The Cathwalk

Das Onlinemagazin für katholische Lebensart

Autor: The Cathwalk (Seite 1 von 88)

Erzbistum München

Gerlich und Guardini: Seligsprechungsprozesse werden eröffnet

Feierlicher Gottesdienst im Münchner Liebfrauendom mit Kardinal Reinhard Marx

Mit einem feierlichen Gottesdienst im Münchner Liebfrauendom eröffnet der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, am Samstag, 16. Dezember, um 17.30 Uhr die Seligsprechungsverfahren für den Publizisten Fritz Michael Gerlich und den Religionsphilosophen Romano Guardini. Zu Beginn des Gottesdienstes trägt Johannes Modesto, der die Verfahren als Postulator inhaltlich begleitet und organisatorisch durchführt, das an den Erzbischof gerichtete Bittgesuch um die offizielle Eröffnung der Verfahren vor. Zum Abschluss des Gottesdienstes werden unter anderem der Bischöfliche Beauftragte für die Verfahren, Diözesanrichter Günther Ferg, und der Kirchenanwalt, Dominikanerpater Christophe Holzer OP, vereidigt. Die Lesungen werden vorgetragen von Christian Krügel, Ressortleiter bei der „Süddeutschen Zeitung“, deren Vorgängerin „Münchner Neueste Nachrichten“ zeitweise von Gerlich geleitet wurde, und der Philosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, Guardini-Expertin und Vorstand des Europäischen Instituts für Philosophie und Religion an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz. Die Capella Cathedralis unter der Leitung von Benedikt Celler gestaltet den Gottesdienst mit der Missa brevis in D-Moll von Josef Gabriel Rheinberger.

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Leseprobe

Neuerscheinung: „Take the Cross“

Tibor Oroszlany lässt in seinem Buch "Take the Cross" die katholische und die atheistische Welt aufeinanderprallen. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem 3. Kapitel „Mensch, pass doch auf!“. Es handelt sich um das Erstmaliges Aufeinandertreffen der beiden Protagonisten Peter und Sophie.

Vom Regen klatschnass, völlig verweint und niedergeschlagen steht Sophie nach über einer Stunde des wortlosen Ausharrens von der Parkbank auf und geht wieder zurück. Ihre größte Trauer um die vermeintliche Liebe hat sie überwunden, aber dafür erfasst sie eine seltsame, geradezu rasende Wut, als sei die ganze Welt gegen sie. Verschwörungstheorien schießen ihr durch den Kopf. Alles macht für Sophie auf einmal Sinn: das seltsame Verhalten ihrer Freundinnen in der Disco, das beinahe schon ekelhafte Grinsen ihrer Mutter, als sie ihr am Samstagmittag von der anstehenden Party erzählte. „Gönn Dir den Spaß!“, hatte sie gesagt und nicht: „Sei bitte vorsichtig!“, oder: „Trink nicht zu viel!“ Alle hatten sie sehenden Auges in die Sache wie in ein offenes Messer hineinlaufen lassen. Und vor allem hatten wohl ihre sogenannten „Freundinnen“ die größte Freude daran, sie als leichte Beute eines solchen Mistkerls zu beobachten. „Kann ich diesen Menschen überhaupt noch trauen?“, fragt sie sich selbst mehr als nur einmal. Für die anderen Fußgänger hat sie jetzt keine Augen mehr, zu sehr ist sie damit beschäftigt, zu überlegen, warum sie ihr das angetan haben und wie sie sich möglicherweise an ihnen rächen kann. Es kommt, wie es kommen muss: Sie biegt gedankenversunken um die Straßenecke und knallt dabei derart heftig mit einem jungen Mann zusammen, dass sie schreiend zu Boden stürzt: „Au! Mensch, pass doch auf! Hast du keine Augen im Kopf!“, kreischt sie ihn an.

„Entschuldige bitte! Ist alles o. k. bei dir?“, fragt dieser besorgt bei ihr nach, eher er sich zu ihr hinunterbeugt, um ihr zu helfen. Zornig lehnt Sophie diese Hilfe ab und besteht darauf, allein wieder auf die Füße zu kommen. Sie will es zwar nicht wahrhaben, aber ihre Blicke kreuzen sich und der junge Mann erkennt, dass sie vorher schrecklich geweint haben muss. „Ist wirklich alles in Ordnung? Du siehst so traurig aus. Was ist denn los?“, erkundigt er sich milde lächelnd bei der nun wieder auf beiden Beinen stehenden Sophie, doch diese schreit ihn nur an: „Das geht dich überhaupt nichts an! Lass …, lass mich in Ruhe! Hau ab!“ Wortlos und mit traurigem Blick geht der junge Mann weiter seines Weges.
„So ein Vollidiot! Und meine schöne Jeans erst …“ Schäumend vor Wut klopft Sophie sich die Hose ab, da fällt ihr Blick plötzlich auf einen am Boden liegenden Talisman. Keine Frage, der junge Mann, mit dem sie zusammengeprallt war, muss ihn verloren haben. Sie hebt den Anhänger auf, es ist ein sehr edel gestaltetes Kreuz, aufgeprägt auf ein Medaillon an einer goldenen Kette. Auf der Vorderseite des Medaillons ist ein biblischer Leitspruch eingraviert:
„Wer mir folgen will, der nehme sein Kreuz auf sich!“
Auf der Rückseite ist der Name des Trägers dieser Kette zu lesen: „Für Peter Felsner – Katholische Pfarrei St. Marien“

Sophie blickt nach rechts und nach links, jedoch kann sie Peter nicht mehr sehen, da dieser schon längst einige Straßen weiter ist. Langsam geht nun auch Sophie wieder auf dem Bürgersteig dahin, jedoch starrt sie immer noch auf den Talisman in ihrer Hand und denkt dabei auch an den ihr noch unbekannten, jedoch im Grunde sympathischen Peter.

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Neuerscheinung im St. Stephani Verlag

Symbol der Erlösung oder doch nur „nettes Accessoire“?

Tibor Oroszlany lässt in seinem Buch Take the Cross die katholische und die atheistische Welt aufeinanderprallen

Alles beginnt relativ unscheinbar als Peter (23) und Sophie (18) an einer unübersichtlichen Abzweigung eines Bürgersteigs aus Versehen zusammenstoßen. Er entschuldigt sich aufrichtig, sie beschimpft ihn wütend und er geht daraufhin wortlos weiter. Kurzum, das Übliche. In dem Moment aber, als Sophie bemerkt, dass der ihr noch unbekannte junge Mann ein kleines Kreuzkettchen verloren hat, kommt eine schicksalhafte Handlung ins Rollen. In Sophies sehr zeitgeistiger Weltsicht ist dieses Kreuz zwar nicht mehr als nur ein Schmuck ohne tiefere Bedeutung, doch da auf dessen Rückseite die Namen des Unbekannten und dessen Pfarrei eingraviert sind, beschließt sie das Kreuz seinem rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben. Auf diese Weise dringt sie unweigerlich in eine katholische Welt vor, von der sie bis dato eigentlich ein völlig anderes Bild im Kopf hatte, da auch bei ihr die eingeimpften Klischees gegen alles Christliche deutliche Spuren hinterlassen haben. Als sie sich dann aber zu allen „Überfluss“ auch noch in den katholischen Peter verliebt, will sie dessen Überzeugungen trotz der Masse an Vorurteilen auch für sich selbst eine Chance geben. Über diesen Umweg entdeckt die junge Frau nicht nur die Kraft und Schönheit des christlichen Glaubens wieder, sondern lernt zwangsläufig auch, dieses klare Bekenntnis gegen die gehässigen Angriffe aus ihrem eigenen kirchenfeindlichen Umfeld tapfer zu verteidigen.

So stehen zwar die beiden relativ jungen Protagonisten im Fokus der Geschichte, doch sind sie im großen Gesamtbild der Betrachtung eher wie die gegensätzlichen Pole einer Batterie, wobei die jeweils dahintersteckende Ladung den eigentlichen Roman ausmacht und ihn sehr deutlich von einer „normalen“ Liebesgeschichte abhebt. So wird das Umfeld des gläubigen Peters vor allem durch die souverän katholische Persönlichkeit des Pfarrer Richards geprägt, der in seiner ganzen Art durchaus gewisse Ähnlichkeiten etwa mit Bischof Fulton Sheen aufweist, dessen Credo es war, einen unerschütterlichen Glauben mit unverkrampfter Leichtigkeit und herzlichem Humor vorzuleben. In der gleichen Stadt, aber dennoch gedanklich in einem ganz anderen Universum befindet sich das Milieu von Sophie, welches insbesondere von deren beinahe schon dekadentem Freundeskreis und sogar von ihrer eigenen, alleinerziehenden Mutter maßgeblich geprägt wird. Letztere weiß zum Beispiel in ihrer blinden Verbitterung manchmal gar nicht, wen sie eigentlich mehr hassen soll: die Männerwelt oder doch die „verknöcherte“ katholische Kirche. Daneben haben beide Dimensionen all in ihren Graustufen auch ihre Diplomaten und Zwischenhändler, wie etwa Sophies selbstlose Großmutter, die sich rührend um ihre Enkelin sorgt und auf die ohne Übertreibung das Wort des Herrn zutrifft: „Selig sind, die Frieden stiften.“

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Mariä Empfängnis

Seine Majestät musiziert zu Ehren Mariens

Von Marco F. Gallina

Von Peter Paul Rubens – User:Jean-Pol GRANDMONT (2013), Gemeinfrei.

Wer das finstere Mittelalter sucht, wird es im 13. Jahrhundert mit Sicherheit nicht finden. Das Abendland befindet sich auf einem Höhepunkt von Gelehrsamkeit, Kunst und Wohlstand. Es ist das Zeitalter deutscher Minnesänger und provenzalischer Troubadoure, italienischer Kaufleute und Bankiers, von Rittern und höfischem Leben. Es ist Abschluss und Höhepunkt des Hochmittelalters, in denen der Okzident den Schatten hinterlassen hat, den der Fall des Römischen Reiches auf dem Kontinent zurückließ. Lateinische Klassiker werden bereits seit einiger Zeit wiederentdeckt, in der Philosophie tritt mit Thomas von Aquin die Lichtgestalt der Scholastik hervor. Fürsten, Könige und Kaiser entdecken ihr Interesse für die Wissenschaft und die schönen Künste. Die berühmteste Gestalt dieser Tage ist Friedrich II. von Staufen, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und König von Sizilien, der in Palermo nicht nur die Gelehrten seiner Zeit versammelt, sondern selbst ein Handbuch über die Falknerei verfasst.

Den oft beschworenen Kontrast zwischen Glauben und Kunst (und nach altem Verständnis ist die Wissenschaft ebenfalls eine von vielen Künsten) kennt das Mittelalter nicht; dass beide sich ausschließen, gar Licht und Schatten seien, ist ein Irrtum der Aufklärung, die im blinden Glauben an die Kunstfreiheit übersah, dass die europäische Kunst besonders von der Kirche und in den Kirchen gepflegt wurde. Die Vorstellung, dass Friedrich II. schon deswegen ein „moderner“ Mensch sein musste, weil er sich der Kunst zuwandte, ist eines jener typischen Missverständnisse des Mittelalters. Der Kaiser hätte diese Zuschreibung auch kaum verstanden – das gutgemeinte Kompliment der Gegenwärtigen hätte der mächtigste Mann der damaligen Welt als Affront aufgefasst. Gottesferne war ein Vorwurf der Gegner, keine Auszeichnung am Hof.

Friedrich II. war jedoch nur eine dieser mäzenatischen Gestalten des späten Hochmittelalters. Wenige Jahre nach seinem Tod bestieg im Jahr 1252 – am Rande des christlichen Kulturraums – eine weitere prägende Persönlichkeit dieser Blütezeit Europas den Thron. Alfons X. übernahm in Kastilien das Zepter. Dort hatte die Reconquista bereits ihre wichtigsten Schlachten geschlagen: Cordoba, Sevilla und Cadiz hatten die Christen der Hand des Islams entrissen. Als Prinz kämpfte Alfons bei den Belagerungen von Alicante und Murcia, als König eroberte er 1261 Jerez, ein Jahr später Niebla. Von dem einst mächtigen Kalifat, das bis auf den Norden die gesamte iberische Halbinsel beherrschte, verblieb zu Alfons Zeiten nur noch ein kümmerlicher Rest in Andalusien. Die Ambitionen des Königs von Kastilien und León reichten jedoch über Spanien hinaus. Nach dem Tod Friedrichs II. erhob er Anspruch auf die Reichskrone, denn Alfons stammte mütterlicherseits direkt vom staufischen Kaisergeschlecht ab.* Die Kurfürsten krönten bei der Doppelwahl von 1257 sowohl Alfons als auch seinen Widersacher Richard von Cornwall zum König. Anders als Friedrich II., der als König von Sizilien die römisch-deutsche Kaiserkrone errungen hatte, sollte Alfons niemals deutschen Boden betreten und musste sich mit der Rolle eines Gegenkönigs begnügen. Nach dem Tod Richards wählten die Kurfürsten 1273 mit Rudolf I. einen Habsburger zum König. Auf päpstlichen Druck musste Alfons seine Niederlage anerkennen und seinen Anspruch aufgeben

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Anerkennung als Hauptstadt Israels

Jauchze Jerusalem!

Gestern haben die Vereinigten Staaten von Amerika nicht nur Jerusalem offiziell als Hauptstadt Israels anerkannt, sondern auch bekannt gegeben, ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen.

Bild: Pixabey

Ein Kommentar von Franziska Holzfurtner

Für Israel ist das ein historischer Moment. Zwar ist Jerusalem schon seit 1950 offiziell die Hauptstadt Israels, aber die Anerkennung durch andere Nationen gestaltet sich schwierig. Dass die USA nun einen Vorstoß gewagt haben bedeutet, dass viele Staaten den Status neu evaluieren könnten.

So groß dieses Ereignis für den modernen Staat Israel sein mag, so klein wirkt es im Vergleich wenn man es im Rahmen der langen Geschichte Jerusalems als Hauptstadt eines jüdischen Staates insgesamt betrachtet. Eine komplizierte Beziehung ist es und eine, die von so harten Rückschlägen geprägt ist, dass klar ist, wie sehr das Judentum und sein Jerusalem sich in wechselseitiger Liebe verbunden sein müssen. Lächerlich erscheint das sich-Zieren der internationalen „Gemeinschaft“ vor dem Hintergrund dieser mehr als 3000-jährigen Geschichte.

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Gedanken zum neuen Kirchenjahr

„Nein zum Krieg unter uns!“

Ein Appell des Papstes zur geistigen Abrüstung und Wiederherstellung der Missionsfähigkeit der Kirche

von Dr. Markus Büning

Papst Franziskus begrüßt Pilger auf dem Petersplatz am 16. Mai 2016.
Foto: CNA/Alexey Gotovskiy

Eigentlich ist es eine Binsenweisheit: Wie wollen wir Christen andere Menschen für Christus gewinnen, wenn die Welt die Christenheit als einen zerstrittenen Haufen wahrnimmt? Der Herr selbst bringt dies an zwei Stellen im Johannesevangelium so kraftvoll zum Ausdruck: „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.“ (Joh 13,35) und „Alles sollen eins sein … in uns …, damit die Welt glaubt“ (Joh 17,21).

Wie sieht es unterdessen aus? Die Christenheit ist zerspalten in hunderte von verschiedenen Richtungen. Und in der katholischen Kirche scheint gerade in den letzten Jahrzehnten ein unerbittlicher Krieg ausgebrochen zu sein: Progressive gegen Konservative, Traditionalisten gegen Modernisten, Kleriker gegen Laien, Männer gegen Frauen usw. usw.. Wie wollen wir in einem solchen Zustand innerer Zermürbung glaubhaft Zeugnis von der Liebe Christi geben können? Wie können wir überhaupt in der Lage sein, eine Ökumene der Liebe zu leben? Wie können wir in diesem Zustand andere Menschen für Jesus Christus gewinnen?

Papst Franziskus hat dieses schwierige Thema in der ihm eigenen Offenheit in seiner Regierungserklärung Evangelii Gaudium  (fortan EG) in den Nr. 98-101 unter dem Arbeitstitel „Nein zum Krieg unter uns!“ aufgenommen. Manch einer mag im Nachhinein nun zynisch anmerken: Der hat gut reden! Schließlich hat er mit Amoris Laetitia selbst die Gräben zwischen den Lagern in der Kirche vertieft! Ja, hat er das wirklich? Ich meine: Nein! Die Botschaft von Amoris Laetitia ist offenkundig nicht von einem Teil in der Kirche so verstanden worden, wie sie gemeint ist. Besser: Offenkundig will man sie nicht verstehen. Da ist der Neid des Sohnes, der immer beim Vater geblieben ist und es offenkundig nicht erträgt, dass der verlorene Sohn den Ring an den Finger gesteckt bekommt (vgl. Lk 15,11-32). Da ist der Unmut der Arbeiter, die den gleichen Lohn erhalten wie derjenige, der nur kurz seinem Werk nachgekommen ist (Mt 20,1-16). Dem Papst geht es in all seinen Lehrschreiben letztlich darum, wieder neu zu entdecken, was die eigentliche Sendung der Kirche ist: Von der Freude des Evangeliums zu künden! Bei aller Schwierigkeit unseres Lebens, bei allem Leid und Elend in der Welt bleibt es doch dabei: „Die Freude des Evangeliums erfüllt das Herz und das gesamte Leben derer, die Jesus begegnen. Diejenigen, die sich von ihm retten lassen, sind befreit von der Sünde, von der Traurigkeit, von der inneren Leere und von der Vereinsamung. Mit Jesus Christus kommt immer – und immer wieder – die Freude.“ (EG Nr. 1).

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Amoris Laetitia

Wir leben alle in einer irregulären Situation!

Amoris Laetitia bringt den längst notwendigen Perspektivenwechsel in der Pastoral der Kirche.

Ein Meinungsbeitrag von Markus Büning

Eine persönliche Bemerkung vorweg: Ich bin wohl so einer, den man klassisch einen Bekehrten nennt. Nach jahrelanger Abwesenheit von der Kirche habe ich im Jahr 2010 den Weg zurück in die Kirche gefunden. Und in welch einer Gefährdungslage lebt so einer: Er neigt zur Radikalität. Warum? Da sind viele Gründe: Einerseits die Angst vor dem „Rückfall“ und andererseits die starke Erfahrung einer Befreiung von „bösen Mächten“. Dies kann dazu führen, dass man in Dingen der Moral allzu streng und unerbittlich wird. Die Fähigkeit, die Dinge ordentlich zu differenzieren, kann durchaus geschwächt sein. Vor so einem Hintergrund kam die heftige Debatte um Amoris Laetitia offenkundig ganz recht: Endlich hat man mal die Chance, die „Fahne der reinen Moral“ im Getümmel geistiger Verwirrung zu zeigen. Schnell läuft man Gefahr, ein Pharisäer zu werden. Dies waren sicher auch Motive in meinem bisherigen „Kampf“ gegen Amoris Laetitia und meinen Einsatz für die „Dubia-Kardinäle“, in denen ich bisher die Retter der wahren Morallehre erblickte. Hinzu kam sicher auch meine große Bewunderung für den Hl. Johannes Paul II., der in Familiaris Consortio Nr. 84 die Dinge noch anders sah als der jetzige Papst in Amoris Laetitia. Dann kam die Eskalation: Auf einmal fühlen sich eifrige Kämpfer der Moral aufgerufen, dem Papst wegen Amoris Laetitia offen den Häresievorwurf zu machen. Nun merkte ich, dass dies zu weit geht. Zunächst mehr aus formellen Gründen: So geht man doch nicht mit dem Papst um, inzwischen aber auch aus materiellen Gründen: Wir brauchen dringend den Perspektivenwechsel, den AmorisLaetitia mit sich gebracht hat. Warum?

Ich glaube inzwischen, dass viele in der Diskussion der Gefahr erliegen, mit dem Blick auf die Fallgruppe der sogenannten wiederverheirateten Geschiedenen sich selbst völlig aus dem Blick zu verlieren. Dabei vergessen wir allzu schnell, dass wer mit einem Finger auf den anderen zeigt immerhin noch selbst mit drei Fingern auf sich selbst zeigt. Das ist der springende Punkt: Wie sieht es denn bei der Frage des „würdigen Kommunionempfangs“ bei einem jeden von uns selbst aus? Was betet denn bitte schön ein jeder von uns in der Heiligen Messe, bevor er den Leib des Herrn empfängt? Dieses wunderbare, aus dem Evangelium abgeleitete Gebet (vgl. Mt 8,8): „Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich Du nur ein Wort, so wird meine Seele gesund!“ Wer von uns kann ernsthaft behaupten, dass er würdig zum Tisch des Herrn geht? Wir alle, ausnahmslos bis zum Papst hinauf, sind eben keine Katharer, keine allzeit Reinen. Nein, der Herr hat aus der Schar der Unreinen und Sünder seine Kirche gebaut. Andere „Steine“ hatte und hat er bei diesem Bauprojekt nicht zu Verfügung. Wir alle leben in unseren immer widerkehrenden Sünden des Alltags in einer irregulären Situation, in der wir eben nicht dem Gebot Gottes mit unserem Handeln entsprechen. Und weil dem so ist, hat Jesus, der Arzt unserer Seelen die Sakramente uns eben nicht als Mittel der Belohnung für ein moralisch gutes Leben, sondern als eine Medizin zur Heilung und Besserung unseres Lebens, auch unseres moralischen Lebens geschenkt. Und genau dies bringt Franziskus ja zu Recht in der Fußnote 351 zu Nr. 305 Amoris Laetitia dann im Hinblick auf manch einen Einzelfall der wiederverheirateten Geschiedenen so zum Ausdruck: „In gewissen Fällen könnte es auch die Hilfe der Sakramente sein. Deshalb erinnere ich die Priester daran, dass der Beichtstuhl keine Folterkammer sein darf, sondern ein Ort der Barmherzigkeit des Herrn. Gleichermaßen betone ich, dass die Eucharistie nicht eine Belohnung für die Vollkommenen, sondern ein großzügiges Heilmittel und eine Nahrung für die Schwachen ist.“

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