The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Schlagwort: G. K. Chesterton

10 Interessante Dinge über Hilaire Belloc

Von ChurchPOP/CNAdeutsch

810

Autor, Rhetoriker, Historiker, Soldat, Parlamentarier, Dichter, Liedermacher, Segler – und fünffacher Familienvater: Hilaire Belloc lebte von 1870 bis 1953. Foto: Emil Otto Hoppé via Wikimedia

Obwohl er heute wenig bekannt ist, führte Belloc ein sehr außergewöhnliches Leben. Hier sind 10 Fakten über ihn, die zeigen, dass dieser Mann vielleicht einer der bemerkenswertesten Persönlichkeiten aller Zeiten war.

1) Er durchquerte aus Liebe die USA — zu Fuß

Weil er die Liebe seines Lebens, Elodie, in Kalifornien besuchen wollte, aber arm war, ging er fast den ganzen Weg vom Mittleren Westen bis zur Westküste zu Fuß. Unterwegs schlief er bei Fremden, und zahlte für seine Übernachtung, indem er Gedichte vortrug oder Skizzen anbot.

Sein Ziel erreichte er im doppelten Sinne: Er wanderte bis zu ihr, und er eroberte ihr Herz. Sie heirateten und hatten fünf Kinder.

2) Er schrieb wunderbar witzige Kindergeschichten

Die Kurzgeschichten von Hilaire Belloc sind unter anderem erschienen als „Ein Biesterbuch für kleine böse Wichte“. Sie tragen Titel wie „Jim: Der vor seinem Kindermädchen weglief und von einem Löwen gefressen wurde“ oder das besonders lustige „Lord Lundy: Der zu schnell zum Weinen geneigt war, und dadurch seine politische Karriere ruinierte“.

weiterlesen

Dieser Artikel wurde bereits 9 mal geteilt. Nun bist Du gefragt:

Teile diesen Artikel jetzt!

Stammtisch statt Stuhlkreis!

Die Männer wieder zum Glauben bringen

Hat nicht zum Teil das übertriebene Nachdenken darüber, was man überhaupt noch sagen darf, dazu geführt, dass insbesondere Männer, die eine deutliche Sprache gewohnt sind, überhaupt nicht mehr verstehen, worum es uns geht? Redet man oftmals nur noch über Phrasen und Symbole anstatt über Inhalte?

Ein Kommentar von Markus Lederer

Die pastoralen Angebote in den einzelnen Pfarrgemeinden sind vielschichtig. Es gibt Frauenkränzchen, Seniorenbetreuung, Bibellesekurse für Kinder und Initiativen, die das weibliche Bild der Kirche betonen wollen. Eigens für die Kinder befindet sich oftmals sogar eine Kinderspielecke in manchen Kirchen. So richtig und schön diese Angebotsvielfalt auch ist, fällt erschreckenderweise auf, dass pastorale Angebote für Männer – insbesondere für junge Männer – oftmals nicht vorhanden sind.

Vorschnell könnte man behaupten, dass dies daran liegt, dass junge Männer häufig nicht mehr in die Kirche kommen. Könnte es nicht aber auch mit den einseitigen Angeboten zusammenhängen? Der Bamberger Erzbischof Schick erkannte im Jahre 2012 bereits: „Männer mögen lieber Stammtisch statt Stuhlkreis!“ und forderte, „die Kirche muss die Männer zurückholen.“

thomas_more

Der Hl. Thomas Moore machte deutlich: „We cannot get to heaven on a featherbed.“ Gemälde von Hans Holbein dem Jüngeren, 1527, in der Frick Collection in New York

Ein erster wichtiger Ansatz könnte sein, eine deutliche Sprache zu sprechen und sich nicht zu unklar, symbolhaft auszudrücken. Der katholische Glaube ist eine enorme Herausforderung und zugleich auch ein Abenteuer. Der Hl. Thomas Moore machte deutlich: „We cannot get to heaven on a featherbed.“

Der große US-amerikanische Country-Sänger Johnny Cash brachte dies ebenfalls auf den Punkt: „Being a Christian isn´t for sissies. It takes a real man to live for God – a lot more than to live for the devil, you know?” Oftmals wird der Glaube so wachsweich dargestellt, dass es zumindest für Jugendliche, welche beispielsweise in einem Sportverein sind, herausforderungslos und langweilig erscheinen muss, Christ zu sein. Den Glauben hat man nicht einfach nach der Firmung, sondern man wird mit ihm nie fertig. Unterfordert man mit allzu soften Angeboten nicht die Jugendlichen?

Sportlich ausgedrückt: „Gib dich nicht mit Mittelmaß zufrieden im Glauben!“ (Hl. Papst Johannes Paul II.) Überall worin ich gut sein möchte, muss ich arbeiten und Einsatz leisten. Klare, unverrückbare Positionen, die selbst noch gelebt werden, waren immer attraktiv und sie sind es auch heute noch.

weiterlesen

Dieser Artikel wurde bereits 0 mal geteilt. Nun bist Du gefragt:

Teile diesen Artikel jetzt!

Zum Tag des deutschen Bieres: Die SÜNDE Prohibition

Von G. K. Chesterton, True Temperance Quarterly 5/1933

99dbd538f1Eine Prohibitionskritik kann heute nicht mehr Attacke sein. Nur noch Autopsie. Die Prohibition ist an ihrer kriechenden Fäulnis zu Tode gekommen, an den verdorbenen Säften, die ihren eigenen Körper verseuchten; nicht an irgendeinem adäquaten Angriff von außen. Wenn es jemals etwas gegeben hat, das scheiterte, weil es versucht wurde – das war sie. Sie fand ihr Verhängnis, weil sie eine Chance hatte. Sie war ein praktischer Mißerfolg, weil sie ein praktische Tatsache gewesen war. Sie kam gemäß dem natürlichen Lauf der Dinge zu ihrem unnatürlichen Ende.

Die Prohibition ist hauptsächlich gestorben, weil sie von den Prohibitionisten verlassen wurde; nicht einmal, weil sie immer verlacht worden war von vernünftigen Menschen und solchen mit einem Sinn für Geschichte und Zivilisiation. Wohl wahr: noch [1933] gibt es gewisse gesetzliche Verwicklungen, verdrillt und erneut verdrallert von den unvorstellbaren Fanatikern auf dem fieberhaften Höhepunkt ihrer Macht. Aber kaum jemand würde heute noch vorgeben, daß die Prohibition moralisch tragbar oder auch nur ertragbar sei: es geht nur noch um den Unterschied zwischen einem formell abgeschafften Gesetz und einem toten Buchstaben.

Da die Autopsie ruhig ausführlicher und vollständiger als die Attacke sein darf, würde ich gern ganz besonders herausstellen, daß das Gift, das in den Überresten noch da ist, das Gift, an dem das Opfer zweifellos starb, tatsächlich ein Gift von einer bestimmten spirituellen Art ist – der schlimmsten Feindin des Lebens.

Dieses Gift ist die SÜNDE.

g-k-chesterton

„Hat man es einmal geschafft, ein nettes, normales Kind zu überzeugen, daß es böse ist, seinem armen alten Vater ein Glas Bier zu bringen, dann hat man seinen Geist so sehr irregemacht, daß es am Ende vielleicht sagen kann, es sei nicht böse, in das Bier Blausäure hineinzutun.“

weiterlesen

Dieser Artikel wurde bereits 0 mal geteilt. Nun bist Du gefragt:

Teile diesen Artikel jetzt!

Schönheiten des Glaubens: Heilige bewundern

All-Saints

Die Vorläufer Christi mit Heiligen und Märtyrern, Fra Angelico (1423-24)

Ein Mann hat eine religiöse Begeisterung, will Ordensmann werden. Der erste Orden weist ihn ab – ungeeignet. Der zweite Orden weist ihn ab – ungeeignet. Der dritte, die Trappisten, nimmt ihn schließlich als Novizen auf. Nach ein paar Wochen flieht er aus dem Kloster – er kommt mit dem Leben dort überhaupt nicht zurecht. (Eine Sünde?) Was nun tun? Wird er sich nun doch als landwirtschaftlicher Arbeiter niederlassen oder ins Geschäft seiner gar nicht armen Eltern einsteigen? So würden zweifelsohne viele fromme Morallehrer raten; vielleicht haben sie es ihm damals geraten. – Einige Zeit später erreicht die Eltern ein Brief: Er führe das Leben eines Aussteigers, eines Bettlers, der zwischen christlichen Pilgerstätten hin- und hervagabundiere, und sei, endlich, völlig glücklich. Ein ungewaschener Langhaariger, ein Hippie auf katholisch, ein warnendes Beispiel für Kinder, die nicht brav sein wollen? – Dies ist die Geschichte von Benoît Joseph Labre. Die katholische Kirche zählt ihn zu den kanonisierten Heiligen.

Ein erfolgreicher Anwalt gewinnt jeden Prozeß, ist bei Kollegen und Richtern beliebt. Einen, endlich, verliert er – wegen einer Intrige, heißt es hier; er bringt ein unzutreffendes Argument vor, heißt es dort – und ist dann zutiefst bestürzt: wie konnte ich nur? Der Richter, der ihn mag, beschwört ihn, er möge sich das nicht so zu Herzen nehmen. Sein Versehen, sein Unglück in Demut tragen, ohnehin sind andere viel erfolgloser: weitermachen auf dem Platze, wo Gott ihn hingestellt usw.: wir können die Ratschläge schon hören, und sind sie etwa nicht naheliegend? – Er schmeißt alles hin und stellt sich beim Bischof vor: „ich habdas mit dem Leben in der Welt nicht geschafft, jetzt will ich Priester werden.“ Ein sicherer Kandidat für die Abweisung? – Dies ist die Geschichte von Alfonso Maria Liguori. Die Kirche zählt ihn zu ihren Priestern, Bischöfen, Ordensgründern, Kirchenlehrern; sein Name steht im Verzeichnis der kanonisierten Heiligen.

Ein Mann hat sich buchstäblich dem Teufel verschrieben. Irgendwann bekommt er mit, daß dieser sich vor Christus fürchtet. Sein Stolz ist es, nur dem Stärksten zu dienen, also sucht er halt Christus – und erfährt, als Christ muß man fasten. „Kann ich nicht.“ Na dann wenigstens beten. „Kann ich auch nicht.“ Ein hoffnungsloser Fall? – Dies ist die Legende von Christophorus. Die Kirche zählt ihn zu den kanonisierten Heiligen.

12607188_1046272732102207_882242520_n

„Auch wer den Christen Thomas von Aquin nicht größer als Aristoteles nennen will, ist gezwungen, ihn breiter zu nennen.“ (G. K. Chesterton)

Ein anderer schließlich kann fasten, kann beten; er kann auch dichten, und vor allem kann er denken. Ein Intellektueller also. Ob er, mit Franz Joseph Strauß zu sprechen, jemals einen Schraubenzieher in die Hand genommen hat, ist nicht überliefert.i Auf fällt an ihm sofort seine imposante Körperfülle, was ihn bei den moralisierenden Menschen von heute wohl schon diskreditieren würde. In einzelnen Punkten lehrt die Kirche das Gegenteil seiner Meinung.ii Die Rede ist natürlich von Thomas von Aquin. Die Kirche sieht in ihm quasi ihren himmlischen Chef-Theologen; sie verehrt ihn als kanonisierten Heiligen.

Die Heiligen! Wir mögen sie alle; wir verehren sie; wir bestürmen sie mit Anliegen – speziell den hl. Antonius von Padua übrigens mit Anliegen, die uns jeder Protestant sofort um die Ohren hauen würde, und sagen, wir sollten unsere Schlampereien gefälligst selbst ausbaden –; irgendwann aber kommt der typische wohlmeinende Zeitgenosse und betont das „et conversatione exemplum“iii (auch wenn in der Heiligenpräfation noch einiges andere steht, die Betonung kann sich der Antwortende nicht aussuchen…) Und es stimmt ja: Sie sollen uns auch ein Vorbild sein. Sie haben es geschafft – wenn wir genauso werden, schaffen wir es auch…

– Moment mal. –

weiterlesen

Dieser Artikel wurde bereits 0 mal geteilt. Nun bist Du gefragt:

Teile diesen Artikel jetzt!

The Cathwalk ist eine Marke der Cathwalk-Mediengruppe