Der Mensch als intelligenter Gorilla

Der Mensch als intelligenter Gorilla

MenschseinManifest, Part I: Was ist der Mensch? Folge 1

Haarige Beine, Vollbart, Hände schwarz vom Wühlen im Schmutz, mit schrillen Schreien und absurder Gestikulation um sich wirbelnd wie ein aufgeschrecktes Äffchen…

So stelle ich mir nicht meinen Zukünftigen, sondern den Homo sapiens, Urmenschen vor. Nur minimale optische Veränderungen und man könnte meinen, ein Gorilla stehe vor uns und winke uns herbei, seine Bananen mit uns zu teilen.

Ein paar Jahrhunderte Evolution vergehen, etwas mehr Neuronen entstehen im Menschenhirn, geputzte Kleidung verdeckt die behaarten Glieder, und der moderne Mensch steht vor unserem imaginären Auge, sauber, zivilisiert, tierisch gutaussehend – aber immer noch Affe!

Bei diesem Gedankengang fällt es einem wahrlich nicht schwer, Darwins Evolutionstheorie anzuerkennen: wie die Natur sich im Laufe der Zeit optimierte, der Stärkste überlebte, und so der Mensch als Tier mit der größten Hirnrinde zum Herrscher über alle anderen Lebewesen wurde. Klingt eindeutig, logisch, warum auch nicht, nicht?

In der Tat zeugt der Alltag und Werdegang auf Erden eines Großhirnäffchens,- auf diesen Namen lasse ich bald symbolisch ein Kuscheltier taufen, Hommage an meinen ehemaligen Biopsychologielehrer -, eindeutig, wie groß Gemeinsamkeiten zwischen Mensch und Tier sind:

Wir haben, wie jeder Schimpanse auch, Instinkte und Triebe, die uns ermöglichen, in unserer Umwelt zu überleben, uns selbst zu erhalten und fortzupflanzen. Unser Leben ist ausgerichtet auf Bedürfnisse, die es ständig zu befriedigen gilt, so essen und trinken wir, um unseren Leib zu stärken, bauen uns Häuser für unsere Sicherheit und werden intim, weil es erregt und lustreich ist, und noch dazu das Überleben unserer Gene sichert (Nota bene: Der Auftrag, sich zu mehren, erging an Adam und Eva VOR dem Sündenfall…).

Wenn Bedürfnisse und Triebe befriedigt sind, kommt Lust und Freude auf, das innere Gleichgewicht ist wiederhergestellt.

Zwei berühmte Psychologen des Wiener 20. Jahrhunderts interessierten sich für die Frage, welcher der ganzen Triebe denn die vorherrschende Treibkraft des menschlichen Erlebens sei. Bei Sigmund Freud kristallisierte sich daraufhin der „Wille zur Lust“ heraus, nach dem der Mensch, durch seine Libido gedrängt, im Wesentlichen nur nach sexueller Befriedigung suche; Karl Gustav Jung hingegen glaubte an den „Willen zur Macht“ oder Minderwertigkeitskomplex, also das Herrschen des Menschen über andere als größte Antriebskraft unseres Lebens im Zeichen möglichst vollkommener Befriedigung.

Klingt tierisch gut, nicht?

To be continued… 

Zum Autor: Theresa Laetitia lebt und studiert in München. Im vergangenen Jahr hat sie besondere Erfahrungen zum Thema Liebe, Gott und Menschsein gemacht. Ihre Erkenntnisse daraus teilt sie der Welt exklusiv auf dem Cathwalk in ihrem „MenschseinManifest“ mit.


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