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Betrachtung

Die Fastenzeit – ab in die Wüste!

Die Kirche schickt uns in die Wüste! Sehr toll … als würde sich unser Leben ohne Fastenzeit nicht auch oft genug wie eine Wanderung durch eine öde und leere Landschaft anfühlen. Hat diese Zeit denn wirklich mehr zu bieten, gibt es darin einen tieferen Sinn? Was soll mir persönlich dieses Fasten bringen? Machen wir uns auf die Suche…

Warum in die Wüste?

Es ist eigenartig: Bei „Wüste“ denke ich immer sofort an eine endlose Sandlandschaft, sengende Hitze, kaum oder gar kein Leben, also in Summe an eine Todeszone! Es gibt viele Arten von Wüsten! Die Stein- oder Felswüste, die Salzwüste und natürlich auch eine Eiswüste. Schon beeindruckend!

Es bleibt aber bei allen Varianten der gemeinsame Aspekt der lebensbedrohlichen Umgebung. Man könnte jetzt formulieren, dass wir als Menschen nicht für die Wüste – in welcher Form auch immer – geschaffen sind und somit diese Landschaft meiden sollten. Jetzt lesen wir aber gleich in drei Evangelien davon, dass Jesus vom Heiligen Geist in die Wüste geführt wurde. Daran hält die Kirche fest und ruft zur Vorbereitung auf das Hochfest Ostern alle Gläubigen dazu auf, auch vierzig Tage zu fasten.

Warum lässt sich Jesus vom Geist des Vaters in diese Todeszone führen?

Eben genau deswegen, weil dort diese Schärfe des Todes herrscht! Ganz ehrlich: Ist es nicht so, dass im Angesicht des Todes alles Unwichtige, alles Unwahre, ja alle Lüge und Täuschung abfallen und nur das wirklich Wahre hervortritt? Oh ja, das wissen wir! Unzählige Nahtoderfahrungen bezeugen das, aber wir Menschen sind unglaublich geschickt darin, diese Tatsache zu verdrängen, zu verstecken und so weit wie möglich aus unserem Alltag zu entfernen! Tod – was haben wir mit dir zu tun?

Jesus hat keine Angst vor dem Tod. Er kennt den Feind des Lebens. Aber er weiß auch, dass er sich diesem Kampf stellen muss, um seinem Auftrag und seiner Berufung als Sohn Gottes gerecht zu werden! (Matt. 4,1)

Die Wüste ist die Vorbereitung auf Golgotha!

Die Berufung

So wie Jesus sich seiner Berufung gestellt hat, diesen Weg demütig gegangen ist, lädt uns die Kirche auch im Jahr 2018 ein, uns unserer Berufung zu stellen! Die Fastenzeit soll dazu dienen, sich wieder einmal ganz gezielt damit auseinanderzusetzen! Diese Zeit soll die Schärfe des Todes auch ohne die konkrete Erfahrung – Gott sei Dank – in unser Leben bringen. Wir sollten diese Fastenzeit als großartige Chance sehen und erkennen! Lassen Sie es mich radikal ausdrücken: Wir dürfen diese Zeit nutzen, um „auf Probe zu sterben“!

Sind Sie erschrocken? Habe ich Sie damit schockiert?

Ich hoffe nicht, denn das wäre kein gutes Zeichen! Wussten Sie, dass einer der erfolgreichsten und bedeutendsten Menschen unserer modernen Zeit genau davon gesprochen hatte? Dieser Mann veränderte mit seinem Business die Welt und redete ganz locker darüber, dass der Tod ihm dabei geholfen hätte, seine Berufung zu finden und seine wichtigsten Entscheidungen zu treffen. Es war STEVE JOBS,  Gründer und CEO von Apple!

Mich zu erinnern, dass ich bald tot sein werde, war für mich das wichtigste Werkzeug, das mir geholfen hat, all diese großen Entscheidungen im Leben zu treffen. Denn fast alles – alle äußeren Erwartungen, der ganze Stolz, die ganze Angst vor dem Versagen und die Scham – diese Dinge fallen einfach weg angesichts des Todes und lassen nur übrig, was wirklich wichtig ist.“

Die Fastenzeit sollte einfach genutzt werden, um sich dieser Wahrheit zu stellen: Dass wir hier auf Erden endlich sind, dass unsere Lebenszeit weniger anstatt mehr wird und dadurch so viele Oberflächlichkeiten wie von selbst verschwinden – und dass das unglaublich heilsam und befreiend sein kann!

Das Ziel

Wer nun denkt, das mag ja alles stimmen – aber, ganz ehrlich, das mit dem Tod ist doch nur beängstigend, macht doch nur noch mehr unglücklich, mehr depressiv und/oder traurig, dann aber nur, weil wir noch nicht das Ziel vor Augen haben! Welches Hochfest kommt nach der Fastenzeit? Welcher Ort ist für uns Menschen nach dem Leben schon vorbereitet? Die Auferstehung JESU und somit die Auferstehung jedes Menschen in den Himmel, wo uns eine Wohnung fest zugesagt ist! (Joh. 14,23)

Das Ziel der Fastenzeit ist eben nicht nur, dass wir uns mit dem Tod auseinandersetzen, sondern vielmehr mit der Wirklichkeit des Himmels! Warum ich das so schreiben kann?

Weil ich eine Zusage habe! Meine liebe Frau und ich mussten leider schon mit 23 Jahren unser zweites Kind zu Grabe tragen. Wir durften unseren Sohn Jonas Maria die ganze Schwangerschaft lang ganz lebendig bei uns haben, aber dann doch nur tot in den Armen halten. Es war für uns die schmerzlichste Erfahrung, kaum vorstellbar! Diese Ohnmacht, dass man als Eltern NICHTS, absolut nichts tun kann, war für mich gerade als Papa das Brutalste. Ich wollte doch für ihn da sein, ihn beschützen und ihn begleiten! Als ich dann während des Gottesdienstes vor der Beerdigung kniete, voller Traurigkeit, gebrochen und auch wütend auf Gott, hörte ich diese Stimme – ich meine das nicht hypothetisch –. die da sagte: „Papa, es ist alles gut!“

Der Himmel ist so echt und konkret, wie Sie diese Zeilen lesen können – eine feststehende Wahrheit! Ich lade Sie ein, mit mir diese Fastenzeit gemeinsam zu erleben. An jedem Fastensonntag werde ich einen Impuls dazu geben. Die Themen laden ein, sich tiefer auf die Fastenzeit, auf sich selbst und sein Leben einzulassen!

Die Welt ist übervoll an Oberflächlichkeit, an Unwirklichem – gerade in Anbetracht von Social Media und so vieler Unwahrheiten (FakeNews, Politik, etc.), sodass ich überzeugt bin: Diese Fastenzeit ist eine große Chance, sich dem wahren und authentischen Leben neu und ungeschminkt zu stellen!

Dazu wird es jeweils auch eine praktische Übung geben. Einen Vorschlag für Sie, der Ihnen vielleicht eine kleine Hilfe ist, sich wirklich tiefer damit zu beschäftigen. Die wenigen Zeilen sind  schnell gelesen, aber etwas im Leben zu tun, wirksam und konkret werden zu lassen, ist doch eine ganz andere Challenge, nicht wahr?

Gehen wir ab heute einmal ganz bewusst mit JESUS in die Wüste! Das wird sicher eine Herausforderung, aber glauben Sie mir: Sie werden überrascht sein, wieviel Leben in der Wüste zu finden ist!

Von Christian Schallauer

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2 Kommentare

  1. anton 25. Februar 2018

    autofasten wäre nicht nur Lärmschutz ,sondern auch feinstaub und resoursenschutz

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