Carlo Acutis: Der Internetmissionar

In der heutigen Zeit erleben wir einen Glaubensabfall wie noch wie. Wir werden an die Heilige Schrift erinnert: „Wird der Menschensohn, wenn er wiederkommt, noch Glauben vorfinden?“ (Lk 18,8). Ähnlich verläuft auch ein Dialog in Don Camillo: „Don Camillo, warum bist du so pessimistisch? War mein Opfer denn umsonst? Ist denn meine Mission bei den Menschen gescheitert, weil die Bosheit der Menschen größer ist als die Güte des Herrn?“

Gottes Zusage bleibt. Wo die Sünde mächtig wird, da wird die Gnade übermächtig. Zu Jeder Zeit gibt Gott uns Heilige und Selige, um die Not zu wenden. In unserer Zeit ist es der selige Carlo Acutis, Internetmissionar und Vorbild für junge Menschen.

Das Leben von Carlo Acutis war ein Abenteuer, von Anfang an. Geboren wurde der Italiener am 3. Mai 1991 in London. Am 18. Mai wurde er dort in der Kirche „Our Lady of Dolours“ getauft. Aus beruflichen Gründen waren Carlos Eltern in London, er war der Sohn einer wohlhabenden Familie aus Mailand. Im September kehrte die Familie nach Mailand zurück. Seine Eltern waren nicht religiös, seine Mutter bekannte einst: „Ich war nur bei meiner Erstkommunion, Firmung und Heirat in der Messe.“ Ähnliches galt für seinen Vater.

Wie kam es dann, dass Carlo ein Missionar wurde? Den Glauben weckte das polnische Kindermädchen Beate, wie der Postulator der Seligsprechung, Nicola Gori, sagte. Gott scheint Carlo in besonderer Weise ausgewählt zu haben. Denn schon mit drei Jahren begann er religiöse Fragen zu stellen und führte so auch seine Mutter wieder zurück zum Glauben. Sie nannte ihn später ihren „kleinen Retter“. Als Carlo vier Jahre alt war, bat er seine Mutter jedes Mal in die Kirche zu gehen, wenn sie in Mailand an einer vorbeigingen: „Mama, lass uns doch reingehen, um Jesus zu begrüßen und ein Gebet zu sprechen.“

Was Carlo Acutis berühmt machen sollte, was ihm den Ruf gab, ein „Influencer Gottes“ „Cyber-Apostel“ oder „Internetmissionar“ zu sein, war sein Onlineverzeichnis der eucharistischen Wunder. Er dokumentierte und katalogisierte sie auf einer Website. Das alles begann im Jahr 2002. Damals fuhr er mir seinen Eltern nach Rimini zu einem Vortrag eines befreundeten Priesters. In Rimini sah er eine Ausstellung. Die Ausstellung weckte etwas in ihm. Carlo wollte nun eine Ausstellung aller kirchlich anerkannten Wunder auf die Beine stellen. Seine Mutter erinnert sich gut daran: „Er war überzeugt, dass den Leuten dadurch klar würde, dass es sich bei der verwandelten Hostie und dem Wein tatsächlich um den Leib und das Blut Christi handelt … diese Ausstellung schien ihm eine gute Möglichkeit, den Leuten das Geheimnis der Eucharistie näherzubringen.“

Das beste an dieser Ausstellung: weil sie online ist, ist sie weltweit zugänglich – bis heute. Carlo hatte hervorragende Computerkenntnisse und reiste um die ganze Welt, um eucharistische Wunder zu dokumentieren und online festzuhalten. Damit hat Carlo Acutis ein Vermächtnis geschaffen, das bis heute viele bekehrt hat und immer noch aktualisiert wird (Link am Ende des Artikels).

Allein für Deutschland sind neun eucharistische Wunder dokumentiert, drei für Österreich und eins für die Schweiz. Das neuste ist von 2013 (Polen).

Wenige Jahre später änderte sich Carlos Leben über Nacht. Anfang Oktober 2006 erkrankte er an einem „grippalen Infekt“. Doch es stellte sich heraus, dass es kein grippaler Infekt war, sondern eine tödliche Krankheit: Promyelozytenleukämie (APL). Jetzt ging alles sehr schnell. Carlo war bereit seine Krankheit aufzuopfern: „Ich opfere die Leiden, die ich ertragen muss, dem Herrn auf für den Papst und für die Kirche, damit ich nicht ins Fegefeuer muss, sondern gleich in den Himmel komme.“ Carlo kam ins Krankenhaus und sein Zustand verschlechtere sich jeden Tag. Carlo wusste, dass er sterben würde: „Hier komme ich nicht mehr heraus.“

Angst hatte er nicht. Stattdessen tröstete er seine Mutter: „Mama, hab‘ keine Angst, denn mit der Inkarnation Jesu wurde der Tod zum ewigen Leben und so besteht kein Grund, zu entkommen. Im ewigen Leben erwartet und etwas Außergewöhnliches.“ Carlo Acutis starb am 12. Oktober 2006 im Krankenhaus in Monza. Er schien schon länger eine Vorahnung gehabt zu haben, dass ihm nicht mehr viel Zeit auf Erden bleibt, wie entsprechende Bemerkungen vermuten ließen. Alles lag ihm daran, keine Zeit zu verschwenden und nichts zu tun, dass Gott nicht gefällt. Er wurde in Assisi begraben, wie er es sich gewünscht hatte.

Carlo Acutis starb im Ruf der Heiligkeit. Die Eröffnung der diözesanen Untersuchung begann am 15. Februar 2013. Am 14. November 2019 äußerte sich die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse positiv zu einem Wunder in Brasilien, das der Fürsprache von Acutis zugeschrieben wird. Am 10. Oktober 2020 wurde Carlo Acutis in Assisi seliggesprochen.

Festtag: 14. Oktober

Attribute: Rosenkranz, Lilie

Patronat: Jugend, Programmierer

Seliger Carlo Acutis, bitte für uns!

Quelle der Zitate und Literatur: Thomas Alber, Carlo Acutis, Missionar im Internet

Weitere benutzte Quellen: https://en.wikipedia.org/wiki/Carlo_Acutis

Website der eucharistischen Wunder: http://www.miracolieucaristici.org/de/Liste/list.html

Website über Carlo Acutis: http://www.carloacutis.com/

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

spot_img

Meistgelesen