The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Maria Magdalena

Die heilige Maria Magdalena – Zeugin und Büßerin.

Monsignore Florian Kolfhaus

Rom – Papst Franziskus hat den Gedenktag der heiligen Maria Magdalena zum Fest erhoben und damit die Bedeutung der Frau unterstrichen, deren Füße zum ersten Mal das leere Grab nach der Auferstehung Christi betreten haben und die den Aposteln erzählt hat, dass sie dem Herrn begegnet sei. Sie ist Zeugin der frohen Botschaft und wurde daher vom heiligen Thomas von Aquin auch "apostola apostolorum" – Apostelin der Apostel genannt.

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Tizian: Büßende Maria Magdalena, um 1533, Ölgemälde

Freilich ist damit nicht gemeint, dass sie die Erste im Apostelkollegium war und Petrus seine Stellung streitig machte. Vielmehr sagt dieser schöne Titel – als Genetivus objektivus übersetzt – dass sie „Apostolin für die Apostel“, Gesandte für die Gesandten war.

Liebende Büßerin, nicht Bannerträgerin der Frauenrechte

Maria von Magdala, die treue Jüngerin Jesu, wird nicht selten dafür missbraucht, eine falsche feministische Theologie voranzutreiben, die sich dann auch nicht scheut, die Weihe von Frauen zu Priesterinnen und Diakoninnen zu fordern. Papst Franziskus – obwohl er die Bedeutung der Frauen im kirchlichen Leben fördert und wertschätzt – ist für solche Projekte nicht zu haben.

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Netzkultur

Katholizismus erklärt im Podcast

Der Podcaster und freie Journalist Wilhelm Ahrendt hat im Podcast 1337 Kultur den katholischen Glauben, sowie Teile der katholischen Kultur erklärt. Der Podcast, in dem er auftrat ist eher in der linken Netzkultur zu verorten. Der Katholizismus findet dort überraschend viel Platz.

Wilhelm Ahrendt wurde vom Macher des Podcasts 1337 Kultur, welcher vom Linguisten Martin Hase (aka Maha) betrieben wird, eingeladen mit ihm einen Podcast zum Thema des Katholisch-Seiens zu machen. Wilhelm Ahrendt, als Katholik sagte sofort zu und spracht über vier Stunden lang mit Maha über seine; über unsere Konfession.

Das Gespräch ist von viel Offenheit und Sympathie, von Seiten Maha geprägt, aber auch von bestimmter, jedoch höflicher Betonung des einzig wahren katholischen Glaubens geprägt.

Wilhelm Ahrendt macht unter anderem den Podcast Gott bewahre! und ist seit Kurzem auch im festen Team von The Cathwalk dabei. Er bezeichnet sich als katholischen Fanboy und ist auch Ministrant in Berlin – St. Mauritius.

Die Episode des Podcasts ist unten hörbar und abrufbar, Kommentare sind auf der Seite von 1337@Kultur zu posten, denn dort findet die Diskussion statt.

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Podcast

Erzbistum Berlin: Erstes Bistum mit eigenem Podcast

Nachdem der US Podcast Serial eine Welle der Podcasts ausgelöst hat und nun auch Größen, wie der Spiegel eigene Formate produzieren, hat nun auch die Kirche ihren Wert entdeckt.

Es gibt sie schon länger, die Podcasts aus dem katholischem Dunstkreis. Mit der Gretchenfrage oder auch dem Podcast Gott bewahre! ist das katholische Leben in den Podcast Apps dieses Landes durchaus präsent. Doch nun hat das Erzbistum Berlin einen Schritt gewagt und den ersten Podcast eines Bistums in Deutschland gestartet. Wie so oft waren die US Bistümer etwas schneller dabei. So publiziert der Weihbischof von Los Angeles (Kalifornien) Robert Barron schon seit geraumer Zeit die wöchentlich erscheinende Word on Fire Show.

Das Erzbistum Berlin holte sich erfahrene Unterstützung bei der Umsetzung dieses Projekts, indem es 

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Metal & Romantik

Die Rammstein-Welt: dunkle Romantik und unerlöste Sehnsucht

Rammstein ist momentan eine der erfolgreichsten deutschen Bands im In- und Ausland. Sie besingt meist die Abgründe des Menschen, hat aber auch Liebesballaden und tief sehnsüchtige Romantik in ihrem Programm. Sie feuert auf ihren Live-Konzerten mehr Pyrotechnik ab als die meisten Silvesterfeiern in mehreren Jahren. Was macht Rammsteins Reiz aus, was vermittelt die Band religiös und theologisch? Eine Auseinandersetzung anhand ihrer Lieder.

Rammstein auf dem Wacken Open Air (2013) – Bild: CC BY-SA 3.0, Jonas Rogowski

Wer und was Rammstein ist

Die Band „Rammstein“ besteht aus sechs Personen: Leadsänger und Dichter Till Lindemann, Leadgitarrist Richard Z. Kruspe, Rhythmusgitarrist Paul H. Landers, Elektrobassist Oliver Riedel, Drummer Christoph „Doom“ Schneider und Keyboarder Christian Flake“ Lorenz. Alle sechs Mitglieder kommen aus der ehemaligen DDR und haben dort ihre Jugend verbracht. Als die Mauer fiel, waren sie Anfang bis Mitte zwanzig und haben ihre bisherigen Band- und Musikerfahrungen 1994 in der Gründung der Band Rammstein zusammengeführt. Sie wollten weder eine deutsche Band gründen, die einen Abklatsch der englischsprachigen Popmusik darstellt, noch Schlagersänger sein. Aus der Punk- und Vergangenheitserfahrung der Mitglieder ist schließlich eine Art Metal-Band, geworden wie es sie kein zweites Mal gibt: Gewalt wird zu dunkler Kunst. Aus Abgrund wird Lyrik, aus Vergewaltigung und Mord werden Lieder gemacht. Der Bandname leitet sich nicht von dem Rammstein eines Rammbocks ab, was wegen der Schreibweise naheläge, sondern, laut Paul Landers, von der Flugkatastrophe in der Stadt Ramstein, der Name wurde aus Unkenntnis mit zwei „m“ geschrieben.

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Buchkritik

Geballter Glaube und bröckelnder Unglaube

Ein Glaube, den wir selbst festlegen können, ist überhaupt kein Glaube. Und keine Minderheit hat einen Grund, sich durch eine Mehrheit Glauben vorschreiben zu lassen. Der Glaube und seine Praxis kommen entweder vom Herrn her durch die Kirche und ihre sakramentalen Dienste zu uns, oder es gibt ihn gar nicht.“ (Papst Benedikt XVI.)

Über „300 Jahre gläubige & ungläubige Theologie“ von Georg May

Eine Buchrezension von Hannes Kirmse

Die Theologie – ein „vorpolitischer Raum“ der Kirche?

Theologie ist, wenn man diese Parallele ziehen will, sozusagen der „vorpolitische Raum“ der Kirche. Wie Ideen und Weltbilder ihre entsprechenden Vordenker haben, so ist auch das, was von der Kirche gesprochen und gepredigt wird, einmal bewußt ersonnen worden. Es treten zahlreiche Akteure auf, die um die rechte Lehre und die korrekte Wiedergabe der Frohen Botschaft bemüht sind, die aber in immer größer werdender Zahl auf jene treffen, die sich zu mehr oder minder offenen Feinden der Kirche, ihrer Tradition und ihres verbindlichen Lehramts erklärt haben. Es finden teils heftige Auseinandersetzungen statt, die man allein durch die Verwendung von Begriffen wie Keuschheit oder Sünde entfachen kann. Die angeleitete Herausbildung des Glaubens in jedem konkreten einzelnen Getauften wird zusehends schwieriger. Jeder will auf seine Weise mitreden. Laien wollen den Priestern vorschreiben, was und in welcher Weise sie etwas zu sagen haben. Nun finden sich hier eben keine Politiker mit Unternehmensvertretern in den Lobbys in informellen Runden zusammen. Hart auf hart geht es zu in den theologischen Seminaren und Fachkreisen. Nicht nur die Ausdifferenzierung des Wissenschaftsbetriebes hat dazu geführt, daß die Gräben ihre Vertiefung fanden und dies geht über die klassische Gegenüberstellung von Protestantismus und Katholizismus mittlerweile weit hinaus.

Karl Rahner und Uta Ranke-Heinemann

Da ist etwa eine Uta Ranke-Heinemann, die als bis in die 1970er Jahre hinein als katholische Theologin beständig gegen das Papstamt und die kirchliche Sexualmoral gewettert hat. Sie ließ es gipfeln in ihrer Publikation „Eunuchen für das Himmelreich – katholische Kirche und Sexualität“, die mehr Fragen aufwirft als tatsächlich beantwortet. Da ist aber auch ein Karl Rahner, der die theologische Angleichung an den Marxismus suchte. Über den Zerwürfnissen sieht man sich gerade als Laie der Problemstellung ausgesetzt, daß man das dezidiert Katholische nicht mehr auf den ersten Blick für sich und seinen Erkenntnishorizont ausmachen kann. Was ist überhaupt eine katholische Denkart, was eine genuin protestantische? Darf und kann man die Geister scheiden? Im inner- und außerkirchlichen Konsens haben sich Verwirrung und Gleichgültigkeit breitgemacht, die durch die Progressisten noch befeuert wird. Wenn man sich mit heutigen Theologiestudenten unterhält, erfährt man recht schnell, daß sehr viel von der Welt und ihren Anliegen geredet, aber verhältnismäßig wenig von dem Glauben und seinen Inhalten gesprochen wird. „Die Kirche mag ja gut und schön sein, aber Jesus Christus war schlußendlich für alle gleichermaßen da.“ – So mag die Grundeinstellung vielerorts sein. Doch ist die Lage deshalb hoffnungslos? Stehen die Verteidiger der Kirche und ihres Lehramts nicht schon längt auf gänzlich verlorenen Posten?

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Albert Camus‘ Roman „Die Pest“

Es gibt am Menschen mehr zu bewundern als zu verachten

„Was ist der Mensch?“- Diese Frage stellt schon die Bibel (Psalm 8,5). Es ist auch die zentrale Frage in Camus‘ meisterhaft geschriebenem Roman „Die Pest“. Als diese Seuche in den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Nordafrika ausbricht, stellt sie die ganze soziale Ordnung auf den Kopf. Was lernt man in solchen Situationen über den Menschen?

Die algerische Stadt Oran in den 40er Jahren vor dem Ausbruch der Pest

„Eine praktische Art, eine Stadt kennenzulernen, besteht darin, sich anzusehen, wie in ihr gearbeitet, wie in ihr geliebt und wie in ihr gestorben wird. In unserer kleinen Stadt – womöglich liegt es am Klima – macht man alles gleichzeitig, auf ein und dieselbe hektische und abwesende Weise.“ So beschreibt Camus die algerische Stadt Oran vor dem Ausbruch der Pest. Es gibt Langeweile und Gewohnheiten, Betriebsamkeit und Handel. Alles geht seinen gewohnten Gang. Es käme wohl niemand darauf, dass sich dies auf einmal schlagartig ändert.

Oran ist auch der Ort des Geschehens des Romans „Die Pest“ des französischen Schriftstellers Albert Camus, inspirierte vier Jahre zuvor wohl auch den italienischen Dichter Raoul Maria de Àngelis zu seinem Werk Die Pest in Urana (La peste a Urana) und ist die Heimatstadt des Raï. Sie gilt als die liberalste der algerischen Städte. | CC BY-SA 1.0, Faycal.09

Die toten Ratten

Alles beginnt mit einer toten Ratte. Die Sonne glüht weiterhin über Oran, aber etwas ändert sich. Eine tote Ratte wird schnell vergessen, auch zwei oder drei. Aber selbst dabei bleibt es nicht. Der Untergang der Stadt ist eingeleitet und schreitet sicher voran. Eines Tages dann „spien die Fabriken und Lagerhäuser tatsächlich Hunderte von Rattenkadavern aus“. Die toten Ratten bestimmen das Stadtbild. Bald wird es den ersten toten Menschen geben. Es ist der Concierge. 40 Grad Fieber, angeschwollene Lymphknoten und ein gemartertes Gesicht. „‚Er ist tot‘, sagte Rieux“, der Arzt, schließlich.

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Priesterbruderschaft St. Petrus

Über die Entfaltung

Die Priesterweihe ist ein Akt der Entfaltung aus der Mitte der Menschen heraus – eine Entfaltung des Menschen, der dem göttlichen Ruf nachgekommen ist. Die Riten der Priesterweihe sind überwältigend, sie lassen den Menschen in direkte Berührung mit dem Äußersten, Gott und dem Glauben, kommen.

Eine Betrachtung zur Priesterweihe von Hannes Kirmse

„Oh, wie groß ist der Priester! … Wenn er sich selbst verstünde, würde er sterben … Gott gehorcht ihm: Er spricht zwei Sätze aus, und auf sein Wort hin steigt der Herr vom Himmel herab und schließt sich in eine kleine Hostie ein…“

Weiter heißt es:

„Ohne das Sakrament der Weihe hätten wir den Herrn nicht. Wer hat ihn da in den Tabernakel gesetzt? Der Priester. Wer hat Eure Seele beim ersten Eintritt in das Leben aufgenommen? Der Priester. Wer nährt sie, um ihr die Kraft zu geben, ihre Pilgerschaft zu vollenden? Der Priester. Wer wird sie darauf vorbereiten, vor Gott zu erscheinen, indem er sie zum letzten Mal im Blut Jesu Christi wäscht? Der Priester, immer der Priester. Und wenn diese Seele (durch die Sünde) stirbt, wer wird sie auferwecken, wer wird ihr die Ruhe und den Frieden geben? Wieder der Priester … Nach Gott ist der Priester alles! … Erst im Himmel wird er sich selbst recht verstehen.“

(Heiliger Pfarrer von Ars, 1786 – 1859)

Wir leben in einer Zeit, in der die von Heraklit geprägte Sentenz „panta rhei“ („Alles fließt“) häufig vollkommen mißverstanden und bewußt fehlgedeutet wird. Es wird in Kauf genommen, daß Begriffe in tiefe Strudel geraten, übermäßig ausgedehnt werden und im Fließen des Zeitgeistes sich in ihr Gegenteil verkehren – die Ehe, das Leben, das Glück und viele weitere Begriffe, die nicht mehr greifbar werden. Wenn ohnehin alles fließt, braucht man auch nichts mehr, das Verlässlichkeit und Verbindlichkeit bedeuten könnte. Form findet sich nur noch in der Reform und der Glaube kann nunmehr ausschließlich als Impetus, als bloßes Behelfsmittel für Bewegung verstanden werden. – Was hier skizziert wurde, ist ein Zerfließen, das seinen Ursprung nicht mehr kennt. Das regellose Fließen kann auf Dauer keinen Bestand haben. Wer versucht, sein Leben zu gestalten, ohne seine eigenen Grenzen zu kennen und ohne ein klares Ziel vor Augen zu haben, mag zwar hoffen, daß sich der Sinn für ihn aus dem unmittelbaren Lebensfluß ergibt, aber er wird enttäuscht werden, wenn eines Tages in ihm die Sehnsucht nach Höherem, nach ewig gültigen Wertekonstanten aufkommt. Das Ablegen von Prinzipien bedeutet die Hingabe an die Sinnlosigkeit. Ein Fluß kann nicht fließen, wenn er keine ihn begrenzenden Ufer vorzuweisen hat. Er wäre damit wesensmäßig überhaupt kein Fluß. Menschliches Leben bedarf der Prinzipien, etwas Äußersten und des Ursprungs. In spiritueller Hinsicht sind diese beiden Ufer, diese beiden Prinzipien, Gott und der Glaube. Der Mensch wird von ihnen eingehegt, damit sein Streben nicht in eine Leere läuft. Er kann zielgerichtet leben und sein Leben als ein Gebet verstehen, das wie Weihrauch zum Himmel aufsteigt. Er kann Gott in sich wirken lassen wie die der Leib Christi, der durch die Kommunion in ihn vordringt. Der Mensch wird ganz zur Entfaltung gebracht innerhalb von Gott und dem Glauben. Heraklits panta rhei wird zu einem Fließen zu Gott hin.

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