Pachamama-Held Tschugguel im Interview: „Ich gehe nur noch zur Alten Messe“

Pachamama-Held Tschugguel im Interview: „Ich gehe nur noch zur Alten Messe“

Cathwalk: Herr Tschugguel, Sie haben Pachamama in den Tiber geworfen und sich nun geoutet, warum?

Alexander Tschugguel: Wir wollten uns zuerst nicht outen. Wir wollten, dass die Aktion im Mittelpunkt steht. Dann haben wir aber gemerkt, dass die Aufmerksamkeit auf andere Dinge gelenkt wurde und dass dieses wahnsinnige Verbrechen: das Aufstellen einer Statue von indigenen Götzen in den Vatikanischen Gärten und einer Kirche, unter den Tisch fällt. Das Aufstellen von Götzenstatuen verstößt ganz klar gegen das Erste Gebot und ist ein Gräuel. Außerdem wollte ich klarstellen, welche Motivationen wir wirklich haben, da uns Dinge unterstellt wurden, die nicht zutreffen. Und es passt als Katholik immer, dass man mit offenem Visier kämpft.

Cathwalk: Es ist immer gut, sich zu bekennen. Hatten Sie schon immer einen so klaren katholischen Glauben?

Ich habe das Glück und den Segen gehabt, nie DIE Handkommunion empfangen zu haben.

Alexander Tschugguel

Alexander Tschugguel: Ich bin aufgewachsen als Lutheraner und bin im Alter von 15 Jahren zum katholischen Glauben konvertiert. Diesen Sommer habe ich geheiratet. Weihbischof Athanasius Schneider hat mich verheiratet – im Alten Ritus. Ich gehe nur noch zur Alten Messe, meistens bei der Petrusbruderschaft oder zur Oratorianerkirche St. Rochus in Wien. Ich habe das Glück und den Segen gehabt, nie die Handkommunion empfangen zu haben.

Cathwalk: Es scheint, dass die Alte Messe und die Tradition sehr hilfreich sind, um einen sensus fidelium, einen gesunden Glaubenssinn zu entwicklen?

Alexander Tschugguel: Ja, denn der traditionelle katholische Glaube ist vollständig. Dort ist alles enthalten, was man braucht, um voll und ganz katholisch zu sein.

Cathwalk: Wie bewerten Sie die Amazons-Synode und in den jüngsten kirchlichen Entwicklungen?

Wir wollen keine Revoluzzer sein, aber wir wollen, dass die traditionelle Ordnung akzeptiert wird.

Alexander Tschugguel

Alexander Tschugguel: Durch die Amazonas-Synode sollen wieder Ideologien etabliert werden, die nicht traditionell-kirchlich sind. Ideologien, die bereits abgelehnt wurden, sollen nun durch die Hintertür Eingang finden. Es kann aber nicht sein, dass sich unkatholische Meinungen, wie die von James Martin durchsetzen, im Sinne von: „es war damals so, heute ist es nicht mehr gültig“. Das ist nicht katholisch. Der Glaube ist nicht zeitabhängig. Wir wollen keine Revoluzzer sein, aber wir wollen, dass die traditionelle Ordnung akzeptiert wird.

Cathwalk: Wo sehen Sie die Zukunft der Kirche?

Alexander Tschugguel: Gefragt ist der authentische katholische Glaube. Das Volk ist immer noch sehr gläubig und sucht den vollständigen Glauben, wie er in der Tradition und der Alten Messe zum Ausdruck kommt. Ich habe schon zwei Mal an der Chartres-Wallfahrt teilgenommen, an der jedes Jahr tausende junge Menschen teilnehmen. Dort wird klar, worum es geht. Die Kirche soll ein Licht für die Ungläubigen und eine Stärkung für die Glaubenden sein. Das kann sie aber nur, wenn sie sich klar auf Gott ausrichtet, und nicht, wenn sie geschaffene Götzen anbetet. Daher ist ganz klar, wie Zukunft der Kirche ist da, wo der traditionelle, das heißt, der vollständige katholische Glaube gewahrt bleibt.

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Über Alexander Tschugguel: Alexander Tschugguel ist verheiratet, studiert Geschichte in Bonn und Wien und arbeitet als PR-Berater.

11 KOMMENTARE

  1. Eine großartige und mutige Handlung des Alexander v. Tschugguel in der Schuldigkeit des 1. Gebots eines jeden Getauften, sei er Katholik oder Christ, auch jener, die sich zum alttestamentarischen Gott bekennen und somit zum Dekalog. Gerade am Mut und an der Konsequenz zeigen sich die Früchte des Glaubens aus der überlieferten Hl. Messe, deren Grundzüge und auch wiederum mit der ostkirchlichen Liturgie zusammenbringen und auch der ehwürdige byzantinische Ritus der Unierten zieht viele, vor allem junge Katholiken an. Dort, wo die Tradition lebendig ist, gibt es keine Lauheit und Feigheit.
    Es ist vermessen, jenen Katholiken, die zur Tradition oder byzantinischen Liturgie, zurückfinden, ein „Konvertitensyndrom“ zu unterstellen, worauf begründet sich denn diese einfach salopp in den Raum gestellte Mutmaßung bzw. Unterstellung? Auch widerspreche ich der Darstellung, das die überlieferte Hl. Messe eine „Selbstinszenierung“ ist, vielmehr ist sie die vollkommene Form der Anbetung, Hinwendung und Ausrichtung auf das „Opfer“, den wahren „Gottesdienst“ und steht damit auch in einer Linie mit dem alten Bund und dem älteren Volk Gottes, dem Judentum.

    Enoch zu Guttenberg hat als durchaus kritisch-moderner Katholik und Musiker dennoch einmal festgestellt, daß die überlieferte Liturgie eigentlich als Weltkulturerbe aufgrund ihrer Erhabenheit, Vollkommenheit und Schönheit geschützt werden müsste. Wieviel weniger schön ist da so manche neue Liturgie, wo der Priester zum „Moderator“ im Sesselkreis einer Messe-Show zwangsläufig verkommt, nolens volens und somit nicht der Gotteskult, sondern der Menschenkult im Mittelpunkt steht?

    • Ich stimme Ihrer Gesamtaussage ausdrücklich zu. An dem, was Sie treffend als Konvertitensyndrom bezeichnen, Hochwohlgeboren, halte ich ides ebenso ausdrücklich fest, und zwar weil ein Konfessions- oder Religionswechsel in meinen Augen grundsätzlich etwas Unnatürliches ist. Meistens resultiert daraus eine mangelnde Entspanntheit, eben Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit in der Sicht und Betätigung des neu angenommenen Bekenntnisses. Und da der Unterschied zwischen dem traditionellen Katholizismus und nachkonziliarem Mainstream so eklatant ist, kann man das schon mit einem Konfessionswechsel gleichsetzen, zumal doch kaum noch jemand den traditionellen Katholizismus als Volkskirche wirklich erlebt hat. Das gilt inzwischen natürlich auch für zweite und weitere Generationen von Familien, die sich um Erzbischof Lefèbvre geschart hatten.

      Ich denke, das können Sie nun weitgehend nachvollziehen und mir auch zustimmen, Baron Wertheim!

      • Sehr geehrter Herr Freiling,
        das kann ich wirklich und verstehe genuin Ihre Gedankengänge, weil auch ich solche Fehlhaltungen oder „Verkrampfungen“ grundsätzlich anspreche und auch mitunter mit Bedenken moniere, auch das „Konvertitensyndrom“ im Bekanntenkreis schon beobachten konnte.
        Dennoch kann ich mit den Jahren der Beobachtung im traditionellen Milieu sagen, daß ich spüre, daß da gute und lebendige, sehr starke Glaubensfrüchte wachsen, die früher nicht so positiv spürbar waren, da fand positiv ein „Generationensprung“ statt und das ist sehr erfreulich. Und gerade deswegen möchte ich unsere katholische Gläubigenfamilie ermutigen, sich in eine Entdeckungsreise in der Tradition zu begeben.
        Ich glaube wichtig ist, daß wir im Glauben mit freier Seele und Herz, aber auch mit großem Mut, starker Entschlossenheit und vielleicht- wenn es der Sache dient- mitunter etwas „kämpferisch-populistisch“ und provokant sein dürfen. Dies natürlich im Rahmen der Gebote der Nächstenliebe und der Achtsamkeit, die wir als Christen und Katholiken einhalten müssen. Wie lehrt uns Christus in der Bergpredigt:
        „Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man’s salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als daß man es wegschüttet und läßt es von den Leuten zertreten.
        Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein.
        Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.
        So laßt euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ Matthäus 5, 13-16

  2. Die Aktion an sich ist gut. Aber danach hätte Herr T. in seiner Kammer bleiben sollen; als PR-Berater möche er seinen Lohn wohl aber schon jetzt. Der Verzicht auf die Belohnung im Himmelreich ist sehr aussagekräftig. Es passt aber doch sehr zu seiner Aussage bzgl. der Alten Messe, die ja auch mehr Selbstinszenierung der Beteiligten ist denn wahre Ausrichtung auf Ihn. In einem gebe ich ihm jedoch Recht: die Wahrung der Tradition inhaltlich ist notwendig. Wer dafür aber eine große Selbstinszenierung benötigt, der benötigt vor allem unser aller Gebet.

    • Wo die Alte Messe Selbstinszenierung ist, wird sie eigentlich nicht verstanden, deshalb wird dort auch nur selten verstanden, warum der Novus Ordo in der Praxis konsequent zu meiden ist.

      • Ihr Kommentar ist klassischer logischer Fehlschluss und ein simpler Weg der Selbstrechtfertigung: „wenn der andere meine Meinung nicht teilt kann das ja wohl nur daran liegen, dass er diese nicht verstanden hat.“. So entzieht man sich jeder Diskussion und überhöht sich moralisch selbst; mit der Möglichkeit, selbst falsch zu liegen, muss man sich dann auch nicht mehr auseinandersetzen. Sehr bequem, nicht wahr?

      • Wer unterstellt, dass der, der etwas kritisiert, dieses nicht verstanden habe, benutzt nur einen simplen rethorischen Trick, um sich einer Sachdiskussion zu entziehen, den anderen zu diskretidieren und sich selbst moralisch zu überhöhen.

        Wer sagt, dass der Nous Ordo konsequent zu meiden sei, diskreditiert die katholische Kirche in ihrer Gesamtheit; dessen Angriffe sind die Feuer, die den Rauch Satans in die Kirche erst einziehen lassen. Die Diskretitierung des Novo Ordo ist von selbsternannten Glaubenshütern das, was die Pachamamas etc. von progressiver Seite aus sind. Beide arbeiten sie, bewusst oder unbewusst, an der Vernichtung unserer Mutter Kirche, und beidem ist entschieden entgegenzutreten. Zumindest wenn man Katholik ist.

    • Sie täuschen sich. Ich habe Ihnen doch zugestimmt. Es gibt das, dass die überlieferte Liturgie der Selbstsarstellung dient. Aber wenn, dann eher da, wo man aus einer speziellen spirituellen, kulturellen oder ästhetischen Bevorzugung in die Alte Messe geht, aber nicht (mehr) wegen prinzipieller theologischer Bedenken und deswegen auch nicht ausschließlich. Das von Ihnen zu Recht kritisierte Problem besteht also vornehmlich dort, wo der NOM grundsätzlich als Usus ordinarius Ritus Romani akzeptiert und deswegen zumindest von den meisten Gläubigen auch besucht wird. Also gerade nicht bei FSSPX oder auch Sedisvakantisten, deren es jedenfalls in den USA auch theologisch seriöse und ernstzunehmende gibt.

  3. Ich glaube, dass der Schaden, der aus der Aktion entsteht, den Nutzen überwiegt. Jetzt sagt er auch noch, dass er nur noch in die Alte Messe geht. An sich ist das gut und konsequent. Aber nach solch einer Aktion werden alle in einen Topf geworfen. Konversionen und Konvertiten haftet häufig etwas Problematisches an. Im Millieu des traditionellen Katholizismus kommt hinzu, dass selbst Katholiken, die vom Novus Ordo herkommen, de facto Konvertiten sind. Mit allen Schwierigkeiten, die damit psychologisch oder mentalitätsmäßig einhergehen. Man muss also Herrn Tschugguel und sein Handeln sehr differenziert sehen. Speziell, weil er Jurist ist.

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