Zoon katholikon – die katholische Kolumne von Klemens Stenzel

Gerne wird heutzutage medial und gesellschaftlich ein diffuses Bild über uns Katholiken transportiert: ein Bild, das zwischen verknöchertem Mönch, dekadentem Kurienkardinal zu Avignon und weltfremdem Ökochrist mit Gitarre schwankt. Die Wahrheit liegt Gott sei Dank wie so oft auch hier in der Mitte und stimmt dankbar.

„Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade! Siehe, jetzt ist der Tag des Heils!“ (2. Korinther 6,2)

Keine andere Bibelstelle drückt es am Besten aus: Wir sind dank der Auferstehung frei. Frei vom Tode, der Angst und der Ungewissheit. Das größte Geschenk in der Geschichte der Menschheit, denn seitdem können wir das Leben genießen, diese wunderbare Welt begreifen, lieben und leben. Kaum ein Kulturraum kann daher so geprägt von Lebenslust sein wie ein Land katholischer Gefilde: Italien, Frankreich und Österreich sind da nur drei von unzähligen Beispielen.

Natürlich gibt es auch weiterhin Leid, Unrecht und Zorn auf dieser Welt. Und es sind Regeln von Nöten, um all diese vielen freien Willen halbwegs in Einklang zu bringen. Und es ist auch weiterhin unsere Pflicht, auf diese Welt, ihre Menschen und nicht zuletzt auf uns selbst zu achten.

Aber gerade deswegen sollte man als Mensch und vor allem Katholik auch feiern und Freude sowie Dank empfinden. Wir haben ein ewiges Leben nach dem Tode vor uns, aber jetzt nur ein Leben, um Freude in diesem Leben zu empfinden und zu teilen: Musik, Kunst, Kultur und Küche seien unsere Zeugen!

Jede Minute, die wir leben, auskosten, genießen und mir anderen teilen, ist auch ein Dank an Gott. Kein leichteres und besseres Geschenk kann man seinem Nächsten täglich schenken, als gemeinsame Momente, ein Lachen und das Gefühl, lebendig zu sein.

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Klemens Stenzel unser „Zoon katholikon“: Katholizismus macht ihn zu einem Genussmenschen.

Und täglich spüre ich, das gerade mein gelebter Glaube an Gott und seine eine, heilige und apostolische Kirche der Grund hierfür ist. Ich bin frei vom Tod, vom grundsätzlichen Zweifel am Sinn des Lebens, habe meine Grenzen akzeptiert und lebe seitdem bewusst. Mein Katechismus schränkt mich nicht ein, zwingt mich nicht, sondern leitet mich. Und somit befreit er mich.

Je mehr mir dies bewusst wurde, desto mehr empfinde ich Freude am Leben, der Liebe, der Kultur, der Kunst und den kulinarischen Genüssen.

Darum kann mich auch nichts an meinem Katholizismus zweifeln lassen. Er macht mich zu so vielem, vor allem aber zu einem Genußmenschen.

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