The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Kategorie: Allgemein (Seite 1 von 92)

Zölibatsdebatte

Warum verheiratete Männer nicht den Priestermangel lösen werden

Von Mary Rezac

DENVER, (CNA Deutsch).- Das Thema Priestermangel ist akut und die Meinungen dazu so kontrovers wie die Lösungsansätze. Doch was sind die Fakten?

Der Zölibat: Am besten in der „vita communis“.

Auch wenn die Lage in einigen deutschen Diözesen besonders dramatisch ist: Tatsächlich fehlt es der Weltkirche in vielen Regionen an Priestern. Wie eine Untersuchung der Georgetown Universität zeigt, ist die Zahl der Kleriker im Verhältnis zur Zahl der Gläubigen gesunken. Anders gesagt: Die Zahl der Katholiken pro Priester steigt.

1985 kamen auf einen Priester in der Weltkirche im Durchschnitt 1.895 Gläubige. Im Jahr 2012 waren es 3.126, so eine Studie von Georgetowns „Zentrum für Angewandte Apostolatsforschung“, CARA (Center for Applied Research in the Apostolate).

Papst Franziskus hat sich zum Priestermangel in seinem Interview mit der „Zeit“ geäußert. Was er sagte, wurde weitgehend ignoriert – bis auf einen Punkt: verheiratete Priester. Dieser machte Schlagzeilen.

Papst Franziskus öffnet ein Fensterchen zur Freiheit„, titelte etwa der „Münchner Merkur“. „Papst Franziskus bringt frischen Wind in Zölibatsdebatte„, meldete der Wiener „Standard“.

Nun schlug der Papst natürlich nicht vor, dass Pfarrer Huber von nebenan sich eine Ehefrau suchen sollte.

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Evangelischer Kirchentag 2017

Hurra – 500 Jahre tiefste Spaltung der Christenheit!

2017 ist ein ganz besonderes Jahr, vor allem für uns Deutsche. Es ist so besonders, dass wir in diesem Jahr einen zusätzlichen bundeseinheitlichen Feiertag bekommen – den 31. Oktober 2017. Das liegt daran, dass wir viel zu feiern haben: Ein Plakat, das die Welt verändert. Ein Rant zum evangelischen Kirchentag 2017.

Grell orangenes Plakat zum ev. Kirchentag 2017, wie überall in Berlin zu sehen sind.

Grell orangenes Plakat zum ev. Kirchentag 2017, wie überall in Berlin zu sehen sind.

In diesen Minuten geht eine Großverantstaltung zu Ende. Es ist eine Großveranstaltung in meiner Stadt, die Stadt, die schon viele Großveranstaltungen gestemmt hat. Richtig, die Rede ist vom großartigen Berlin. Es war evangelischer Kirchentag 2017. Die ganze Stadt ist gepflastert mit kommerzieller Werbung, überall hängen die orangen Plakate herum, seit Monaten wurde ich von den Veranstaltern in beißenden Farben darauf hingewiesen, dass die evangelischen Kirchen in Deutschland nun 500 Jahre Luther feiern. Also feiert die evangelische Kirche ein ganzes Jahr lang, dass der tiefste und nachhaltigste Riss in der Geschichte der Kirche stattfand. Ein Riss, der bis heute andauert und wohl auch nie mehr zu beheben sein wird. Freikirchliche Laienprediger, gegenüber hochausgebildeten und mit den entsprechenden Würden ausgestatteten Priester.

Die Stadt wird mit Polizei aus allen Bundesländern übersät, die Bahnhöfe sind mit martialisch aussehenden Polizisten gesichert, das war nicht einmal nach dem furchtbaren Attentat im vergangen Dezember so extrem gewesen.

Die Stadt ist geflutet mit Menschen in religiösem Wahn und einer Kirche, die sich nach meinem Geschmack etwas zu weltlich gibt. So wird Angela Merkel in einem „Gottesdienst“ eine Bühne gegeben, Martin Schulz (SPD) durfte im Berliner Dom Wahlkampf machen – Positionen zu den Anschlägen auf Kopten im arabischen Raum habe ich jedoch nichts vernommen. Es werden Resolutionen beschlossen, US Präsidenten a.D. schwingen Reden, Überall in der Stadt rotten sich menschen mit orangefarbenen Kopftüchern und Schlüsselbändern zusammen, die Lebensadern der Hauptstadt sind überfüllt, menschen vom Lande bilden Sprechchöre im ÖPNV.

Es gibt eine wunderbare Plakatserie des Berliner Senats zum Thema Rücksicht, die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) kleben Hinweise in U-Bahnen, Busse und Straßenbahen, dass man nicht zu laut sein soll, andere Fahrgäste nicht belästigen soll und eben Rücksicht nehmen soll. Diese Plakate fehlten. Stattdessen Reklamen für Opernvorführungen, Werbefrimen, die mit Luther werben und überall in der Stadt das Konterfei des Kirchentages: ein schielendes Paar Augen.

Schnappschuss Plakat: Überall Luthers Worte – Martin Luther im Nationalsozialismus

Schnappschuss Plakat:
„Überall Luthers Worte – Martin Luther im Nationalsozialismus“

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Wirtschaft, Senat, Kirchen und auch Kirchentagsveranstalter vergessen haben, dass Berlin eine Stadt ist, in der Menschen leben, wohnen arbeiten. Eine Stadt mit 3,5 Mio. Einwohnern, die mehrere Zehntausend Besucher aufnimmt und aber noch funktionieren soll.

Mich persönlich ärgert auch, dass meine katholische Kirche bei dem Schabernack auch noch mit macht, hilft und sogar das Bistumslogo auf einigen Drucksachen zu finden ist. Schön und gut: Protestanten glauben auch an den einen wahren Gott. aber dennoch haben sie sich von unserer Mutter Kirche abgespalten, essen würdelos Toastbrot und trinken Traubensaft in ihren Andachten. Sie freuen sich der Tatsache, dass sie vor 500 Jahren die heilige Kirche verließen, aufhörten an die Realpräsenz Christi zu glauben, alles ablehnten und ablehnen, an das wir Katholiken, Orthodoxe und auch die Koppten glauben. Stattdessen lesen sie die Bibel wortgenau. Das Buch, das die katholische Kirche zusammen stellte, in ihrer mehrfachübersetzten und zum Teil vereinfachten Form, berufen sich auf diese unscharfen Beschreibungen, fanatisieren sich in Teilen und nennen das dann die reine Lehre.

Einige merken so langsam, dass ihnen in ihrem calvinistischen und staatskirchlichen Verständnis einiges abhanden kam und fangen nun an, Katholisches zu kopieren.

Nebenbei hat der evangelische Kirchentag noch ein ganz anderes moralisches Problem. Der offizielle Anreisepartner ist das Unternehmen Flixbus. Flixbus ist der Konzern, der wegen schlecht bezahlter Subunternehmer in der Kritik steht und gerade ein Quasimonopol im Bereich der Fernbusanbierter aufgebaut, sowie nahezu alle Konkurrenten mit Kampfpreisen auf Kosten der Fahrer und Buseigner vom Markt gedrängt hat. Ist das die Übernahme sozialer und gesellschaftlicher Verantwortung, die der Kirchentag doch in seinen Resolutionen fordert?

Nur wenn ich weiss wo ich her komme, weiß ich wo ich hingehöre. Etwas zu bejahen schliesst etwas gegenteiliges aus. Ich bin Katholik. Punkt. Meine Konsequenz ist, dass ich einfach bei der nächsten derartigen Großveranstaltung das machen werde, was ich und viele andere Einwohner zum 1. Mai und Sylvester auch tuen: Ich verlasse die die Stadt.

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Der Ort hinter dem sichtbaren Raum

Giotto und Beato Angelico stellen das Mysterium der Himmelfahrt dar

Ascensione Angelico

Giotto wurde mit der Gestaltung der Fresken in der am Ort eines ehemaligen römischen Amphitheaters neu erbauten Kapelle beauftragt. Diese wurde von der Familie Scrovegni um das Jahr 1300 mit dem Ziel erworben, einen (heute nicht mehr erhaltenen) Familienpalast und die Palastkapelle zu errichten.

Die Malarbeiten Giottos wurden schätzungsweise zwischen 1303 und 1304 auf den direkten Auftrag von Enrico Scrovegni hin ausgeführt. Dabei handelt es sich um den Sohn des im 17. Gesang von Dantes „Inferno“ als Wucherer charakterisierten Reginaldo.

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Die katholische Liebeslehre

Die katholische Vision der sexuellen Liebe (Teil 2)

„Wer der päpstlichen Botschaft die Aufmerksamkeit schenkt, die sie verdient, wird entdecken, dass die katholische Kirche − trotz der angeblichen anti-Sex-Stimmung − eine Vision der sexuellen Liebe hat, die weit ruhmreicher ist als alles, wovon Sigmund Freud, Hugh Hefner, Britney Spears oder Howard Stern träumen oder was sie sich vorstellen könnten.“. (Christopher West)

CC BY-SA 3.0 Dr. Meierhofer

Hoffnung auf ein Leben in Fülle

Das Eingangszitat ist eine Übersetzung aus dem Buch „The Love That Satisfies“ von Christopher West. West, ein US-amerikanischer Theologe und Vertreter der „Theologie des Leibes“ sieht die katholische Liebeslehre jenseits von Prüderie und Ausschweifung als wahrhaft menschlich an. Daher verkündet er selbstbewusst, dass die katholische Vision ruhmreicher als alles sei, wovon die Vertreter säkularerhedonistischer Sexualmoral nur träumen könnten. Denn die katholische Vision schenkt nach West die wahre Erfüllung.

Die katholische Sichtweise ist mit der Hoffnung verbunden, dass ein Leben in Fülle möglich ist, wenn man auf Gott vertraut. Denn die Kirche lehrt, dass Gott Anfang und Ziel aller Menschen ist und als solcher mit der natürlichen Vernunft erkannt werden kann. Dies steht im Zentrum, wenn man die Frage stellt, warum die Kirche eine Vision hat und nicht nur die empirische Realität rezipiert.

Erfüllte Sexualität

Das Leben ist nach dem Glauben der Kirche nicht einfach sinnlos oder ein ständig zu leistender Kampf, sondern ein Geschenk Gottes. Zu diesem Geschenk gehört auch die Sexualität. Die Kirche geht nun davon aus, dass diese nicht nur eine triebhafte Anlage ist, die es einfach auszuleben gilt, sondern dass in der Sexualität Sinn, Ziel, Schönheit und Verantwortung liegen. Sie geht sogar so weit, wie Paul VI. in Humanae vitae von 1968 lehrt, dass sie darin das menschliche Leben in seinem Kern berührt sieht: „Die überaus ernste Aufgabe, menschliches Leben weiterzugeben, durch die die Gatten freie und bewußte Mitarbeiter des Schöpfergottes sind, erfüllt sie immer mit großer Freude; doch ist die Freude vielfach mit nicht geringen Schwierigkeiten und Bedrängnissen verbunden.“

Der Mensch ist als sexuelles Wesen vor die Aufgabe gestellt, egal in welchem Stand oder welcher Situation er ist, mit seiner Sexualität umgehen. Dies betrifft Zölibatäre wie Verheiratete, Singles oder Paare ohne Treueversprechen. Da die Sexualität ein starker Trieb ist, hat sie die Macht – so liest man bereits bei den Wüstenvätern – gleichsam vom Menschen Besitz zu ergreifen und rein hedonistisch-egozentrisch zu wirken. Versteht man Sexualität vor allem in einer hedonistisch-egozentrischen Version, dann ist die andere Person vor allem Objekt meiner Lustbefriedigung, sie dient meinen Bedürfnissen. Aber die volle personale Würde der Person wird dann nicht beachtet. Die andere Person wird gleichsam auf einen „Fleischklumpen“ reduziert, der der eigenen Lust unterworfen wird. Man stumpft ab und füttert den Egoismus.

Sexualität als Ausdruck echter Liebe

Der hedonistisch-egozentrischen Version der Sexualität stellt die katholische Kirche nun ihre Vision entgegen. Verbunden damit ist die Glaubenswahrheit, dass wir nicht zur Sklaverei unter die Triebe, sondern zur Freiheit berufen sind. Sie sieht Sexualität vielmehr als Gottesgeschenk, in dem die Menschen „Mitarbeiter des Schöpfergottes sind“. Sie sind daran beteiligt neues Leben zu schaffen, indem sie sich einander in Liebe ganz hingeben. Man kann dies eine kommunikativ-personale Version der Sexualität nennen, in der nicht die Lust, sondern die andere Person im Zentrum steht. Um die sexuelle Vereinigung in ihrer tiefsten Wahrheit und Schönheit zu leben, ist es nach der Lehre der Kirche nötig, dass Mann und Frau ganz Ja zueinander sagen – und zwar für ihr ganzes Leben. Denn dann steht die Liebe, von der Augustinus sagt, sie bedeutet „Ich will, dass du bist“, im Mittelpunkt.

Jede Form der Sexualität außerhalb der Ehe kann nach katholischer Auffassung nur defizitär sein, da die volle Bajahung und Annahme der anderen Person fehlt. Ohne diese Annahme ist die Möglichkeit der Ganzhingabe und der tiefsten Liebe eingeschränkt. Die Kirche geht davon aus, dass Liebe bis zum Tod möglich ist und Sexualität diese Liebe ausdrücken soll und dazu geschaffen ist. Die Kirche glaubt, dass der Mensch zu solcher Liebe berufen und fähig ist und sie der menschlichen Würde am meisten entspricht. Sie weiß um die Schwäche und das Versagen des Menschen, aber sie vertraut auf die Gnade Gottes, die jede Schwäche überwinden kann.

Siehe auch Teil 1:

Unsere Welt ist gesättigt mit Sex, aber bleibt hungernd nach Liebe

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Geheimnis Aachener Dom

Geheimnisse, Wunder und Legenden – kaum ein Bauwerk in Deutschland kann es in dieser Hinsicht mit dem Aachener Dom aufnehmen. Im Jahre 803 wurde die Kathedrale fertiggestellt, entworfen von Karl dem Großen, der schon zu Lebzeiten Legende war. Seit zwölf Jahrhunderten ist der Dom ein Magnet für Gläubige wie für Kunstliebhaber – seit dem Mittelalter Wallfahrtskirche, 600 Jahre lang der Krönungsort römisch-deutscher Könige und eines der ersten zwölf Baudenkmäler weltweit, die als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt wurden.

Die Strahlkraft der Kirche war bei ihrer Fertigstellung so überragend, dass Reisende rühmten, sie sei schon von den Alpen aus zu sehen. Tatsächlich war der Dom für Jahrhunderte der höchste Kirchenbau nördlich der Alpen – ausgestattet mit kostbarsten Säulen, Mosaiken und Reliquien. Der Dom galt als ein „Bau-Wunder“ und „Wunder-Bau“. Er erschien den Zeitgenossen so erstaunlich, dass es bald hieß, der Teufel selbst habe beim Bau geholfen – und sei um seinen Lohn betrogen worden. Wie um das abergläubische Geraune zu bestätigen, erschütterte ein Erdbeben kurz vor der Fertigstellung den Bau und zog einen Riss vom Dach bis in die Fundamente – eine Wunde, die den heutigen Dombaumeister ganz aktuell umtreibt. Dieser Riss zielt mitten in das eigentliche Geheimnis des Kirchenbaus: Wie konnte er die vielfältigen Erschütterungen in seiner 1.200-jährigen Geschichte überstehen?

Die Dokumentation von Rüdiger Heimlich und Luzia Schmid gibt überraschende Einblicke in die Konstruktionsweise des Doms. Die antiken Maße, mit denen Baumeister Odo von Metz einst die Kirche konstruierte, die Zahlenmagie und Symmetrie, die hinter den Proportionen des Bauwerks stecken, konnten erst in jüngster Zeit mit modernsten Mitteln entschlüsselt werden. Sie belegen, dass Karl der Große mit seinem Gotteshaus nichts weniger errichten wollte als ein Abbild des Himmlischen Jerusalems.

Der Film zeigt, welch erstaunliche Schätze zu unterschiedlichen Zeiten nach Aachen gekommen sind, wie sie in Krisen- und Kriegszeiten in Sicherheit gebracht wurden und welch unglaubliche Odyssee der Domschatz am Ende des Zweiten Weltkriegs überstehen musste. Der Film unternimmt eine Entdeckungsreise hinter die Kulissen, an sonst unzugängliche Orte und zu unbekannten Aspekten der Domgeschichte – mit Menschen, die die Geheimnisse des Doms kennen und hüten. Sie erzählen von den Momenten, in denen der Aachener Dom in Gefahr war und in denen er gerade durch die Einfallskraft und den leidenschaftlichen Einsatz der Aachener bewahrt wurde.

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