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Kinderfeindliche Umweltpropaganda

Ich, Egoist, will Kinder

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Ein Plädoyer für Kinderfreundlichkeit

Von Gabriel Franz Maria Ruprecht

Wer Kinder hat, ist scheiße. Mindestens so sehr, wie jemand, der eine gepanzerte, amerikanische Spritschleuder fährt – das ist das Ergebnis, zu dem man nach dem Lesen eines Artikels von Lena Seiferlin auf bento.de kommen kann.

Screenshot: http://www.bento.de

Der Artikel von Lena Seiferlin ist Unsinn und wohl nicht ohne Grund unter der Kategorie „Gefühle“ eingeordnet. Hier werden ein paar „Hard Facts“ präsentiert, die einseitig und fragwürdig sind und noch dazu andere Aspekte unterschlagen. Die Welt besteht nicht nur aus CO2 und das ist nicht die einzige Substanz, die in die Umwelt freigesetzt wird.

Frau Lena Seiferlin hält es für altruistisch und ein hehres Ziel, keine Kinder zu bekommen. Es ist schön, dass sie altruistisch sein will. Aber scheinbar nicht altruistisch genug, um konsequent zu sein. Wäre sie so altruistisch, wie sie selbst behauptet und denkt, zu sein, dann würde sie konsequenterweise sämtliche überflüssigen CO2-Produzenten aus dem Verkehr ziehen. Dies führt natürlich zur Menschenfeindlichkeit aber praktisch auch dazu, dass sie Ihren Frankreichurlaub wie jeden anderen Urlaub; Ihr Auto (soll sie halt Fahrrad fahren); Ihr Fahrrad (soll sie halt laufen); Ihr Smartphone (wem nützt das?) und alle weiteren technischen Errungenschaften aufgeben muss – wieso nutzt überhaupt den Klimakiller Internet?

Die in Kauf genommen Probleme der Überalterung durch den Kinderverzicht scheinen für Lena Seiferlin ein geringes Problem darzustellen. Dass es aber anders ist, wird in einer einfachen Hochrechnung deutlich: Wir schreiben das Jahr 2030. Auf Grund eines Risses im Raum-Zeit-Kontinuum hat seit 2017 keine weitere Inflation stattgefunden. Ich habe mir im Jahre 2017 den Rat von Lena Seiferlin zu Herzen genommen und keine Kinder bekommen. Ein Missgeschick ist mir aber doch noch passiert. Aber besser eins als zwei. Dafür bin ich einmal nicht in den Urlaub geflogen. Das dürfte meinen ökologischen Heiligenschein wieder aufpoliert haben. Meine Enkel sind inzwischen, genauso wie mein Kind berufstätig. Dieses hat wieder Kinder, aber auf volksbestandserhaltendem Niveau (Wir ignorieren die Tatsache, dass dies mehr als 3 Kinder pro real existierendem Paar sind und gehen vereinfacht von 2 aus).

Mit ihrem Geld müssen meine Enkel die jeweilige Person selbst, 0,5 Rentner pro Person und 1 Kind pro Person gleich Summa Summarum 5 Personen pro Paar versorgen. Von zwei Gehältern. Ein Rentner braucht etwa 1100€ um solide zu Leben (woher die kommen ist irrelevant – selbst Privatvorsorge ist eine Mogelpackung, da sie das Eigentum nicht mehrt, sondern nur die Verhältnisse verschiebt). Dazu kommen pro Kind und Erwachsener (Nicht-Rentner) noch mindestens 350€ für das Allernötigste und 1500 für die Miete/Hausfinanzierung/Instandhaltung. Macht in Summe 4000 Euro nach Steuer und Sozialversicherung (ohne Rentenversicherung). Um zwei Kinder logistisch zu versorgen, muss einer der beiden Partner halbtags arbeiten. D.h. 4000€ muss das Nettogehalt von 1,5 Gehältern sein. 2700€ netto pro Person Vollzeit sind ein stolzes Gehalt. Und dazu kommt kein Kindergeld, da dieses laut unserer Annahme (2 Kinder pro Paar) eine Nullsumme ist. Um es kurz zu machen: Dies müsste das Durchschnittsgehalt (!) sein, damit unsere Gesellschaft weiterhin finanzierbar ist. Andernfalls wäre ein menschenwürdiges Leben nicht mehr für alle möglich.

Damit die künftige Generation an Rentnern noch versorgt werden kann, müssen sich die Lebensgrundhaltungskosten bis 2070 vierteln. Und zwar bezogen auf die Kaufkraft von 2017. Andernfalls sind wir materiell nicht mehr in der Lage, diese Rentnergeneration angemessen zu versorgen. Wer predigt, was Lena Seiferlin predigt, ist des Wahnsinns.

Zum Schluss noch ein paar Hard Facts: Der Welthunger ist rückläufig. Sowohl relativ als auch absolut (absolut nicht streng monoton sinkend, aber mit deutlicher Tendenz). Mehr als 80% der Kunststoffbelastung wird durch zehn Flüsse verursacht. Keiner davon liegt in Amerika oder Europa. Der Erdölpeak ist erreicht. Zur weiteren Steigerung müssten neue Raffinerien gebaut werden. Es wird immer noch mehr Erdöl entdeckt als verbraucht (diese Tendenz gibt es seit Beginn des Automobilzeitalters). Die CO2-Emissionen in Deutschland sinken.

Wer also wirklich etwas für das Klima tun will, sollte selbst ressourcenbewusst leben und lieber mal das Auto stehen lassen. Den Preis für die ökologische Selbstheiligung bezahlt nämlich die nächste Generation. Jene Generation, die davon profitieren soll. Das ist keine Nachhaltigkeit und kein Altruismus, sondern heuchlerisch. Nachhaltig ist, Kinder zu kriegen.

Das sagen Bento leser dazu:

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  1. Chiara

    Von der Klugheit und Weitsichtigkeit der Frau Seiferlin bin ich sehr beeindruckt. Da sie Kinder liebt und etwas Gutes für die Welt unbedingt tun möchte, könnte sie ihr Geld und Zeit für ein gutes Zweck investieren, und einige Kinder aus der vierten Welt adoptieren. Somit könnten die Wünsche ihres Altruismus-Trips in Erfüllung gehen.

  2. Claudia Sperlich

    „Wenn wir weniger Kinder bekommen, wird die Bevölkerung vielleicht überaltern, ja. Aber die nächste Generation kann dann womöglich etwas beruhigter schwanger werden.“ Schreibt Frau Seiferlin.
    Und ich frage mal: Schwanger? Wer – und von wem? Viele Frauen werden sich in Seiferlins schöner neuer kinderarmer Welt in Pflegeheimen kaputtschuften, weil es anders nicht zu schaffen sein wird, die ungeheure Menge der Hochbetagten zu versorgen. Die haben für Partnerschaft wenig Zeit. Die wenigen Männer werden die noch weniger partnerschaftswilligen Frauen gar nicht so leicht finden.
    Aber vielleicht sterben die Alten ja eh schnell an Trübsinn, wenn wirklich so gut wie nie ein Kind zu Besuch kommt. Dann wäre das Problem nach Seiferlins Zufriedenheit gelöst: Eine Welt von jungen, pausenlos ökologisch handelnden und denkenden Kinderlosen, in der Leute mit einem Kind noch irgendwie niedlich gefunden, mit zwei Kindern misstrauisch beäugt und mit drei oder mehr Kindern als Asoziale angepöbelt werden.

    Ganz abgesehen davon, möchte ich Kinder nicht vorrangig als Altersversorgung sehen, sondern als Menschen, die einfach nur deshalb wundervoll sind, weil sie Menschen sind. Von Gott gewollt und mit einem unfassbar riesenhaften Potential in diese Welt gesetzt.

  3. Jens Rathmann

    Und du bist ein Arschloch. Von wem bekomme ich die 5 Minuten Lebenszeit zurück nachdem ich deinen Dreck gelesen habe. Und lass deine 4 Vornamen weg!

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