZ spekuliert, was als nächstes im Kampf um jenen Eisernen Thron geschieht, um den sich die Völker, Familien und Adligen von Westeros streiten.

Martins Version des phantastischen Mittelalters handelt von politischen Ränkespielen, Bastardsöhnen, Drachen – und viel nackter Haut. Viel, viel nackter Haut und ausgelebten sexuellen Phantasien, die das Barbarische und Animalische, kurz: das Triebhafte und Primitive im Menschen ebenso ins Extreme ziehen wie es Neid, Habgier und Mord auf einer anderen Ebene exerzieren. Unter Verwandten wird gestritten, gehasst, gemordet – und sogar der gemeinsame Koitus ausgeübt.

Die Crux in Westeros besteht darin, dass, weil nahezu jeder Charakter seine Schattenseiten hat, ein jeder auch dem völlig Zügellosen und Bösen verfällt, wenn es seinen Zielen dienlich ist. Die Noblen, die Aufrechten, die Ehrenhaften und Treuen sind die ersten, die sterben. Martin schreckt nicht davor zurück, beliebte Charaktere für eine gute Story zu opfern. Er ist dabei nicht minder kalt als seine Protagonisten, die im Kampf um die Macht über Leichen gehen. Ein großer Teil der Faszination von Martins Werk liegt darin, dass es völlig unberechenbar erscheint. Hauptcharaktere sterben plötzlich. Neue Helden, neue Antagonisten treten auf. Die erfolgreichsten Charaktere wechseln im richtigen Moment die Seiten oder ändern ihre Prioritäten – weshalb es weiter unmöglich bleibt, abzusehen, was als nächstes kommt.

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Sternstunde Philosophie

„Homo Deus“: Ein Historiker erzählt die Geschichte von morgen

Nach seinem Bestseller «Eine kurze Geschichte der Menschheit» blickt der scharfsinnige Historiker Yuval Harari in die Zukunft. In seinem neuen Buch «Homo Deus» sagt er, wir stehen kurz vor dem Ende der Menschheit, wie wir sie kannten. Was die neuen Menschen wollen, diskutiert er mit Barbara Bleisch.

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Albert Camus‘ Roman „Der Fremde“: „Dieses Buch hat mein Leben verändert“

„Dieses Buch hat mein Leben verändert“ – diese Antwort hört man oft auf die Frage, ob man  Camus‘ „Der Fremde“ kenne. Was ist es, das diesen kurzen Roman von nicht mal 200 Seiten die Kraft gibt, ein Leben zu ändern?

Zum Buch

Die Ausgangslage

Der Fremde ist ein junger Mann, der in den 30er Jahren im von Frankreich besetzten Algerien lebt. Er besucht die Beerdigung seiner Mutter ohne das genaue Datum ihres Todes zu kennen. Er scheint generell wenig Interesse an seiner Außenwelt zu haben und arbeitet als Büroangestellter. Fremd verhält er sich gegenüber der Welt und den Schicksalen der anderen. Mit introvertierter Distanz steht er den Geschehnissen gegenüber. Am Tag nach der Beerdigung seiner Mutter lernt er seine Freundin Marie kennen, die auch eine Kollegin ist und beginnt direkt eine intime Beziehung. Sie will ihn heiraten und fragt ihn, ob er zustimme, worauf er nur entgegnet, dass es ihm egal sei, er sie nicht liebe aber sie trotzdem heiraten würde, da das alles völlig belanglos sei.

Als er eines Abends mit seinem Freund, einem Zuhälter, am Strand ist, erschießt er in Selbstverteidigung oder Zufall einen Araber: „Mir wurde klar, dass ich das Gleichgewicht des Tages zerstört hatte, die außergewöhnliche Stille eines Strandes, an dem ich glücklich gewesen war.“ Er schießt noch viermal auf den leblosen Körper und wird schließlich verhaftet.

Ein Buch, das die Postmoderne vordenkt

Der Fremde im gleichnamigen Roman ist in vielerlei Hinsicht ein Mann der Postmoderne. Er glaubt nicht mehr an die Trias „höher, schneller, weiter“,  die Fortschrittsverheißung der Moderne. Gleichzeitig ist aber auch kein vormoderner Traditionalist, der sich religiösen oder sozialen Gefügen unterwirft. Der Fremde lebt das, was der Philosoph Jean-François Lyotard „das Ende der großen Erzählungen“ nennt. Da er stumpf und gefühlskalt wirkt, wird ihm unterstellt er habe die Seele eines Mörders und wird wegen der Tötung des Arabers zum Tode verurteilt. Als er im Gefängnis auf seine Hinrichtung wartet, findet er Trost in der „zärtlichen Gleichgültigkeit der Welt“.

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Buchkritik: The Benedict Option

Wir müssen aufhören, „normal“ sein zu wollen

Was es mit der „Benedict Option“ auf sich hat – und was uns das angeht.

Ein Gastbeitrag von Dr. Tobias Klein.

Alljährlich vermitteln die offiziellen Statistiken der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ein mittlerweile allzu vertrautes Bild: Die Mitgliederzahlen der großen Kirchen schrumpfen – nicht nur durch Austritte, sondern mehr noch dadurch, dass konstant mehr Kirchenmitglieder sterben als neue aufgenommen werden –; und eine überwältigende Mehrheit der verbliebenen Kirchenmitglieder nimmt nicht oder nur gelegentlich am Gottesdienst teil. Werden in Umfragen die religiösen Überzeugungen der Bevölkerung erfasst, zeigt sich zudem, dass ein signifikanter Teil selbst der aktiven Kirchenmitglieder wesentliche Glaubensinhalte ihrer Konfession nicht teilt oder nicht einmal kennt. Ein ebenso vertrautes Bild geben die öffentlichen Reaktionen auf solche Statistiken ab, die sich in aller Regel um die Frage drehen, was die Kirche als Institution tun könne oder müsse, um „gesellschaftlich relevant“ zu bleiben (oder wieder zu werden); wie sie sich „modernisieren“ müsse, um wieder „näher an den Menschen“ und ihren „Bedürfnissen“ zu sein.

Trafen sich in einem Münchner Biergarten: Dr. Tobias Klein (l.) und Rod Dreher (r.)

Wir leben längst in einer „post-christlichen“ Gesellschaft

Einen radikal anderen Ansatz verfolgt der US-amerikanische Journalist und Blogger Rod Dreher in seinem aktuellen Buch „The Benedict Option“. Gläubige Christen, so meint Dreher, hätten sich allzu lange vor der Erkenntnis gedrückt, dass sie längst in einer „post-christlichen“ Gesellschaft leben, und hätten es daher versäumt, Strategien dafür zu entwickeln, ihren Glauben in einer Umwelt, die diesem teils gleichgültig, teils offen feindselig gegenübersteht, bewahren und an ihre Kinder weitergeben zu können.

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