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Papst Franziskus: „Die Gender-Theorie ist ein Feind der Ehe“

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Ob Mann, ob Frau – wer weiß es noch so genau? So könnte man einige Versuche der Gendertheorie ansehen. Und nun hat der Papst wieder einmal in aller Deutlichkeit kargestellt, dass diese Theorie nicht mit dem katholischen Glauben vereinbar ist. Er nannte sie „Feind der Ehe“ und sprach weiterhin von einem „Weltkrieg, der versucht die Ehe zu zerstören“.

Das soziale Geschlecht

Die Gendertheorie spricht nicht mehr vom biologischen, sondern nur von einem „sozialen“ Geschlecht. Dieses kann man auch „gefühltes“ Geschlecht nennen, da es nicht darum geht, welche biologische Zugehörigkeit man hat, sondern nur darum, welche man fühlt bzw. sich selbst zuschreibt. Man kann daher als biologische Frau „Gendermann“ werden und als biologischer Mann „Genderfrau“. Dazwischen gibt es noch dutzende weiterer Genderzugehörigkeiten, je nach persönlichem Geschmack. Dieser Geschlechtstheorie hat der Papst nun erneut eine deutliche Absage erklärt.

Die entscheidende Aussage des Papstes: ab etwa 57:30

Die ideellen Gründer dieser Theorie

Die wohl wichtigste Theoretikerin der Gendertheorie wobei man fairerweise von Theorien im Plural sprechen sollte, ist Judith Butler. In Büchern wie „Gender trouble: feminism and the subversion of identity“ wird ein Geschlechtskonzept entworfen, das fern aller konventionellen Werte ein subversives Programm verfolgt, indem eine Selbstzuschreibung die Biologie besiegen soll. Mit Rückgriffen auf Simone de Beauvoir spricht Butler davon, dass auch das biologische Geschlecht diskursiv erzeugt werde. Man kann eine solche Aussage eigentlich nicht mehr Ernst nehmen, weshalb der Erfolg der daraus folgenden Theorie umso mehr überrachen muss.

Für die Gendertheorie gibt es keine biologischen Grundlagen

Der Erfolg der Gendertheorie scheint auch damit zusammenzuhängen, dass es im Bereich des Geschlechtlichen und Zwischengeschlechtlichen Unsicherheiten und Enttäuschungen vorliegen. Es ist in gewisser Hinsicht auch verständlich, wenn man neben der Biologie nach sozialen Grundlagen fragt. Aber völlig unklar ist, wie man Biologie, die vorgegeben ist, als Ergebnis von Diskursen sehen kann. Der Papst sieht die Gender-Theorie wohl deshalb als „Feind der Ehe“, weil Mann und Frau in ihrer schöpfungstheologischen Weise aufgehoben und durch Selbstkonstrukte ersetzt werden.

Wenn die Gendertheorie nicht dermaßen subversiv und radikal auftreten würde, gäbe es vielleicht Bereitschaft über soziale Rollen zu sprechen. Da aber Biologie keine Rolle mehr spielen soll, ja diese sogar in den Bereich einer Konstruktion verschoben wird, bleibt kein Raum Naturwissenschaft und Gender gleichermaßen anzuerkennen.

4 Kommentare

  1. Wenn man hier schon auf Butler und de Beauvoir kommt, sollte man doch bitte auch die Reimer Zwillinge erwähnen, damit man die Ideologie auch eindeutig identifizert.
    Und Begriffsumwidmungen a la Orwell sind das Kennzeichen der Totalitaristen, Gut ist Böse, böse ist gut, frei ist unfrei, unfrei ist frei.

  2. Naja sagen wir mal so,. als Verteidiger der klassischen, katholischen Ehe habe ich den Papst Franziskus eigentlich nicht auf dem Schirm, eher als Verteidiger, dessen, dass jeder nach seiner Facon selig werden soll, auch und besonders im Privatleben, Hauptsache, wir fühlen uns gut.
    Von daher kann man seine Aussagen auch als pro Gender interpretieren, weil ist ja eh nicht so wichtig, so eine klassische, katholische, unauflösliche, lebenslange, hetero und monogame Ehe.
    Ist zwar ein Krieg, der geführt wird, aber macht ja nix, wenn der gewonnen wird.

  3. Interessant ist, ob und wie sich nun katholische Bildungsträger zu den Gender-Lehrplänen einiger Bundesländer positionieren. Es ist leider zu befürchten, dass das Papstwort frech ignoriert wird.

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