Die Schlangen sind zurück: Der tiefe Fall des katholischen Irlands

Die Schlangen sind zurück: Der tiefe Fall des katholischen Irlands

Irland: Es gibt wenige Länder in Europa, deren Schicksal so tief und fest mit dem katholischen Glauben verwurzelt ist, wie das der grünen Insel. Es gibt Segenslieder, zahlreiche irische Volksfrömmigkeiten und sogar eine trinitarische Verfassung. Irisch sein, das war einmal das Synonym für katholisch sein.

Die Legende sagt, der heilige Patrick habe alle Schlangen vertrieben, als er Irland missionierte. Jetzt sind die Schlangen zurück. Man sieht sie wieder in Irland, wo einst jeder Grashalm geweiht war.

Wie hat Irland gelitten unter der englischen Besatzung und Unterdrückung, wie kannte es Not und Hungertod … Aber niemals ist die Nation Patricks vom Glauben abgefallen. Der Glaube war es, der Irland Hoffnung gab und zusammenhielt. Der Glaube ist der größte Reichtum der Iren. 1937 wurde deutlich, wie groß der Glaube war: Das Land gab sich eine katholische und demokratische Verfassung – und war Stolz darauf! Die Verfassung beruft sich in ihrer Präambel auf die Dreifaltigkeit:

„Im Namen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, von der alle Autorität kommt und auf die, als unserem letzten Ziel, alle Handlungen sowohl der Menschen wie der Staaten ausgerichtet sein müssen.“

Irlands Menschen, Irlands Kultur und Irlands Herz waren katholisch. Éamon de Valera hat ein Erbe hinterlassen, wie es einzigartig in Europa war. Im Artikel „The Catholic Ireland of Éamon de Valera“ wird wiedergegeben, was eine ältere irische Dame im Buch „Cor Jesu Sacratissimum“ über die Schönheit des katholischen Irlands sagte.

„Sie vergaß nie das spürbare Gefühl der Transzendenz, das sie in der Alten Messe empfand. Ebenso vergaß sie nie das ländliche Irland, wie es in ihrer Jugend gewesen war. Abends gab es keinen Fernseher, und als die Nacht hereinbrach, ging sie von Nachbar zu Nachbar, wo der Rosenkranz gebetet wurde, und in jedem Haus wurde sie zum Gebet eingeladen“ (Übersetzung).

Das ist katholische Heimat, wie es sie millionenfach gegeben hat. Eine Geborgenheit und Verwurzelung, wie sie tiefer und vertrauter nicht sein kann. Aber der Artikel sagt auch: Irland hat sich verändert.

Eamon de Valera c 1922-30 – Bild: National Photo Company [Public domain]

Mit dem Rückgang der Tradition ist auch der katholische Glaube in Irland in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zurückgegangen. Irgendwann dann wollte man so sein wie andere Länder und fand Gefallen am Bruch und der Zerstörung. Grausam wurde herausgerissen, was Generationen gepflanzt haben. Alte Bäume entwurzelt man nicht.

Der Kulturbruch hat das Herz Irlands nahe an den Infarkt gebracht. Niemand wird das härter richten als die Präambel der irischen Verfassung. Denn Brüche und naturrechtswidrige „Gesetze“ können niemals im Namen der Heiligsten Dreifaltigkeit erlassen werden. Die englische Besatzung hat Irland nicht in die Knie zwingen können. Heute ergibt sich das Land freiwillig seinem kulturellen Untergang. The snakes are back.

Das katholische Herz Irlands ist schwach geworden, aber es schlägt noch. Kein Unrecht bleibt ewig bestehen. Auch heute noch werden in Irland Rosenkränze gebetet. Sie werden irgendwann den Wandel bringen, die Schlangen werden wieder verschwinden und Irland wird wieder katholisch sein.

3 Kommentare

  1. Geschätzter Kirchfahrter:

    Wie Sie es darstellen, ist es wirklich nicht!
    Dazu gibt es eine Reihe verlässlicher Untersuchungen.

    Die Abkehr von „der Kirche“ wird in den mir bekannten Untersuchungen *in erster Linie* der unglaublichen Arroganz des niederen und höheren Klerus zugschrieben, verbunden mit haarsträubenden Fällen sexuellen Missbrauchs von Kindern.

    >> Dadurch hat „die Kirche“ ihre Glaubwürdigkeit verloren. <<

    Die mono-ätiologische Erklärung, die sie im Gefolge von Brian Moore anführen, ist unhaltbar.
    Sie wird meines Wissens selbst von ultra-konservativen Kreisen in Irland nicht geteilt.

  2. Erhellend ist sicherlich, sich hierzu einmal das Buch „Katholiken“ von Brian Moore durchzulesen, 1973 verfilmt von Jack Gold (hierzu: https://kirchfahrter.wordpress.com/2016/03/22/katholiken-1973). Hier stellt der Protagonist in einem Gespräch fest: „Wußten Sie, daß Irland früher das einzige Land in Europa war, wo jeder Katholik am Sonntag in die Messe ging? Jeder, sogar die Männer?“. Nach der Liturgiereform änderte sich dies allerdings drastisch: „… als die neue Messe eingeführt wurde, versuchten wir’s damit und taten, wie uns geheißen. Doch wir bemerkten, daß die Männer mit ihren Familien nach Cahirciveen kamen und rauchend und schwatzend draußen vor der Kirche blieben. Als die Messe aus war, gingen sie mit ihren Frauen nach Hause.“ Auch der Grund dafür wird im Buch (und im Film) deutlich angesprochen: „Die neue Messe ist weder Mysterium noch Gespräch mit Gott, sondern lediglich ein Singsang. Ein Unterhaltungsprogramm, weiter nichts. Latein ist die Sprache der Kirche, daher ist die lateinische Messe allumfassend. Das lateinische war eben ein Teil des Mysteriums. Man sprach nicht einfach so zu seinem Nachbarn, man sprach zu Gott, dem Allmächtigen.“

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