The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Schlagwort: Frömmigkeit

Säkulare Religion: Frömmigkeit ohne Gott

Man muss nicht an Gott glauben, um religiös zu sein. Auch die modernen Wallfahrtsorte wie New York City, London, Berlin, Chicago, Los Angeles, Paris oder Shanghai sind fromme Kultstätten. Wie säkulare Religion aussieht.

von Josef Jung

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Im Uhrzeigersinn, von oben: Midtown Manhattan, Times Square, Unisphere in Queens, Brooklyn Bridge, Lower Manhattan mit One World Trade Center, Central Park, UNO-Hauptquartier, Freiheitsstatue

 

Fromm in New York City

Was heißt Frömmigkeit? Nehmen wir die Inhalte ohne deren Ziel – Gott – so bleiben Ehrfurcht und sich wiederholende Kulttätigkeiten stehen. In einer Großstadt wie New York City, besonders im Stadtteil Manhattan, kann man sehr große Ehrfurcht vor den Skyscrapern, den Hochhäusern der Stadt, die jeden Kirchturm lächerlich erbärmlich wirken lassen, entwickeln. Doch nicht nur das, die ganze Stadt und ihr Lifestyle, sind für viele das Mekka des Westens, voller Bewunderung vor der Größe und den Möglichkeiten dieser Stadt kommt sich der kleine Mensch ganz demütig vor. Nicht unfrommes Verhalten verlangt der Times Square, der ewig lichtdurchflutete, allerheiligste Platz New Yorks ab, die Wallfahrtsstätte für Silvester, hier ritualisiert sich wiederkehrend der Jahreswechsel. Auch zelebriert man das säkulare Ostern beim Einkauf in der 5th Avenue, in dem das Geld in Gütern aufersteht. Liturgisch kleidet man sich entsprechend der Jahreszeiten und den modischen Kalenderzeitschriften. „How I met your mother“, „Sex and the City“ und andere Säkulardienste predigen wie man zu leben hat, der fromme Säkularist hält sich dran. Statt Glockenschlag gibt es Autohupen, statt Weihrauch Abgase, nicht Te Deum sondern te ipsum.

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An katholische Eltern: „Gottesfürchtig“ heißt nicht „Gott fürchten“!

Für religiöse Eiferer ist unser Onlinemagazin The Cathwalk wie ein Mückenstich: je mehr man sich daran reibt, umso mehr tut es weh.

Ein Cathwalk-Dossier in zwei Teilen.

„Aber wir sind es unserem Kind doch schuldig, dass wir es von der Sünde fernhalten!“ Dieses Muster findet sich in der Argumentation jedes Moralisten: „Es ist doch meine Verantwortung, dass ich dies und das verbiete; dies und das als Todsünde bezeichne!“

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Eine gute Nachricht, Freunde:

„Niemand seid ihr etwas schuldig, außer der Liebe zueinander.“ (Röm 13,8)

Gott hat allen Eltern den Auftrag gegeben, ihre Kinder in der Liebe Gottes und zum Nächsten zu erziehen. Doch um diesen Auftrag in seinem ganzen Ausmaß erfüllen zu können, müssen wir selbst erst einmal nicht nur die Liebe Gottes in uns spüren, sondern genau diese Liebe jedem Nächsten entgegenbringen. Wir müssen uns den Nächsten gegenüber öffnen und uns selbst kleinmachen, anstatt uns über andere zu erheben, weil wir meinen, ein besserer Mensch weil ein (besserer) Christ zu sein.

Demut und Liebe: Das sind die Eigenschaften, die einen wahren und gottesfürchtigen Christen ausmachen. Und wenn wir diese Tugenden zu leben versuchen, dann sind wir mit Gottes Hilfe auch im Stande, die große und bedeutungsvolle Aufgabe der Kindererziehung bewältigen zu können.

Wir sind nichts ohne Gottes Liebe, warum wollen wir diese Liebe in unseren religiösen Grüppchen „einsperren“, anstatt sie in die Welt zu tragen? Baut eure Ängste ab, öffnet euch für die Menschen in der Welt und hört auf, euch in pseudo-christlichen Gruppen zu verstecken!

Für religiöse Eiferer ist The Cathwalk deshalb wie ein Mückenstich: je mehr man sich daran reibt, umso mehr tut es weh. Und wetten, dass so mancher sich bei den nun folgenden Cathwalk-Education-Don´ts! erwischt fühlt?

  1. Keine extrinsisch motivierte Frömmigkeit!

Anti-Beispiel: „Wenn Du heute schön brav zur heiligen Kommunion gehst, bekommst Du Dein Überraschungsei!“

  1. Religion ist kein Ersatz für gutes Benehmen!

Anti-Beispiel: „Also gut, Du bekommst Dein Handy wieder und dafür betest Du 3 Vater unser!“

  1. Kein Einreden von religiösen Schuldgefühlen!

Anti-Beispiel: „Du warst nicht brav, Dein Schutzengel weint jetzt! Entschuldige Dich sofort bei ihm!“

  1. Gott nicht als Spielverderber darstellen!

Anti-Beispiel: „Bevor Du 20 bist, darfst Du keinen Freund haben – denn Gott will das nicht!“

  1. Kein religiöser Manierismus!

Anti-Beispiel: „Warum hast Du beim Rosenkranz nicht die Augen zu? Wer nicht betet wie ein Engelein, kommt nicht in den Himmel hinein!“

  1. Keine sexuelle Verklemmtheit!

Anti-Beispiel: „Das brauchst Du jetzt noch nicht zu wissen. Wenn Du verheiratet bist, wirst Du es noch früh genug erfahren.“

  1. Kein Losertum einfordern!

Anti-Beispiel: „Dir ist es peinlich, immer nur Röcke zu tragen? Kannst Du Dir die Muttergottes in Hosen vorstellen?“

  1. Kein Missbrauch der Autorität!

Anti-Beispiel: „Ich muss mich nicht bei Dir entschuldigen. Es heißt ja schließlich: „Du sollst Vater und Mutter ehren!’“

  1. Keine erzieherische Überheblichkeit!

Anti-Beispiel: „Ich bete jeden Tag den Psalter, da werde ich schon wissen, was das Beste für Dich ist!“

Wer als Eltern immer nur die schlechte Laune an den Kindern auslässt, zerstört letztlich auch das Gottesbild seiner Sprösslinge. Jürgen von Manger drückte das als „Tegtmeier“ sehr treffend aus: „Sonntachs nach de Messe vorm Mittagessen krichten wir se jeder der Reihe nach, das war für alles, wo wer nicht bei erwischt worden waren… und is natürlich schön für de Andacht, wenn eim da der Hintern so brennt, und gleich danach: ‚Komm Herr Jesus sei unser Gast, und sechne, was du da bescheret hast‘ – da denkt man sich auch als Kind schon wat bei…“

Und zu guter Letzt: Wenn ihr eure Kinder wirklich zu Gott hin – „gottesfürchtig“ – erziehen wollt, lehrt sie bloß nicht das „Gottfürchten“! Denn dabei lernen die Kinder nicht, dass Gott sie liebt und barmherzig ist, sondern dass er belohnt, wenn man Gutes tut und bestraft, wenn man mal etwas Falsches macht.

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Stattdessen muss ein Kind zu jeder Zeit spüren, dass Gott die Liebe ist – Deus caritas est!

Weitere interessante Einblicke zum Thema christliche Erziehung gibt es hier.

 

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Von den geheimen Lüsten katholischer Laien

Eine Ergänzung zum Cathwalk-Kommentar von Monsignore Florian Kolfhaus

von Felix Honekamp

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Bildquelle: von US Department of Agriculture (https://flic.kr/p/dJV77C)

Geheime Lüste von Katholiken? Das klingt mindestens so reißerisch wie der Titel des lesenswerten Beitrags auf The Cathwalk „Von den geheimen Lüsten katholischer Priester„. Und wie es auch bei diesem Beitrag um Spirituelles geht, so sieht das auch bei katholischen Laien aus. Anders als man es bei einem solchen Titel über einem Spiegel-Artikel erwarten würde, geht es mir natürlich nicht um ein Katholiken-Bashing nach der Devise „Schaut mal, was diese Oberfrommen so treiben!“ sondern um eine Werbung für den katholischen Glauben. Insofern ist der Titel auch – entschuldigung – irreführend, denn die „Lüste“ katholischer Laien sind so geheim eigentlich nicht. Jeder könnte sie kennen, und jeder, der sie nicht kennt, muss sich an die eigene Nase fassen, warum eigentlich nicht.

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Die Mantilla – einfach Spitze

Warum Kopftücher zu einem katholischen Life- und Faithstyle gehören

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Die Mantilla schafft den „Spagat“, bei einem Maximum an Prachtentfaltung gleichzeitig maximal „bescheiden“ und „demutsvoll“ zu sein. Ein luxuriöser Stoff, der ein bisschen verrucht, dekadent und ziemlich durchsichtig ist, wird, so in den Dienst Gottes gestellt, zum Zeichen für Würde, Schönheit, Reinheit und Erwählung.

Um es vorweg zu sagen – ich halte Bekleidungsfragen nicht für Marginalien. Andererseits ist das Vermeiden eines Dekolletés sicher nicht heilsnotwendig. Die Intention des Trägers ist wichtiger als die Tiefe des Ausschnitts und ich wundere mich über Menschen, die sich angesichts des Glaubensverfalls, der Christenverfolgung, des Krieges und der eigenen Sündhaftigkeit theologische Streitgespräche über die maximal verantwortbare Rocklänge leisten können. Durchaus soll Kleidung mit Bedacht und dem Anlass gemäß gewählt werden. Sicherlich sollen Mann und Frau gleichermaßen keinen Anstoß geben und auf der anderen Seite diesem auch nicht nachgehen, sollte er einmal erregt werden. Prüderie allerdings erscheint mir keine sonderlich katholische Eigenschaft zu sein und das Einsickern von puritanischer Leibfeindlichkeit ist ebenso ärgerlich wie alle Protestantismen, die innerhalb der letzten Jahrzehnte Eingang in die katholische Kirche gefunden haben.

Nun möchte ich aber eine Lanze brechen für ein zu Unrecht in Vergessenheit geratenes Accessoire: Die Mantilla. Kommen wir gleich zum Kern der Sache: Die Mantilla ist einfach schön und steht jeder Frau. Ein feiner Spitzenstoff, den man sich um Kopf und Schulter winden kann, und man fühlt sich wie eine Prinzessin. Und das ist eine Frau ja auch, oder, wie Johannes Hartl sagt: Ein „Königskind“. Wer sich königlich fühlt, dem fällt es auch leichter, sich königlich zu verhalten – die Mantilla erinnert uns an unsere eigene Berufung und Erwählung zum Gotteskind und sie erinnert uns auch an die Würde dessen, dem wir im Gottesdienst gegenübertreten. Sich zu verhüllen ist seit jeher ein Zeichen für Respekt vor dem Angesicht Gottes. Mose und Eliah haben sich verhüllt, wenn sie Gott gegenübertraten und ich empfinde es als Auszeichnung, dass man als Frau bis heute die Möglichkeit hat, es den Vätern gleichzutun und an diese uralte Frömmigkeitsform anzuknüpfen. Verhüllung ist ein Zeichen der Absonderung von der Welt, ein Zeichen dafür, dass man sich Gott ganz zur Verfügung stellen will. Verhüllung ist auch ein Zeichen der Heiligkeit – Katholiken verhüllen das Allerheiligste mit einem Schleier, Orthodoxe schützen das heilige Geschehen durch die Ikonostase – und machen damit die einmalige Würde des Verhüllten deutlich: Einen sehr schönen Artikel über den Zusammenhang zwischen der Heiligkeit der Frau/Mutterschaft und dem Schleier liefert der Catholic herald.  Und weit kurzweiliger als ich dazu Stellung nehmen könnte, tut es Laura McAlister in ihrem Blog. Natürlich ist der Schleier auch eine Erinnerung daran, dass wir alle auch „Braut“ sind und bräutlich durch dieses Leben gehen in der Erwartung des himmlischen Hochzeitsmahles des Lammes. Verhüllung fördert auch ganz praktisch die Konzentration, hilft, Äußeres auszublenden und sich ganz auf das Gebet zu konzentrieren – soweit die Theorie. Ich weiß nur allzu gut, dass die Mantilla auch Ablenkungsmittel par excellence sein kann: „Sitzt noch alles?“ „Wow, ich sehe gerade bestimmt aus wie die Jungfrau Maria…unwiderstehlich tugendhaft!“ – aber unrechter Gebrauch hebt den rechten Gebrauch nicht auf!

Pope Pius XII, Prince Rainier, and Princess Grace

Von anmutiger Schönheit und zurückhaltender Eleganz: Bis heute gilt Grace Kelly als Stilvorbild und Mode-Ikone. 1957 empfing sie der Heiligen Vater Papst Pius XII.

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The Cathwalk ist eine Marke der Cathwalk-Mediengruppe