Gott 2.0 – Warum es höchste Zeit ist im Netz zu evangelisieren

Gott 2.0 – Warum es höchste Zeit ist im Netz zu evangelisieren

Zoon katholikon – die Kolumne von Klemens Stenzel

Jesus kam nur bis Eboli? Lag wohl daran, dass 2016 die katholische Kirche Großteils offline ist, statt katholikós – allumfassend – dort seine gottgewollte Präsenz zu zeigen!

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Franziskus macht’s vor: Best Pontifex digitalis ever!

Das Internet, kein Ersatz für die reale Welt, aber ihr verlängerter Arm, die gelebte Globalisierung. Die Welt ist kleiner, schneller, begreifbarer geworden, die Menschen sind digital. Warum nicht auch Rom? „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinen Namen, da bin ich mitten unter ihnen“, Matthäus 18:20, also ab mit uns ins Netz!

Seit über 20 Jahren nutzen wir das Netz, seit 20 Jahren liegt unsere missionarische Arbeit dort de facto brach. Mormonen, Evangelikale und Muslime wissen um die Macht des Internets, dessen Kraft um Worte, Bilder und Mission.

Wir Katholiken im deutschsprachigen Raum dagegen kommen dagegen online Großteils mit einer Dynamik und Begeisterung daher, die jede Kreisbehörde in Demut und Bescheidenheit verfallen ließe. Sicherlich gibt es lobenswerte Ausnahmen, wie die neugelaunchte Seite des Bistums Augsburg [Credo-online.de] oder die zahlreichen katholischen Blogs. Ein Tropfen jedoch auf dem heißen Stein.

Das muss und wird sich ändern, ansonsten verlieren wir den Anschluss an den Menschen, versagen darin, Gottes Mission zu erfüllen und dort zu sein, wo wir den Fragen und Suchen des 21. Jahrhunderts begegnen. Wenn die Menschen nicht mehr in Kirche gehen, bringen wir halt die Kirche zu ihnen!

Der Bedarf ist da, der Aufwand gering, unsere Lehre grandios, nur unser Willen und unser Auftritt dilettantisch. Wie Pharisäer wollen wir die Zeichen der Zeit nicht erkennen und stützen uns auf die naive Hoffnung, dass die Gesellschaft von selbst zu uns käme. Töricht, anmaßend und nicht katholisch. Absolut nicht katholisch!

Fangen wir mit einem einfachen Beispiel an: wir brauchen eine katholische App.

Gibt es schon, werden Sie rufen. Ja, sage ich, gibt es. Und es interessiert niemanden. Absolut niemanden. Warum? Weil sie lieb- und vor allem nutzlos ist. Lieblos und nicht ansprechend für jene die suchen, und nutzlos für jene die brauchen.

Beispiel Stadtpfarre Gmunden am Traunsee in Österreich: eine wunderbare Gemeinde, jung, lebendig, konservativ und der Pfarrer ein wahres Geschenk Gottes. Nur ist es weder für Durchreisende noch Anwohner schnell, übersichtlich und nutzerfreundlich möglich, z.B. online die Beichtmöglichkeiten zu erfahren oder die kirchlichen Termine schnell in den digitalen Kalender zu übertragen.

Und dann auch noch die Tatsache, dass jede Gemeinde, jede Diözese, etc… auf andere Formate und Medien setzt: Facebook, Website, Twitter… die babylonische Sprachverwirrung lässt als digitale Heteromanie grüßen.

Was wäre sinnvoll? Web 2.0, Facebook sei unser Vorbild!

Stellen Sie sich eine App vor, einfaches, ansprechendes Design, leicht bedienbar. Sie finden sofort jede Gemeinde weltweit, mit Namen des oder der Geistlichen, der Möglichkeit alle Termine einzusehen, einzuspeichern, an diese erinnert zu werden, vielleicht auch eine Information über den Tag selbst, die passenden Gebete und Kirchenlieder, seine Heiligen.

Dies wäre leicht zu organisieren, Nutzer könnten wie bei Facebook gegen Anmeldung helfen die Daten zu pflegen, jede Gemeinde wäre schnell überall einseh- und abrufbar, wir würden zusammenrücken, allumfassend, katholisch sein!

Und was die Informationsebene angeht, so ist dies noch viel einfacher. Sie beteiligen sich als Leser z.B. gerade daran, indem Sie sich hier meinen Erguss zumuten. Kommentieren Sie mich, loben Sie mich, verreisen Sie mich, teilen Sie mich. Fangen Sie selbst an zu schreiben, machen Sie sich Gedanken. Seien Sie aktiv, seien Sie kreativ, seien Sie online!

Bischof Fulton Sheen war zum Beispiel DER katholische Pionier in den „New Media“. Er hatte als erster eine Radiosendung und erreichte in den Fünfzigerjahren des 20. Jahrhunderts knapp vier Millionen Menschen. Später unterhielt er zur Prime-Time eine eigene Fernsehsendung, welche von über 30 Millionen Menschen verfolgt wurde. Und auch damals gab es schon technikfeindliche Katholiken, die meinten, ein Priester (bzw. Bischof) gehöre nicht ins Radioprogramm oder auf die Fernsehbildschirme. Zum Glück hat sich der „Apostle of the New Media“ nicht auf die Technikfeinde gehört und unbeirrt für Christus missioniert.

Und er hat erfolgreiche Nachahmer, wie den Weihbischof von L.A. Bischof Robert Barron, den Passauer Bischof Stefan Oster, Father George Elsbett (LC), Dr. Johannes Hartl und weitere. Diese sind Avantgardisten, transportieren klar und deutlich die korrekte Lehre, haben erkannt das nicht der Inhalt, sondern die Kommunikation das Problem ist und der Erfolg gibt ihnen Recht. Und unser Heiliger Vater Franziskus steht diesen in nichts nach, seine neue App (Docat) erreicht die Menschen, ihre Herzen, ihren Glauben. Weltweit, sofort, direkt: katholikós!

Worauf warten Sie also noch? Seien Sie katholisch! Wann gehen Sie online für unsere Botschaft?

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