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Meinung

Schafft die zivile Ehe ab!

Die zivile Ehe wurde von Bismarck aus politischen Gründen eingeführt, heute ist es an der Zeit diese anachronistische Institution zu beseitigen.

Hören Sie den Beitrag vom Autor eingesprochen.

Die zivile Ehe, sie ist ein Artefakt aus dem Kulturkampf. Sie war ein Instrument um Menschen zu kontrollieren. Heute heiraten viele Menschen, weil sie Steuervorteile wittern. Die Ehe ist für den Staat in soweit förderungswürdig, dass er sie mit zahlreichen finanziellen und sozialen Anreizen fördert. Kalkül ist es neue Kinder für das Volk zu bekommen. Kinder für das Volk sichern die Steuereinnahmen und das Sozialsystem.

Standesamt Erfurt im Haus zum Sonneborn / Bundesarchiv, Bild 183-1989-0516-306 / Hirndorf, Heinz / CC-BY-SA 3.0

Soweit so gut. Nicht aus jeder Ehe kommen Kinder hervor – prominentestes Beispiel ist wohl das Ehepaar Merkel-Sauer. Die Kanzlerin, sie ist kinderlos. Wer eine Ehe schließt sagt vor dem Staat, dass er sich um seinen Ehepartner kümmern wird. Ein Aufgebot ist nicht nötig, möchte man heiraten, so ist dies zu einem reinen Verwaltungsakt verkommen. Unterschrift, neuer Ausweis, Finanzamt informieren, fertig.





Löst man die zivile Ehefrage, so löst man auch Probleme im Adoptionsrecht. Schafft man die zivile Ehe ab, so ist es möglich, dass der Staat völlig neutral agieren kann. Konflikte mit dem Verfassungsgericht und klagenden „eingetragenen Lebenspartnern“ sind aus der Welt geschaffen.

Eine eingetragene Lebenspartnerschaft ist keine schlechte Idee. Menschen erklären vor dem Staat, dass sie sich umeinander kümmern. Sie können im Notfall ohne eine vorherige Erklärung des Gatten Informationen vom Arzt bekommen, Entscheidungen treffen und können Steuervorteile bekommen. Alles andere, was an einer Ehe hängt kann einfach ignoriert werden. Den meisten Menschen bedeutet die Ehe eh nicht mehr viel. Kinder werden in lockeren Beziehungen erzogen, das Sozialrecht kennt die „eheähnlichen Gemeinschaften“, mit einer Patientenverfügung kann man einem nichtangetrauten Ehepartner viele Verfügungsrechte geben bis hin zum sprichwörtlichen Ziehen des Steckers. Kinder sind im Steuerrecht eh begünstigt, eine Wohnung kann man auch ohne Trauschein anmieten und Kredite können auch gemeinsam getragen werden. Steuervergünstigungen können auch einer „eingetragenen Lebenspartnerschaft“ mit und ohne Kindern zu kommen, so wie auch im Handelsregister eingetragne Unternehmen Vorteile genießen, aber auch Pflichten haben. Wo ist also noch der Unterschied?

Der Staat hat außer einer traditionellen Beziehung zur Ehe eh keine wirklich scharfen Trennlinien mehr. Sie, die zivile Ehe sollte also aus den Gesetzbüchern, Standesämtern und Köpfen des Gesetzgebers hinausgefegt werden.

Die Ehe ist ein religiöses Konstrukt. Es existiert in nahezu jeder Religion und erlegt den Ehepartnern strenge Pflichten auf. Bin ich Teil einer solchen Religion, glaube ich an diese Lehre, dann bedeutet mir persönlich die Ehe etwas und die Pflichten und Rechte daraus setze ich aus Anerkennung einer göttlichen Ordnung um, nicht aus Wohlwollen dem Staat gegenüber. Die Ehe ist etwas zutiefst religiöses und nichts aus dem Staat geborenes. Sie ist für ein staatliches Gemeinwesen nicht nötig, für meine religiöse Weltanschauung schon und mir persönlich bedeutet die Ehe durchaus etwas. Eheliche ich meine Geliebte, dann tue ich dies, weil mir der Bund vor Gott etwas bedeutet. Die staatliche Ehe, ohne Kirche jedoch, sie bedeutet mir nichts – lediglich eine gezwungene Unterschrift im senfgelben Charme einer Amtsstube des Standesamtes.

Sie sind anderer Meinung, wie unser Autor Wilhelm Ahrendt? Schreiben Sie uns - nach vorheriger Absprache - ihre Replik, die wir gerne veröffentlichen werden. Kontakt: redaktion@thecathwalk.de
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  1. Christine Buck

    Herr Ahrendt, ich empfehle Ihnen folgendes:
    Gehen Sie in Ihre Lieblingsbar / -kneipe, betrinken Sie sich dort, trinken Sie zwei weitere Biere, dann nehmen Sie Ihr Auto und fahren Sie los. Fahren Sie Richtung Autobahn. Sie wohnen in Berlin, also fahren Sie Richtung Norden. Fahren Sie immer weiter nach Norden. Trinken SIe weiter Wein oder Bier, während Sie fahren und dann fahren Sie immer weiter. Geht es an der Ostsee nicht mehr? Dann fahren Sie nach Westen, so lange Sie können und exen Sie spätestens alle 100 km eine Falsche bier oder 2 Gläser Wein.

    … Dann Sie werden irgendwann einen tödlichen Unfall bekommen. Sie sind ein Mörder und Arschloch, Herr Ahrendt!

  2. Kathrinchen

    Mit der aktellen Debatte bekommt dieser Artikel einen ganz neuen Spin! Der Cathwalk war wohl ein bisschen schneller, oder hat die Politik beeinflusst. 😉

  3. In ya Face

    Der Autor sollte vom selbst Gebrannten lassen, da ist Fusel drin, der einem die Hirnwindungen vernebeln kann.

    Dieses Medium sollte sich vom Lügenpresse-Autor Wilhelm Ahrendt trennen.

  4. Gregor

    Erstmal finde ich Ranger, dass ihr viele Innovationen in letzter Zeit am Cathwalk umsetzt. Kleinigkeiten, wie die Share-Box mit der gestrichelten Linie.

    Zum Thema:
    Auch aus netzpolitischer Sicht wäre es gut die staatliche Ehe abzuschaffen.
    Habt ihr schon von den „rosa Listen“ gehört? Die wurden benutzt um schwule zu verfolgen, im 3. Reich.

    Wer sagt, dass das nicht in Zukunft von anderen benutzt wird um die eingetragen Homo-Ehen zu verfolgen, oder auch christliche Ehen. Wenn der IS gewinnt, haben wir Christen wohl verloren und staatliche Ehe-Register sind das gefundene Fressen um Christen und Homos zu schlachten!

  5. Eckerhard

    Bravooooo! Bravo, Herr Ahrendt! Ich habe solch eine Pflichtunterschrift geleistet und sie war mir egal und sie fand auch wirklich im senfgelben Beamtenzimmer statt. Die Beamtin hat sich mühe gegeben, aber wohl bemerkt, dass wir diesen staatlichen Zirkus NICHT wollten.

    Sie reden mir also aus der Seele. Aber interessant wäre wohl noch ein Verfechter der staatlichen Ehe, aber der ist wohl in ihrem Milieu schwer zu finden. 😀

    Übrigens finde ich es sehr gut, dass Sie Meinungsbeiträge jetzt auch vertonen?! Das hilft dem Verständnis sehr. Manches kommt im reinen Text eben nicht rüber, mit dem Spinn der Stimme DES AUTORS schon.

    Ein schöne Idee den Autor selbst zur Stimme kommen zu lassen, liebes Cathwalk Team!

  6. Margit N

    Herr Ahrendt!
    Verzeihen Sie, aber ich verfolge Sie jetzt schon eine Weile. Mit Verlaub:

    Sie sind ein Arschloch!

    Ehe und Familie gehören geschützt und wir haben lange gebraucht um das in Gesetze zu bekommen. Sie sind ein Arschloch weil Sie das Wartefundament noch weiter aufweichen!

  7. Apostelnachfolger

    Herr Ahrendt,

    Sie sind ein elendiger Häretiker! Die Ehe ist heilig!! Und die Ehe als Keim der Familie muss bewahrt bleiben!!!

    Ich wünsche Ihnen, dass Sie eines Tages mal von einem Schwulen, der auf Drogen ist und mit AIDS infiziert ist, überfallen und dann quiekend geschändet werden, in der toleranten Stadt und dem Sündenpfuhl BERLIN.

    • Christoph Reither

      An alle, die hier auf einen sachlichen Artikel mit Hass, Beleidigungen und Ausgrenzungen reagieren:
      Aus Sicht eine konservativen römischen Katholiken kann ich nur sagen kann ich Herrn Ahrendt hier nur vollumfänglich zustimmen.
      Der Staat hat sich immer und an jeder Stelle zu fragen: pro bono? Wem nutzt es. Wenn es nicht „dem“ Staat nutzt, gehört es schon mal abgeschafft.
      Und wenn es die Menschen in Ihrer Freiheit und Selbstbestimmtheit einschränkt sowieso. Das oberste staatliche Prinzip muss die Subsidiarität sein. Was mit Steuergeld passiert (und was anderes sind ja Ehe-Privilegien nicht) haben die kleinsten Verwaltungseinheiten erst mal zu entscheiden. Nur wenn die übergeordnete Stelle dies nachweislich besser kann, dann darf sie diese Entscheidung an sich ziehen.
      In unsere immer stärker zentralisierten Staatsform wird das leider immer mehr ausgehebelt. Ein Ballungszentrum wie München, wo sich die Menschen keine Kinder leisten können, weil sie selbst mit zwei Einkommen fast nicht mehr über die Runden kommen, muss anders gefördert werden als in Kiel oder Gruben.

      Der Vertrag über die gegenseitige Versorgung (Zivil-Ehe) führt nicht mehr dazu, dass tatsächlich auch Kinder geboren werden. Also sollten sich alle staatlichen Einrichtungen darauf konzentrieren. Wie schaffen wir es, die Geburtenrate zu steigern. Und wer jetzt sagt: Mehr Kinderkrippen, hat nichts verstanden.

      75% der Kinder in Deutschland wachsen bei ihren leiblichen miteinander verheirateten Eltern auf. Das wird sich auch nicht ändern, wenns nicht mehr „standesamtliche Eheschließung“ sondern „Vertragsabschluss unter staatlicher Aufsicht“ heißt.

  8. Charly Lücker

    Ich meine, dass du offensichtlich keine Ahnung hast, wovon du da sprichst. Deine Einschätzung von Ehe, sowohl in der Geschichte, als auch im Heute, sind weitgehend falsch.
    Was die Einschätzung der Bedeutung der Ehe Heutzutage in der westlichen Welt hat, lässt sich diskutieren. Doch befinden wir uns immer noch in einem Umbruch, dessen Auswirkungen wir bisher nur negativ beurteilen können. Denn Ehe und Familie sind Einrichtungen deren Wirkung nur aus der Sicht von mehreren Generationen beurteilt werden können. Daher kann man die tatsächlichen Auswirkungen dieses Umbruchs noch nicht wirklich abschätzen. Das was wir bereits sehen, ist zB dahingehend negativ, weil wir in der jungen Generation eine eklatante Bindungsunfähigkeit feststellen müssen, welche sich sicherlich auf unsere Geschichte ab dem ersten Weltkrieg aufbaut.

    Also, bevor man etwas abschaffen will, sollte man zunächst verstanden haben, worum es sich dabei tatsächlich handelt. Dafür bedarf es aber, sich qualifiziert zu bilden und nicht so oberflächlich zu urteilen.

  9. rauscharm

    Macht der Cathwalk jetzt einen auf rebellisch?! Warum wettert denn bitte ein katholisches Blog bitte gegen das Institut der Ehe? Eine Grundfeste unseres christlichen Glaubens?! :O
    Der heilige Bund vor Gott darf nicht entwertet werden!!!!!
    Der Staat darf nicht neutralisiert werden!

    • Na das ist doch kein Problem. Wir debattieren hier doch und freuen uns auch auf andere Meinungen. Hast Du nicht Lust mal Deinen Frust von der Seele zu tippen?!!1! 😉

      Das Institut der zivilen Ehe ist eben, wie geschrieben ein politisches und wenn der Staat säkularisiert wäre, dann wären viele andere Probleme auf einen Schlag gelöst. Eine eingetragene Lebenspartnerschaft ist ja nichts, was in meinem Konstrukt nicht denkbar wäre um das staatlich abzubilden.
      Moslsems laufen übrigens oft völlig unter dem Radar, allein schon weil Polyamorie dort kein Problem ist. Moslems schließen oft einfach in ihren Moscheen die Ehe und der Staat weiß oft nichts davon. Wir würden so also nur etwas Gängiges umsetzen. Auch ist es seit einigen Jahren erlaubt ohne staatlichen Trauschein in der katholischen Kirche zu heiraten. Es fehlt also nur noch der symbolische Schritt des Gesetzgebers.

  10. Ich persönlich war auch schon immer dieser Meinung. Gerade wenn man die eingetragene Partnerschaft für alle beibehält, um bestimmte soziale Funktionen dieser Gemeinschaft beibehalten.
    Die Kirche wäre dann auch aus ihrem problematischen Verhältnis zur Zivilehe („Wesensgleichheit“) freigestellt und muss sich nicht mehr um die staatlichen Verhältnisse an sich oder ihrer Angehörigen (z.B. „Wiederverheiratete“ oder „Homoehe“) scheren. Homosexuelle Lebensgemeinschaften wären ebenso vor dem Staat nicht mehr benachteiligt, denn es gäbe ja nur noch eingetragene Lebenspartnerschaften.
    Fraglich wäre nur noch die Regelung beim Adoptionsrecht – das sowieso dringend angepasst gehört! (Nicht – oder nicht nur hinsichtlich gleichgeschlechtlicher Paare oder Alleinstehender – da kann man sicher drüber streiten – sondern generell hinsichtlich der Frage ob man den Eltern nicht lieber Wohlwollen entgegen bringen möchte, statt viele geeignete grundlos zu hindern).

  11. K.S. Detty

    Guter Punkt. Aber warum erscheint das hier und nicht in der ZEIT oder in der Süddeutschen?
    Ich muss sagen, dass ich Wilhem da völlig zustimme, zumindest nach der Lektüre. Vorher hätte ich gesagt, das die Ehe ein staatliches Gut sein muss und der Staat das verteidigen muss! Aber seine Punkte scheinen mir sehr durchdacht und recht weit gedacht.

    Ich schließe mich dem an, was herr Ahrendt sagt. 😀

  12. Bert Baguette

    Ähnlicher Beitrag in den Akademischen Blättern
    http://aka-blaetter.de/schafft-die-zivilehe-ab/

  13. Tobias

    Man kann die Ehe ja trotzdem schützen, auch wenn der Staat seine schmierigen Griffel aus der Eheschließung heraus hält.

  14. Josef Broszeit

    Ehe und Familie unterliegen in Deutschland nach dem GRUNDGESETZ (!) dem besonderen Schutz des Staates – und zwar völlig zu recht.

    Artikel des Grundgesetzes könnten in der BR Deutschland nur mit Zweidrittelmehrheit des Parlaments geändert bzw. abgeschafft werden.

    Es ist daher geradezu hanebüchen, hier die Abschaffung der sog. staatlicherseits gültigen und anerkannten „Zivilehe“ zu fordern!

  15. Sophokles

    Interessante Idee, aber vermutlich nicht umsetzbar. Die Idee solche Beiträge zu vertonen ist im Übrigen auch nicht schlecht. Kommt das jetzt öfters?

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