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Kampf um Gleichberechtigung?

In Gesellschaft, Politik und Schule toben verschiedenste Kämpfe um Gleichberechtigung und Emanzipation. Es wird suggeriert: Die Frau kommt zu kurz und wird immer noch unterdrückt. Sie sollte die gleichen Rechte, Jobs, Privilegien und die gleiche Macht haben, wie der Mann. Mindestens! Das betrifft nicht nur die privaten, sozialen, gesetzlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse. Auch die Vorstände und Aufsichtsräte der großen Konzerne werden tangiert. Dass die Frauen endlich akzeptiert und vollständig emanzipiert werden sollen, wird nach wie vor in den Medien gefordert – und zwar lautstark. Mit Geschrei, bis hin zu obszönen und fragwürdigen Methoden, wird die mediale Aufmerksamkeit auf das Thema Feminismus und Frauenrechte gelenkt. Man denke hierbei bitte zurück an immer wieder in der Öffentlichkeit nackt auftretende Frauen. Sie kämpfen mit entblößter Brust um Emanzipation, sexuelle Freiheit, aber gleichzeitig auch dafür, nicht mehr als Sex-Objekt gesehen zu werden. Als Frau frage ich mich: Wer soll weibliche Stimmen ernst nehmen, die nackt darum kämpfen, nicht als Sex-Objekt behandelt zu werden?

Mit dem Feminismus ringt auch die Genderbewegung als sozial-politische Lobby um Beachtung. Sie macht sich bemerkbar und drängt sich in den Mittelpunkt der menschlichen Lebensbereiche. Ob Unisextoiletten oder gleichgeschlechtliche Ampelmännchen, ob grammatikalische Veränderungen der deutschen Sprache oder Sexualerziehung vom Kindergarten bis zum Abitur – überall verbreitet sie Verwirrung und Unverständnis. Es sind Neuerungen, die sich teilweise unbemerkt, andererseits aber sehr aggressiv in alle Lebensbereiche drängen. Diese Neuheiten sind „Errungenschaften“ der sogenannten Genderforschung. Diese ist sozusagen eine Erweiterung der feministischen Bewegung, welche sich aber von den Schwerpunkten her, sehr weit vom ursprünglichen Kampf um Frauenrechte entfernt hat.

Das Wirrwarr der Genderwissenschaftler

„Gleichberechtigung für Alle!“ wird gefordert. Nur wer ist mit „Alle“ gemeint? Früher waren es die Frauen, also etwas mehr als 50 Prozent der Menschheit, die gemeint waren. Eine große Gruppe also, eine Mehrheit, die Unrecht erlitten hat. Heute ist es die Minderheit, also bestimmte Randgruppierungen, die eine für sie akzeptable Vorstellung einer Gesellschaft der Mehrheit aufzwingen will. Was die Mehrheit davon hält, ist nur von Interesse, wenn es um eine Kritik an der Idee der Randgruppen gibt. Dann heißt es schnell: Diskriminierung!

Weibliche und männliche Eigenschaften sind nicht mehr an Mann und Frau gebunden, sondern neuerdings abgekoppelt. Die Frau kann männlich sein, sie soll es sogar. Der Mann kann weiblich sein, damit ist er modern. Es kommt zu einer Verdrängung des Verständnisses von Mann und Frau. Dabei gilt aber immer: Die Frau ist das bessere Geschlecht – Feminismus halt.

Und das Geschlecht „Mann“? Viel Platz ist für ihn nicht mehr vorgesehen in der Genderbewegung. In der Sprache sieht man es bereits: Gendergerechte Formulierungen haben nicht nur den Fakt gemeinsam, dass sie die Schönheit der Sprache ruinieren, sondern auch, dass der Mann selbst grammatikalisch zugunsten von geschlechtsneutralen Begriffen verdrängt wird, die Frauen und diverse sexuelle Orientierungen neuerdings in den Vordergrund rücken. Ein Beispiel wären die sogenannten gender-freundlichen, grammatikalischen Formulierungen. Heute schon sehr populär ist das Binnen-I: StudentInnen und ArbeiterInnen. In den universitären Gender-Studies wird eifrig daran gearbeitet, eine Sprache zu entwickeln, die wirklich alle Geschlechter einbezieht – alle außer den Mann. So wird an einer Alternative für männliche Berufsbezeichnungen gefeilt: Anstatt „Bäcker“, soll es jetzt „Bäcka“ heißen. Denn diese Endung sei ja bereits umgangssprachlich. Allerdings wären da noch nicht alle anderen „Geschlechter“ beinhaltet. Denn es sollen ja auch diejenigen berücksichtigt werden, die sich momentan für kein Geschlecht entscheiden wollen. Darum gibt es auch Vorschläge mit Binnen-I und Unterstrich: Student_Innen, Arbeiter_Innen.

Eine der zentralen Universitäten, die sich damit beschäftigt, ist die Humboldt-Universität in Berlin. Apropos Universitäten: Es gibt immer häufiger Fälle, bei denen einige Professoren vorgeben, dass Arbeiten in gendergerechter Sprache verfasst werden sollen. Meistens sind diese Gleichstellungs- oder Frauenbeauftragte. An der Universität in Linz hingegen ist es schon Regel, dass genderfreundliche Sprache benutzt werden muss. Wenn das verweigert wird, gibt es Punktabzug. So müssen sogar medizinische, geschlechterspezifische Arbeiten, wie zum Beispiel über Prostatakrebs, geschlechterneutral verfasst werden.

Gender gibt es mittlerweile an fast 200 Instituten im deutschsprachigen Raum – Tendenz steigend. Sie arbeiten mit Steuergeldern, um die Gender-Perspektive in alle Lebensbereiche einzubringen. Das fängt wie gesagt bei der Sprache an, arbeitet sich aber komplett durch das System.

Gender Studies läuft mittlerweile auf den verschiedenen Ebenen des täglichen Lebens ab: in der Sprache, an den Universitäten, in den Verwaltungen, aber auch im pädagogischen Bereich. Kinder werden mittlerweile ab dem Kindergarten durch Lieder und Bücher mit der „sexuellen Vielfalt“ konfrontiert. Dabei interessiert es niemanden, dass das eventuell schädlich für die Psyche der Kleinen ist. Die Kinder sollen gendersensibel erzogen werden, denn weiblich und männlich sind ja nur Stereotypen, von der Gesellschaft aufgezwungen. Auch die Heterosexualität wird als gesellschaftlich aufgedrängtes Konzept gesehen. Ein weiteres Mittel der gendersensiblen Sexualerziehung ist der Sexualunterricht in der Schule, der nicht mehr die Entstehung von Leben sensibel aufklärt, sondern weitreichend mit dem Thema Sexualität konfrontiert.

Das Geschlecht „Mann“ bekommt die Auswirkungen sehr stark zu spüren: Hinter der Frau verdrängt, findet es sich bei den unerwünschten „Nebenerscheinungen“ vergangener Jahrhunderte wieder. Der Mann, zuständig für das Unglück der Frau und Übel für die Gesellschaft, stellt ein Feindbild dar. Aber auch die normale Frau ist nicht erwünscht. Sie widerspricht der wirklich wertvollen und vorbildhaften Frau – der knallharten Karrierefrau. Die Hausfrau und der Familienvater sind Auslaufmodelle. Zumindest in weiten Teilen der Gender Studies sind die neuen Ideale der weibliche Mann und die männliche Frau.

Wenn es der Genderbewegung um das an sich gute Anliegen geht, Gleichberechtigung zu schaffen, Menschen als Menschen und nicht in der Schublade Mann oder Frau mit unterschiedlichen Kompetenzen zu sehen, wieso ist dann der Mann ein Feindbild? Ist er nicht auch eines der Geschlechter? Und wieso reden sie von „Heteronormativität“, also davon, dass Heterosexualität nur eine soziale Norm ist? Bin ich als heterosexuelle Frau nicht auch einfach nur Teil der Vielfalt? Und warum dürfen Frauen nicht mehr typisch weiblich sein, Mädchen nicht mehr pink tragen? Warum sollen Männer nicht auch harte Kerle sein dürfen? Die Gender-Bewegung widerspricht sich selbst: Sie fordert ständig Vielfalt, und will die Vielfalt gleichzeitig abschaffen, wenn ihr ein Lebensstil, eine Einstellung oder eine Art, Frau oder Mann zu sein, nicht zusagt.

Kein Platz für Ehe, Familie und Kinder

Viele wundern sich darüber, warum sich Männer heute weniger auf langfristige Beziehungen oder gar auf eine Ehe einlassen wollen, als früher. Dem Statistischen Bundesamt zufolge lag das durchschnittliche Heiratsalter von Männern in Deutschland im Jahr 2014 bei 33,7 Jahren. Im Jahr 2000 hingegen lag es noch bei 31,2, und im Jahr 1990 bei 28,5 Jahren.

Wie im ersten Artikel der Sexodus-Reihe schon beschrieben, gilt die Frau – vorausgesetzt sie ist die geforderte Karriere- und Powerfrau – nach dem Credo des Feminismus als das bessere und der Mann als das schlechtere Geschlecht. Dies bestätigt auch der Schweizer Psychologe Koni Rohner (Mitglied und Befürworter von www.maennerstreik.wordpress.com). Ihm ist schon seit längerer Zeit aufgefallen, dass der Mann im ganzen medialen Diskurs als weniger wert bezeichnet wird und wundert sich:

„Und nun, Männer: Wieso macht ihr bei alledem mit? Wieso streikt ihr nicht?“

Aber, wie schon erwähnt, ist nicht nur der Mann betroffen. Erfüllt eine Frau nicht das Ideal und entscheidet sich gegen eine Karriere, aber für das Hausfrauen-Dasein und eine Familie, wird sie als weniger wert, sogar als lebensüberdrüssig bezeichnet. Diese Einstellung spiegelt sich auch in den Statistiken wieder: 2014 ist ein Anstieg des durchschnittlichen Heiratsalters der Frauen auf 31 Jahre zu beobachten. 1990 lag das Heiratsalter der Frau bei 26,1 Jahren.

Typisch Mann?

Zurück zum Thema „Mann“ in den Medien: Wer kennt sie nicht, die gängigen Darstellungen des „typischen Mannes“ in Zeitschriften, Beziehungsratgebern, TV-Serien und im ganzen Social-Media-Bereich? Oft genug wird das männliche Geschlecht in den Medien schlecht gemacht, teilweise sogar als primitives Geschöpf abgestempelt: berechenbar, einfach und rational.

Auf der anderen Seite resignieren die Frauenratgeber, wenn ihre Tipps und Tricks, um den Mann auf die eine oder andere Art manipulieren zu können, nichts mehr nützen. Dann heißt es in diversen Frauenzeitschriften und -magazinen oft: „Männer nutzen Frauen aus.“, „Männer sind Player.“, „Männer können nicht anders, sie sind so veranlagt.“ Oder kurz: „Typisch Mann.“ Aber was ist typisch Mann?

Nach psychologischen Umfragen (www.hochzeitsguide.com) werden vom Traummann folgende unverzichtbare Attribute gefordert: Er soll treu, humorvoll, intelligent, einfühlsam, zärtlich, unternehmungslustig, männlich, leidenschaftlich, familienorientiert und gut gekleidet sein – und zwar in dieser Reihenfolge! Diese Wunscheigenschaften sind jedoch nicht primär das, was das „Mann-Sein“ ausmacht. Wenn diese Attribute vom männlichen Geschlecht verlangt werden, dann wird gefordert, dass die Männerwelt ihre Identität, den Kern ihres Wesens aufgibt.

Die Individualität von Mann und Frau

Die Männlichkeit dominiert eher mit rationalen, strategischen Fähigkeiten, Beschützerinstinkt, Mut, Stärke und Führungsqualitäten, während das Weibliche eher als einfühlsam, zärtlich, weich, schillernd und mütterlich beschrieben werden kann. Das soll natürlich nicht heißen, dass Frauen keine Führungsqualitäten haben, oder Männer nicht zärtlich sein können. Dennoch sind es jene Eigenschaften, die sich immer wieder als natürlich und charakteristisch bei den jeweiligen Geschlechtern herausstellen.

Der eine Mann ist rauer, der andere sensibler. Das ist sehr gut. Jede Frau ist zur Mutter veranlagt, aber ihr steht es natürlich frei, tatsächlich Mutter zu werden. Auch das ist sehr gut. Sowohl die Weiblichkeit, als auch die Männlichkeit sind für sich schön und individuell. Jeder Mann ist einzigartig, genauso wie jede Frau.

Die Beziehung zwischen Mann und Frau ist nicht aufgrund ihrer Einseitigkeit, sondern aufgrund ihrer Gegenseitigkeit so spannend. Sicher bringt diese gewisse Spannung zwischen den Geschlechtern die Herausforderung mit sich, die Unterschiede meistern und an einer soliden, guten Liebesbeziehung arbeiten zu müssen. Allerdings lohnt sich die Arbeit: Es gibt kein größeres Abenteuer als das Entdecken des gegengeschlechtlichen Gegenübers. Der Eine lernt vom Anderen – es ist ein ausgewogenes Geben und Nehmen. Solche ausgewogenen, zwischenmenschlichen Beziehungen lösen Glück, Geborgenheit und Zufriedenheit aus. Sie geben ein gutes Lebensgefühl.

Der Exodus aus der Mann-Frau-Beziehung

Diese Gegenseitigkeit bezieht sich auch auf den Respekt, die Anerkennung und das Verständnis gegenüber dem Anderen. Gerade von der Emanzipationsbewegung wird immer mehr Anerkennung und Respekt gegenüber den Frauen gefordert. Das ist wichtig und jeder Frau steht beides zu, aber dieses Zugeständnis hat der Mann auch verdient. Tatsächlich würden sogar lieber drei von vier Männern auf Liebe, als auf Respekt und Anerkennung verzichten.

Das heißt also: Fühlt sich ein Mann nicht respektiert und anerkannt, weicht er aus und entscheidet sich, ungeliebt zu sein, so Gary Chapmann (Psychotherapeut, Verfasser von „Die fünf Sprachen der Liebe“). Ist es dann noch verwunderlich, dass der Mann von heute bereit ist, die Frau als Partnerin aufzugeben?

Das soziale Kulturphänomen „Sexodus“ besagt: Männer wenden sich immer mehr von der Frau als Partnerin ab, dafür jedoch ihren Kumpels, ihrer Spielkonsole und sogar der Pornographie, als sexuellen Ersatz zu. Verwunderlich ist das nicht, wenn der Mann nicht mehr männlich sein darf. Er ist nicht mehr anerkannt und respektiert, wie er ist. Der Traumprinz soll denken und fühlen wie eine Frau, gleichzeitig aber stark sein, wie ein Mann. Das schließt sich jedoch gegenseitig aus und geht an der Realität vorbei.

Männlichkeit ist also heute nur in dem Rahmen gewünscht, in welchem sich die Frau entfalten und unabhängig sein kann. Jeder Mensch sollte sich frei entfalten und entscheiden können – keine Frage! Aber zu erwarten, dass jemand sein Wesen, seine Identität aufgibt, ist unrealistisch und übertrieben. Beziehungen können nur mit Kompromissen und Zugeständnissen auf beiden Seiten funktionieren, heißt: Entfaltung und Freiheit sollte für beide – Mann und Frau – möglich sein können.

Carolin Anett Lüdeke, geboren 1994 in Meiningen, Thüringen. Interessiert sich für Religion, Medien, Sport und Mode. Carolin studiert im 4. Semester Fachtheologie an der Phil.-Theol. Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz. Zusätzlich studiert sie Sexualpädagogik in einem externen Studiengang. Der Kommentar erschien zuerst bei F1rstlife.

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