An katholische Eltern: „Gottesfürchtig“ heißt nicht „Gott fürchten“!

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Für religiöse Eiferer ist unser Onlinemagazin The Cathwalk wie ein Mückenstich: je mehr man sich daran reibt, umso mehr tut es weh.

Ein Cathwalk-Dossier in zwei Teilen.

„Aber wir sind es unserem Kind doch schuldig, dass wir es von der Sünde fernhalten!“ Dieses Muster findet sich in der Argumentation jedes Moralisten: „Es ist doch meine Verantwortung, dass ich dies und das verbiete; dies und das als Todsünde bezeichne!“

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Eine gute Nachricht, Freunde:

„Niemand seid ihr etwas schuldig, außer der Liebe zueinander.“ (Röm 13,8)

Gott hat allen Eltern den Auftrag gegeben, ihre Kinder in der Liebe Gottes und zum Nächsten zu erziehen. Doch um diesen Auftrag in seinem ganzen Ausmaß erfüllen zu können, müssen wir selbst erst einmal nicht nur die Liebe Gottes in uns spüren, sondern genau diese Liebe jedem Nächsten entgegenbringen. Wir müssen uns den Nächsten gegenüber öffnen und uns selbst kleinmachen, anstatt uns über andere zu erheben, weil wir meinen, ein besserer Mensch weil ein (besserer) Christ zu sein.

Demut und Liebe: Das sind die Eigenschaften, die einen wahren und gottesfürchtigen Christen ausmachen. Und wenn wir diese Tugenden zu leben versuchen, dann sind wir mit Gottes Hilfe auch im Stande, die große und bedeutungsvolle Aufgabe der Kindererziehung bewältigen zu können.

Wir sind nichts ohne Gottes Liebe, warum wollen wir diese Liebe in unseren religiösen Grüppchen „einsperren“, anstatt sie in die Welt zu tragen? Baut eure Ängste ab, öffnet euch für die Menschen in der Welt und hört auf, euch in pseudo-christlichen Gruppen zu verstecken!

Für religiöse Eiferer ist The Cathwalk deshalb wie ein Mückenstich: je mehr man sich daran reibt, umso mehr tut es weh. Und wetten, dass so mancher sich bei den nun folgenden Cathwalk-Education-Don´ts! erwischt fühlt?

  1. Keine extrinsisch motivierte Frömmigkeit!

Anti-Beispiel: „Wenn Du heute schön brav zur heiligen Kommunion gehst, bekommst Du Dein Überraschungsei!“

  1. Religion ist kein Ersatz für gutes Benehmen!

Anti-Beispiel: „Also gut, Du bekommst Dein Handy wieder und dafür betest Du 3 Vater unser!“

  1. Kein Einreden von religiösen Schuldgefühlen!

Anti-Beispiel: „Du warst nicht brav, Dein Schutzengel weint jetzt! Entschuldige Dich sofort bei ihm!“

  1. Gott nicht als Spielverderber darstellen!

Anti-Beispiel: „Bevor Du 20 bist, darfst Du keinen Freund haben – denn Gott will das nicht!“

  1. Kein religiöser Manierismus!

Anti-Beispiel: „Warum hast Du beim Rosenkranz nicht die Augen zu? Wer nicht betet wie ein Engelein, kommt nicht in den Himmel hinein!“

  1. Keine sexuelle Verklemmtheit!

Anti-Beispiel: „Das brauchst Du jetzt noch nicht zu wissen. Wenn Du verheiratet bist, wirst Du es noch früh genug erfahren.“

  1. Kein Losertum einfordern!

Anti-Beispiel: „Dir ist es peinlich, immer nur Röcke zu tragen? Kannst Du Dir die Muttergottes in Hosen vorstellen?“

  1. Kein Missbrauch der Autorität!

Anti-Beispiel: „Ich muss mich nicht bei Dir entschuldigen. Es heißt ja schließlich: „Du sollst Vater und Mutter ehren!’“

  1. Keine erzieherische Überheblichkeit!

Anti-Beispiel: „Ich bete jeden Tag den Psalter, da werde ich schon wissen, was das Beste für Dich ist!“

Wer als Eltern immer nur die schlechte Laune an den Kindern auslässt, zerstört letztlich auch das Gottesbild seiner Sprösslinge. Jürgen von Manger drückte das als „Tegtmeier“ sehr treffend aus: „Sonntachs nach de Messe vorm Mittagessen krichten wir se jeder der Reihe nach, das war für alles, wo wer nicht bei erwischt worden waren… und is natürlich schön für de Andacht, wenn eim da der Hintern so brennt, und gleich danach: ‚Komm Herr Jesus sei unser Gast, und sechne, was du da bescheret hast‘ – da denkt man sich auch als Kind schon wat bei…“

Und zu guter Letzt: Wenn ihr eure Kinder wirklich zu Gott hin – „gottesfürchtig“ – erziehen wollt, lehrt sie bloß nicht das „Gottfürchten“! Denn dabei lernen die Kinder nicht, dass Gott sie liebt und barmherzig ist, sondern dass er belohnt, wenn man Gutes tut und bestraft, wenn man mal etwas Falsches macht.

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Stattdessen muss ein Kind zu jeder Zeit spüren, dass Gott die Liebe ist – Deus caritas est!

Weitere interessante Einblicke zum Thema christliche Erziehung gibt es hier.

 

27 Kommentare

  1. @ Hofrat

    Sie sprechen hier ein paar Punkte an, über die ich mir auch Gedanken mache – der Traditionalismus suggeriert, er würde „die“ wahre Tradition aufrechthalten.
    Forscht man historisch hält er jedoch nicht die wahre Tradition aufrecht, sondern hat dankenswerterweise die überlieferte Messe lebendig gehalten, daran aber bestimmte Bewegungslinien der Kirche gebunden, die niemals Lehre der Kirche waren, aber eine massive und gewalttätige Bewegung innerhalb der Kirche, die auch teilweise Päpste zeichnete. Etwa den Antimodernimus, der genauso wenig wie Fatima ein Dogma ist – das sollte man beachten. Es sind schlicht theologische Meinungen, die aber freilich enorme Auswirkungen und durch die Unterstützung seitens einiger Päpste auch einen Rückkoppelungseffekt auf die lehre hatten. Man „las“ die Lehre unter diesem Gesichtspunkt, ohne zu erkennen, dass dieser Gesichtspunkt aber dogmatisch nicht haltbar ist.

    Die Verbindung zum Rechtsextremismus und Faschismus (Lefebvre verehrte diverse Faschisten – etwa Pétain oder Franco) besteht in Philosophien des 19. Jh, die einen „cerebralen Katholizismus“ (Hannah Arendt) i.S. eines Herrschaftszynismus propagierten, etwa de Maistre oder Donoso Cortes. Diese Leute glaubten nicht, dass man eine verloren gegangene Tradition wiederbeleben könnte, setzten aber stattdessen auf die Totalunterwerfung des schwachen und überforderten Menschen durch die „Diktatur des Säbels“, weil sie das noch hübscher fanden und selber als Adlige dabei besser wegkamen als die „Diktatur des Dolches“. In der Auseinandersetzung stand auch Carl Schmitt. Ein Echo von außen fand diese zynisch-katholische, letztendlich vom Glauben bereits abgefallene Haltung in der Erzählung vom „Großinquisitor“ von Dostojewski, der eine „Tradition“ römischen Katholizismus zeichnet, in dem Jesus nur noch stört und vor allem die Perspektive, dass Er ja wiederkommen wird, geradezu zwanghaft ausgeblendet wird zugunsten einer erbitterten irdischen Unterwerfungs- und Ordnungswut, die sich eben doch von dieser Welt herleitet. Diese Art der „Tradition“ ähnelt aufs Haar dem Islam. Jacob Burckhardt nannte das „Byzantinismus“.

    Der Beichtstuhl wurde so zum „Folterinstrument“, darin kann ich F. verstehen: man beichtete nicht, wenn man schwer gesündigt hatte, sondern hatte ständig anzutanzen, aus Prinzip, egal, was los war, und auch noch die letzten Seelenregungen offenzulegen, vor allem hinsichtlich des natürlichen Dauerbrenners, des 6. Gebotes. Wenn man die Moraltheologie dazu bei A. von Liguori liest, wird einem schwindlig. Man ist zum Dauerschwerstsünder abgestempelt, weil der Mensch hinsichtlich der Sexualität nun mal nicht einfach aussteigen kann aus seiner natürlichen Verfassung. Der totalitäre Zugriff auf die Individualseele mittels 6. Gebot und Beichtzwang hielt von jeder Hinausdehnung hin zur geistigen Welt ab. Wer ständig nur in Sorge um seine Triebsäfte ist, wird sich von den Niederungen dieser Erde nicht erheben können…

    Daher auch der „intellektuelle Niedergang“, den Sie so oft beklagen.

    Eine Erziehung in diesem Geist ist erstickend und bedrückend und verschließt den Weg ins Himmelreich – ähnlich wie es Jesus einst den Pharisäern vorwarf, die es ja auch immer ganz groß hatten mit ihrer panik vor der Sünde, und am Ende war man schon mit einem Fuß in der Hölle, wenn man ein Weizenkorn am Schabbat abriss aus lauter Hunger…

  2. Es gibt ja ein paar Gastbeiträge, die sind eigentlich ganz gut, aber eure eigenen Artikel sind wirklich nicht empfehlenswert.

    Die Ehe soll Kinder hervorbringen, die dann einst in den Himmel kommen.
    Gibt es da etwas Schlimmeres, als ein Kind auf die Welt zu setzen, und es dann unnötig Gefahren auszusetzen, es nicht zu schützen vor antichristlichen Einflüssen, und so dem Kind den Weg in die Hölle zu pflastern? Wer, wenn nicht die Eltern, tragen Verantwortung für ihre Kinder? Erziehung ist nicht immer angenehm, sogar eine schwere Last, ein Kreuz, das man täglich aufnehmen muss. Manchmal müssen sich Eltern auch bei ihren Kindern unbeliebt machen. Es ist halt ein felsiger Weg in den Himmel. Die naturalistisch geprägte Gesellschaft hat ja sowieso kein Verständnis mehr dafür. „Tu was du willst, solange kein Dritter Schaden nimmt“ (mit Ausnahme von Babys im Mutterleib – Anm. d. Verf.) lautet das Motto. Das ist aber nicht katholisch.
    Grundsätze katholischer Erziehung findet man hier:
    http://www.kathpedia.com/index.php?title=Divini_illius_magistri_(Wortlaut)

    • Da haben Sie sicher in vielem Recht aber es kann etwas daran nicht stimmen den extrem viele Jugendliche aus Tradikreisen können es kaum erwarten Volljährig zu werden um von den „Irren“ (so sagte es mir ein junger Mann mit 19 der jahrelang ministriert hat) weg zu kommen er arbeitet jetzt bei einer Lebensmittelladen Kette nur um vom Elternhaus und dem allen nichts mehr sehen und hören zu müssen

    • Die Perspektive stimmt nicht, die Sie einnehmen. Erstens „setzen wir keine Kinder in die Welt“, sondern die Eltern zeugen gemeinsam und die Frauen gebären, anschließend zieht man das Geschenk Gottes auf. Zweitens setzt kein Katholik sein Kind bewusst „unnötigen Gefahren aus“. Wieso dieses Misstrauen?

      Es ist vielmehr die Frage, wie man überhaupt ein Kind so erzieht, dass es den Weg zum Himmel möglichst leicht finden kann. Wir sind doch selbst oft so volelr Irttümer und fehler, dass wir den Weg dahin mehr versperren als öffnen… Jeder ehrliche Elternteil weiß das auch zutiefst im herzen. Wenn man dem Kind Angst anerzieht vor der Hölle, wobei selbst schon eine alberne Jeanshose dazu genügt, dorthin zu kommen, erstickt man die Kinderherzen in Angst und pervertiert jedes Glaubensverständnis von Anfang an und verlästert den Glauben. Das Kind wird Jahrzehnte brauchen, um je noch einmal ein normales Glaubensleben zu erreichen.

      Es hilft alles nichts – das Kind muss ein freies und willentliches Ja haben zu Christus. Nichts und niemand kann ihm das, auch nicht unter Zuhilfenahme krimineller Druckmaßnahmen, abpressen.
      Es ist wie mit solchen Ehen: sind sie aufgrund von Druck und Zwnag zustande gekommen, sind sie vor Gott ungültig.

      Der Vater im Gleichnis vom Verlorenen Sohn lässt seinen Sohn tatsächlich in die Gosse ziehen, weil er weiß, dass ein erzwungenes „Daheimbleiben“ nichts wert ist.

    • @ Hofrat
      Ich kenne mich da nicht so aus, aber ich glaube nicht, dass sich Phänomen, dass Jugendliche das Elternhaus verlassen wollen, sich auf Tradikreise beschränkt. Auch in säkularen Familien gibt es Jugendliche, die endlich unabhängig und selbständig sein wollen. Ich denke das ist heutzutage ein allgemeines Phänomen. Die Motivation mag jeweils unterschiedlich sein, der eine will ungestört die Sau rauslassen, der andere vielleicht mit der Freundin zusammenleben, oder es hängt gerade der Haussegen schief, und die Belastung wird demjenigen zu groß, etc.
      Es kann auch mal vorkommen, dass ein Junge seine Sachen packt und dann im Garten ein Zelt aufschlägt, weil ihm die Luft zu dick geworden ist.

      @zeitschnur
      „Kinder in die Welt setzen“ ist ein Ausdruck für Kinder zeugen und dann gebären. Ich will niemandem etwas unterstellen, aber es gibt Eltern, die handeln nach dem Prinzip „Laissez-faire“. Und es gibt wahrscheinlich auch Katholiken, die so handeln. Sicher sind das dann keine überzeugten Katholiken, die tief im Glauben verwurzelt sind, und ihre Religion ernst nehmen, sondern eher dem Namen nach. Aber es gibt sie. Ein Beispiel: Der Vater, oder auch die Mutter sitzt abends vor dem Fernsehen und schaut sich einen Film an, in dem auch Szenen vorkommen, die man als pornographisch bezeichnen müsste (das betrifft heute viele, kein Tatort kommt mehr ohne Sex-Szene aus), und lassen die Kinder zuschauen. Mal abgesehen davon, dass auch Erwachsene solche Filme meiden sollten, setzen sie die Kinder hier einer Gefahr aus. Solche Bilder brennen sich ein in diese unschuldigen Kinderseelen, und sie haben – jetzt mal überspitzt formuliert – einen „Schaden“ fürs Leben.
      Dass sich die Lebenswirklichkeit vieler Katholiken von der kirchlichen Lehre unterscheidet ist eigentlich auch kein großes Geheimnis. Da war doch mal was im Zusammenhang mit der Familiensynode: http://www.domradio.de/themen/ehe-und-familie/2013-12-18/umfrage-offenbart-kluft-zwischen-katholiken-und-kirchenlehre

      Zum nächsten Punkt. Ja, auch Eltern sind nicht perfekt und haben Fehler, begehen hin und wieder welche, die man im Beichtstuhl bekennen muss. Und je älter die Kinder werden, umso mehr merken sie es.
      Eine gewisse Furcht vor der Hölle und Bestrafung ist nicht verkehrt. Klar wg. einer Jeans kommt man nicht in die Hölle, aber ich glaube nicht, dass das ein Katholik ernsthaft glaubt. Den Seherkindern von Fatima, welche nicht unbedingt die bravsten waren, hat die Gottesmutter die Höllenvision zugemutet, was sicherlich nicht zu deren Schaden war, auch wenn das den Kindern schon zugesetzt hat, wie man auf diesem Bild sehen kann, das unmittelbar danach entstand.
      https://wegwahrheitleben.files.wordpress.com/2010/11/fatimasaintsrightaftervisionofhell.jpg

      Beim letzten Punkt stimme ich ihnen zu. Das Ja zu Christus muss freiwillig sein. Wenn ein Kind die Religion von Anfang an lernt, geht das irgendwann auch in Fleisch und Blut über, und man muss es nicht immer wieder auffordern. Aber am Anfang kommt das eben von außen. Sicher, irgendwann, wenn die Kinder erwachsen werden, müssen sie sich entscheiden, ob sie den gleichen Weg weitergehen, oder sich wo anders umsehen. Im letzteren Fall kann man eigentlich nur noch das tun, was die heilige Monika auch gemacht hat: Beten

      • natürlich beschränkt sich das nicht auf tradis aber so häufig ist es sonst nur bei den zeugen jehovas ich meine damit jetzt keine statische Ausage sondern meine subjektive Wahrnehmung
        und es ist genau diese Art „im Beichstuhl bekennen“ statt einfach beichten
        und oh die Seherkinder von Fatima ich weiße darauf hin daß kein Katholik verpflichtet ist an diese Erscheinung zu glauben es ist eben genau dieses „religiöse Schmalz“ gemeinsam mit Erziehungs Mehtoden von anno dazumal das vertreibt die Jugend leider gibt es in frommen Kreisen leider die Dendez je älter je besser wir spielen mal die 50er Jahre nach das ist dann unser Leben
        und noch etwas was ich als extrem schlimm empfinde das anbiedern an politisch sehr rechte Kreise ein wirklich gebildeter Mann wie Dr Moosebach schreibt im compact Magazin des verrükten Herrm Elsässer
        aber das ist ein anderes Thema

  3. Die Problematik kennt man allerdings so, wie im Artikel beschrieben, vor allem in Pius- und sonstigen Superfromm-Kreisen.
    Anderswo könnte es tatsächlich das Gegenteil sein, und Bonhoeffers Rede von der „billigen Gnade“ ist inzwischen auch schon ein angejahrtes Erziehungsproblem nicht nur der Evangelischen.
    Gott ist heilig und seine Liebe macht ihn nicht uns zum Kumpel, sondern soll uns ihm annähern und nach der Tradition tatsächlich in einem Wandel hin zur „Vergöttlichung“ ähnlich machen.
    Da sollte man schon etwas nachdenken darüber, was das heißt … und was es nicht heißen KANN.
    Man darf Kinder nicht zu leichtfertig erziehen. Gottes Liebe ist ja keine Sentimentalität, sondern sie ist unbedingt und heilig.

    Andererseits kenne ich diese geradezu obszöne „fromme“ Erziehung, die den Kindern oft sogar die Probleme, die sie nicht haben sollen, förmlich einredet. Ich habe das selbst erlebt – wenn ein Priester deinen Jungen, bevor er selbst auch nur entfernt daran denkt, bereits schon in die Mangel nimmt, damit er nur ja im Internet nicht auf Pornoseiten geht oder sonstige Sünden begeht… und dein Kind stellt dir Frage, aus denen du entnimmst, dass der Priester eine schmutzige Phantasie hat, dein Kind aber davon aufgrund seiner Jugend noch weit entfernt ist…manchmal denke ich sehr wohl, diese Frömmler reden die Probleme geradezu genüsslich herbei, v.a. wenn sie sie dann im Beichtstuhl wieder abhandeln können und so subtile Macht über weiche Herzen bekommen und sie womöglich auf diese Weise verderben. Das alles hat ja zwei Seiten. Und dem ach so ums Seelenheil besorgten Priester darf man oft misstrauen – das ist meine Erfahrung. Die haben selber massive Probleme…

    Mein Sohn aber sagte genau das: Mama, bei den Tradis hab ich nie gehört, dass Gott mich liebt. Die wissen bloß, was man darf und was nicht, und das bis ins Detail.

    Das alberne Hosenthema bei Mädchen kann man nur als eine Pathologie der Tradis bezeichnen. Wer das von außen kommend zum ersten mal hört, denkt, die ticken doch nicht richtig, denn es ist – Vernunft vorausgesetzt – völlig abwegig, was sie vorbringen. Ob die Gottesmutter Hosen getragen hätte? Welch eine bescheuerte Frage! Kann sich hier jemand Jesus im Herrenanzug vorstellen oder mit Monokel?
    Jesus und Maria waren aber ganz sicher gekelidet wie die „lilia agri“… und welche Vielfalt gibt der Schöpfer selbst den Feldblumen…
    Das ist wirklich ein intellektueller Offenbarungseid, wenn Leute so argumentieren – findet man aber alles im Piuslager, ich weiß.

    Erziehung bleibt eine Gratwanderung.
    Ich würde anregen, für die eigenen Kinder zu beten, sie immer anzunehmen, ihnen aber auch klare Grenzen zu setzen, allerdings mit Vernunft und einer gewissen geistigen Reife. Mädchen zum Losertum anzuregen, indem sie keine Hosen tragen dürfen – das gehört bestraft und hat mit Christsein nichts zun tun.
    Für Christus leiden liegt nicht auf der Ebene neuzeitlichen Beinkleidmoden.
    Ich merke gerade wie ich schamrot werde – es ist nicht zu fassen, auf welchen Niveau sich der Traditionalismus eingependelt hat.

    • Die Aussage des Kindes ist völlig richtig nur ist es nicht der traditionelle Glaube der das nicht sagt sonder die verbitterung vieler Traditionalisten und die schlechten Früchte sehen wir schon zum Teil radikales zurück gehen der Gottesdienst Besucher und ein klar wahrnehmbarer Einbruch bei den Berufungen

  4. Ich finde, dass ihr Recht habt, mit dem was ihr schreibt. Religiöse Erziehung und Werte-Erziehung funktioniert in erster Linie über das Vorleben.
    Ich muss meine Kinder nicht zum Beten zwingen, das ist keine Aufgabe die abgehakt werden muss, sondern ein Bedürfnis. Ich zeige es ihnen, ich lebe es ihnen vor.
    Mehr kann ich eh nicht tun – außer Gott vertrauen.

  5. Zu den einzelnen Vorschriften:

    ad 1. Mit diesem Thema hat sich Chesterton schon befaßt, deshalb nur die kurze Übersetzung eines Auszugs:

    „Der moderne Zyniker schießt noch einen anderen Bock, was den moralisierenden Geschichtenerzähler betrifft. Ersterer denkt immer in der ihm eigenen zynischen Art, daß ein Hauch Korruption in der Idee einer Belohnung liegt, wie bei dem Kind, das wie in Stevensons Vers sagt: ‚Every day when I’ve been good, I get an orange after food.‘ Dem Mann, den Erfahrung unwissend gemacht hat, erscheint dies immer als vulgäre Bestechung des Kindes. der moderne Philosoph weiß ganz genau, daß es schon eine sehr große Bestechungssumme sein müßte, die ihn dazu bewegte, das Gute zu tun. […] Der solide preis erscheint als ganz verschieden von der seltenen, unwilligen Arbeit. Dem Kinde aber erscheint das nicht so. […] Denn das Kind ist kein Manichäer. Es denkt nicht, daß Gutes und Gutsein von Natur aus getrennt sind. Ihm gehören das Gutsein und das Geschenk des goldenen Apfels, Orange genannt, beides Teile eines substanziellen Paradieses und gehören von Natur aus zusammen. In anderen Worten sieht es sich als, im Normalfall, mit den natürlichen Autoritäten freundschaftlich verbunden; für gewöhnlich nicht als im Streit oder in Verhandlungen mit ihnen stehend. Auch in ihm sind, versteht sich, die üblichen selbstsüchtigen Hindernisse und Mißverständnisse, aber in seinem Herzen hält er es nicht für komisch, daß seine Eltern ihm gut seien, in der Größenordnung einer Orange, oder daß er zu ihnen gut sein sollte, in der Größenordnung einiger elementarer Experimente in gutem Benehmen. Er fühlt sich in keiner Weise korrumpiert. Wir allein, die wir den verbotenen Apfel bzw. Orange gegessen haben, halten Vergnügen für eine Bestechung.“

    (Autobiographie II)

    Oder anders: Gebet ist natürlich auch eine gewisse Anstrengung. Warum es nicht durch eine ganz natürliche Motivation belohnen? Nach der Meß die Maß und nach dem Vaterunser, wie beim hl. Konrad, ggf. die Breze. (War das eine Breze oder war’s ein Stück Brot?)

    ad 2. Auch wenn Religion kein Ersatz für gutes Benehmen sein sollte – und man könnte durchaus eigens noch erörtern, ob und in welcher Weise das stimmt und ob und in welcher Weise man das so sagen sollte, aber lassen wir das an der Stelle, vielleicht ja in einem Unterkommentar noch – so ist trotzdem gar nichts verwerfliches daran, für das Erlassen einer Strafe ein anderes, religiöses, Bußwerk zu verlangen. Völlig in Ordnung sowas. Vorausgesetzt die Strafe war an sich in Ordnung, klar.

    ad 3: Christen sind auch nur Menschen. Wer will es einem christlichen Elternpaar verdenken, wo doch alle Welt landauf, landab behauptet, die Religion sei doch nur dann nütze und bestehe vor allem darin usw., sich moralisch zu verhalten – wo man ihr sogar noch zugestehen muß, daß das zwar nicht *so* stimmt, aber *etwas* Wahres halt doch drinsteckt – daß sie dann die Gelegenheit, daß sie denselben Glauben wie ihr Kind haben, halt auch mal ausnützen und ihm ein religiöses Schuldgefühl einreden, wenn es wirklich was getan hat.

    Der entscheidende Knackpunkt ist „wenn es wirklich was getan hat“. *Das* ist natürlich für derart drastische Maßnahmen vonnöten, und deshalb braucht es – ceterum censeo – eine präzise, detaillierte Kasuistik, in der das Verpflichtende vom bloß Empfehlenswerten und das Empfehlenswerte von den bloßen Vorlieben (in dem Fall der Eltern) schärfstens geschieden ist, aber *wenn* (sagen wir: das Kind beginnt eine Rauferei hinterrücks, wenn sein Gegner nichts ahnt) – dann ist „Dein Schutzengel weint, entschuldige dich“ durchaus angebracht. Und jedenfalls angenehmer als eine viertelstündige Standpauke, die auf dem Naturrecht (sei es das echte oder das, was die Moderne dafür hält) aufbaut.

    ad 4: Der Mahnung, Gott nicht als Spielverderber darzustellen, ist natürlich gänzlich zuzustimmen. (Deshalb verdirbt Er uns, nebenbei bemerkt, auch nicht *den* Spaß, der darin besteht, uns in exklusiv christlichen Grüppchen zusammenzufinden und dabei Jargon zu reden.)

    Das konkrete Beispiel ist dazu allerdings recht unpassend, da das, was man landläufig bei Mädchen unter Spaß mit einem Freund versteht, nun einmal tatsächlich mit vollem Recht von den christlichen Eltern verboten werden wird.

    (Wieder: wie viel und wie oft die Eltern an ein dahingehend widersetzliches Mädchen, dito vice versa einen Buben, hinreden müssen, ist eine Klugheitssache und gar nicht so leicht: aber verboten haben müssen sie’s einmal, das wird sich kaum bestreiten lassen.)

    ad 5: völlig richtig. Einziger Kritikpunkt: kommt das denn tatsächlich in nennenswertem Ausmaße vor?

    ad 6: Dem Ratschlag „keine sexuelle Verklemmtheit“ kann man zustimmen, sofern nur (wohinter aber ein dickes Ausrufezeichen zu setzen ist!) das Wort „verklemmt“ bzw. „prüde“ tatsächlich im Sinne der katholischen Lehre wird. Es dürfte aber kein Geheimnis sein, daß in heutigem Sprachgebrauch alles, was auch nur in die Nähe des sechsten Gebotes hineinragt, als verklemmt und prüde gilt und in *diesem* Sinne wäre zu sagen: wir müssen eben verklemmt sein. (Es kommt immer alles auf den Sinn der Worte an!)

    Ohnehin, was das Beispiel betrifft: es gibt nun einmal Dinge, die braucht tatsächlich erst der Verheiratete zu wissen.

    ad 7: Das Beispiel hat mit dem Ratschlag nichts zu tun. Es hat mit Losertum nichts zu tun, als Mädchen einen Rock zu tragen. Der Satz „kannst du dir die allerseligste Jungfrau Maria in Hosen vorstellen“ ist freilich falsch, schon deshalb, weil die vernünftige Antwort darauf wäre „ja schon“, aber vor allem, weil er etwas als moralische Vorschrift hinstellt, das keine ist; aber er fordert nicht zum Losertum auf.

    Übrigens: Sicher wäre es falsch, so zu tun, als müsse ein Christ pflichtmäßig ein Loser sein. Nur ist wohl trotzdem nicht *alles* daran verkehrt, wenn bisweilen der Erfolgreiche andauernd kritisiert und manchmal so harte Forderungen gestellt werden, daß man sich denkt, da müsse man ja geradezu zum Loser werden.

    Denn auch der Loser ist nur ein Mensch. Der Erfolgreiche ist erfolgreich, der verzweifelt schon nicht. Aber der Loser! Wenn der sich nicht alle paar Wochen dann mal denken kann „und trotz all meiner Sünden, immerhin bin ich ja tatsächlich religiös“, woran soll sich der denn *dann* festhalten?

    ad 8: Der Satz „ich muß mich bei Dir nicht entschuldigen, denn Du mußt mich ja ehren“ ist, wo er denn tatsächlich fallen sollte, tatsächlich völlig falsch. Zustimmung.

    ad 9: Überheblichkeit ist in der Tat immer schlecht. Eine Aussage wie „ich bin dein Vater, deine Mutter; ich bin viel älter und erfahrener als Du; und Du liegst mir wirklich am Herzen; und ich sag mal so, meine drei Rosenkränze am Tag werden auch nicht schaden: ich werde das wohl besser wissen“ wäre das aber nicht.

    >>Und zu guter Letzt: Wenn ihr eure Kinder wirklich zu Gott hin – „gottesfürchtig“ – erziehen wollt, lehrt sie bloß nicht das „Gottfürchten“!

    Die Theologen nennen das hier Gemeinte die knechtische Furcht, und es ist ein Dogma, daß die etwas Gutes ist.

    >>Denn dabei lernen die Kinder […] dass er belohnt, wenn man Gutes tut und bestraft, wenn man mal etwas Falsches macht.

    Über die völlig unnötig kindliche Ausdrucksweise „mal was Falsches“ sage ich mal weiter nichts… außer das, was ich jetzt eh gesagt habe…

    Aber exakt das ist bekanntlich eine katholische Wahrheit, die im alten „Gottesdienst“ sogar unter den fünf Grundwahrheiten gelistet ist.

    „Ich bin [hier steht der Gottesname], langmütig und reich an Huld, der Schuld und Frevel hinwegnimmt, der aber den Sünder nicht [wohl gemeint: nicht ganz] ungestraft läßt.“ (Ex 20,7)

    Und wie in Anlehnung an einen Psalm (118?) das Kirchenlied singt: „Nicht sterben werd ich, sondern leben; gezüchtigt wurde ich vom Herrn, dem Tode aber nicht gegeben: drum lob‘ ich Gottes Taten gern“. Der Herrgott ist nuneinmal geheimnisvoller, als wenn man Ihn auf einen Begriff, und sei’s der der Liebe (so wie wir sie verstehen) bringen wollte. Und das ist auch gut so: The riddles of God are more satisfying than the solutions of men. (Chesterton, meines Wissens „Introduction to the Book of Job“)

  6. Zum Artikel:

    >>„Aber wir sind es unserem Kind doch schuldig, dass wir es von der Sünde fernhalten!“ Dieses Muster findet sich in der Argumentation jedes Moralisten: „Es ist doch meine Verantwortung, dass ich dies und das verbiete; dies und das als Todsünde bezeichne!“

    Genau dies ist zunächst einmal so völlig richtig.

    [Es ist eine ganz andere Frage, in welcher Form und wann das denn zweckmäßigerweise zu geschehen habe – wie alle Klugheitssachen schwierig im Detail. Aber *prinzipiell* stimmt es auf jeden Fall, und daher geht es nicht an, wie es der Artikel tut, das als prinzipiell falsch herauszustellen.]

    >>„Niemand seid ihr etwas schuldig, außer der Liebe zueinander.“ (Röm 13,8)

    Tendenziöses Strohmannargument. Selbstverständlich ist nämlich genau die Liebe die Motivation dafür, von der Sünde abzuraten – ebenso wie die Liebe dafür die Motivation sein kann, wegen der Gefahr der Verstockung dieses Abraten zu unterlassen. Auch in letzterem Fall darf man aber zumindest, wenn man direkt gefragt wird, nicht lügen, denn jeder ist sich selbst der Nächste.

    [„Jeder ist sich selbst der Nächste“ wird in übrigens einem mir bekannten alten Moraltheologielehrbuch als selbstverständliche Maxime zitiert – so lebensnah ist die katholische Kirche.]

    >>Wir müssen uns den Nächsten gegenüber öffnen und uns selbst kleinmachen, anstatt uns über andere zu erheben, weil wir meinen, ein besserer Mensch weil ein (besserer) Christ zu sein.

    Das ist nicht nur ein Strohmann, sondern sogar noch, mit Verlaub, ein diffamierender. Als ob Überheblichkeit allein der Grund dafür sein könnte, das erste bis vierte (und, for that matter, das fünfte und sechste) Werk der Barmherzigkeit zu üben!

    >>warum wollen wir diese Liebe in unseren religiösen Grüppchen „einsperren“, anstatt sie in die Welt zu tragen?

    Auch das ist eine Unterstellung. Niemand will einsperren. Im religiösen Grüppchen ist’s halt leichter – und auch wenn das heute zu den wenigen Dingen gehört, auf die man noch ungeniert schimpfen darf, ist dennoch eine gewisse Bequemlichkeit keineswegs eine Sünde (nämlich wenn sie trotzdem noch pflichtbewußt ist), geschweige denn die Sünde aller Sünden (was nicht einmal echte Faulheit ist).

    >>Baut eure Ängste ab, öffnet euch für die Menschen in der Welt und hört auf, euch in pseudo-christlichen Gruppen zu verstecken!

    Irrationale Ängste abbauen ist immer gut, naheliegende Befürchtungen, die in realistischer Selbsteinschätzung bestehen, abbauen jedoch umso weniger. Pseudochristliche Gruppen sind per definitionem immer schlecht, ich denke jedoch, dem Zusammenhang nach sind aber eben die gläubig christlichen Zirkel gemeint, bei denen es erst einmal geradezu eine Verleumdung ist, sie pseudochristlich zu nennen, und zweitens: Wo bitte steht die Vorschrift, daß ein Christ keinen Rückzugsraum haben darf, in dem auch er es einmal ein bißchen gemütlich hat? Wo denn? Wo?

    • Nebenbei:

      Doch um diesen Auftrag in seinem ganzen Ausmaß erfüllen zu können, müssen wir selbst erst einmal nicht nur die Liebe Gottes in uns spüren […]

      Auch wenn der Artikel auf etwas anderes hinauswollte: Da er dieses „die Liebe Gottes in uns spüren“ etwas unhinterfragt als die Grundvoraussetzung ansieht, zu der dann allenfalls die Nächstenliebe noch kommen muß, sei gesagt:

      That’s charismatism, Patrick.

      Daß man die Liebe auch spürt, mag der Normalfall sein, dieser kennt aber jedenfalls auch Ausnahmen, und dies ist v. a. *nicht* dazu erforderlich, den Auftrag in seinem ganzen Ausmaß zu erfüllen.

  7. Ich gehe üblicherweise nur auf den Artikelinhalt ein, wenn ich etwas kommentiere, aber da dieser Artikel ausführlich auf diesen Blog selbst eingeht, sei zu dem Thema soviel gesagt:

    1. Daß etwas wehtut, ist immer ein Übel, auch wenn es gelegentlich ein notwendiges sein sollte. Wenn also ohne weiteren Kommentar gesagt wird, Cathwalk sei wie ein Mückenstich, ist das genaugenommen ein Selbsttadel.

    2. Daß man gewissen Tendenzen in gewissen Kreisen mit Recht entgegentritt, heißt nicht, daß man in die (im volkstümlichen Sinne verstanden) gleiche Richtung immer mehr sticheln und zustechen kann und dabei doch im Recht bleibt. Wie das Sprichwort sagt, man kann auf beiden Straßenseiten in den Graben fahren; und was sollte ein Katholik vertreten? Die Wahrheit bzw. (sagen-wir in nicht lehramtlich geklärten Angelegenheiten) das, was er für die Wahrheit hält. Allein die Tatsache, daß der Diskussionsgegner viel schlimmer ist, taugt unter vernünftigen Menschen nicht als Argument und unter Katholiken mithin auch nicht.

    • Da kommen wir jetzt zu einer Grundsatz Diskussion die man hier vielleicht mal im größeren Stil halten sollte:
      die Zeiten sind für „gute Katholiken“ auch eine emotionale Katastrophe es entwickelt sich alles anders als man es wünscht Dinge die Jahrhunderte funktioniert haben werden plötzlich abgelehnt es gibt momentan die verschiedensten Formen des Zusammenlebens in der Gesellschaft
      Was ist die Reaktion darauf ?
      Man reagiert mit Reflexen alles moderne ist schlecht nur eine Frau die Rock trägt ist katholisch leider muß man dazu sagen daß die kirchenpolitische seit 1975 diese Entwicklug extrem gefördert war die Priorate und Messzentren die Oasen des Glaubens sind werden immer mehr zu Bunkern mit einer Stimmung wie in Hitler Bunker im Frühjahr 1945
      Andere wiederum jagen übernatürlichem nach wenn sie von einem neuen Ersccheinungsort hören ist die erste Frage „wo ist das nächste Reisebüro“
      also man kapselt sich in seiner Welt ab und bestätigt sich nur mehr gegenseitig in den Meinungen und Vorurteilen das problem ist auf Außenstehende wirkt das Abstoßend es gibt auch andere Konfessionen aber die Pfingstler z.b. machen das wesentlich angenehmer jung dynamisch und haben daher extreme zuwächste
      Eine kleine Anekdote aus meinem Tagebuch zum Abschluß
      im Jahr 2012 am 27 Juli war ich mit meinem Assistenten auf einer Beerdigung eines treuen Mitglieds der Piusbrudrschaft in Wien der Friedhof war extrem weit weg man konnte nur mit einem Autobus zurüch zur U Bahn und wie wird da durch die Einöde zuckeln beginnen ca 4 Tradis zu diskutieren beim aussteigen fragt mich eine Dame „Sagen sie haben die Leute für ein Theaterstück geübt?“ ich meinte nur „Nein gnädige Frau das ist die Realität dieser Leute“

      • …zumindest als Gelegenheit für manchen, für den eine abweichende katholische Meinung bereits die „Aufforderung zum Tanz“ darstellt, rückhaltlos von der Tastatur Gebrauch zu machen. Wie ich die Dinge so im Einzelnen sehe, läßt sich auf meinem Blog gut verfolgen.

  8. Ist ja ganz nett, was da im Artikel so schön geschrieben wird. Kommt aber für viele 50 und mehr Jahre zu spät. Damals wäre solch ein Christentum revolutionär gewesen, so ist es eher dem Zeitgeist geschuldet…

    • @Hofrat
      Ich wollte mit meiner etwas kritischen Anmerkung eigentlich nur den Blick auf die Zeitbedingtheit des scheinbar so modernen Artikels hinweisen.
      Vor 50 und mehr Jahren gab es z.B. noch nicht die Pille und kein breites Allgemeinwissen über natürliche Verhütungsmethoden.
      Da war selbstverständlich die Erziehung und Moral anders als heute in breiten Schichten der Gesellschaft.
      Es ist sehr billig, aus heutiger Warte und mit den derzeitigen kirchlicherseits erlaubten -geschweige den unerlaubten -Möglichkeiten auf frühere Generationen von katholischen Eltern und Erziehern herabzublicken und deren Erziehung und Moralgebote madig zu machen.
      Wie es von heute an gerechnet in wiederum 50 Jahren aussehen wird, können wir uns derzeit wohl kaum vorstellen.
      Ich nehme daher den obigen Artikel bzgl. der rechten Erziehung zur Gottesfurcht augenbrauenhochziehend zur Kenntnis und verfahre auch dabei nach dem bewährten biblischen Grundsatz „Prüfet alles – das Gute [davon] behaltet [aber das Schlechte tretet in die Tonne].

      • ich denke es geht darum daß man nicht die Vergangenheit verklären sollte oder 50iger Jahre spielen leider wird das auch einigen Priestern gefördert
        hier ein Beispiel
        http://www.fsspx.at/de/zur%C3%BCck-zur-natur
        hier wird eine unsägliche Verklärung ja verkitschung betrieben
        so war die Kirche nie
        auf die objektiv falschen Aussagen will ich hier gar nicht eingehen

    • Ich will nur für etwas mehr Verständnis und Reflexion hinsichtlich der Lehre früherer Zeiten plädieren. Wie heutige „Tradis“ ticken, interessiert mich eher nicht.

  9. Liebe cathwalker, vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag.

    Ich habe lange nach deutschen Pendants zu den amerikanischen Blogs und Portalen der katholischen Welt gesucht, bei euch bin ich fündig geworden. Verfolge euch nun schon seit ein paar Wochen und bin immer wieder überrascht, was für gute Themen ihr bringt. Macht weiter so, ich schließe Euch in mein Gebet ein.

    P.S: http://www.thecathwalk.de ist mittlerweile mein Startbildschirm, wenn ich den Browser öffne:)

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