The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Autor: Josef Jung (Seite 1 von 6)

Artikel zu Allerheiligen

Heilige oder Hollywood: Wer hat mehr zu bieten?

Heilige gelten oft als altmodisch. Jemanden zu verehren, weil er aus dem Glauben gelebt hat, gilt als nutzlos und weltfremd. Dennoch werden auch heute noch Menschen verehrt. Oft liegt die Verheißung dabei jedoch nicht im Jenseits, sondern im Diesseits. Stars sind die modernen Vorbilder: reich, schön, berühmt. In Hollywood wird dieser Kult am besten produziert. Aber welche Verehrung lohnt sich mehr?

Religion wird nicht aufgelöst, sondern ersetzt

Es gibt die Vorstellung, Religion könne man auflösen und begraben. Auch wird behauptet heute brauche der Mensch weder Gott, noch eine Kirche. Wie Heilige damals  als Vorbilder gedient haben, so sollen nun Stars dafür herhalten. Hollywood wird dann zum Himmel des Diesseits. Die Verehrung der Hollywoodstars steht dem Heiligenkult des Mittelalters – der auch missbraucht wurde – in Nichts nach. Stars haben die Heiligen ersetzt und ins Diesseits zurückgeholt. Magazine, Fernsehserien, Reportagen, Mode, Kosmetik, Poster: sie zeigen den Star gleichsam als religiöses Vorbild. Dem Star will man nacheifern in Reichtum, Schönheit und Berühmtheit. Die Oberfläche soll den Tiefgang bieten.

Allerheiligen als Alternative

Anders will das Allerheiligenfest sein. Heilige verkörpern Umkehr im Namen des Evangeliums. Ihr Leben war nicht immer „surfing in the sun“ und oft von Armut gekennzeichnet. Hier stellt sich natürlich direkt die verständliche Frage: Wieso soll man  so einen als Vorbild ansehen? Was nützt das? Was ist daran schön und ansprechend? – Auf diese Fragen kann man nicht mit oberflächlichen „Selbstverwirklichungsvorstellungen“ antworten, aber mit dem Versprechen Christi: „Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten“ (Mk 8,35). Doch das wirkt unmodern, weltfremd und nicht erstrebenswert. Ein modernes Leben scheint ja dann „gerettet“ zu sein, wenn es eben nicht um Gottes willen verloren gegeben wird, sondern das Ego mit allen scheinbaren Annehmlichkeiten „ausgelebt“ wird. Sich zu nehmen, was man kann gilt oft als der wichtigste Imperativ – um ja nichts verpassen. Was paradox klingt: Das Leben zu gewinnen, indem man es gibt, erweist sich aber immer wieder als wahr. Dies zeigen die Heiligen, wie alle anderen, die verstanden haben worum es geht.

Teresa von Avila, portraitiert von François Gérard im Jahr 1827.

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"Schönheit wird die Welt retten"

Schönheit wird die Welt retten – Luthers Lehre und die katholische Antwort

Am 31. Oktober 2017 jährt sich der Thesenanschlag Martin Luthers an die Schlosskirche in Wittenberg zum 500. Mal. Ob der Thesenanschlag historisch ist, bleibt umstritten. Unbestritten bleibt, dass die Reformation in diesen Zeiten begann und 1521 zur Exkommunikation Luthers führte. Die Kirche hat Luthers Lehre damals abgelehnt und tut es bis heute. Das liegt auch daran, dass sie anders über Schönheit und den Menschen denkt.

Martin Luthers Leben: „Wie finde ich einen gnädigen Gott?“

Die Kirchenhistoriker sind sich heute weitgehend darüber einig, dass die Frühe Neuzeit eines der „kirchenfrömmsten Zeitalter überhaupt“ (Bernd Möller) war. Die Polemik Pius X.‘ der Gott der Reformatoren sei der Bauch gewesen (Enzyklika „Editae saepe“ von 1910), erklärt nicht die ernste und lebenslange Gottsuche der Reformatoren und die Bereitschaft alles dafür zu geben. Nicht die Ernsthaftigkeit, sondern die Richtigkeit der Reformationstheologie muss angefragt werden.

Blick in das Fresko der Kuppel der Kathedrale von Florenz. Di Livioandronico2013 – Trasferito da en.wikipedia su Commons., CC BY-SA 4.0,

Prägend für die Gottsuche Luthers waren seine Jahre als Augustinermönch von 1505 bis 1521. Seine Grundfrage war die nach einem gnädigen Gott. Luther erlebte sich selbst als schwach und sündig, als unfähig heilig zu leben. Er fühlte sich ständig von der bösen Begierlichkeit, der so genannten „Konkupiszenz“ gefangen. Sein Menschenbild war von Augustinus‘ Anthropologie und schlechten Erfahrungen geprägt. Solche soll er nach Behauptungen einiger Zeitgenossen auf seiner Romreise 1510 gemacht haben. Aber auch hierüber gibt es keine historische Gewissheit. Allerdings scheint die Lücke zwischen Idealismus und Realismus Luther letztlich in den Pessimismus geführt zu haben: Er erfuhr, dass er auch im Kloster nicht heilig wurde, ja, dass das Kloster auch nichts anderes war als Welt, dass die Mönche nicht ihren Gelübden genügten und die Heilsangst niemals wich. Auch sah er, wie Ablasshandel und Machtmissbrauch der Kirche zusetzten.

Geißelung und Marter, Buße, Schweiß und Tränen: Luther mühte sich ab, und doch hatte stets den Eindruck sein Ziel nicht zu erreichen: Gottes Gnade.

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Douthats Kritik

Tod eines Chauvinisten: Die New York Times zum Tod Hugh Hefners

Der konservative NYT-Journalist Ross Douthat hat in der New York Times Online einen Abgesang auf Hugh Hefner geschrieben. Statt einen Lobpreis auf den Hedonistenpapst zu singen, kritisiert er ihn vor allem als frauenfeindlichen Chauvinisten.

Von Promifotos.de aus der deutschsprachigen Wikipedia, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1422018

Douthats Kritik

„Hugh Hefner, mit 91 Jahren von uns gegangen, war ein Pornograph und Chauvinist, der mit Masturbation, Konsumismus und der Ausbeutung von Frauen reich wurde, er alterte zu einem grotesken Grinser mit einer Kapitänsmütze und starb als Messi in einem verwesenden Anwesen, in dem Pornos während seiner kranken Orgien dröhnten.“ (Übersetzung des Autors)

Anstatt irgendwelche Hymen auf diesen angeblichen Hedonisten-Lifestyle zu singen, der für viele Männer immer noch eine Art Lustparadies zu sein scheint, macht Douthat unverblümt klar, was der Preis für diesen Schein ist. Er fährt dann auch mit Furor fort und konstatiert: Hefner sei „ein Vater von schmutzigen Süchten, Essstörungen, Abtreibungen, Ehescheidungen und Syphilis“ gewesen, „ein prätentiöser Hausierer, der Updike Geschichten veröffentlicht hat, die niemand gelesen hat, während er Fleischbeschaffung für Prominenten machte, ein Revolutionär, dessen Revolution vor allem Männern wie ihm selbst zugutekam.“

Keine Verklärung des hedonistischen Lifestyles

Der so genannte Kämpfer gegen Prüderie, war kein Befreier, sondern ein Haremskönig, der Frauen viel Leid und Elend zugefügt hat. Die Verklärung und „Vercoolung“ solcher Lebensweisen ist in keiner Weise gerechtfertigt. Auf emma.de steht dementsprechend:

„Linda Lovelace war 1972 der weltberühmte Star in dem Porno-Blockbuster „Deep Throat“. Doch hinter den Kulissen erlebte sie das Grauen. […]. Über ihr Martyrium schrieb sie das Buch „Ordeal“ (Tortur). Darin schildert sie auch, was ihr auf einer der Sexpartys geschah, die Hugh Hefner, der „Kämpfer gegen Prüderie“ (Spiegel online), gerne veranstaltete.“

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Albert Camus‘ Roman „Der Fremde“: „Dieses Buch hat mein Leben verändert“

„Dieses Buch hat mein Leben verändert“ – diese Antwort hört man oft auf die Frage, ob man  Camus‘ „Der Fremde“ kenne. Was ist es, das diesen kurzen Roman von nicht mal 200 Seiten die Kraft gibt, ein Leben zu ändern?

Zum Buch

Die Ausgangslage

Der Fremde ist ein junger Mann, der in den 30er Jahren im von Frankreich besetzten Algerien lebt. Er besucht die Beerdigung seiner Mutter ohne das genaue Datum ihres Todes zu kennen. Er scheint generell wenig Interesse an seiner Außenwelt zu haben und arbeitet als Büroangestellter. Fremd verhält er sich gegenüber der Welt und den Schicksalen der anderen. Mit introvertierter Distanz steht er den Geschehnissen gegenüber. Am Tag nach der Beerdigung seiner Mutter lernt er seine Freundin Marie kennen, die auch eine Kollegin ist und beginnt direkt eine intime Beziehung. Sie will ihn heiraten und fragt ihn, ob er zustimme, worauf er nur entgegnet, dass es ihm egal sei, er sie nicht liebe aber sie trotzdem heiraten würde, da das alles völlig belanglos sei.

Als er eines Abends mit seinem Freund, einem Zuhälter, am Strand ist, erschießt er in Selbstverteidigung oder Zufall einen Araber: „Mir wurde klar, dass ich das Gleichgewicht des Tages zerstört hatte, die außergewöhnliche Stille eines Strandes, an dem ich glücklich gewesen war.“ Er schießt noch viermal auf den leblosen Körper und wird schließlich verhaftet.

Ein Buch, das die Postmoderne vordenkt

Der Fremde im gleichnamigen Roman ist in vielerlei Hinsicht ein Mann der Postmoderne. Er glaubt nicht mehr an die Trias „höher, schneller, weiter“,  die Fortschrittsverheißung der Moderne. Gleichzeitig ist aber auch kein vormoderner Traditionalist, der sich religiösen oder sozialen Gefügen unterwirft. Der Fremde lebt das, was der Philosoph Jean-François Lyotard „das Ende der großen Erzählungen“ nennt. Da er stumpf und gefühlskalt wirkt, wird ihm unterstellt er habe die Seele eines Mörders und wird wegen der Tötung des Arabers zum Tode verurteilt. Als er im Gefängnis auf seine Hinrichtung wartet, findet er Trost in der „zärtlichen Gleichgültigkeit der Welt“.

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An junge Menschen in der Kirche: „Wir beten für euch, wir ermutigen euch“

Die Website catholic-link.org hat einen Artikel veröffentlicht, der die Situation junger Katholiken in der Messe beschreibt. Es wird angenommen, dass junge Menschen oft alleine in der Kirche seien und keine Altersgenossen fänden, die sie begleiten. Trotz der ganzen Schwierigkeiten wird man ermutigt am Glauben festzuhalten. Woher kommt die Ermutigung?

Foto: pilot_micha / flickr.com. Lizenz: CC BY-NC 2.0

Gegen die Gesellschaft und die Altersgruppen?

„Es gibt Zeiten, in denen Katholischsein hart sein kann“, heißt es in dem Artikel. Denn es gebe Zeiten, in denen man gegen den Herzschlag der Gesellschaft gehe. Vielleicht sei man, so Ruth Baker weiter, momentan in einem massiven Glaubenskampf. Vielleicht könne man die Wichtigkeit des Glaubens im Leben nicht sehen. Vielleicht laufe alles im Leben gut, aber der Glaube fühle sich nur wie eine Pflicht an.

Die beschriebene Dramatik gibt wenig Hoffnung darauf, dass sich diese Situation bald ändern wird. Im Gegenteil, die wahrgenommene Situation scheint die der gesellschaftlichen Diaspora zu sein, in der man einfach nur durchhalten könne. Es stellt sich die Frage, ob diese Beschreibung realistisch ist oder eine übertriebene Dramatisierung.

Junge Menschen in Gottesdienst und Kirche

Die Autorin des Artikels kommt aus England, in dem es zahlenmäßig weniger Katholiken gibt und das Bekenntnis zum aktiven Christentum ohnehin sehr gering ist. Die anglikanische „Church of England“ hat kaum noch junge aktive Anhänger. Aber auch die der katholischen Kirche scheinen wegzubrechen. Vielleicht gibt es noch einen nebulösen Glauben, aber mit Kirche scheint dieser nicht viel zu tun zu haben. In der Shell Jugendstudie heißt es dazu nüchtern: “Der individuelle Glaube, die Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft und die aktive Mitwirkung in dieser Glaubensgemeinschaft stehen für viele Jugendliche nach wie vor in keinem direkten Zusammenhang, sondern werden unabhängig voneinander betrachtet.” (Shell Jugendstudie 2016).

Das Alleinsein in der Kirche als junger Mensch ist also der Normalfall. Mitunter wird Gemeindearbeit, selbst von Pfarrern als „Sterbebegleitung“ erlebt. Es wird gewartet bis zur Fusion oder bis zur Kirchenschließung, aber an eine Umkehr wird nicht mehr geglaubt. Das kulturelle Klima scheint ganz auf der Seite eines agnostischen Trends zu sein. Niemand weiß recht, wie es um Gott steht, die Kirche wird bestenfalls als ein Angebot von vielen wahrgenommen, aber nicht als „Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit“ (Zweites Vatikanisches Konzil. Lumen Gentium). Hier trifft die Lebenserfahrung der jungen Menschen nicht die ideelle Vorstellung der Kirchenvertreter.

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Was wirklich glücklich macht

Lady Gaga, 2Pac, Josh Radnor und andere Stars: Was wirklich zählt

Reich, schön und berühmt = glücklich, keine Sorgen und Himmel auf Erden. Das ist eine Gleichung an die viele glauben, auf die viele hinarbeiten und für die viele leben. Aber ist es wirklich so? Die Stars im geglaubten Himmelreich sagen worauf es wirklich ankommt.

Josh Radnor, How I Met Your Mother

Radnor spricht über seine Erfahrung als Star der Serie “How I Met Your Mother”. Da er dort einen stets frohen Charakter spielt wurde er gefragt, ob er wirklich immer so glücklich sei. Er dachte anfangs wirklich, dass der durch den Erfolg glücklich werde. Aber es war genau umgekehrt: „Je erfolgreicher die Show wurde, je unglücklicher wurde ich“. Ruhm könne aber ein großartiger Lehrer sein, wenn man dem „Unterrichtsplan“ zustimme. Er habe große Angst vor Demütigung. Was ihn wirklich zurückhalte sei Stolz („pride“). Er lernte folgende Lektionen: Niemandem schaden [wollen], das Leben als Lehrer betrachten. Demütig die Lebenssituationen annehmen und die richtigen Prioritäten setzen.  Darüber hinaus ermutigt er, nicht den den Einfluss, den wir haben zu unterschätzen.

„Alle von uns haben eine wunderschöne und heilige Möglichkeit. Wir können auf eine ansteckende Weise gut sein. Ich glaube an die Macht der Wörter, an die Molekül verändernde Eigenschaft von Güte, Mitgefühl, Selbstlosigkeit und Vergebung.“

Lady Gaga

Lady Gaga spricht in einem Interview an der Yale University darüber, wie man wirklich glücklich wird. Anfangs fragt sie sich: „Warum bist du [Lady Gaga] unglücklich?, Warum möchtest du mit der Musik aufhören?“. Es fühle sich so leer an immer zu lächeln und Selfies zu posten: „Ich habe wesentlich mehr anzubieten als mein Gesicht“. Sie möge es nicht, „benutzt“ werden, damit andere Geld verdienen. Ihre Leidenschaft und Kreativität würde so nicht ernstgenommen. Sie habe gelernt Nein zu sagen: „Ich tue das nicht, ich will das nicht. Dafür stehe ich nicht ein […] und langsam habe Ich mich daran erinnert, wer ich bin“.  Als sie dann in den Spiegel sah, habe sie Ja zu sich selbst gesagt: „Ja, damit kann ich jede Nacht ins Bett gehen, denn das ist eine Person, die ich kenne, die Eier hat, die Integrität hat, die eine Meinung hat“.

2Pac

2Pac beklagte, dass viele Menschen, egal welcher Herkunft, ein Problem damit hätten ehrlich zu sich zu stehen. Sie könnten nur schwer in ihre eigene Seele sehen. Er habe aber seine Integrität bewahrt und sich nicht verkauft. Sein Herz sei mit seinem Körper verbunden gewesen. Es sei zu viel Geld im Spiel, dabei verhungerten Menschen auf der Straße. Er sah seine Aufgabe als Gottes Werk. Gott habe ihm gezeigt, wie das Leben eigentlich sein sollte. Er sah sich auch als Helfer für die „Ghetto-Kids“: „Sind diese Ghetto Kinder nicht Gottes Kinder? Und doch sehe ich dort keine Missionare […]. Ich muss dorthin gehen, weil ich nirgendwo anders abhängen kann. “

Essena O’Neill

Essena O’Neill, einst ein Instagram Star, die mit schönen Bildern Geld verdiente, hat sich radikal gewandelt. Vom Star des Scheins zur Promoterin für das echte Leben. „Alles was wir brauchen ist, dass wir uns wertgeschätzt fühlen, Liebe empfinden für die Menschen, die uns umgeben und etwas tun, durch das wir uns lebendig fühlen.“ Alles andere, wie soziale Anerkennung und exzessives Geldverdienen, so wird im Video deutlich, ist die Mühe nicht wert und dadurch lebt man am Leben vorbei.

Die Stars verkünden die Botschaft des Evangeliums

Es scheint auf den ersten Blick überraschend zu sein, aber jede und jeder Einzelne der Stars gibt auf ihre und seine Weise Zeugnis vom Evangelium ab. Die echte Lebenssehnsucht, die nach einem „Leben in Fülle (Joh. 10, 10) wird in den Zeugnissen deutlich. Aber wie wird sie gefunden? Eben nicht auf dem Weg der selbstbezogenen Selbstverwirklichung, sondern durch eine sinnvolle Tätigkeit, durch Liebe und Hingabe (vgl. Mt. 16, 26 // Joh. 15, 12-17). Damit bestätigen die Stars auf ihre Weise die Wahrheit der Frohen Botschaft.

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Linkin Park

Chester Bennington und Linkin Park: Somewhere I Belong

Chester Bennington, der Sänger der Band Linkin Park, hat sich das Leben genommen. Die Trauer unter den Fans ist groß. Wer war Chester Bennington und was macht die Band Linkin Park aus? Worüber singt sie? Welche Botschaften und Sehnsüchte werden angesprochen?

Foto: Flickr.com / Schröder+Schömbs PR_Brands Media Lifestyle. Lizenz: CC BY-ND 2.0

Die Band Linkin Park

Die Band, deren Stil irgendwas zwischen Metal und Pop ist, bestand aus 6 Mitgliedern: Chester Bennington (Sänger), Mike Shinoda (Keyboard, Hintergrundgesang), Brad Delson (Gitarre), David Farrell (E-Bass), Joe Hahn (DJ, Hintergrundgesang) und Rob Bourdon (Schlagzeug). Die Bandmitglieder haben mitunter selbst traumatische Lebenserfahrungen hinter sich, die sie in ihre Musik einbringen. Die Biografie des Sängers Chester Bennington lässt es jedenfalls verständlich erscheinen, warum dessen Gesang mitunter in Geschrei überging. Benningtons Kindheit und Jugend war alles andere als einfach. Als Kind wurde er vernachlässigt. Später wurde er von einem Bekannten der Familie sexuell missbraucht und lebte jahrelang heimlich mit diesem Trauma. Er kam mit Drogen in Kontakt und war oft alleine.

Die lyrische Verarbeitung von Lebenserfahrungen: „Numb“

Ein bekanntes Album der Band ist „Meteora“ mit den Singleauskopplungen „Numb“ [zu Deutsch: „gefühllos/betäubt“] und „Somewhere I Belong“. Es geht in diesen beiden Liedern intensiv über die Verarbeitung von Alleinsein, Fremdsein und der Sehnsucht nach Erlösung.

Im Musikvideo zum Lied „Numb“ geht es um eine Jugendliche, die in der Schule gemobbt wird. Sie wird abgelehnt, ausgelacht und herumgeschubst. „Gefühllos“ scheint hier weniger eine emotionale Schwäche der Protagonistin zu sein, als eine Art „Schutzpanzer“, um die Kränkungen überleben zu können. Die Band Linkin Park tritt in dem Video selbst auf und performt in einer Kirche. Gegen Ende des Videos läuft die Teenagerin in die Kirche hinein, dabei ist die Band bereits verschwunden, die Kirche ist leer, das Video aus. Das lyrische Ich drückt mehrmals seine Verzweiflung an der stets scheiternden Anpassung aus:

„Ich bin müde von ihren Erwartungen an mich. Ich fühle mich glaubenslos, verloren unter der Oberfläche. Ich weiß nicht, was ihr von mir erwartet. […] Jeder Schritt, den ich tue, ist ein weiterer Fehler für euch. […] Alles, was ich tun will, ist mehr wie ich sein und weniger wie ihr.“ (Übersetzung des Autors)

Das Lied endet dann mit der Feststellung: „Ich bin so gefühllos geworden. Ich kann euch dort nicht mehr fühlen. Ich bin müde von euren Erwartungen. Ich bin gefühllos geworden. Ich kann euch dort nicht mehr fühlen. Ich bin müde von euren Erwartungen.“

Stattdessen wird sich danach gesehen, man selbst sein zu können. Chester Bennington bietet seinen typischen Schreigesang auf. Der Schrei nach Erlösung bleibt ein Schrei der Sehnsucht und Suche, des Wunsches. Die Perspektive des Musikvideos ist vor allem eine Problemdarstellung ohne Lösung. Dies mag daran liegt, dass es Situationen gibt, in denen es keine andere Antwort als das Aushalten zu geben scheint.

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