The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Schlagwort: Schönheit (Seite 1 von 2)

Evangelisieren durch Schönheit

Wer Schönheit erfährt, wird von ihr fasziniert. Sie zieht an, lässt stauen und erheitert. Das zeigt sich schon im sinnlichen Bereich, wenn Männer sich in Frauen verlieben, weil sie sie schön finden. Schönheit hat etwas Lebensbejahendes, etwas Schöpferisches. Echte Schönheit weist über sie selbst auf etwas Göttliches hinaus, daher ist sie auch ein Mittel zur Evangelisation.

von Josef Jung

Erotische Schönheit: „Schön bist du, meine Freundin, / ja, du bist schön“

Das Hohelied der Liebe Salomos zeigt die ganze Kraft der Schönheit, die hier in der Erotik missionarisch wirkt. Weil er seine Freundin schön findet, umgarnt er sie und macht ihr den Hof. Menschen suchen Schönheit und fühlen sich, wenn sie diese wahrnehmen, wohl. Sie strahlt etwas aus, das gute Gefühle auslöst. Im erotischen Bereich der Schönheit steht das Lebendige und Schöpferische im Mittelpunkt. Die wahrgenommene Schönheit treibt dazu an zu werben, zu loben, zu dichten und zu lieben.

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Im erotischen Bereich der Schönheit steht das Lebendige und Schöpferische im Mittelpunkt. Die wahrgenommene Schönheit treibt dazu an zu werben, zu loben, zu dichten und zu lieben. – Diana nach dem Bade, 1742 (François Boucher)

Schönheit als Ästhetik

Neben der erotischen Schönheit kann man auch allgemeiner von Ästhetik sprechen, wenn es um Architektur, Natur oder Kunst geht. Dabei wird sehr deutlich, ob und wie ein Bezug zum Göttlichen gewollt ist. In der Architektur galt lange Zeit, dass sie auch ein Mittel und Zeichen ist, das auf eine andere Größe hinweist. Entweder sollte sie die Herrlichkeit Gottes, wie in Kirchen oder die eines Reiches, wie im Säkularen, widerspiegeln. Daher mussten die Bauten schön sein, um dies entsprechend darzustellen. Diese Sicht ist heute meist einem Pragmatismus gewichen. Gebäude sollen vor allem nützlich sein, ihre Schönheit ist weniger von Belang. Dies klammert jedoch die transzendente Ausrichtung des Menschen aus und lässt ihn in emotional kälter werden.

Wird Schönheit in der Natur wahrgenommen, sehen viele darin einen Verweis auf einen guten Schöpfer. Insofern kann die Natur zu einem Gottglauben missionieren, wenngleich der notwendige Bereich der Offenbarung damit noch nicht mitgeteilt wird.

Mit der Kunst verhält es sich ähnlich wie mit der Architektur. Wie sie ist, ist eine Frage ihrer Ausrichtung und Idee. Nach der Romantik folgten auch hier eher pragmatischere Stilrichtungen, die weniger verklärend und eher darstellend sein wollten. Die Alltagsempirie rückte in den Vordergrund. Naturalismus wurde hier neben anderen Stilrichtungen immer wichtiger. Dabei wurde oft bewust jeder Bezug zum Göttlichen als illusionär gebrandmarkt und ausgeklammert. Dem steht zum Beispiel radikal die Kunst in den vatikanischen Museen entgegen, die gerade durch ihre Schönheit die Wirklichkeit und Wahrheit Gottes verkündigen will.

Schönheit in der Verkündigung

In der Bibel wird die Schönheit Gottes verkündet. Eine wörtliche Übersetzung von Pslam 104,1 macht dies deutlich: „Lobe den Herrn, meine Seele! Herr, mein Gott, du bist sehr herrlich; du bist schön und prächtig geschmückt“. So macht die Offenbarung klar, dass Schönheit ein Mittel zum Evangelisieren ist, da sie ja letztlich auf Gott selber verweist und auf ihn zurückgeht. Was schönt ist, preist damit in irgendeiner Weise auch Gott. Schönheit in der Verkündigung bedeutet, dass Schönheit zum Lob und zur Ehre Gottes dienen soll, ihn bekannt machen soll. Wenn man den Glauben als schön darstellt, hat man damit eine sinnliche Wirklichkeit im Menschen angesprochen, die keine Worte braucht, sondern einfach wirken kann. Schönheit macht froh, Schönheit zieht an. Wir sollten sie daher auch in den Glauben hineinlassen.

 

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Schönheit und Religion: sinnlich, künsterlisch und liturgisch

Europa ist der Kontinent mit der höhsten Areligosität. Vor allem eines scheint verloren gegangen zu sein: Die Möglichkeit Glauben mit Schönheit und Ästhetik zu verbinden. Stattdessen herschen Schamgefühle und Ernüchterung vor. Die Wahrnehmung von Schönheit ist jedoch ein unverzichtbarer Bestandteil des religiösen Erlebens.

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Foto: Reji / flickr.com. Lizenz: CC-BY-NC-ND 2.0

von Josef Jung

Ein Muslim, der die Schönheit des Christentums zeigt

Navid Kermani ist Muslim und belehrt von außen über die Schönheit des Christentums, in dem Buch mit dem passenden Titel: „Ungläubiges Staunen. Über das Christentum“. Staunen kann man auch darüber, dass man sich anscheinend „ungläubig“ nennen muss, um die Schönheit wahrzunehmen. Kermani nähert sich über die christliche Kunst der Schönheit an und bezieht sich auch auf den Sonnengesang von Franz von Assisi, in dem dieser die Schönheit der Schöpfung preist. Vor allem aber geht es um Rom und Caravaggio. Über Kunstwerke und Schönheit sich dem Christentum anzunähen, scheint heute ganz fremd geworden zu sein und dennoch sind dies genau die Dinge, die Kermani helfen, eine Brücke zwischen Christentum und Islam zu schlagen.

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Liebt einander!

Über Liebe, Partnerschaft und Sexualität – Teil 3

von Georg Dietlein

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Le printemps („Der Frühling“, 1873), von Pierre Auguste Cot.

Die Schönheit der Schöpfung

Wer sich die vielen Gefahren vor Augen führt, die im Verhältnis von Mann und Frau lauern, könnte fast meinen, Männer bzw. Frauen seien Wesen, um die man besser einen großen Bogen machen sollte. Und in der Tat: Versuchungen locken überall. „Die Versuchung hat drei Merkmale: Sie wächst, steckt an und rechtfertigt sich.“ (Papst Franziskus) – Doch möglicherweise ist die Furcht vor der Versuchung gar nicht der richtige Weg, um ihr zu widerstehen. Die beste Methode, um den Nachstellungen des Teufels zu entgehen, ist nämlich die Liebe. Wenn ich aber nur ängstlich-schüchtern und mit verschlossenen Augen durch die Welt renne, entgeht mir jede Gelegenheit zu lieben und mich hinzugehen.

Blicken wir auf den Herrn! Wie ging Jesus mit den Frauen seiner Zeit um? Etwa mit Maria von Magdala oder der Samariterin am Jakobsbrunnen? Die Antwort lautet: Völlig unverkrampft – sehr mutig – und man könnte sogar sagen: „locker“ und unkonventionell. Jesus hat weder Hemmungen mit Maria von Magdala ins Gespräch zu kommen, die als besessene Prostituierte bekannt war, noch mit einer Samariterin, deren Volk mit den orthodoxen Juden befeindet war. Im Übrigen nimmt er sich einer Ehebrecherin an und rettet ihr in beeindruckender Weise das Leben: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie“ (Joh 8, 7). Damit geht er einen Schritt, der für einen orthodoxen Juden seiner Zeit undenkbar gewesen wäre. Jesus gibt sich mit Sündern ab und macht sich damit unrein. Vielmehr noch: Er begegnet ihnen in Liebe und nimmt sie sogar als Gesprächspartner für tiefgehende theologische Diskussionen ernst. Mit anderen Worten: Jesus hat hohe Achtung vor den Frauen seiner Zeit. Für ihn sind Frauen und Männer nicht nur gleich viel wert, sondern bedürfen auch in gleicher Weise seiner liebevollen Begegnung. Jesus geht unverkrampft und unverblümt auf Frauen zu, spricht mit ihnen und heilt sie. Viele Frauen gehören zu seinen engsten Freunden und möglicherweise wird sich auch die eine oder andere in Jesus verliebt haben. Doch Jesus kennt seine Sendung – auch in dieser Hinsicht. „Ich bin gekommen, um den Armen eine gute Nachricht zu bringen, den Gefangenen die Entlassung und den Blinden das Augenlicht zu verkünden und die Zerschlagenen in Freiheit zu setzen.“ (Lk 4, 18) Die Sendung Jesu und seine Liebe sind universal. Seine Liebe geht so weit, dass er sich der ganzen Welt verschenken möchte. Darum ist sein Lebensstil auch die Ehelosigkeit.

Vielleicht kann der beeindruckende Umgang Jesu mit dem anderen Geschlecht auch uns dabei helfen, in diesem Punkt zu wachsen. Gehen wir unverkrampft, offen und interessiert in den Tag und lassen wir uns wirklich mit aller Liebe auf den Nächsten ein. Wenn wir etwa an einer attraktiven jungen Dame bzw. einem attraktiven Herrn vorbeigehen, so brauchen wir unsere Augen nicht aus Angst verschließen oder uns dafür schämen, dass wir unser Gegenüber körperlich attraktiv finden. Danken wir Gott dafür, dass er seine Schöpfung so schön gemacht hat und uns liebt – etwa mit einem kleinen Stoßgebet: „Ich danke Dir, Gott, dass Du Deine Schöpfung so schön gemacht hast. Im Menschen, der Dein Abbild ist, offenbarst Du uns die Schönheit Deiner Liebe!“

Freilich sollten wir unsere Sinne auch stets unter Kontrolle haben. Äußere Schönheit ist nicht alles im Leben. Lassen wir uns zunächst auf die Person ein und lernen sie in ihrer Ganzheitlichkeit kennen. So schwer dies manchem fallen wir: Einer Dame tief in den Ausschnitt zu schauen oder ihr Hinterteil zu begutachten mögen animalische Instinkte in uns sein, gehen aber an der Würde der menschlichen Person vorbei. Vielleicht kann es daher sogar ratsam sein, zu gewissen Personen zunächst Distanz zu halten und sich nicht von ihren körperlichen Reizen überfluten zu lassen. Ein Schritt zurück, ein Blick auf den Boden und andere Abtötungen der Sinne können hier sehr nützlich sein. Lassen wir uns nicht zu Sklaven unserer Sinne und Triebe machen. Allein die Liebe zählt!

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Schönheit statt Angst und Mittelmaß: Die katholische Kirche braucht dringend Künstler

So schrieb der russische Autor Fjodor Dostojewski in „Dämonen“, einem seiner vier großen Romane. Der russisch-orthodoxe Romancier stimmte einem polnischen römisch-katholischen Papst zu, der ein Jahrhundert später über die Notwendigkeit der katholischen Kirche nach Schönheit und Künstlern, die diese Schönheit erschaffen könnten, schrieb.

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„Die Schönheit ist ein Schlüssel zum Mysterium und ein Ruf nach Transzendenz. Sie ist eine Einladung, unser Leben zu genießen und von unserer Zukunft zu träumen. Deswegen kann die Schönheit der geschaffenen Dinge nie vollständig zufriedenstellen. Sie rüttelt an der versteckten Sehnsucht nach Gott…“, schrieb Papst Johannes Paul II. 1999 in seinem Brief an die Künstler.

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Sonntagsputz

Darf ich mich für den Gottesdienstbesuch aufbrezeln? Eine Verbreitung auf dem Felde der Eitelkeit.

Von Franziska Holzfurtner

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Bild: Franziska Holzfurtner

Wenn ich mich Samstag Abend oder Sonntag Früh für die Kirche frisch und fertig mache, dann braucht das für gewöhnlich seine Zeit. Wenn es sich vermeiden lässt, dann würde ich niemals in Jeans, die für mich immer noch unter Alltags- und Arbeitsbekleidung fallen, ungeschminkt oder ungeduscht im Gottesdienst erscheinen.

Im Gottesdienst dann, egal ob es sich um ein Hochfest handelt oder den „gewöhnlichen“ Sonntag, wird mehr als ersichtlich, dass ich mit dieser Einstellung weitgehend alleine bin. Schlabberige Wollhosen und Jeans, Kapuzenpullover, fahle Gesichter, lächerliche Pudelmützen, graue Filzmäntel, Turnschuhe, ausgelatschte Mokassins. In meiner Zeit als Oberministrantin, hatte ich es schwer, Eltern davon zu überzeugen, dass dreckige oder blinkende Turnschuhe genauso wie Gummistiefel, Crocks oder Ugg-Boots (ja, die Schuhe, bei denen „hässlich“ schon im Namen vorkommt) nichts unter der Albe zu suchen haben.

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Autostimulation statt Erotik

Wer sich ein Piercing machen, ein Tattoo stechen lässt oder eine Intimrasur vornimmt, lenkt seine Aufmerksamkeit genau auf die Körperstelle, wo ein solcher „Eingriff“ vorgenommen wird. Das könnte unter ästhetischen Gesichtspunkten betrachtet und als „Schönheit“, vielleicht auch provokative Antiästhetik oder Infragestellung ästhetischer Normen diskutiert werden. Auf der rein oberflächlichen Ebene scheint eine solche Erklärung von „Körpergestaltung“ oder Bodymodification überzeugend zu sein. Erklärend ist eine solche Beschreibung indes keineswegs. Dies zeigt sich oft schon darin, dass Menschen, mit denen man über ihre Tattoos, Piercings oder Intimrasur reden will, sich in den meisten Fällen lediglich auf die Ebene des Äußeren einlassen. Inwieweit diese „Eingriffe“ auch Hinweis oder Ausdruck einer inneren Befindlichkeit sind, würde, so drängt es sich zumindest oft auf, das konstruierte Selbstbild infrage stellen.

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Foto: Steve C / flickr.com Lizenz: CC BY 2.0

von Thomas Holtbernd

Kleidungsstücke können aus- oder angezogen werden. Und wenn eine Frau als besonderen Reiz unter ihrem Rock kein Höschen trägt, so kann sie das stimulieren, weil es ihr Geheimnis ist, mit dem sie spielt. Sie kann jedoch den Slip auch wieder anziehen, wenn es ihr beliebt. Ein Mann kann eine sehr enge Hose tragen, bei der sich seine Genitalien abmalen. Ob er sich nicht vielleicht doch etwas in die Hose gestopft hat, wodurch das Verdeckte mächtiger erscheint, lässt sich nicht wirklich erkennen. In beiden Fällen ist es ein Spiel mit körperlichen Attributen. Der Körper wird in seiner Subjekthaftigkeit gespürt, weil gerade dies durch die Kleidung als Kontrapunkt konstruiert wird. Das Changieren von Subjekt (Körper) und Objekt (Kleidung) entlarvt die mögliche Fixierung auf eine Objekthaftigkeit, denn sobald das Subjekt Körper unter oder hinter der Kleidung nicht mehr wahrnehmbar ist, wirkt der bekleidete Mensch maschinenhaft. Dies hat Henri Bergson als das Komische beschrieben, was uns lachen lässt.

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70 Jahre Bikini, wir sagen: „Joyeux anniversaire!“

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Bikinis in einem Schaufenster

Zoon katholikon – die Kolumne von Klemens Stenzel

Am 05. Juli 1946 erblickte wohl jenes Kleidungsstück die Welt, das wie sonst nur die Jeans nicht nur die Modewelt veränderte: der Bikini. Tagespolitisch aktuell nach den Atombombentest im Bikiniatoll benannt, begann sein Siegeszug als Skandal und zählt heute zum modischen Selbstverständnis einer jeden westlichen Frau. Und was hat das alles mit Kirche, Cathwalk und katholischer Lebenslust zu tun?

So ziemlich alles!

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