Die Kirche – ein „Machtapparat“ mit „Gestaltungsmöglichkeiten“?

Wie sieht das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ die Kirche und den „Synodalen Weg“? Dazu wurde Karin Kortmann, Vizepräsidentin des ZdK, befragt. Der Apostolische Nuntius schweige bedauerlicherweise auf den Treffen. Doch er wird wahrnehmen, dass vielstimmig auf der „Synodalen Vollversammlung“ ein Bekenntnis formuliert wurde, das zusammengefasst etwa lauten könnte: „Wir glauben an die Humanwissenschaften, und wollen darum die Kirche erneuern.“ Der Philosoph Ludwig Wittgenstein lehrte: Worüber man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.

Die Kirche wird, so scheint es, als säkulare Institution gedacht und vorgestellt. Frau Kortmann gesteht das ohne Umschweife zu: „Insofern hoffe ich sehr, dass Papst Franziskus verstanden hat, dass es nicht nur um nette Treffen geht, sondern dass hier mit brennender Sorge darauf geschaut wird, dass die Kirche so in eine Sackgasse läuft, in der sie auch keine gesellschaftspolitische Bedeutung mehr hat und die Gläubigen sich verschnupft und auch enttäuscht von diesem Machtapparat abwenden, der doch so viel Gestaltungsmöglichkeiten hätte und den wir so dringend sowohl in der Kirche, wie aber auch in der Gesellschaft benötigen.“

Die Kirche wird also als ein „Machtapparat“ mit „Gestaltungsmöglichkeiten“ vorgestellt – eine NGO oder eine Behörde. Die „Synodale Vollversammlung“ wirkt darum ja auch auf viele Beobachter wie ein Parteitag. Eine Kirche, die ein „Machtapparat“ mit „Gestaltungsmöglichkeiten“ ist, braucht kein Mensch. Einen konstruktiven Vorschlag indessen machte der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer. Er wurde von der „Neuen Zürcher Zeitung“ gefragt: „Trägt die Kirchensteuer nicht zur Verbürgerlichung bei?“ Seine Antwort lautete: „Das ist ein sehr wunder Punkt. Vielleicht müssen wir von der Kirchensteuer befreit werden, um wieder christlicher zu werden – im Sinne der Entweltlichung Benedikts XVI.“

6 KOMMENTARE

  1. Liebes Cathwalk, lieber Herr Paprotny,
    vielen Dank für Ihre Antworten und Hinweise.
    Leider lebe ich im Süden Deutschlands, in Ulm, in Baden-Württemberg, das darf man gerne wissen. In der Stadt mit dem höchsten Kirchturm der Welt und einer der geschichtsträchtigsten Orgeln der jüngsten Zeit, die in einer evangelischen Kirche steht, in denen Flugblätter des Widerstandes gegen das 3. Reich versteckt wurden, in der aber auch schon mal der Imam predigte und schon vor Jahren eine Gottesdienst gehalten wurde – leider habe ich das Skript nicht mehr – in dem Gott abwechslungsweise mal mit er und mal mit sie angesprochen wurde … und der damalige Pfarrer, der heute woanders lebt, auch nicht mehr an das inspirierte Wort Gottes glaubt, sondern Menschenwort und Gotteswort gemischt, und selbst aussuchen möchte, was von Gott kommt und was vom Menschen.
    Und diese Kirche wird heute von einer Pfarrerin geleitet.
    Und so sieht das bei den evangelischen Kirchen hier in Ulm überall aus … und die Katholischen wollen nachziehen. Ganz offen. Ich bin natürlich schon wieder angeeckt. Nunja.

    Da ich kein Auto habe und auch nicht viel Geld, zum herumreisen, werde ich irgendwie durchkommen müssen.

    • Liebe Jutta,

      dieser Satz von Ihnen führte mich dazu, dass ich Sie mit Köln in Verbindung brachte … „Und eine echte Hl Messe habe ich ja leider noch nicht erlebt, aber Köln scheint wohl so weit in Ordnung zu sein und die Hl Messe am Sonntag bewegt mich immer sehr und stärkt mich, auch wenn ich nur am PC teilnehmen kann und geistig kommunizieren kann.“

      Ulm kenne ich leider gar nicht.

      Und ja, die Erfahrung der „Wüsten“ in dieser Zeit reicht weit. Benedikt XVI. sprach davon in seiner Predigt zur Amtseinführung:

      https://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/homilies/2005/documents/hf_ben-xvi_hom_20050424_inizio-pontificato.html

      Ich war damals Augen- und Ohrenzeuge. – Aus meiner unmaßgeblichen Sicht auch heute noch lesens- und bedenkenswert.

      Alles Gute Ihnen!

      • Danke, lieber Thorsten.

        Ja, Köln erwähnte ich, weil ich über das www … so unheimlich mir „das Netz“ oft ist, bin ich doch dafür dankbar, Kölner Messe über Domradio entdeckt habe.

        Danke für den Predigthinweis, werde ich lesen.

        Und für Cathwalk bin ich auch sehr dankbar.

        Auch Ihnen alles Gute.

  2. Da werde ich mir das nochmal überlegen müssen, mit dem Wiedereintritt.
    Ende August habe ich den Antrag gestellt, und jetzt Mitte Oktober habe ich immer noch keine Nachrichten.
    Meine Heimatstadt und die zuständigen „Seelsorgeeinheiten“ sind aber ohnehin regebogentechnisch und feminisiert unterwegs … und ansprechbar ist der für mich zuständige Pfarrer auch nicht, auf Mails und Fragen antwortet er nicht.
    Darauf kann ich auch dann ehrlich gesagt verzichten, denn das hatte ich schon alles Mal.

    Im Herzen bin ich katholisch und informiere mich, lese den KKK usw … und zur Eucharistiefeier gehe ich dann eben da hin, wo der für mich zuständige Pfarrer nicht sieht, ob ich am Herrenmahl teilnehme oder nicht, denn das „sähe er nicht gerne“, da ich ja noch kein „ordentliches“ Mitglied bin.

    Seelsorgeeinheit?
    Naja.

    Und diese Diskussionen um die Glaubensfragen sind ehrlich gesagt erbärmlich.
    Nirgends ist das schon zusammengefasst und auf den Punkt gebracht, was in der Bibel steht, im Katechimus der Katholischen Kirche.
    Und eine echte Hl Messe habe ich ja leider noch nicht erlebt, aber Köln scheint wohl so weit in Ordnung zu sein und die Hl Messe am Sonntag bewegt mich immer sehr und stärkt mich, auch wenn ich nur am PC teilnehmen kann und geistig kommunizieren kann.

    • Liebe Jutta,

      Ihre Überlegungen zu meinem Beitrag habe ich gelesen und kann Sie insoweit gut verstehen, als dass ich weiß, dass die Kirche oft wie eine Behörde wirkt, auf Mitglieder wie auf Suchende – und dass in so vielen kirchlichen Diskussionen wenig von Gott die Rede ist.

      Mit dem Erzbistum Köln bin ich eher von ferne vertraut, aber ich weiß, dass sehr viele Suchende und Gläubige über positive Erfahrungen mit den „Geistlichen Gemeinschaften“ berichten. Der hl. Johannes Paul II. hat darum ja – auch mit Blick auf die Weltjugendtage, die oft von diesem besonderen Charisma getragen und inspiriert waren – diese Gemeinschaften gefördert und unterstützt.

      Der folgende Link führt Sie zu Informationen über die „Geistlichen Gemeinschaften“ im Erzbistum bzw. in der Region Köln: Geistliche Gemeinschaften im Erzbistum Köln

      In Köln selbst, meines Wissens in St. Pantaleon, wirkt zudem das Opus Dei. Dort sind mit Sicherheit weder der KKK noch die Lehre der Kirche unbekannt.

      Mit auf den Weg geben darf ich Ihnen noch ein Wort des emeritierten Papstes Benedikt. Auf die Frage, wie viele Wege zu Gott es gäbe, hat er vor über 20 Jahren geantwortet: „So viele wie es Menschen gibt.“

      Schön, dass Sie von der hl. Messe bewegt sind, wenn Sie diese am PC mitfeiern und geistlich kommunizieren.

      Mit guten Wünschen für Ihren Weg
      Thorsten Paprotny

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