The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Schlagwort: Prüderie

Warum sexualisierte Werbung nicht verboten gehört

Sexualisierte Werbung gehört nicht gerade zu den katholischen Lieblingsthemen. Aber verbieten?

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Sexualisierte Werbung gehört nicht gerade zu den katholischen Lieblingsthemen. Aber verbieten? / Die Calzedonia-Werbung, wie sie derzeit überall aushängt, sorgt für Zündstoff.

von Blogger Felix Honekamp

Leider war ich zu spät, und die Werbung waren schon wieder weg: Eigentlich wollte ich ein Foto von zwei nebeneinander hängenden Plakaten in der Kölner U-Bahn machen, die unsere Politiker im Zweifel zur Weißglut treiben: Auf der einen Seite eine sich lasziv in Turnringen hängende verschwitzte junge Frau – Werbung für ein Fitness-Studio -, auf der anderen eine Werbung für eine E-Zigarettenmarke. Beides Dinge, die unsere Regierungspolitiker am liebsten verboten sähen, weil sie entweder irgendwie schädlich für „Volksgesundheit“ (Rauchen, auch als Surrogat) oder für das gesunde Volksempfinden (Weibliche Haut) sein könnten. Der Nanny-Staat greift an allen Ecken und Enden nach der Werbung, die ihm nicht genehm erscheint – und auch wenn es hier nur um ein Detail geht: Mit Freiheitlichkeit hat so etwas sicher nichts zu tun!

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Die Adenauer-Ära in Kino und Fernsehen

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Andere Zeiten: Der bekennende und praktizierende Katholik Adenauer im Gespräch mit Kardinal Joseph Wendel und Bischof Karl Christian Weber am 2. September 1956. Foto: Bundesarchiv/Rolf Unterberg via Wikipedia (CC-BY-SA 3.0)

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Sühnenacht-Hopper, biedermeierliche Götzen und der Nerz der Nachbarin

Dr. Jörg Müller erläutert das „Cathwalk-Syndrom“, Teil 1

Die Nachbarin geht doch nur in die Kirche, um ihren neuen Mantel zu zeigen“, dies ist laut dem Psycho-Pater Jörg Müller „ein einfaches, aber typisches Beispiel für eine Unterstellung, die vielleicht den Wunsch des so Redenden offenbart, selber einen solchen Mantel zu besitzen und zu zeigen.“

Eine Cathwalk-Rezension in zwei Teilen von Friedrich Reusch

Um die Auseinandersetzungen um das Onlinemagazin thecathwalk.de zu verstehen, genügt es nicht, rein theologische Deutungsmuster zu bemühen. Zu verschroben und psychotisch war da so manches in den Kommentaren, was speziell im Zusammenhang mit den Beiträgen von Dr. Maximilian Krah und Kristina Ballova in den Netz-Äther gepumpt wurde. Warum wirkt gerade ein Portal, welches nichts anderem als der gesellschaftlichen Emanzipation der Katholiken dienen will, so provokant, dass es dermaßen sauer aufstößt, sodass sich nicht etwa ein abgeklärtes „Ihr-seid-eben-hip-ich-bin-eben-uncool“, sondern geradezu ein hasserfüllter Groll entlädt gegen jene, die im katholischen Glauben eine ganzheitlich-lebensbejahende Realität sehen?

Jörg Müller ist nicht nur Pallotinerpater in Freising, sondern auch Psychotherapeut. In seinem Buch „Gott ist anders – Das Leiden an falschen Gottesvorstellungen. Wege zur Heilung“ macht er Schluss mit falschen Gottesbildern und räumt mit so manch krudem Frömmigkeitswahn auf, der der Cathwalk-Redaktion auch leidvoll vertraut ist.

Der christlich sozialisierte Mensch befindet sich laut Müller oftmals in einem Dilemma: „Je puritanischer das Milieu ist, in dem er aufwächst, desto enger fallen die Reglementierungen und sozialen Verhaltensmuster aus. Leider hat die christliche Erziehung all zulange mit übertriebenen moralischen Forderungen die Psyche des Menschen eingeengt und ihrer natürlichen Expansion (Originalität, Kreativität) beraubt.“ Und tatsächlich: Die Zeiten, in denen ein Michelangelo oder ein Sandro Botticelli Zeitloses schufen, waren unbestreitbar katholisch, aber dennoch erstaunlich libertär.

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Von Mode und Moral

Warum eine religiöse Bewegung, die ihre Glaubensinhalte durch den Kult tradieren will, in ihrer Pastoral besonders die Kultur betonen sollte.

von Dr. Maximilian Krah, Dresden

Das Thema Mode und Moral ist ein Dauerbrenner im konservativen katholischen Milieu. Wie ich zu der fast immer verklemmten, teilweise grotesken, oft abstoßenden Diskussion stehe, habe ich nie verheimlicht. Entsprechend direkt habe ich auf die Fragen von Matthias für „The Cathwalk“ geantwortet. Die Wellen, die ich damit geschlagen habe, überraschen mich dennoch; offensichtlich beschäftigt das Thema tatsächlich viele Christen im Inneren, wirft Fragen auf und schafft Probleme. Ich will deshalb das, was ich im Format des Interviews notwendigerweise kurz, knapp und kontrovers gesagt habe, im Format des Essays differenzieren, begründen und fortführen.

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Die Wellen, die Maximian Krah mit seinem Interview geschlagen hat, überraschen ihn: „Offensichtlich beschäftigt das Thema tatsächlich viele Christen im Inneren, wirft Fragen auf und schafft Probleme.“

Wer sich entscheidet, einen Teil seines Vermögens in Aktien zu investieren und sich in das Abenteuer der Börse stürzt, tut gut daran, im Vornherein die Kurse festzulegen, bei denen er wieder aussteigt – denn ist er einmal drin, geht ihm die Nüchternheit verloren, die er hat, wenn er noch nicht investiert ist. Ob Hoffnung auf die Kurskorrektur oder Gier nach einem noch höheren Gewinn – es gibt viele Ursachen dafür, den klaren Blick zu verlieren. Nichts anderes gilt auch, wenn man sich auf das katholische Abenteuer einlässt. Man sollte zuvor definieren, was unverhandelbar ist. Denn in unserer säkularen Gesellschaft ist das religiöse Milieu eine eigene Welt, und es besteht das Risiko, sich nur mehr nach deren Koordinatensystem auszurichten und die umfassenden Maßstäbe aus den Augen zu verlieren.

Ich habe für mich drei Grenzen definiert: meine Freunde sind nicht verhandelbar, meine politischen Überzeugungen stehen nicht zu Disposition und mein Kleidungsstil ebenso wie der meiner Familie geht niemanden etwas an. In allen drei Punkten gab es Konflikte mit religiösen Eiferern: Das Misstrauen gegenüber meinen jüdischen Freunde bescherte mir 2010/11 einen globalen Shitstorm unter dem lächerlichen Namen „Krahgate“. Meine politische Meinung – ich bin in gesellschaftspolitischen Fragen ein klassischer kontinentaleuropäischer Konservativer, ökonomisch ein angelsächsisch geprägter Neoklassiker und außenpolitisch ein Realist im Sinne Henry Kissingers – galt den zahlreichen Anhängern der verschiedensten, durchweg hanebüchenen und sich untereinander munter widersprechenden Verschwörungstheorien, zumindest darin waren sie sich einig, als verdächtiges Linksabweicheln. Und hinsichtlich Kleidung, Stil und Geschmack ist der Dissens eine Erkenntnis des ersten Blicks.

"Ich bin in gesellschaftspolitischen Fragen ein klassischer kontinentaleuropäischer Konservativer, ökonomisch ein angelsächsisch geprägter Neoklassiker und außenpolitisch ein Realist im Sinne Henry Kissengers"

„Ich bin in gesellschaftspolitischen Fragen ein klassischer kontinentaleuropäischer Konservativer, ökonomisch ein angelsächsisch geprägter Neoklassiker und außenpolitisch ein Realist im Sinne Henry Kissengers“

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