The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Kategorie: Allgemein (Seite 1 von 68)

Theologie des Leibes

Die Theologie des Leibes Reihe: #1 – Der Horizont

Das Wort Horizont kommt vom altgriechischen ὁρίζων – horízōn und meint die Grenzlinie zwischen der sichtbaren Erde und dem Himmel. Genau diese Definition braucht es hier am Anfang einer Serie über Wahrheit, Schönheit und eine alles überstrahlende Kraft. Es geht darum, dass sie entdeckt, mit dem Verstand erfasst und in unserem Herzen verinnerlicht wird!

Von Christian Schallauer

Lernen wir wieder das Staunen!

Warum beginne ich diese Serie mit dem Wort „Horizont“? Wer die Katechesen des hl. Johannes Pauls II. kennt oder sich schon mit der Thematik befasst hat, würde „Horizont“ nicht unbedingt als Schlagwort oder oft verwendete Definition bezeichnen. Eros & Agape, die Keuschheit, die bräutliche Liebe, das Sakrament der Ehe und noch viele weitere Begriffe, sind fundamental für die „Theologie des Leibes“ (TdL). Ich werde in dieser Serie noch viele davon – auch sehr praktisch – beleuchten. Aber – und das ist unglaublich wichtig – bevor wir diese Lehre über den Leib vertiefen wollen, müssen wir eines tun:   unseren Verstand öffnen, den Blick auf die Großaufnahme richten und wieder staunen lernen!

Der Aufstieg

4 Uhr nachts, es ist kalt, ich stehe am Parkplatz und lege die Stirnlampe an, es ist still – unheimlich still – und ich denke darüber nach, ob es eine gute Idee war, den Berg in der Finsternis allein zu besteigen und den Sonnenaufgang zu sehen. Ich mache mich auf, im Licht meiner Lampe versuche ich den Weg zu erkennen und mich vom starken Gefühl des Unbehagens nicht irritieren zu lassen. Mit zunehmender Anstrengung und Konzentration verspüre ich immer mehr Freiheit und Sehnsucht am Gipfel zu stehen. Meine Sorgen, mein Alltag, meine Probleme der vergangenen Tage verschwinden zusehends – nicht, dass sie sich auflösen –, aber es ist, als würden sie hier draußen wieder das richtige Format erlangen, relativiert werden durch die Präsenz des Berges und der Natur!

Dann, nach drei Stunden Aufstieg, stehe ich auf meinem Lieblingsberg – mit einer Emotion und vor einer Kulisse, die ich hier noch nie so erlebt habe! Mir bietet sich ein Panorama, das mich aufs Tiefste bewegt, ein Nebelmeer unter mir, die aufgehende Sonne – ganz zart und lieblich – vor mir. Und ein Horizont, der mir die Sicht aufs Leben zurechtrückt, über mir. Ich bin voller Freude, ja überfließe vor lauter wunderbaren Eindrücken. Mein Horizont des Lebens verschiebt sich, wird neu justiert und findet seinen Platz. Ich stehe hier, staune über diese gewaltige Schönheit und darüber, wie sehr sie mich erfüllt!

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"Schönheit wird die Welt retten"

Schönheit wird die Welt retten – Luthers Lehre und die katholische Antwort

Am 31. Oktober 2017 jährt sich der Thesenanschlag Martin Luthers an die Schlosskirche in Wittenberg zum 500. Mal. Ob der Thesenanschlag historisch ist, bleibt umstritten. Unbestritten bleibt, dass die Reformation in diesen Zeiten begann und 1521 zur Exkommunikation Luthers führte. Die Kirche hat Luthers Lehre damals abgelehnt und tut es bis heute. Das liegt auch daran, dass sie anders über Schönheit und den Menschen denkt.

Martin Luthers Leben: „Wie finde ich einen gnädigen Gott?“

Die Kirchenhistoriker sind sich heute weitgehend darüber einig, dass die Frühe Neuzeit eines der „kirchenfrömmsten Zeitalter überhaupt“ (Bernd Möller) war. Die Polemik Pius X.‘ der Gott der Reformatoren sei der Bauch gewesen (Enzyklika „Editae saepe“ von 1910), erklärt nicht die ernste und lebenslange Gottsuche der Reformatoren und die Bereitschaft alles dafür zu geben. Nicht die Ernsthaftigkeit, sondern die Richtigkeit der Reformationstheologie muss angefragt werden.

Blick in das Fresko der Kuppel der Kathedrale von Florenz. Di Livioandronico2013 – Trasferito da en.wikipedia su Commons., CC BY-SA 4.0,

Prägend für die Gottsuche Luthers waren seine Jahre als Augustinermönch von 1505 bis 1521. Seine Grundfrage war die nach einem gnädigen Gott. Luther erlebte sich selbst als schwach und sündig, als unfähig heilig zu leben. Er fühlte sich ständig von der bösen Begierlichkeit, der so genannten „Konkupiszenz“ gefangen. Sein Menschenbild war von Augustinus‘ Anthropologie und schlechten Erfahrungen geprägt. Solche soll er nach Behauptungen einiger Zeitgenossen auf seiner Romreise 1510 gemacht haben. Aber auch hierüber gibt es keine historische Gewissheit. Allerdings scheint die Lücke zwischen Idealismus und Realismus Luther letztlich in den Pessimismus geführt zu haben: Er erfuhr, dass er auch im Kloster nicht heilig wurde, ja, dass das Kloster auch nichts anderes war als Welt, dass die Mönche nicht ihren Gelübden genügten und die Heilsangst niemals wich. Auch sah er, wie Ablasshandel und Machtmissbrauch der Kirche zusetzten.

Geißelung und Marter, Buße, Schweiß und Tränen: Luther mühte sich ab, und doch hatte stets den Eindruck sein Ziel nicht zu erreichen: Gottes Gnade.

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1000plus-Kongress in Fürstenfeldbruck

Netzwerk der Nächstenliebe

Das Projekt 1000plus berät Frauen im Schwangerschaftskonflikt. Beim diesjährigen Kongress steht die „Kultur des Lebens“ im Vordergrund.

Von Simon Püschel

Wie viele Köpfe braucht es, um die Welt zu verändern? Wenn man sich beim Kongress von 1000plus umhört, bekommt man den Eindruck: Vielleicht reicht es ja, wenn sich einige Hundert zusammentun. Denn so viele Menschen haben sich am vergangenen Wochenende in Fürstenfeldbruck bei München versammelt, um eines zu feiern: das Leben.

Das Podiumsgespräch
Foto: 1000plus

Seit acht Jahren geht es bei dem Projekt 1000plus um nichts anderes. Das Projekt hilft Schwangeren in Not, hat für jede Frau ein offenes Ohr – und sucht Lösungen, damit sich keine für eine Abtreibung entscheiden muss. Aber warum ist das überhaupt nötig? Warum wirkt die Abtreibung im gesellschaftlichen Diskurs manchmal wie eine plausible Antwort auf eine Schwangerschaft – obwohl sie es nie ist. Vielleicht weil es da zu viel Halb- und Unwissen gibt, weil zu viele falsche Floskeln und Begriffe herumschwirren, vom „Selbstbestimmungsrecht der Frau“ bis zur “

Das zweitägige Treffen stand unter dem Motto „Kultur des Lebens“ – eine Formulierung, die Papst Johannes Paul II. mit seiner Enzyklika „Evangelium vitae“ zu einer Kernidee seines Pontifikats gemacht hat. Dass diese Gedanken vom Wert des Lebens auch heute noch aktuell sind – vielleicht aktueller denn je – zeigte sich im gesamten Lauf des Kongresses, der die Freude am Leben in ganz unterschiedlichen Formen zum Ausdruck brachte.

ideaHeute vom 30. Oktober 2017

Was die Deutschen mit dem 31. Oktober verbinden – Kardinal Koch zur #Reformation: Dank und Buße gehören zusammen – 1000plus: „Ja zum Kind“ stärken

Posted by idea on Montag, 30. Oktober 2017

Ab Min. 1:40

Am Anfang steht eine Podiumsdiskussion. Aus allen Teilen Deutschlands, auch aus Österreich, den Niederlanden, der Schweiz und Slowenien sind die Interessierten gekommen. Im heimeligen Säulensaal des Veranstaltungsforums Fürstenfeld kommen sechs Diskutanten zusammen, die aus ihrer täglichen Praxis wissen, was es heißt, für das Leben einzustehen – und die dabei ganz unterschiedliche Blickpunkte haben. Kristijan Aufiero ist der Initiator von 1000plus. Er hat das Wachstum der Organisation hautnah miterlebt, die mittlerweile Tausende Frauen im Jahr berät. Doch wie würde das gehen ohne die Unterstützer des Projekts, die den Großteil des Publikums ausmachen – oder sogar auf dem Podium sitzen. Denn mit Thomas Maria Renz, Weihbischof im Bistum Rottenburg-Stuttgart, ist ein Kirchenvertreter nach Fürstenfeldbruck gekommen, der die Arbeit von 1000plus seit Jahren mit Herzblut unterstützt. Er stellt die Aktualität der Thesen von „Evangelium Vitae“ heraus – und zeigt sich gleichzeitig nachdenklich darüber, warum sie dennoch nicht in der nötigen Breite rezipiert werden. Auch aus eigener Erfahrung weiß Renz: Das Thema „Wert des Lebens“ ist kein einfaches, keines mit dem sich sofort Zustimmung generieren lässt: ein Thema, bei dem oft Vorurteil über Wissen siegt – und das gerade deswegen immer wieder aufs Tapet gebracht werden muss. Aber ein Problem gebe es, sagt Renz, wenn Bischöfe über das Thema Abtreibung sprechen: Als Männer würde man ihnen oft nicht zutrauen, die Sache ganz aus eigener Perspektive verstehen zu können. Was es deswegen bräuchte, seien Frauen, die mit ihrer Meinung für den Wert des Lebens bürgen würden.

Weihbischof Thomas Maria Renz | Foto: 1000plus

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1000plus-Kongress in Fürstenfeldbruck

Perspektiven einer Kultur des Lebens

Was wäre, wenn wir es in der Hand hätten, unsere Gesellschaft zu verändern – hin zu einer Kultur des Lebens. Darüber spricht Kristijan Aufiero, Leiter von 1000plus, mit seinen Gästen:

Thomas Maria Renz 
Weihbischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Sr. Anna Franziska Kindermann
Generaloberin der Franziskanerinnen von Sießen

Markus Rode
Leiter Open Doors, Kelkheim 

Dr. Harald Schätz
Logotherapeut in Starnberg, Aufsichtsratsvorsitzender von Pro Femina e.V. 

Cornelia Lassay
Leiterin der Pro Femina-Beratungsstelle Heidelberg 

 

 

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Seligsprechungsprozesse

Einflussreicher katholischer Denker

Biografie des Theologen, Religionsphilosophen und Jugendseelsorgers Romano Guardini (1885-1968)

Romano Guardini (1885-1968) war Priester und Professor für Religionsphilosophie und christliche Weltanschauung. Er war prägend für die Liturgische Bewegung und die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) und gilt als einer der einflussreichsten katholischen Denker des 20. Jahrhunderts. Er wirkte als Universitätsprediger an der Universitätskirche St. Ludwig in München und war einer der Mitbegründer der Katholischen Akademie in Bayern.

Romano Guardini, © Kath. Akademie in Bayern

Romano Michele Antonio Maria Guardini wurde am 17. Februar 1885 in Verona geboren. Seine Eltern siedelten 1886 nach Deutschland um und gründeten eine Importgesellschaft in Mainz, wo Romano Guardini aufwuchs und 1903 das Abitur am Mainzer Rabanus-Maurus-Gymnasium ablegte. Guardini studierte in Freiburg und Tübingen Theologie und wurde 1910 im Mainzer Dom zum Priester geweiht. Als Kaplan war Guardini in Heppenheim, Darmstadt, Worms und Mainz tätig. Seine Promotion über die Lehre des heiligen Bonaventura von der Erlösung schloss er 1915 in Freiburg ab. Am Programm des 1918 neugegründeten „Matthias-Grünewald-Verlags“ wirkte Guardini maßgeblich als Berater mit. Guardinis Schrift „Vom Geist der Liturgie“ (1918) erlangte rasche Verbreitung. Sie war ideenleitend für die Liturgische Bewegung und die Liturgische Erneuerung. Nach dem Tod des Vaters und der Rückkehr der übrigen Familie nach Italien entschloss sich Guardini, der bereits 1911 die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hatte, in Deutschland zu bleiben. 1922 wurde er in Bonn habilitiert.

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DE MAIZIÈRES VORSCHLAG

Das Kreuz mit dem Islamischen Feiertag

Ein Kommentar von Marco F. Gallina

Die Forderung ist nicht neu, hat aber seit dem Vorstoß des Innenministers an neuer Kraft gewonnen: Deutschland braucht einen Feiertag für die Muslime im Land. In diesem Kontext sorgte die Nachricht, dass auch „die Katholiken“ einen solchen wünschten, für zusätzliche Aufmerksamkeit. So zu lesen in der ZEIT, von vielen anderen ähnlich formuliert. Die Nachricht kursierte, die Reaktionen waren irritiert, dass sich offensichtlich die Katholische Kirche in Deutschland für diesen Vorschlag ausspreche.

Die Artikel waren verkürzt. Nicht etwa „die Katholiken“ oder Bischöfe hatten den Vorstoß gewagt, sondern das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Nun ist dies eine Laienorganisation, zwar eine nicht unwichtige, aber weder „die“ Vereinigung der deutschen Katholiken, noch das repräsentative Vermeldungs- oder Entscheidungsgremium. In der Blogozese wird über diese Organisation weitaus mehr geredet und – nicht gerade positiv. Man geht dort soweit, das „ZdK“ nur in Anführungszeichen zu setzen. Das ZdK sieht sich demokratisch legitimiert, in Wahrheit sitzen als sog. „Dazugewählte“ im Rat auch 45 Personalien aus Politik und Gesellschaft, die – meiner Meinung nach – weniger ein Aushängeschild des Katholizismus in Deutschland sind, sondern mehr eine Verwebung mit Landes- und Bundespolitik, sowie den tonangebenden Medien in Deutschland darstellen. Neben den Ministerpräsidenten Malu Dreyer, Annegret Kramp-Karrenbauer und Winfried Kretschmann ist auch Peter Frey, der Chefredakteur des ZDF, Mitglied der dortigen Vollversammlung. Abgesehen von solchen Details (die eher an die ideologische Ausrichtung und die Organisation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks denken lassen als an eine gewöhnliche katholische Laienorganisation) weicht das ZdK in manchen Fragen auch von der katholischen Lehre ab, so in Fragen des „Schwangerschaftsabbruchs“ (Stichwort Donum vitae) als auch beim Frauendiakonat oder der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare.

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Oscar Wildes erstaunliche Bekehrung zum Katholizismus

Nach seiner Geburt in Dublin (Irland) im Jahr 1854 wurde Wilde in der anglikanischen Kirche getauft. Seine Mutter Jane war jedoch vom Katholizismus angezogen und ging häufig zur Heiligen Messe. Als Oscar klein war, bat sie den örtlichen Priester, ihre Kinder im katholischen Glauben zu erziehen; man weiß aber nicht, ob Jane sich je offiziell der Kirche angeschlossen hat.

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