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Schlagwort: Luther

Der Ablass – Den gibt’s doch gar nicht mehr! Ein Kommentar zum Reformationsfest

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No salvation without transubstansiation

Warum wir 2017 gerade als Katholiken 500 Jahre Reformation mitfeiern sollten

Zoon katholikon – die Kolumne von Klemens Stenzel
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No salvation without transubstansiation

Der Reformation danken? Luther danken? Für die Spaltung der Kirche?

Sicherlich nicht, aber ganz sicher dafür, daß die Reformation zu so wunderbaren Dingen wie der Blüte des Jesuitenordens, dem Barock und dem Konzil von Trient geführt hat.
Keine Frage, vieles in der Kirche lag im Argen, eine Reformation, wie auch ursprünglich von Luther angedacht, war notwendig. Aber sicherlich nicht der Bruch mit Rom.
Dennoch verdanken wir Luther mit seiner Theologie, daß die katholische Lehre sich noch stärker herauskristallisiert hat und uns somit diesen wunderbaren, freien und kulturell so unschlagbar schönen Glauben beschert hat.
Freier Wille, Gutes Werk, Exzegese statt Hermeneutik, kulturelle Vielfalt durch Synkretismus und der Glaube daran, daß Schönheit kein Laster und keine Sünde, sondern Ausdruck der Agape sein kann und soll, all dies wäre in seiner so starken Form nicht ohne Luther möglich gewesen.
Der Westfälische Frieden führte zudem weiter dazu, daß sich die regionale Vielfalt durch den Katalysator der Religion in ungeahnter Form entfalten konnte, die innkirchlichen Reformen die Pracht einer katholischen Messe endgültig etablierten, die Wissenschaft und der Erkundungsdrang durch die SJ neue Blüten trieb und Rom sich wieder den Menschen zuwandte, wieder zur Mutter Kirche wurde.
All dies verdanken wir diesem abgekehrten Mönch, der jenen eine Heimat gab, die sich lieber stur und wortwörtlich rein an den Evangelien halten wollten, sich dem vermeintlichen Schicksal lieber ergeben, statt die Freude über das Geschenk des freien Willens zelebrieren, Ikonoklasmus statt Renaissance lebten und zudem jenen Puritanismus wieder in die Welt brachten, der uns bis heute von radikalen christlichen und linken Kräften all das verwehren möchte, was der Herr doch so wunderbar erschaffen hat: Wein, Weib und Gesang.
Nun ja, sei es den Augsburgern und Helvetischen Glaubensbrüdern vergönnt, mögen sie weiterhin leben um zu arbeiten, wir Papisten werden weiterhin lieber lebensfroh lieber arbeiten um zu leben, ihnen nächstes Jahr alles Gute wünschen und dem Herrn dafür danken, dass wir statt Margot Käßmann Papst Franziskus den unseren nennen dürfen! Darauf ein Glaserl Meßwein und auch darauf, daß wir weiterhin humorvoll nebeneinander leben können, ohne erzwungenes Miteinander, einander neckend, aber in ernsten Dingen durch fides und caritas vereint!
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Mit jesuitischer Barockmoral gegen den Jansenismus

Papst Franziskus, erklärt von Prälat Imkamp

Imkamp in der „Tagespost“: „Rigorismus ist immer auch eine Mentalitätsfrage – und diese Mentalität ist jedenfalls nicht katholisch.“ The Cathwalk dankt Dr. Wilhelm Imkamp für die besonnenste konservativ-katholische Stimme seit langem. 

Prälat Wilhelm Imkamp hat es wieder getan: seine kompromisslos-katholische Stimme erhoben. Erhoben gegen den in katholisch-konservativen Kreisen weitverbreiteten Defätismus. Erhoben für Papst Franziskus und dafür, dessen jesuitisch geprägte Moral richtig zu verorten.

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Im konservativ-katholischen Spektrum wimmelt es seit Erscheinen des nachsynodalen Schreibens Amoris Laetitia von Weltuntergangspropheten und Mini-Luthern.

Im konservativ-katholischen Spektrum wimmelt es seit Erscheinen des nachsynodalen Schreibens Amoris Laetitia von Weltuntergangspropheten und Mini-Luthern. Ob von sich selbst überzeugte Laien wie Roberto de Mattei oder ein sehr umtriebiger kasachischer Weihbischof (von Gottes Gnaden, möchte man müde lächelnd hinzufügen) – kein Rang in der kirchlichen Hierarchie ist den rigoristischen Polterern gering genug, um nicht gegen den Papst zu wettern. Ein Schelm, wer erzürnte Pinscher, die einen gothischen Dom ankläffen, vor seinem geistigen Auge hat.

Umso erfrischender nimmt sich da der „Tagespost“-Kommentar Prälat Wilhelm Imkamps vom 27.05. aus. Imkamp, seines Zeichens weder für Laxismus noch für Liberalismus bekannt, nimmt Amoris Laetitia zum Anlass, den jesuitischen Hintergrund des Papstes genauer zu beleuchten: „Die überschäumende Schöpfungsfreude in poetischer Lebendigkeit dargeboten atmet den Geist des Barocks. Auch das, was der Papst uns mitzuteilen hat, lässt sich gut im jesuitischen Barock verorten.“

Jesuitismus sticht Jansenismus 

Was die jesuitische Barockmoral schon immer von asketistischer Leibfeindlichkeit, fundamentalistischem Fanatismus und rigoristischer Unsensibilität unterschieden hat, legt Imkamp gewohnt pointiert dar: Moral war für die Jesuiten nie Selbstzweck. Der Wallfahrtsdirektor von Maria Vesperbild: „Moral war kein Mittel der Unterdrückung, sondern ein Mittel der Befreiung. Nicht umsonst waren ja viele Jesuiten Beichtväter von Königen und deren Mätressen.“ Und es ist auch eine geistesgeschichtliche Konstante, dass die auf Schematismus statt Kasuistik bedachten Geister schon Jahrhunderte vor Papst Franziskus gegen die Societas Jesu schäumten: „Anhänger der jansenistischen und protestantisch-calvinistischen Frömmigkeit empfanden das, was sie als ‚Jesuitenmoral‘ abqualifizierten, als unerträgliche Provokation.“ – So empfanden die Gegner eines Ignatius von Loyola gestern, so empfinden die Gegner eines Papst Franziskus heute, möchte man ergänzen. Imkamp führt vor Augen, wie der Jesuitenpapst keineswegs die katholische Moral ändert, sie aber christus-ähnlicher, evageliums-getreuer wie so mancher kirchlicher Eiferer anwendet: „Herrlich sind Ausdrücke des Jesuitenpapstes wie ‚kalte Schreibtischmoral‘, oder ‚Felsblöcke, die man auf das Leben der Menschen wirft‘. Das ist schönste Jesuitenprosa, hier hört man förmlich die erbitterte und trotzdem humorvolle jesuitische Polemik gegen die Jansenisten, die einen dunklen, rigoristischen Schleier über die katholische Moral stülpen wollten.“

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