The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Autor: Josef Jung (Seite 1 von 5)

An junge Menschen in der Kirche: „Wir beten für euch, wir ermutigen euch“

Die Website catholic-link.org hat einen Artikel veröffentlicht, der die Situation junger Katholiken in der Messe beschreibt. Es wird angenommen, dass junge Menschen oft alleine in der Kirche seien und keine Altersgenossen fänden, die sie begleiten. Trotz der ganzen Schwierigkeiten wird man ermutigt am Glauben festzuhalten. Woher kommt die Ermutigung?

Foto: pilot_micha / flickr.com. Lizenz: CC BY-NC 2.0

Gegen die Gesellschaft und die Altersgruppen?

„Es gibt Zeiten, in denen Katholischsein hart sein kann“, heißt es in dem Artikel. Denn es gebe Zeiten, in denen man gegen den Herzschlag der Gesellschaft gehe. Vielleicht sei man, so Ruth Baker weiter, momentan in einem massiven Glaubenskampf. Vielleicht könne man die Wichtigkeit des Glaubens im Leben nicht sehen. Vielleicht laufe alles im Leben gut, aber der Glaube fühle sich nur wie eine Pflicht an.

Die beschriebene Dramatik gibt wenig Hoffnung darauf, dass sich diese Situation bald ändern wird. Im Gegenteil, die wahrgenommene Situation scheint die der gesellschaftlichen Diaspora zu sein, in der man einfach nur durchhalten könne. Es stellt sich die Frage, ob diese Beschreibung realistisch ist oder eine übertriebene Dramatisierung.

Junge Menschen in Gottesdienst und Kirche

Die Autorin des Artikels kommt aus England, in dem es zahlenmäßig weniger Katholiken gibt und das Bekenntnis zum aktiven Christentum ohnehin sehr gering ist. Die anglikanische „Church of England“ hat kaum noch junge aktive Anhänger. Aber auch die der katholischen Kirche scheinen wegzubrechen. Vielleicht gibt es noch einen nebulösen Glauben, aber mit Kirche scheint dieser nicht viel zu tun zu haben. In der Shell Jugendstudie heißt es dazu nüchtern: “Der individuelle Glaube, die Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft und die aktive Mitwirkung in dieser Glaubensgemeinschaft stehen für viele Jugendliche nach wie vor in keinem direkten Zusammenhang, sondern werden unabhängig voneinander betrachtet.” (Shell Jugendstudie 2016).

Das Alleinsein in der Kirche als junger Mensch ist also der Normalfall. Mitunter wird Gemeindearbeit, selbst von Pfarrern als „Sterbebegleitung“ erlebt. Es wird gewartet bis zur Fusion oder bis zur Kirchenschließung, aber an eine Umkehr wird nicht mehr geglaubt. Das kulturelle Klima scheint ganz auf der Seite eines agnostischen Trends zu sein. Niemand weiß recht, wie es um Gott steht, die Kirche wird bestenfalls als ein Angebot von vielen wahrgenommen, aber nicht als „Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit“ (Zweites Vatikanisches Konzil. Lumen Gentium). Hier trifft die Lebenserfahrung der jungen Menschen nicht die ideelle Vorstellung der Kirchenvertreter.

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Was wirklich glücklich macht

Lady Gaga, 2Pac, Josh Radnor und andere Stars: Was wirklich zählt

Reich, schön und berühmt = glücklich, keine Sorgen und Himmel auf Erden. Das ist eine Gleichung an die viele glauben, auf die viele hinarbeiten und für die viele leben. Aber ist es wirklich so? Die Stars im geglaubten Himmelreich sagen worauf es wirklich ankommt.

Josh Radnor, How I Met Your Mother

Radnor spricht über seine Erfahrung als Star der Serie “How I Met Your Mother”. Da er dort einen stets frohen Charakter spielt wurde er gefragt, ob er wirklich immer so glücklich sei. Er dachte anfangs wirklich, dass der durch den Erfolg glücklich werde. Aber es war genau umgekehrt: „Je erfolgreicher die Show wurde, je unglücklicher wurde ich“. Ruhm könne aber ein großartiger Lehrer sein, wenn man dem „Unterrichtsplan“ zustimme. Er habe große Angst vor Demütigung. Was ihn wirklich zurückhalte sei Stolz („pride“). Er lernte folgende Lektionen: Niemandem schaden [wollen], das Leben als Lehrer betrachten. Demütig die Lebenssituationen annehmen und die richtigen Prioritäten setzen.  Darüber hinaus ermutigt er, nicht den den Einfluss, den wir haben zu unterschätzen.

„Alle von uns haben eine wunderschöne und heilige Möglichkeit. Wir können auf eine ansteckende Weise gut sein. Ich glaube an die Macht der Wörter, an die Molekül verändernde Eigenschaft von Güte, Mitgefühl, Selbstlosigkeit und Vergebung.“

Lady Gaga

Lady Gaga spricht in einem Interview an der Yale University darüber, wie man wirklich glücklich wird. Anfangs fragt sie sich: „Warum bist du [Lady Gaga] unglücklich?, Warum möchtest du mit der Musik aufhören?“. Es fühle sich so leer an immer zu lächeln und Selfies zu posten: „Ich habe wesentlich mehr anzubieten als mein Gesicht“. Sie möge es nicht, „benutzt“ werden, damit andere Geld verdienen. Ihre Leidenschaft und Kreativität würde so nicht ernstgenommen. Sie habe gelernt Nein zu sagen: „Ich tue das nicht, ich will das nicht. Dafür stehe ich nicht ein […] und langsam habe Ich mich daran erinnert, wer ich bin“.  Als sie dann in den Spiegel sah, habe sie Ja zu sich selbst gesagt: „Ja, damit kann ich jede Nacht ins Bett gehen, denn das ist eine Person, die ich kenne, die Eier hat, die Integrität hat, die eine Meinung hat“.

2Pac

2Pac beklagte, dass viele Menschen, egal welcher Herkunft, ein Problem damit hätten ehrlich zu sich zu stehen. Sie könnten nur schwer in ihre eigene Seele sehen. Er habe aber seine Integrität bewahrt und sich nicht verkauft. Sein Herz sei mit seinem Körper verbunden gewesen. Es sei zu viel Geld im Spiel, dabei verhungerten Menschen auf der Straße. Er sah seine Aufgabe als Gottes Werk. Gott habe ihm gezeigt, wie das Leben eigentlich sein sollte. Er sah sich auch als Helfer für die „Ghetto-Kids“: „Sind diese Ghetto Kinder nicht Gottes Kinder? Und doch sehe ich dort keine Missionare […]. Ich muss dorthin gehen, weil ich nirgendwo anders abhängen kann. “

Essena O’Neill

Essena O’Neill, einst ein Instagram Star, die mit schönen Bildern Geld verdiente, hat sich radikal gewandelt. Vom Star des Scheins zur Promoterin für das echte Leben. „Alles was wir brauchen ist, dass wir uns wertgeschätzt fühlen, Liebe empfinden für die Menschen, die uns umgeben und etwas tun, durch das wir uns lebendig fühlen.“ Alles andere, wie soziale Anerkennung und exzessives Geldverdienen, so wird im Video deutlich, ist die Mühe nicht wert und dadurch lebt man am Leben vorbei.

Die Stars verkünden die Botschaft des Evangeliums

Es scheint auf den ersten Blick überraschend zu sein, aber jede und jeder Einzelne der Stars gibt auf ihre und seine Weise Zeugnis vom Evangelium ab. Die echte Lebenssehnsucht, die nach einem „Leben in Fülle (Joh. 10, 10) wird in den Zeugnissen deutlich. Aber wie wird sie gefunden? Eben nicht auf dem Weg der selbstbezogenen Selbstverwirklichung, sondern durch eine sinnvolle Tätigkeit, durch Liebe und Hingabe (vgl. Mt. 16, 26 // Joh. 15, 12-17). Damit bestätigen die Stars auf ihre Weise die Wahrheit der Frohen Botschaft.

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Linkin Park

Chester Bennington und Linkin Park: Somewhere I Belong

Chester Bennington, der Sänger der Band Linkin Park, hat sich das Leben genommen. Die Trauer unter den Fans ist groß. Wer war Chester Bennington und was macht die Band Linkin Park aus? Worüber singt sie? Welche Botschaften und Sehnsüchte werden angesprochen?

Foto: Flickr.com / Schröder+Schömbs PR_Brands Media Lifestyle. Lizenz: CC BY-ND 2.0

Die Band Linkin Park

Die Band, deren Stil irgendwas zwischen Metal und Pop ist, bestand aus 6 Mitgliedern: Chester Bennington (Sänger), Mike Shinoda (Keyboard, Hintergrundgesang), Brad Delson (Gitarre), David Farrell (E-Bass), Joe Hahn (DJ, Hintergrundgesang) und Rob Bourdon (Schlagzeug). Die Bandmitglieder haben mitunter selbst traumatische Lebenserfahrungen hinter sich, die sie in ihre Musik einbringen. Die Biografie des Sängers Chester Bennington lässt es jedenfalls verständlich erscheinen, warum dessen Gesang mitunter in Geschrei überging. Benningtons Kindheit und Jugend war alles andere als einfach. Als Kind wurde er vernachlässigt. Später wurde er von einem Bekannten der Familie sexuell missbraucht und lebte jahrelang heimlich mit diesem Trauma. Er kam mit Drogen in Kontakt und war oft alleine.

Die lyrische Verarbeitung von Lebenserfahrungen: „Numb“

Ein bekanntes Album der Band ist „Meteora“ mit den Singleauskopplungen „Numb“ [zu Deutsch: „gefühllos/betäubt“] und „Somewhere I Belong“. Es geht in diesen beiden Liedern intensiv über die Verarbeitung von Alleinsein, Fremdsein und der Sehnsucht nach Erlösung.

Im Musikvideo zum Lied „Numb“ geht es um eine Jugendliche, die in der Schule gemobbt wird. Sie wird abgelehnt, ausgelacht und herumgeschubst. „Gefühllos“ scheint hier weniger eine emotionale Schwäche der Protagonistin zu sein, als eine Art „Schutzpanzer“, um die Kränkungen überleben zu können. Die Band Linkin Park tritt in dem Video selbst auf und performt in einer Kirche. Gegen Ende des Videos läuft die Teenagerin in die Kirche hinein, dabei ist die Band bereits verschwunden, die Kirche ist leer, das Video aus. Das lyrische Ich drückt mehrmals seine Verzweiflung an der stets scheiternden Anpassung aus:

„Ich bin müde von ihren Erwartungen an mich. Ich fühle mich glaubenslos, verloren unter der Oberfläche. Ich weiß nicht, was ihr von mir erwartet. […] Jeder Schritt, den ich tue, ist ein weiterer Fehler für euch. […] Alles, was ich tun will, ist mehr wie ich sein und weniger wie ihr.“ (Übersetzung des Autors)

Das Lied endet dann mit der Feststellung: „Ich bin so gefühllos geworden. Ich kann euch dort nicht mehr fühlen. Ich bin müde von euren Erwartungen. Ich bin gefühllos geworden. Ich kann euch dort nicht mehr fühlen. Ich bin müde von euren Erwartungen.“

Stattdessen wird sich danach gesehen, man selbst sein zu können. Chester Bennington bietet seinen typischen Schreigesang auf. Der Schrei nach Erlösung bleibt ein Schrei der Sehnsucht und Suche, des Wunsches. Die Perspektive des Musikvideos ist vor allem eine Problemdarstellung ohne Lösung. Dies mag daran liegt, dass es Situationen gibt, in denen es keine andere Antwort als das Aushalten zu geben scheint.

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Metal & Romantik

Die Rammstein-Welt: dunkle Romantik und unerlöste Sehnsucht

Rammstein ist momentan eine der erfolgreichsten deutschen Bands im In- und Ausland. Sie besingt meist die Abgründe des Menschen, hat aber auch Liebesballaden und tief sehnsüchtige Romantik in ihrem Programm. Sie feuert auf ihren Live-Konzerten mehr Pyrotechnik ab als die meisten Silvesterfeiern in mehreren Jahren. Was macht Rammsteins Reiz aus, was vermittelt die Band religiös und theologisch? Eine Auseinandersetzung anhand ihrer Lieder.

Von Jonas Rogowski – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27592068

Wer und was Rammstein ist

Die Band „Rammstein“ besteht aus sechs Personen: Leadsänger und Dichter Till Lindemann, Leadgitarrist Richard Z. Kruspe, Rhythmusgitarrist Paul H. Landers, Elektrobassist Oliver Riedel, Drummer Christoph „Doom“ Schneider und Keyboarder Christian Flake“ Lorenz. Alle sechs Mitglieder kommen aus der ehemaligen DDR und haben dort ihre Jugend verbracht. Als die Mauer fiel, waren sie Anfang bis Mitte zwanzig und haben ihre bisherigen Band- und Musikerfahrungen 1994 in der Gründung der Band Rammstein zusammengeführt. Sie wollten weder eine deutsche Band gründen, die einen Abklatsch der englischsprachigen Popmusik darstellt, noch Schlagersänger sein. Aus der Punk- und Vergangenheitserfahrung der Mitglieder ist schließlich eine Art Metal-Band, geworden wie es sie kein zweites Mal gibt: Gewalt wird zu dunkler Kunst. Aus Abgrund wird Lyrik, aus Vergewaltigung und Mord werden Lieder gemacht. Der Bandname leitet sich nicht von dem Rammstein eines Rammbocks ab, was wegen der Schreibweise naheläge, sondern, laut Paul Landers, von der Flugkatastrophe in der Stadt Ramstein, der Name wurde aus Unkenntnis mit zwei „m“ geschrieben.

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Albert Camus‘ Roman „Die Pest“

Es gibt am Menschen mehr zu bewundern als zu verachten

„Was ist der Mensch?“- Diese Frage stellt schon die Bibel (Psalm 8,5). Es ist auch die zentrale Frage in Camus‘ meisterhaft geschriebenem Roman „Die Pest“. Als diese Seuche in den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Nordafrika ausbricht, stellt sie die ganze soziale Ordnung auf den Kopf. Was lernt man in solchen Situationen über den Menschen?

Die algerische Stadt Oran in den 40er Jahren vor dem Ausbruch der Pest

„Eine praktische Art, eine Stadt kennenzulernen, besteht darin, sich anzusehen, wie in ihr gearbeitet, wie in ihr geliebt und wie in ihr gestorben wird. In unserer kleinen Stadt – womöglich liegt es am Klima – macht man alles gleichzeitig, auf ein und dieselbe hektische und abwesende Weise.“ So beschreibt Camus die algerische Stadt Oran vor dem Ausbruch der Pest. Es gibt Langeweile und Gewohnheiten, Betriebsamkeit und Handel. Alles geht seinen gewohnten Gang. Es käme wohl niemand darauf, dass sich dies auf einmal schlagartig ändert.

Oran ist auch der Ort des Geschehens des Romans „Die Pest“ des französischen Schriftstellers Albert Camus, inspirierte vier Jahre zuvor wohl auch den italienischen Dichter Raoul Maria de Àngelis zu seinem Werk Die Pest in Urana (La peste a Urana) und ist die Heimatstadt des Raï. Sie gilt als die liberalste der algerischen Städte. | CC BY-SA 1.0, Faycal.09

Die toten Ratten

Alles beginnt mit einer toten Ratte. Die Sonne glüht weiterhin über Oran, aber etwas ändert sich. Eine tote Ratte wird schnell vergessen, auch zwei oder drei. Aber selbst dabei bleibt es nicht. Der Untergang der Stadt ist eingeleitet und schreitet sicher voran. Eines Tages dann „spien die Fabriken und Lagerhäuser tatsächlich Hunderte von Rattenkadavern aus“. Die toten Ratten bestimmen das Stadtbild. Bald wird es den ersten toten Menschen geben. Es ist der Concierge. 40 Grad Fieber, angeschwollene Lymphknoten und ein gemartertes Gesicht. „‚Er ist tot‘, sagte Rieux“, der Arzt, schließlich.

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Johannes Paul II. vs. Hugh Hefner

Katholische Lebensart statt Playboy-Lifestyle

Hugh Hefners Playboy wird von hedonistischer Seite oft als Bereicherung und Missionserfolg der „sexuellen Befreiung“ betrachtet. Es gibt aus feministischen und anderen Perspektiven großen Zweifel an dieser Lifestyle-Sichtweise. Der Playboy schadet der Frau und dem Mann nachhaltig. Das Magazin fördert sowohl Plastikbrüste als auch Magersucht und reduziert Frauen auf Fleischklumpen. Aber es gibt heilsame Lifestyle-Alternativen.

Hugh Hefner: vom Puritaner zum „Playboy“

Das Magazin „Playboy“ ist nicht zu trennen von „Hugh Hefner“, dem Gründer und Hedonistenpapst Amerikas. Er kommt aus einer puritanischen Familie, in der er nach eigenen Aussagen zu wenig körperliche Zuneigung und Liebe erfuhr. Was in Erziehung und Heranwachsen bitterlich fehlte, sucht er nun mit dem „Playboy“ und einem hedonistischen Lifestyle zu kompensieren. Nackte Frauen, Sexualität ohne Verpflichtungen und Spaß als Hauptmaxime sollen seine propagandistischen Markenzeichen sein: „Alles, was Männern Spaß macht“ wurde schließlich zum Slogan seines Magazins. Die Kosten für diesen Lifestyle sollen dabei die Männer tragen, die sein Magazin kaufen – natürlich nur wegen der guten Artikel – und die Frauen, die sich gegen Geld ausziehen und als „Bunny“ zur Verfügung stehen.

Frauen werden ihrer Würde beraubt und unter die Tiere gezählt

Wenn nun die Darstellung und Bezeichnung einer Frau als „Bunny“ – „Hase, Kaninchen“ nicht frauenfeindlich ist, kann man dieses Adjektiv direkt vergessen. Um Geld zu verdienen, wird die Frau im Playboy zum Objekt,  sie wird wie auf einem Viehmarkt einer Fleischbeschau preisgegeben. Allein ihre sexuellen Reize werden bewertet, um sie dann anhand von Brüsten, Hintern und anderen Sexualmerkmalen zum „Playmate des Jahres“ zu wählen – oder auch nicht. Es ist eine Sache, wenn die Protagonistinnen diese Entwürdigung als Bestandteil ihrer erwachsenen Freiheit sehen. Es wird jedoch zum Skandal, wenn es genügend Frauen gibt, die in dieser Entwürdigung „Vorbildcharakter“ sehen.  Plastik-Silikon-Eigenfett Fake-Bodys im Pseudoideal 90-60-90 werden dabei zum Maßstab genommen. In den Medien werden die „Playmates“ mitunter ausgezeichnet und als ideales Sexualobjekt dargestellt. Als sei es eine Auszeichnung sich derart würdelos zu verkaufen. Diese Selbstentwürdigung schadet auch den Frauen, die sich mit diesen falschen Vorbildern vergleichen, fertigmachen und leiden.  Es schadet den Männern, die Photoshop-Fakes zum Maßstab nehmen anstatt sich an echten Frauen auszurichten. Statt Würde und Familiensinn wird billigste Triebhaftigkeit geweckt.

Marilyn Monroe war ein erstes Opfer dieser hedonistischen Propaganda

Wie lebensfeindlich und anti Frau die Playboy-Ideologie ist, kann man an deren Protomodel Marilyn Monroe sehen. Ihr Leben war eine kurze schein-schöne Fassade ohne Happy End. Marilyn hatte nur nach außen Highlife. Ihr Leben dahinter war tragisch und traurig: Sie war tablettensüchtig, hatte Fehlgeburten, Abtreibungen und erlebte mehrere gescheiterte Ehen. Einer ihrer Exmänner, Joe DiMaggio, spiegelt im Lied „Mrs Robinson“  von Simon and Garfunkel auch die Einsamkeit Marilyn Monroes: „our nation turns it’s lonely eyes to you“. Nach außen glänzte alles topp, aber innerlich war nichts gut. Marilyn hat nie die Anerkennung und Liebe erfahren, die sie suchte. Auch Ruhm, Tabletten, Alkohol und Psychotherapie halfen da nicht weiter. Kurz vor ihrem Tod ließ sie sich in ein Krankenhaus einliefern. Sie starb mit nur 36 Jahren.

Dennoch: Marilyn Monroe ist noch immer ein Poster-Idol. Wie kann das sein? Ist sie wirklich das Vorbild für Selbstbestimmung? Hat sie die Frauen wirklich befreit? Verkörperte sie ein glückliches und erfülltes Leben oder zeigen sich in ihr nicht neue Abgründe und Abhängigkeiten – die nach Ruhm, Anerkennung, Scheinwerfer und Beliebtheit?

Was ist es, dass Marilyn trotz allem so populär macht? Es geht nicht um ihr Seelenleben, sondern um die Bilder, Poster und Filme von ihr. Ihr äußerer Schein ist nach wie vor anziehend, er wirkt, trotz aller inneren Tränen.

Frei und glücklich ist so ein Leben allerdings nichts. Marilyn Monroe lebte das vor, was ihr von Hollywood und Kommerz abverlangt wurde. Marilyn war ein Verkaufsobjekt von Hollywood, ein Aushängeschild, mit dem die Film- und Modelwelt Geld verdient hat. Nicht die Person, sondern das „Produkt“ Marilyn zählte –  und das war die Tragik ihres Lebens.

Die heilsame Alternative:

Es gehört zum Menschen, dass er als Mann oder Frau so geliebt und angenommen werden will, wie er bzw. sie ist. Dafür ist nicht Plastik oder Fettabsaugung, sondern Selbstbejahung wichtig. Im Psalm 139 wird dies wunderbar ausgedrückt: „Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. / Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke.“ (139,14). Wie selten wird dies bejaht, aber wie notwendig ist es? Der bejahte Mensch ist frei. Die Reise soll daher nicht in den Schein, sondern in die Freiheit und das wahre Leben gehen. Der heilige Johannes Paul II. hat dies in Evangelium vitae bestens auf den Punkt gebracht:

„Ja, dieses sterbliche Leben ist trotz seiner Mühen, seiner dunklen Geheimnisse, seiner Leiden, seiner unabwendbaren Hinfälligkeit eine sehr schöne Sache, ein immer originelles und ergreifendes Wunder, ein Ereignis, würdig mit Freude und Lobpreis besungen zu werden“. Mehr noch, der Mensch und sein Leben erscheinen uns nicht nur als eines der größten Wunderwerke der Schöpfung: Gott hat dem Menschen eine beinahe göttliche Würde verliehen (vgl. Ps 8, 6-7). In jedem Kind, das geboren wird, und in jedem Menschen, der lebt oder der stirbt, erkennen wir das Abbild der Herrlichkeit Gottes: diese Herrlichkeit feiern wir in jedem Menschen, der Zeichen des lebendigen Gottes, Ikone Jesu Christi ist.“

Foto: CC BY-SA 3.0 Dr. Meierhofer

Die ganze Enzyklika zum Nachlesen:

Evangelium vitae

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Wie lebenslange Liebe möglich ist

Das katholische Eheverständnis: Liebe jenseits von Schwärmerei und Zynismus

Es geht in diesem Artikel nicht um Kritik oder Polemik, sondern darum die Schönheit und den Glanz des katholischen Eheverständnisses anhand des katholischen Eheritus‘ darzustellen.

Papst Franziskus begrüßt ein frischverheiratetes Paar am 20. Januar, 2016 | Foto: CNA/Daniel Ibanez

Die Ehe ist ein Sakrament in der Heilsordnung Gottes

Das katholische Eheverständnis ist weit davon entfernt in der Ehe bloß einen “weltlichen Vertrag“ zu sehen. Natürlich hat die Ehe in der Welt ihren Platz und ihre Rechte und Pflichten – Sexualität und die Bereitschaft Kinder zu bekommen sind Angelegenheiten der Welt. Die Ehe ist aber nicht nur eine Instituion zur Zeugung von Nachkommen, sondern ein Sakrament und als solches dazu bestimmt der Heiligung zu dienen. Eine Berufung zur Ehe bedeutet im katholischen Verständnis daher, dass dieser Stand für den / die Berufene(n) am besten dazu geeignet ist, Heiligkeit zu erlangen, Gott zu dienen und zu ehren. Ist das nicht der Fall, sollte in Gebet und Exerzitien geprüft werden was die persönliche Berufung ist.

Die Ehe erklärt am Eheritus

Das Sakrament der Ehe spendet nicht der Priester oder Diakon, das Brautpaar spendet es sich selbst vor Gott – unter Anteilnahme von “qualifizierten“  Zeugen (Priester/Diakon und Trauzeugen). Der katholische Eheritus fordert dafür nichts weniger als die Bereitschaft die ganze Ehe für immer unter Gottes Angesicht zu stellen. Dies wird an Auszügen aus dem Ritus deutlich:

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