The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Schlagwort: Sandro Botticelli

Botticelli Inferno

Eine Filmkritik von Dr. José García

Sandro Botticelli (eigentlich Alessandro di Mariano Filipepi, 1445—1510), gehört zu den bedeutendsten Künstlern der Frührenaissance. Als Florentiner genoss Botticelli die Gunst der mächtigen Familie Medici, die seine Kunst 20 Jahre lang förderte. 1481 wurde er vom Papst nach Rom berufen, um zusammen mit den größten Malern der Zeit die Sixtinische Kapelle mit Bildern auszuschmücken. Die meisten seiner Gemälde — sowohl die Werke mit mythologischen Sujets, etwa „Die Geburt der Venus“ oder „Der Frühling“, als auch die mit religiösen Motiven („Die Verkündigung“, „Die Anbetung der heiligen drei Könige“) — feiern die Schönheit. Sie sprühen vor Lebensfreunde. Dennoch schuf Botticelli auch ein Werk voller Schrecknisse und Hässlichkeit: die „Mappa dell´ Inferno“ oder Höllentrichter nach der Göttlichen Komödie von Dante Alighieri. In Auftrag gab sie 1480 Lorenzo di Pierfrancesco de´ Medici.

147367

weiterlesen

Dieser Artikel wurde bereits 0 mal geteilt. Nun bist Du gefragt:

Teile diesen Artikel jetzt!

Judith triumphans – oder was vom Sieg gegen die Türken bei Korfu vor 300 Jahren bleibt

Die Belagerung von Korfu vor 300 Jahren lebt heute musikalisch weiter. In der Form eines christlichen Oratoriums verewigt Venedigs berühmtester Komponist den Sieg seiner Heimat über die Türken. Juditha triumphans ist Vivaldis Vermächtnis einer christlichen Republik, die weniger durch ihr Militär, als durch ihren Kunstsinn als Mythos fortbesteht.

von Marco F. Gallina

Die Morea ist ein unwirtliches Land. Raue Felsen wechseln sich mit Schluchten ab. Wälder sind selten. Ruinen längst vergangener Größe spenden Schatten in der Sonne, die das Gras goldbraun färbt. Das Inland zeichnen verstreute Dörfer, nur an den Küsten verbinden Hafenstädte diese Region mit dem Rest der Welt. Hirten treiben ihre Herden an antiken Denkmälern vorbei; sonst sind einzig die gewaltigen Festungen von Modoni, Korone und Napoli di Romagna mit ihren trotzigen Steinwänden Zeugnisse menschlicher Zivilisation.

Eigentlich heißt Napoli di Romagna Nafplion. Modoni und Corone, die als gegenüberliegende Festungen auf einer Landzunge liegen, werden von den Einheimischen Methoni und Koroni genannt. Morea, das ist im Mittelalter und der Frühen Neuzeit der Name jener griechischen Halbinsel, die in der Antike Peloponnes hieß. Doch von den Poleis des klassischen Altertums, von Sparta, Korinth oder Argos ist ebenso wenig übrig wie von dem legendären Arkadien, das im Zentrum des Landes einst als diesseitiges Elysium galt. Im 18. Jahrhundert ist jene Wiege der hellenischen Welt eine europäische Randregion – und umkämpft. Hier grenzen die Republik Venedig und das Reich der Osmanen am Isthmus von Korinth aneinander.

weiterlesen

Dieser Artikel wurde bereits 0 mal geteilt. Nun bist Du gefragt:

Teile diesen Artikel jetzt!

Sühnenacht-Hopper, biedermeierliche Götzen und der Nerz der Nachbarin

Dr. Jörg Müller erläutert das „Cathwalk-Syndrom“, Teil 1

Die Nachbarin geht doch nur in die Kirche, um ihren neuen Mantel zu zeigen“, dies ist laut dem Psycho-Pater Jörg Müller „ein einfaches, aber typisches Beispiel für eine Unterstellung, die vielleicht den Wunsch des so Redenden offenbart, selber einen solchen Mantel zu besitzen und zu zeigen.“

Eine Cathwalk-Rezension in zwei Teilen von Friedrich Reusch

Um die Auseinandersetzungen um das Onlinemagazin thecathwalk.de zu verstehen, genügt es nicht, rein theologische Deutungsmuster zu bemühen. Zu verschroben und psychotisch war da so manches in den Kommentaren, was speziell im Zusammenhang mit den Beiträgen von Dr. Maximilian Krah und Kristina Ballova in den Netz-Äther gepumpt wurde. Warum wirkt gerade ein Portal, welches nichts anderem als der gesellschaftlichen Emanzipation der Katholiken dienen will, so provokant, dass es dermaßen sauer aufstößt, sodass sich nicht etwa ein abgeklärtes „Ihr-seid-eben-hip-ich-bin-eben-uncool“, sondern geradezu ein hasserfüllter Groll entlädt gegen jene, die im katholischen Glauben eine ganzheitlich-lebensbejahende Realität sehen?

Jörg Müller ist nicht nur Pallotinerpater in Freising, sondern auch Psychotherapeut. In seinem Buch „Gott ist anders – Das Leiden an falschen Gottesvorstellungen. Wege zur Heilung“ macht er Schluss mit falschen Gottesbildern und räumt mit so manch krudem Frömmigkeitswahn auf, der der Cathwalk-Redaktion auch leidvoll vertraut ist.

Der christlich sozialisierte Mensch befindet sich laut Müller oftmals in einem Dilemma: „Je puritanischer das Milieu ist, in dem er aufwächst, desto enger fallen die Reglementierungen und sozialen Verhaltensmuster aus. Leider hat die christliche Erziehung all zulange mit übertriebenen moralischen Forderungen die Psyche des Menschen eingeengt und ihrer natürlichen Expansion (Originalität, Kreativität) beraubt.“ Und tatsächlich: Die Zeiten, in denen ein Michelangelo oder ein Sandro Botticelli Zeitloses schufen, waren unbestreitbar katholisch, aber dennoch erstaunlich libertär.

weiterlesen

Dieser Artikel wurde bereits 0 mal geteilt. Nun bist Du gefragt:

Teile diesen Artikel jetzt!

The Cathwalk ist eine Marke der Cathwalk-Mediengruppe