The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Schlagwort: Facebook (Seite 1 von 2)

Schließen Höflichkeit und Internet einander aus?

Man mag dies verneinen – wenn das Internet nur aus „sozialen Netzwerken“ besteht

von Marco F. Gallina

Kavalier

Es ist immer wieder und seit einigen Monaten häufiger zu lesen. Ich werde hier jetzt keine Linksammlung anheften, denn jeder wird es – insbesondere aus dem Munde der analogen, einstmals führenden Quantitätsmedien – vernommen haben: die Verrohung des Diskurses, insbesondere des gesellschaftlich-politischen, sei auch dem Siegeszug des Internets zu verdanken. Der Wegfall von Klarnamen, der Schutz der Identität, „Shitstorms“ und was da alles an Argumenten fällt.

Ich möchte dieser Deutung widersprechen.

Im Gegensatz zu den vielen selbsternannten Experten und auch Medienschaffenden, die erst über Twitter und Facebook in die Weiten des Internets vorstießen, bin ich schon ein paar Jährchen länger in dieser Parallelwelt mit all ihren Abgründen und all ihren Möglichkeiten unterwegs. Ansatzweise seit 1999, verstärkt und richtig vernetzt ab 2003. Und das noch zu 56k-Modem-Zeiten. In die Genüsse von DSL kam ich erst 2006.

Mein Eindruck ist vielmehr, dass diejenigen, die bereits vor dem Web 2.0 unterwegs waren, dazumal eine eher kleine, aber gut organisierte Avantgarde darstellten. Der Meinungsaustausch fand vornehmlich per Email, Chat oder Diskussionsforen statt. YouTube erschien als interessantes Kuriosum, dessen Auswüchse man nicht absehen konnte. Jeder brauchte plötzlich so ca. ab 2005 ein Blog. WhatsApp gab es nicht, das Instant Messenger Programm hieß ICQ, Trillian oder AOL-Telegramm (AIM).

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Facebook, Twitter, Youtube, Instagram

Kirche in den sozialen Netzwerken: USA als Vorbild

Die Kirchen sind nun auch bei Facebook, Twitter, Youtube, Instagram.  Man will mitmachen und dabei sein, indem gepostet und getweetet wird, auch Videos werden immer beliebter. Es ist jedoch nicht einfach in social media und auf Videoplattformen überzeugend aufzutreten. In den USA kann man dabei gut sehen, wie dies professionell gelingen kann. Dabei ist es jedoch wichtig, nicht der Versuchung zu erliegen, eine Hollywood-Kirche darzustellen.

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Gute Hardware und eine Botschaft – professionell vermittelt

Um im Internet ernst genommen zu werden, braucht man gute Hardware und ein professionelles Auftreten. Zur HD-Kamera muss auch die entsprechende Kamera-Affinität kommen. Wichtig ist weiterhin, dass man eine Botschaft hat, die professionell und überzeugend vermittelt werden kann. Man kann hier ruhig Firmen und Unternehmen zum Vergleich heranziehen. Wenn Audi, Coca-Cola oder Netflix sich oder ihre Botschaft im Internet darstellen, wird darauf geachtet, dass der Auftritt entsprechend der Identität des Unternehmens, den Ansprüchen des Marktes und des Kunden präsentiert wird. Niemand käme auf die Idee, einfach mal im Namen der Firma drauflos zu probieren. Dies könnte den Ruf des Unternehmens schädigen.

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Gott 2.0 – Warum es höchste Zeit ist im Netz zu evangelisieren

Zoon katholikon – die Kolumne von Klemens Stenzel

Jesus kam nur bis Eboli? Lag wohl daran, dass 2016 die katholische Kirche Großteils offline ist, statt katholikós – allumfassend – dort seine gottgewollte Präsenz zu zeigen!

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Franziskus macht’s vor: Best Pontifex digitalis ever!

Das Internet, kein Ersatz für die reale Welt, aber ihr verlängerter Arm, die gelebte Globalisierung. Die Welt ist kleiner, schneller, begreifbarer geworden, die Menschen sind digital. Warum nicht auch Rom? „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinen Namen, da bin ich mitten unter ihnen“, Matthäus 18:20, also ab mit uns ins Netz!

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Hurra-Katholizismus als Versuchung

Die falsche Mission: Warum „Hurra-Katholizismus“ gefährlich ist

Hunderttausende treten jedes Jahr aus den Kirchen aus. Als Antwort darauf hat sich besonders in den USA in den letzten Jahren etwas ausgebreitet, was auch in Deutschland immer mehr Fuß fasst und mit den Worten „Hurra-Katholizismus“ beschrieben werden kann. Vertreter dieser Zunft machen sich die Methoden der Hollywood-Filmindustrie zu eigen, Methoden der Vortäuschung und des Scheins, um für Katholizismus und Gott zu begeistern. Das ist gefährlich und manipulativ

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Hollywood-Kirche: Methoden der Vortäuschung und des Scheins, um für Katholizismus und Gott zu begeistern findet Autor Josef Jung gefährlich und manipulativ.

Wie es zum „Hurra-Katholizismus“ kam

Man täusche sich nicht und ich weiß es aus eigener Erfahrung: Auch in den USA ist das Christentum als Ganzes und die katholische Kirche im Besonderen auf dem absteigenden Ast. Gäbe es eine Kirche der „Ex-Katholiken“, sie wäre eine riesige religiöse Minderheit in den USA. Kirchen verlieren auch in den Staaten immer mehr Anhänger, Atheismus und Säkularismus wachsen und so sucht man nach neuen Wegen vor allem junge Menschen wieder zu begeistern. In den USA hat diese Umbruchsphase dazu geführt, dass gewisse Kreise mit zwei Dingen die Neuevangelisierung voranbringen wollen.

1.: Klare Identität als „100% katholisch“, „romtreu“ usw. 2.: Methoden der modernen Film- und Modeindustrie einsetzen. Was sich eigentlich unversöhnlich gegenübersteht, soll sich vermählen: Tradition in der Lehre und Moderne in der Methode. Diese Chimäre funktioniert vor allem in der „Frühphase“ des „Hurra-Katholismus“ recht erfolgreich.

„Romtreu“ und modern zugleich

Durch die vermeintliche „Romtreue“ stiftet man Identität, grenzt sich ab, schafft Feindbilder und hat selbst das gute Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen, in der unverfälschten ewigen Wahrheit. Dies ist ein geschlossenes System, was solange funktioniert, solange man nichts hinterfragt und im System bleibt, Milieufrömmigkeit. Dies erinnert auch sehr an den so genannten „Evangelikalismus“ im protestantischen Bereich. Die zweite Ausrichtung, die moderne Methodik, hilft an junge Menschen heranzukommen, per YouTube, Facebook, Internet usw. Man maskiert sich wie Hollywood, sorgt für entsprechende Kamera-, Licht- und Musikeffekte, und schon hat man die Aufmerksamkeit der Jugend. Wenn man dann noch Bühnenkunst in Kirchen anbietet und beispielsweise eucharistische Anbetung effekthaft in Szene setzt, kann man sich gewiss sein, das vorläufige Interesse vieler jungen Leute geweckt zu haben.

Was den „Hurra-Katholizismus“ so gefährlich macht

Grundproblem bei all dieser Inszenierung ist, dass sie, vor allem wegen der Methoden, nur eines sein kann: Show. Und das ist das große Problem. Gefährlich wird diese Show, weil sie mit dem Anspruch auftritt, rechtgläubig zu sein und dabei Druck und Zwang aufgebaut wird. Der mediale Schein wird mit einem durchzusetzenden Wahrheitsanspruch verbunden. Es wird der Eindruck vermittelt, rechtgläubig hieße, sich mit Hollywood-Methoden lobpreisend durch die Welt zu bewegen, ohne Zweifel, im Besitz ewiger Wahrheit und Heiterkeit zu sein. Hier rückt der Glaube sogar gefährlich nahe in den Bereich des Totalitären, denn Zweifel und Widerspruch sind nicht erlaubt, weiß man sich doch als „romtreuer“ „Praise the Lord“-Anhänger auf der richtigen Seite. So macht man aber Menschen gefügig und manipulierbar. Auch geht der Sinn für die Wirklichkeit verloren. Gefahren eines Doppellebens oder unauthentischer Glaubensausprägungen werden dann sogar – wenn auch ungewollt – befördert. Die anscheinend vollen Kirchen und Evente werden dann mitunter herangezogen, um den alternativen Weg bestätigen. Wer Erfolg hat, muss sich nicht hinterfragen lassen…

Aber sind die Kirchen wirklich voll und wird wirklich das Evangelium bezeugt? Wenn man das Phänomen genauer ansieht, so stellt es sich doch sehr schnell als Milieublase heraus. Diese Art von Hollywood-Kirche funktioniert nur in den reichen und wohlhabenden Gegenden, in denen Glaube sich vor allem über Motivation verkündigen lässt. Man begibt sich methodisch auf die Ebene der Popkultur und kann letztlich nur Gefühle ansprechen. Hier kann allein schon wegen der Methode kein tragender Glaube erzeugt werden. Im Gegenteil, es scheint vielmehr vor allem eine Vergötzung von Glücksgefühlen stattzufinden, von Schein, Show und Oberflächlichkeit. In der Bibel wird Gott jedoch bezeugt als jemand, der auch dann Gott des Heils ist, wenn der Anschein das Gegenteil nahelegt. So scheint im Buch Hiob und in Pslam 88 der Beter von Gott verlassen zu sein. Alle Show und alles Glück ist abhanden gekommen. Dennoch bleibt die Glaubenshoffnung bestehen. So kann Hiob sagen: „Doch ich, ich weiß: mein Erlöser lebt, als Letzter erhebt er sich über dem Staub. Ohne meine Haut, die so zerfetzte, und ohne mein Fleisch werde ich Gott schauen.“ (19,25f). Zu so einer Hoffnung kann aber eine Methodik, die ganz auf das Ansprechen von Gefühlen setzt, nicht vordringen.

Es stellt sich weiterhin die Frage, ob diese Gefühlsstimulation nicht nahe an einer Spielart des Calvinismus ist, zumindest in der Art, dass man seinen Gnadenstand bei Gott durch emotionalen Erfolg erfühlen könne. Diese Ich-Zentrierung vernachlässigt weiterhin total den sozialen Bereich.

Der Hurra-Katholizismus scheitert vor dem echten Leben

Daher ist es kaum verwunderlich, dass kein echtes soziales Engagement, keine Pastoral in den Randgebieten der Gesellschaft, bei Armen, Obdachlosen und Ausgegrenzten stattfindet. Diese Art von Kirche weiß sich nur der „reinen Lehre“ verpflichtet, die sie finanziell gut zu vermarkten weiß. Für echtes Leben ist kein Platz. Es soll ausgeschlossen bleiben. Denn wer in der vollen Wahrheit ist, braucht nichts anzufragen. Doch was ist, wenn das Leben anders ist, als es der Hollywood-Katholizismus darstellt? Was, wenn Beziehungen und Ehen auch bei „romtreuen“ Katholiken scheitern? Was, wenn man arbeitslos wird?

Was, wenn die Priester doch nicht so heilig sind, wie die Videos und Predigten es einem weismachen wollen? Was, wenn wir trotz allem doch Menschen mit Fehlern, Schwächen und Sünden bleiben, die sich nur zweifelnd und fragend, aber keineswegs sicher dem Glauben nähern können? Was, wenn das Leben viel bunter, viel facettenreicher ist, als das Schwarz-Weiß-Schema des ständigen Lobpreises? Nicht selten kommt es zu ernsten Glaubenskrisen, wenn nicht gar zu Skandalen, wenn der Anspruch auf die Wirklichkeit trifft. Vor allem aus den USA gibt es doch genügend Beispiele. Was nämlich diese scheinbar so romtreuen Bewegungen, die allesamt moderne Phänomene sind, oft vereint, ist eine gewisse Traditionsvergessenheit. Zwar nennen sie sich konservativ und behaupten, sie seien in der Tradition. Aber Tradition ist das Weitertragen dessen, was sich bewährt hat. Die Tradition ernst zu nehmen heißt, aus der Kirchen- und Glaubensgeschichte zu lernen, zu wachsen und zu reifen. Wer das ernsthaft tut, wird schnell merken, dass Glaube wenig mit Show zu tun hat und viele Fehler gar nicht neu gemacht werden müssen.

Man soll sich nicht für dumm oder naiv verkaufen lassen, weder von Hollywood, noch vom Staat oder kirchlichen Bewegungen. Ehrlichkeit ist die beste Therapie gegen falschen Schein.

Glauben kann man nur jeden Tag immer wieder neu wagen, wenngleich sich das auch als viel nüchterner und mühsamer herausstellen mag als es der „Hurra-Katholizismus“ einem weismachen will. Aber es lohnt sich und das ist mehr wert als alle leeren Versprechen.

 

Eine kritische Stellungnahme zu diesem Artikel finden sie hier:

Ich bin ein „Hurra-Katholik“. Eine Replik auf den Artikel „Die falsche Mission“

Eine Antwort auf die kritische Stellungnahme liefert folgender Artikel:

Warum die Replik den Kern nicht trifft

 

Dieser Artikel erschien auf hinsehen.net und darf mit freundlicher Genehmig des Autors hier weiterverbreitet werden. 

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Soziale Medien, Weltjugendtag und der „twitterbare“ Papst: Die digitale Neuevangelisierung

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Auch für den Weltjugendtag ist ein „digitaler Papst“ wichtig: Werbung für den WJT.

„Franziskus ist ein digitaler Papst, denn er ist physisch. Er hat eine Körperlichkeit, eine Physikalität die sich sehr gut in seiner Körperhaltung ausdrückt, seinen Gesten und Gesichtsausdrücken“, sagte Pater Antonio Spadaro SJ gegenüber CNA.

Die Worte des Papstes würden sichtbar ausgedrückt durch sein Handeln, sagte der Priester, und die „Physikalität“ des Papstes erscheine in den digitalen Medien „fast mit, würde ich sagen, Wirkmächtigkeit“.

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Lady Gaga und die Pharisäer

Thank you Father Duffell for a beautiful homily as always and lunch at my pop's restaurant. I was so moved today when…

Posted by Lady Gaga on Sonntag, 8. Mai 2016

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Sex

Mädchen im Netz: süß, sexy, immer online

Martin Voigt, FAZ-Autor und Gerhard-Löwenthal-Preisträger beschreibt in seinem aktuellen Buch die Lebenswelt einer Generation, die mit sozialen Medien aufwächst. Längst unterscheiden Schüler nicht mehr in eine online- und eine offline-Realität.

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BERLIN, (The Cathwalk). – So wie sie sich auf Facebook & Co inszenieren, wollen sie von ihren Freunden auch wahrgenommen werden. Dass neue Medien das Sozialverhalten von Teenagern beeinflussen, ist allerdings nicht Voigts Schlussthese sondern sein Ansatzpunkt. Das erste Mal entsteht für die Jugendforschung die Situation, dass eine gesamte Altersgruppe ihre Selbstbilder, ihre Stimmungen und ihre sozialen Strukturen im Schulalltag öffentlich präsentiert.

Zahllose Selbstdarstellungen wirken wie eine Suche nach emotionalem Halt und Beachtung: Das Smartphone wird besonders für Mädchen zur Nabelschnur in ihre schulische Kuschelgruppe. 14-jährige Mädchen machen reihenweise Selfies mit Kussmund, groß geschminkten Kulleraugen und Dekolleté, um in ihrer Clique als süß. und sexy zu geltenDeutlich sind die Einflüsse der nur wenige Klicks entfernten Porno-Angebote zu spüren. Voigt entschlüsselt die Symptomatik einer Verwahrlosungstendenz, vor der Christa Meves lange gewarnt hat.

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