Der Mann, der 300.000 Sklaven taufte und ihnen das Reich Gottes verkündete: Petrus Claver

0
470
Petrus Claver und die Kathedrale St. Petrus Claver in Cartagena, in der Petrus Claver seinen Dienst tat. Bild der Kathedrale: David Shankbone [CC BY 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0)]
Petrus Claver und die Kathedrale St. Petrus Claver in Cartagena, in der Petrus Claver seinen Dienst tat. Bild der Kathedrale: David Shankbone [CC BY 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0)]

„Kein Leben, abgesehen vom Leben Christi, hat mich so tief bewegt, wie das von Petrus Claver“, sagte Leo XIII. über den Jesuitenmissionar, den er 1888 heilig sprach. Petrus Claver ist der größte Missionar in der Neuen Welt. Seit Christoph Columbus Amerika entdeckte, hat niemand mehr Menschen in der Neuen Welt getauft und zum Himmel geführt. Er ist der Franz Xaver des Westens, der Patron Kolumbiens, der Apostel der Sklaven.

Claver gab das Leben für Christus und hat seins gefunden: Als Missionar und Retter von hunderttausenden Menschen: von Männern, Frauen und Kindern, die in Afrika gefangen und als Sklaven verkauft wurden. Sein Zeugnis: einmalig, sein Dienst: unerreicht. Umso trauriger ist es, dass ein Artikel auf jesuiten.at die großen Verdienste des Heiligen auf Soziale Arbeit reduziert: „38 Jahre lang setzte er sich für die aus Afrika ankommenden Sklaven ein, indem er sie mit Nahrungsmitteln versorgte und medizinisch betreute.“ Petrus Claver lebte nicht im Zölibat und wurde nicht Jesuit, um ein guter Sozialarbeiter zu sein, sondern um Seelen zu retten!

1580 in Spanien geboren, trat Petrus Claver 1602, mit 22 Jahren, in die Gesellschaft Jesu in Tarragona ein. Als er das Noviziat abgeschlossen hatte, wurde er zum Philosophiestudium nach Mallorca geschickt. Dort lernte er den heiligen Alphonsus Rodriguez kennen, einen Laienbruder, der für seine Heiligkeit und seine Gabe der Weissagung bekannt ist. Rodriguez meinte von Gott erfahren zu haben, dass Claver als Missionar in die spanischen Kolonien gehen sollte, und er forderte den jungen Studenten häufig auf, diese Berufung anzunehmen.

In der Personalakte schrieben seine jesuitischen Ausbilder über Claver: „Talent: mittelmäßig; Urteilsfähigkeit: mittelmäßig; Klugheit: wenig; Lebenserfahrung: mittelmäßig; Charakter: melancholisch, ernst; apostolisches Talent: für die Predigt und die Arbeit unter den Sklaven; spirituelle Gabe: bestmöglich“ (BOTERO, Horacio, San Pedro Claver).

Claver meldete sich freiwillig für den Missionsdienst in den spanischen Kolonien und wurde in das Neue Königreich Granada geschickt, wo er 1610 in der Hafenstadt Cartagena ankam. Er studierte sechs Jahre Theologie, bevor er 1616 in Kolumbien zum Priester geweiht wurde und lebte zunächst in Jesuitenhäusern in Tunja und Bogotá.

Die Behandlung und die Lebensbedingungen der Sklaven trafen ihn mitten ins Herz. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts war der Sklavenhandel in Amerika seit etwa 100 Jahren etabliert. Einheimische galten als körperlich ungeeignet, um in den Gold- und Silberminen zu arbeiten. Man setzte Sklaven aus Afrika für diese Arbeit ein. Trotz päpstlichen Verbots von Eugen IV., Paul III. und Urban VIII. (später wiederholt von Gregor XVI. und Pius IX.) florierte der Sklavenhandel. Sklaven wurden nicht als Menschen, sondern als Produktionsmittel gesehen. Dazu ging man in Afrika regelrecht auf Menschenjagd. Aus Angola und dem Kongo verschleppte man hunderttausende Menschen in die Neue Welt. Ein Drittel der Sklaven starb bereits während der Überfahrt.

Cartagena in Kolumbien war ein Zentrum des Sklavenhandels. 10.000 Sklaven strömten jährlich in den Hafen. Clavers Vorgänger in seiner späteren lebenslangen Mission, P. Alonso de Sandoval, SJ., war sein Mentor und seine Inspiration. Sandoval widmete sich 40 Jahre lang dem Dienst an den Sklaven, bevor Claver ankam, um seine Arbeit fortzusetzen. Sandoval versuchte, etwas über die Bräuche und Sprachen der Sklaven zu lernen. Er war so erfolgreich, dass er bei seiner Rückkehr nach Sevilla 1627 ein Buch über die Natur, Bräuche, Riten und Überzeugungen der Afrikaner schrieb. Petrus Claver selbst hatte übernatürliche Charismen. Er hatte die Seelenschau und Gott zeigte ihm auf rätselhalfte Weise, wo ein Sterbender seine Hilfe brauchte. Über 300.000 Sklaven soll er während seiner fast 40-jährigen Missionszeit getauft haben. Claver taufte in 10er-Gruppen und führte darüber Buch.

1622, als sein Ordensgründer Ignatius von Loyola und der große Jesuitenmissionar Franz Xaver heiliggesprochen wurden, unterschrieb Petrus Claver ein Ordensgelübde mit den Worten: Petrus Claver, aethiopum semper servus – Petrus Claver, für immer Sklave der Afrikaner. Am 8. September 1654 starb er in Cartagena. Er wird für immer als Apostel der Sklaven in Erinnerung bleiben. Am 9. September ist sein Gedenktag.

Kommentieren

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.