Mit Ludwig Ott gegen Fake Theologie

Mit Ludwig Ott gegen Fake Theologie

Neuscholastik wird oft kritisiert. Aber sie ist nach wie vor die beste theologische Methode, vor allem für die Wissenschaft. Es gibt nichts, was da rankommt. Zeitgenössische Theologie beweist das am besten. Sie hat dem nichts entgegenzusetzen. Sie hat sich ganz von Gott entfernt und betreibt atheistische Methoden mit euphemistischen Begriffen („historisch-kritisch“). Oder aber sie verlässt den Boden der katholischen Lehre und macht lieber sowas wie „ökumenische Theologie“ und will Sünden rechtfertigen, indem sie den „synodalen Weg“ propagiert. Wissenschaftliches und akademisches Niveau: Null.

Es gibt einen Klassiker, der eine Vorstellung davon vermittelt, was wir verloren haben: „Grundriss der katholischen Dogmatik“ von Ludwig Ott. In fünf „Hauptstücken“ auf nahezu 600 Seiten wird die katholische Dogmatik in ihren Grundzügen dargestellt. Zehn Seiten Ott haben mehr Inhalt als zehn Semester Theologie. Ott ist die rettende Oase für alle, die an der Gegenwartstheologie verdursten.

Das Lehrbuch beginnt mit einer Begriffserklärung der Theologie: „Das Wort Theologie bedeutet seiner Etymologie nach ‚Lehre von Gott‘ (λόγος περί Θεού, de divinitate ratio sive sermo; Augustinus, De civ. Dei VIII 1). Die Theologie ist sonach die Wissenschaft von Gott.“

Das Materialobjekt der Theologie, so Ott „ist primär Gott, sekundär die geschaffenen Dinge insoweit, als sie in Beziehung zu Gott stehen.“ Das Formalobjekt unterscheide sich zwischen natürlicher und übernatürlicher Theologie. Die natürliche Theologie befasse sich mit der wissenschaftlichen Darlegung der Wahrheiten über Gott, soweit sie durch das Licht der natürlichen Vernunft erkannt würden. Die übernatürliche Theologie „ist die wissenschaftliche Darlegung der Wahrheiten über Gott, soweit sie durch das Licht der göttlichen Offenbarung erkannt werden.“

Theologie als Wissenschaft

Die Theologie ist nach Thomas von Aquin „eine wahre Wissenschaft, weil sie von sicher feststehenden Grundwahrheiten (principia), den Offenbarungswahrheiten, ausgeht, in einem streng wissenschaftlichen Beweisverfahren neue Erkenntnisse, theologische Folgesätze (conclusiones), daraus ableitet und das Ganze zu einem geschlossenen System vereinigt.“ Sie überrage alle übrigen Wissenschaften durch die Erhabenheit ihres Gegenstandes, die höchste Gewissheit ihrer Erkenntnis, die sich auf das unfehlbare Wissen Gottes gründe, und ihre unmittelbare Hinordnung auf das letzte Ziel des Menschen.

Theologie ist eine spekulative und praktische Wissenschaft. Sie betrachtet Gott und die außergöttlichen Dinge in ihrer Beziehung zu Gott sowie das sittliche Handeln des Menschen in seiner Hinordnung auf das übernatürliche letzte Ziel im Licht der göttlichen Wahrheit. Die spekulative Seite habe Vorrang, weil die Theologie vor allem die Erkenntnis der göttlichen Wahrheit erstrebe und auch das Endziel des sittlichen Handelns in der vollkommenen Gotteserkenntnis bestehe.

Theologie ist Glaubenswissenschaft: „Sie setzt den Glauben objektiv (fides quae creditur) und subjektiv (fides qua creditur) voraus. Erkenntnisquellen sind die Heilige Schrift, die Tradition und die Lehräußerungen der Kirche. Ein besonderes Erkenntnisprinzip ist die menschliche Vernunft, mit der sie die übernatürlichen Wahrheiten zu verstehen sucht.

Von dieser Grundlage aus, beginnt Ott die Dogmatik zu durchleuchten: „Die Lehre von Gott dem Einen und Dreipersönlichen“ (Erstes Hauptstück), „Die Lehre von Gott dem Schöpfer“ (Zweites Hauptstück), „Die Lehre von Gott dem Erlöser“ (Drittes Hauptstück), „Die Lehre von Gott dem Heiligmacher“ (Viertes Hauptstück), „Die Lehre von Gott dem Vollender“ (Fünftes Hauptstück). Prägnanter findet man es nirgendwo.

Literatur:

Ludwig Ott, Grundriss der katholischen Dogmatik, 2. Auflage 1954.

Hier kann man das Buch erwerben: St. Stephani Verlags GmbH

1 KOMMENTAR

  1. “ Zeitgenössische Theologie beweist das am besten. Sie hat dem nichts entgegenzusetzen. Sie hat sich ganz von Gott entfernt und betreibt atheistische Methoden mit euphemistischen Begriffen…“
    ………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….

    Nach meiner Kenntnis und Erfahrung an der Universität bemühen sich auch die zeitgenössischen
    Theologen engagiert darum, Gottes Sein und Wirken den Studierenden verstehbar zu machen.

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