Die größte Freiheit ist die Freiheit von der Sünde

Die größte Freiheit ist die Freiheit von der Sünde

Freiheit – jeder möchte sie haben und jeder leidet, wenn er sie nicht hat. Die Freiheit seine Meinung zu sagen, die Freiheit seine Religion zu wählen und auszuüben, die Freiheit zu entscheiden, wie man leben möchte: das sind einige der Freiheiten in der Moderne. Philosophisch gesehen gibt es den Liberalismus, der die Erkennbarkeit von Wahrheit bezweifelt und daher Freiheit Vorrang vor Wahrheitsansprüchen und Metaphysik gibt. Das heißt: Ich kann mich nicht falsch entscheiden, wenn ich das tue, was ich möchte und dabei niemandem schade, denn eine „objektive Wahrheit“ gibt es nicht. Freiheit wird dann immer mehr zu einer willkürlichen Entscheidung.

Neben der liberalen Philosophie gibt es die christliche Philosophie. Sie geht davon aus, dass wir mit der Vernunft Gott und damit auch die Wahrheit erkennen können (Erstes Vatikanisches Konzil). Weiterhin sagt das Christentum, dass die Wahrheit uns befreien wird (Johannes 8, 32).

Entsprechend schrieb Papst Leo XIII.: „Sehr richtig haben der heilige Augustinus und andere den Pelagianern gegenüber bemerkt: wenn das Vermögen zu sündigen zum Wesen und zur Vollkommenheit der Freiheit gehörte, so wären Gott, Jesus Christus, die Engel und Seligen, denen allen dieses Vermögen fehlt, entweder nicht frei, oder doch weniger vollkommen, als der unvollkommene Mensch, so lange er auf Erden wandelt. Über dieses Thema hat der englische Lehrer (Thomas von Aquin) sich nochmals des Weiteren ausgesprochen, woraus mit zwingender Folgerichtigkeit hervorgeht, dass die Fähigkeit zu sündigen keine Freiheit ist, sondern Knechtschaft.

Selbst die Philosophie der Alten hat dies klar genug erkannt; insbesondere jene, welche lehrten: nur der Weise ist frei; für einen Weisen hielten sie aber nur den, der gelernt hatte, stets naturgemäß zu handeln, d.h. sittlich und tugendhaft.“ (Leo XIII., Enzyklika Libertas 1888). Wir sind frei, wenn wir das Gute und Wahre tun, wenn wir tun, was richtig ist.

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