Die Olympischen Spiele in Rio sind sind die fünften, an denen der Ausnahme-Athlet teilnimmt. Doch ein Tragödie hätte beinahe seine Teilnahme vereitelt: Phelps enthüllte in einem Dokumentarfilm des Senders ESPN, dass er 2014 darüber nachdachte, sich das Leben zu nehmen, bis er – unter anderem – das Buch „The Purpose Driven Life“ von Rick Warren las. (Das Werk ist auf Deutsch unter dem Titel: „Leben mit Vision: Wozu um alles in der Welt lebe ich?“ erschienen.)

Phelps, der 22 Medaillen bei Olympischen Spielen gewann, mehr als jeder andere, errang bislang auch unglaubliche 18 Goldmedaillen. Daran reicht niemand auch nur annährend heran: Die nächsthöchste Rekordhalter wurde mit 9 Goldmedaillen ausgezeichnet.

Doch der Mensch Phelps ist mehr als nur diese außergewöhnliche Erfolgsgeschichte. Als er neun Jahre alt war, verließ sein Vater seine Mutter und die Kinder. Dieses Trauma verfolgte den Jungen bis in sein Erwachsenen-Alter. Nach den Spielen von London, 2012, beendete Phelps eigentlich seine beispiellose Sport-Laufbahn. Und fiel in ein tiefes Loch: Sein Leben hatte keinen Sinn mehr.

Seit seiner Kindheit hatte das Schwimmen sein Leben komplett dominiert, in allen Facetten. Dann war es vorbei, und Phelps war überfordert.

Er begann, einen Party-Lebensstil zu führen, um die innere Leere zu betäuben, isolierte sich von seinem alten Coach und der eigenen Familie. „Ich dachte, wenn das so weitergeht, dann wirdirgendwann etwas wirklich Schlimmes passieren“, sagte sein Trainer Bob Bowman gegenüber ESPN. Und so war es auch: Am 30. September 2014 wurde Phelps betrunken am Steuer erwischt. Zum zweiten Mal in zehn Jahren.

Der Vorfall war ein neuer Tiefpunkt für die Sportlegende. Phelps enttäuschte nicht nur die Menschen um sich herum, sondern schadete auch seinem öffentlichen Bild als Sportler und Vorbild. Sein Bemühen, noch einmal im Nationalteam mitzuschwimmen, schien gescheitert: Die Teilnahme an den „World Aquatics Championships“ 2015 wurde ihm der Trunkenheit am Steuer wegen verboten.

Fünf Tage lang kam Phelps nicht aus seinem Bett. „Für einen Moment dachte ich: Das ist es nun, das Ende meines Lebens. Denn irgendwie war da die Frage: ‚Wie oft baut er noch soviel Mist‘. Ich dachte, es wäre alles besser ohne mich.“

„Ich habe mein Zimmer eigentlich nicht verlassen. Ich habe nichts gegessen, nicht wirklich geschlafen. Ich dachte einfach, das beste was ich tun kann, ist, mein Leben zu beenden.“

In diesem Moment intervenierte sein Freund, der ehemalige American Football-Profi Ray Lewis. Er ermutigte nicht nur Phelps, dass er es durch diese dunkle Phase schaffen würde und sich einer Entziehungskur unterziehen sollte. Lewis, der sich in der Öffentlichkeit zum Christentum bekennt, schenkte dem Schwimmer ein Buch: The Purpose Driven Life. Der Autor ist der in den USA bekannte „Mega-Church“-Pastor Rick Warren, ein Baptist; auch viele Katholiken lesen seine Bücher.

Noch während seiner Entziehungskur begann Phelps, den christlichen Bestseller zu lesen – und es veränderte sein Leben.

„Mann, dieses Buch ist der Wahnsinn“, erzählt Lewis habe ihm Phelps am Telefon gesagt, als er ihn nach ein paar Tagen in der Behandlung anrief. „Ich kann Dir gar nicht genug danken. Du hast mein Leben gerettet.“

Ob Phelps nun Christ geworden ist, bleibt unklar – zumindest scheint es ihn auf Gott gebracht zu haben: „Es hat mir den Glauben an eine Macht gegeben, die größer ist als ich selber es bin“, sagte Phelps in der ESPN-Sendung, „und ich habe einen Zweck auf diesem Planeten.“

Das Buch und die Therapie haben Phelps nicht nur von seinen Gedanken an Selbstmord befreit: Er hat versucht, sich mit seinem Vater zu versöhnen – was ihm auch gelungen ist.

Pastor Warren, der die Sendung mit Phelps gesehen hat, reagierte öffentlich auf Twitter:

Mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung von www.ChurchPOP.com

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