Der Glaube an Auferstehung und ewiges Leben nach dem Catechismus Romanus

Der Glaube an Auferstehung und ewiges Leben nach dem Catechismus Romanus

Der Catechismus Romanus ist nach den Beschlüssen des Konzils von Trient erstellt worden. Er befasst sich im ersten Teil mit dem Apostolischen Glaubensbekenntnis. Darin bekennt man am Ende den Glauben an die „Auferstehung der Toten und das ewige Leben“ (carnis resurrectionem, vitam aeternam). Was genau ist der Glaube der Kirche zu diesen Lehren?

Die Auferstehung der Toten

Das Kapitel über die Auferstehung ist mit „Auferstehung des Fleisches“ betitelt, was eine wörtliche Übersetzung des lateinischen Ausdrucks carnis ist. Mit Fleisch ist der Leib des Menschen gemeint. Der Fokus liegt ganz klar darauf zu betonen, dass wir leiblich auferstehen. Der Glaube an eine bloß geistige Auferstehung ist ein Irrtum. Die Kirche lehrt, dass die Seele unsterblich ist, der Leib aber wiederhergestellt wird. Daher gibt es keine eigentliche Auferstehung der Seele, sondern eine des Fleisches. Die Auferstehung des Fleisches ist durch den Glauben vollständig gewiss. Für die Auferstehung des Fleisches. gibt es neben den Schriftgründen (u.a. Hiob, Daniel, Matthäusevangelium, 1. Korintherbrief, 1. Thessalonicherbrief) auch Vernunftgründe. Es gehört zum Wesen des Menschen, einen Leib zu haben. Weil es unnatürlich für den Menschen ist, keinen Leib zu haben und er in so einem Zustand keinen dauerhaften Bestand haben kann, muss es eine Auferstehung des Leibes geben. Solange die Seele vom Leib getrennt ist, kann der Mensch die volle Seligkeit nicht erreichen, weil er dann unvollkommen ist.

Alle Menschen werden von den Toten auferstehen, aber das Schicksal wird nicht bei allen dasselbe sein. Der Catechismus schreibt: „‚Die Gutes taten, werden auferstehen zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses taten, zur Auferstehung des Gerichts‘ (Joh. 5, 29).“ Unser Leib, wie er uns zu eigen ist, wird wieder zum Leben erweckt werden, es wird kein fremder Leib sein. Jedoch wird er nicht mit Fehlern und Defekten auferstehen. Es wird dem Leib all das gegeben werden, was er zur Vollkommenheit braucht. Augustinus schreibt: „Nichts Missgestaltetes wird dann am Leib noch zu finden sein … durch Christus [wird] in göttlicher Kraft alles ersetzt werden, was Krankheit oder zunehmendes Alter am Körper aufgezehrt haben.“ Der Catechismus führt es dann noch konkreter aus: „wer lahm, verkrüppelt, oder irgendwie bresthaft war, wird auferstehen mit unversehrtem, vollkommenem Leib.“

Kein Leid für Christus wird vergessen werden. Die Blutzeugen (Märtyrer) werden an den Wunden, die ihnen für die Nachfolge Christi zugefügt wurden, leuchten und zwar glänzender als Gold und Edelstein, ganz ähnlich wie die Wundmale Christi.

Der Auferstehungsleib ist anders als der jetzige Leib unsterblich. Die Guten werden „zum Genuss ewiger Glückseligkeit gelangen, die Bösen aber in ihren ewig währenden Strafen ‚den Tod suchen und doch nicht finden, zu sterben wünschen, während der Tod vor ihnen weicht‘ (Offb 9, 6).“

Es gibt also einen Unterschied zwischen der Auferstehung der Guten und der Bösen. Der Körper der Heiligen ist nach der Auferstehung leidunfähig und unvergänglich. Weiterhin wird er verklärt sein: „Die Leiber der Heiligen werden [leuchten] wie die Sonne.“ Die Körper sind dann frei von Schwere und können sich blitzschnell überallhin bewegen. Auch wird der Leib der Seele vollkommen unterworfen sein und ihr vollkommen gehorchen („Feinheit“).

Das ewige Leben

Das ewige Leben ist nicht bloß eine Fortdauer des Daseins, dazu sind auch die Verdammten bestimmt. Es meint die „beständige Fortdauer der Seligkeit, die alles Verlangen der Seele ersättigt.“ Worin besteht die ewige Seligkeit? Nach der Lehre der Kirchenväter besteht die ewige Glückseligkeit wesentlich im Freisein von jeglichem Übel und im Besitz jeglichen Gutes. Zur Konkretisierung zitiert der Catechismus die Offenbarung: „‚Sie werden nicht mehr hungern und nicht mehr dürsten; Sonnenglut und Hitze wird ihnen nicht mehr lästig fallen … Jegliche Träne wird Gott von ihren Augen trocknen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid, keine Klage, keinen Schmerz. Denn alles Frühere ist vergangen‘ (Offb 21, 4).“

Weiter heißt es: „Die Herrlichkeit aber der Seligen wird unermesslich sein, ungezählt all die Quellen gediegener Freuden und Wonnen.“ Die Sehnsucht unseres Herzens wird voll und ganz befriedigt werden. Die eigentliche Seligkeit, „besteht in der Anschauung Gottes und im genussvollen Auskosten der Schönheit dessen, der da ist die Quelle und der Urgrund aller Wesensgüter und Vollkommenheit.“

Wie können wir die ewige Seligkeit erlangen? – Der Catechismus ermahnt zu einem heiligmäßigen Leben: „‚Wer nur kärglich sät, wird auch nur kärglich ernten; wer aber reichlich sät, wird auch reichlich ernten‘ (2 Kor 9, 6).“ Deshalb sollen wir fest in Glaube und Liebe gegründet sein, treu im Gebet und in den heilspendenden Sakramenten bleiben und tätig in der Nächstenliebe. Durch die Barmherzigkeit Gottes werden uns dann jene Worte zuteil, die der Prophet gesprochen hat: „‚Mein Volk wird seinen Wohnsitz nehmen an einer Stätte des Friedens, in sicheren Behausungen und sorgenfreien Ruhesitzen‘ (Jes 32, 18).“

Quelle: Catechismus Romanus, herausgegeben von Michael Gatterer, Neuauflage 2019.

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