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Schlagwort: Whisky

Spiegel-TV: Auf einen Whisky mit Wolfgang Rothe

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Leseprobe: „Einführung in die Spiritualität des Whiskys“

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Was den Umgang mit Genussmitteln anbelangt, muss man nicht unbedingt dem Beispiel jenes schottischen Vaters folgen, der eines Tages seine Kinder zu sich rief und ihnen feierlich eine Tafel Schokolade präsentierte. Vor ihren erwartungsvoll glänzenden Augen packte er die Schokolade aus, brach mehrere kleine Stücke davon ab und reichte jedem der Kinder eines davon. Die Kinder griffen begierig danach und beeilten sich, ihr Schokoladenstück zu verzehren, um ihren Vater schon nach wenigen Augenblicken erneut voller Erwartung anzublicken. Der jedoch packte die Schokolade wieder sorgfältig ein und erklärte den erstaunten Kleinen feierlich: „Der Rest schmeckt genauso!“

Das Ideal liegt selten im Extrem, aber dafür umso häufiger in der Mitte, in Maß und Mäßigung. Weder Verschwendung noch Geiz, weder Leichtsinn noch Ängstlichkeit, weder Genusssucht noch völlige Entsagung entsprechen dem Beispiel Jesu und damit dem Ideal des christlichen Glaubens. Das gilt ganz allgemein und darum umso mehr vom Umgang mit alkoholischen Getränken und hier vor allem vom Umgang mit einer geradezu „spirituellen“ Spirituose wie einem guten schottischem Single Malt Whisky. […] Wenn es denn stimmt, dass Whisky eine wie auch immer geartete „Spiritualität“ innewohnt, dann muss und wird sie sich nämlich als wohltuend erweisen – und zwar als wohltuend für die Seele ebenso wie für den Leib.

Alles andere wäre nichts weniger als ein Widerspruch in sich, denn Seele und Leib bilden, zumal nach christlichem Verständnis, eine von Gott geschaffene und von ihm für gut befundene Einheit (Gen 1,26-31). Erst die Einheit von Seele und Leib ist es, die Leben ermöglicht und Leben ausmacht. Darum verheißt die christliche Heilsbotschaft auch nicht nur eine wie auch immer geartete geistige Weiterexistenz in einem substanzlosen Jenseits. Im Glaubensbekenntnis ist vielmehr von einer „Auferstehung der Toten“ – wörtlich übersetzt sogar von einer „Auferstehung des Fleisches“ – die Rede. Das bedeutet nichts anderes, als dass Gott einst, am so genannten Jüngsten Tag, wenn die Welt in ihrer derzeitigen Gestalt vergeht, nicht nur „einen neuen Himmel und eine neue Erde“ (Offb 21,1) erschaffen, sondern zudem die Menschen mit einem je neuen, unvergängliches Leben und umfassenden Genuss ermöglichenden Leib ausstatten wird.

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Whisky wird von alters her als „Wasser des Lebens“ bezeichnet – ein Begriff, der ursprünglich aus der Bibel stammt. Tatsächlich ist Whisky mehr als nur ein Getränk oder Genussmittel: Mit Bedacht und in Maßen genossen ist er beinahe so etwas wie eine flüssige Predigt, da er die Fülle und Vielfalt der Schöpfung ebenso wie die Zuwendung des Schöpfers zum Menschen mit allen Sinnen erfahrbar zu machen vermag. „Whisky-Vikar“ Wolfgang F. Rothe schlägt in diesem Buch den Bogen von den Ursprüngen des Whiskys im iro-schottischen Mönchtum über dessen Herstellung, Auswahl und Verkostung bis hin zu einer ebenso sinnenfreudigen wie lebensbejahenden christlichen Alltagsspiritualität.

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Glaube und Genuss – Gegensatz oder gegenseitige Ergänzung?

von Wolfgang F. Rothe

Jesus war ein „Säufer“! Bevor jetzt irgendjemand, der dies liest, dazu ansetzt, einen Shitstorm zu entfachen, sei ihm empfohlen, damit noch einen Augenblick zu warten: Denn die Behauptung, dass Jesus ein „Säufer“ war, geht auf niemand anderen als ihn selbst zurück. Näherhin hat Jesus einmal in einer Rede erwähnt, dass seine Gegner über ihn behaupten würden, er sei ein „Säufer“ – und ein „Fresser“ noch dazu (vgl. Mt 11,19). Dass die Gegner Jesu alles daransetzten, ihn in der Öffentlichkeit schlechtmachen, ist nicht weiter verwunderlich. Verwunderlich ist allenfalls, dass sich Jesus gegen den Vorwurf, er sei ein „Säufer“, eher halbherzig zur Wehr setzte: Johannes der Täufer sei aufgrund seiner asketischen Lebensweise als Besessener verunglimpft worden, er selbst werde halt, weil er „isst und trinkt“, als „Fresser und Säufer“ geschmäht (vgl. ebd.).

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„Whisky-Vikar“ Dr. Dr. Wolfgang F. Rothe

Jesus war kulinarischen Genüssen also zumindest nicht abgeneigt. Als er bei der Hochzeit zu Kana von seiner Mutter darauf aufmerksam gemacht wurde, dass der Wein ausgegangen sei, belehrte er dementsprechend die Festgäste nicht etwa, dass man auch mit einem Glas stillen Wassers fröhlich feiern könne, sondern verwandelte kurzerhand Wasser in Wein – und zwar eine ganze Menge Wasser in bemerkenswert guten Wein (vgl. Joh 2,1-11). Immer wieder berichten die Evangelien davon, dass Jesus der Geselligkeit und dem Genuss zumindest nicht aus dem Weg ging: Vielen Menschen war er ein gerngesehener Gast (vgl. z. B. Lk 10,38), nahm Einladungen stets bereitwillig an (vgl. z. B. Mk 2,15) und lud sich, wenn nötig, sogar selbst ein (vgl. Lk 19,5).

Dass Jesus das Reich Gottes, dessen Kommen einen zentralen Aspekt seiner Verkündigung ausmachte, regelmäßig mit einer Hochzeitsfeier (vgl. z. B. Mt 22,1-14) oder einem festlichen Gastmahl (vgl. z. B. Lk 12,35-40) verglich, sei in diesem Zusammenhang nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Dasselbe gilt für das Letzte Abendmahl, bei dem er seinen Aposteln unter anderem einen mit Wein gefüllten Kelch reichte, sie anwies, dies künftig zu seinem Gedächtnis zu tun (vgl. Lk 22, 14-20) und erklärte, dass er mit ihnen einst von Neuem davon trinken werde im Reich seines Vaters (vgl. Lk 22,16). Kurzum: Jesus wusste kulinarische Genüsse zu schätzen und vermochte ihnen sogar einen tieferen, geistlichen, heilsamen Sinn abzugewinnen.

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