The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Schlagwort: Pfingsten

Markustag statt Weltpinguintag

von Marco F. Gallina

Der 25. April ist ein abendländisches Datum. Der Tradition gemäß fiel an diesem Tag die Stadt Troja; das ist einerseits für das Griechentum des Sieges und der Dichtung wichtig, andererseits für all jene, die sich als Nachkommen der „edlen“ Trojaner inszeniert haben – angefangen mit den Römern, deren zeitloses Imperium bereits Aeneas versprochen wurde, bis hin in die mittelalterliche Sagenwelt, welche die dynastische Legitimation europäischer Königshäuser legte; darunter fallen die Franken, denen trojanisches Blut angedichtet wurde. Einer der Überlebenden war der greise Antenor, der als einer der weisesten Trojaner galt. Angeblich soll dieser den kleinasiatischen Stamm der Heneter nach Italien geführt und dort die Stadt Patavium gegründet haben. Die bis dahin lebenden Euganeer wurden von diesem neuen Stamm in jene Hügelkette verdrängt, die heute als Euganeische Hügel bekannt sind; in Patavium, dem heutigen Padua, liegt sein (fiktives) Grab bis heute zur Besichtigung bereit. Es ist dies nichts anderes als der Gründungsmythos der Veneter, mit dem auch die Euganeischen Anekdoten beginnen – und damit der Urmythos dieser Landschaft und seines Volkes.

Ausschnitt aus einem Gemälde von Carpaccio im Dogenpalast, 1516

Die Antike und das Christentum vereinen sich dann in der Gestalt des Heiligen Markus. Markus selbst stammte wohl aus einer jüdisch-griechischen Familie, die sich bereits sehr früh zum Christentum bekennt. Die Sippe um Johannes Markos – so sein eigentlicher Name – scheint zu den vermögenderen Familien zu gehören, vielleicht war sie als Kaufmannsfamilie bereits ein vorgefasstes venezianisches Ideal. Zumindest war sie reich genug, sodass sich die Jünger Jesu im Haus Mariens sammelten, der Mutter von Markus. Womöglich fand hier auch das Letzte Abendmahl statt. Nach dem Pfingstwunder geht Markus mit den anderen Aposteln auf Mission. Wichtiger ist jedoch jenes Evangelium, das er der Nachwelt hinterlässt. Es ist das älteste Werk dieses Typs; nicht unwichtig zu erwähnen, dass es sich dabei um eine originäre Erfindung dieses Heiligen handelt, weshalb er als Schutzpatron der Schriftsteller gilt.

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Pfingsten rockt!

Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes – was für ein cooler Typ!

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Fresko in der Wiener Karlskirche von Wolfgang Sauber (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)]

von Felix Honekamp

Pfingsten ist irgendwie schon das „unbekannte Fest“. Während man sich vor Weihnachten oder Ostern über Menschen amüsiert, die vor eine Fernsehkamera gezerrt werden um zu definieren, was diese Feste bedeuten, und damit oft mehr oder weniger deutlich daneben liegen, wird sowas bei Pfingsten gar nicht erst versucht. Das kann einerseits daran liegen, dass die die Geburt und die Auferstehung Jesu einfach die bekannteren Feste sind, es kann aber auch daran liegen, dass man seitens der Reporter angesichts der möglichen Antworten nicht ganz sicher wäre, ob man darüber nun lachen kann oder ob darin mindestens ein Fünkchen Wahrheit liegt.

Jedenfalls: Nachdem sie sich einige Tage versteckt hatten, und die Sache Jesu im Sande zu verlaufen drohte, taucht der von Jesus angekündigte Heilige Geist auf und reißt die Jungs – und Frauen – aus ihrer Lethargie, treibt sie auf die Straße zum Predigen und zur Evangelisierung. In einem Firmkurs habe ich mal die These aufgestellt, dass es die Kirche gar nicht geben würde, wenn es Pfingsten nicht gäbe. Und das liegt nicht daran, dass die Lehre der Dreifaltigkeit dann einen Akteur verloren hätte, sondern daran, dass die Apostel in dem Fall einfach nicht den – entschuldigung – Arsch hoch bekommen hätten. Sie hätten sich noch eine Weile Anekdoten über die großartige Zeit mit Jesus erzählt: „Weißt Du noch, wie er das mit den Fischen gemacht hat?“ – „Ja, und weißt Du noch, wie wir uns gewundert haben, als er Brot für Tausende Menschen ‚gezaubert‘ hat?“ Aber dann wären sie noch mal, und dann endgültig fischen gegangen, und hätten vielleicht selbst vergessen, von was sie da eigentlich Zeuge geworden sind.

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Gedicht zum Pfingstsonntag

„Dreifaltigkeit“ von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Der Vater ewig in Ruhe bleibt,
Er hat der Welt sich einverleibt.

Der Sohn hat Großes unternommen,
Die Welt zu erlösen, ist er gekommen
Hat gut gelehrt und viel ertragen,
Wunder noch heut in unsern Tagen.

Nun aber kommt der heil’ge Geist,
Er wirkt am Pfingsten allermeist.
Woher er kommt, wohin er weht,
Das hat noch Niemand ausgespäht.
Sie geben ihm nur eine kurze Frist,
Da er doch Erst- und Letzter ist.

Deßwegen wir treulich, unverstohlen,
Das alte Credo wiederholen:
Anbetend sind wir All‘ bereit
Die ewige Dreifaltigkeit.

*

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Der Heilige Geist ist keine Sparflamme

WŸürde man sich mit einem Reportermikrophon in drei beliebige deutsche InnenstäŠdte begeben und wahllos Passanten fragen, was man eigentlich an Pfingsten feiert, bekäme man vielleicht oder leider eher wahrscheinlich folgende Antworten zu hšören:

„Mei, mir is des wurscht! Hauptsach i hob do frei!“

„Des woiß i ned so gnau. Isch hald a Feierdag.“

„Ne, dat deit mi Leed! Ik heff keene Ohnung!“

Es klingt paradox, aber die Menschen außerhalb und viel zu oft auch innerhalb der Kirche wissen vom Pfingstereignis wenig bis gar nichts, eben weil oft in der Christenheit der feurige Pfingstgeist sozusagen auf „Sparflamme“ gestellt wurde.

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Gemälde von Jean Restout (1692 – 1768): Pfingsten wird die Herabsendung des Heiligen Geistes auf die Jünger gefeiert. Dieser ist der am wenigsten vorstellbare Teil der göttlichen Dreifaltigkeit. Mit dem Windhauch versuchten Künstler das Unsichtbare, nicht Fassbare in Gottes Wesen darzustellen. Feuerzungen symbolisieren das Wirken des Heiligen Geistes: Flammen und Feuer stehen für die Kraft, die er den Jüngern gab. Vom Heiligen Geist empfingen sie die Fähigkeit, das Wort Gottes in vielen Sprachen in die Welt hinauszutragen. Die Apostel berichteten vom Leben und Wirken Jesu und „entzündeten“ so den Glauben der Menschen. FOTO: Erich Lessing Quelle: http://www.rp-online.de

Was eigentlich in uns brennen sollte, um es in anderen zu entzüŸnden, das ist eher am verlšöschen. Im Gegensatz nŠämlich zu Weihnachten und Ostern, an denen Christus im Zentrum der Handlung steht, ist es knapp 50 Tage nach der Auferstehung Jesu dieses Mal das himmlische Bodenpersonal, das erfüŸllt vom Heiligen Geist das Heft in die Hand nehmen darf und das heilige Evangelium frohen Mutes verküŸndet.

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Einladung zur Pfingst-Novene

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Die Taube als Symbol des Heiligen Geistes (Petersdom, Cathedra Petri, Gian Lorenzo Bernini)

Mit dem heutigen Tag beginnt die Vorbereitung auf das heilige Pfingstfest. The Cathwalk lädt alle Leser ein, sich jener Novene im Abendmahlssaale zu Jerusalem, wo die Apostel, vom Ölberg zurückkehrt, mit Maria einmütig im Gebet verharrten und um den hl. Geist flehten, anzuschließen. Dazu empfehlen wir täglich die bekannte Pfingstsequenz und die Litanei zum Heiligen Geist zu beten:

Halleluja, Halleluja. Sende aus Deinen Geist, und Welten entstehen. Das Antlitz der Erde wirst Du erneuern. Halleluja. Komm, hl. Geist, erfülle die Herzen Deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer Deiner Liebe!

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