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Die Zukunft hängt an der Liebe –Teil 2

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Von Georg Dietlein

Und damit kommen wir auf ein weiteres Thema zu sprechen, das viele Jugendliche heute berührt und betrifft: Selbstbefriedigung und Pornographie. Für eine überragende Mehrheit von heranwachsenden Männern und auch noch eine deutliche Mehrheit heranwachsender Frauen ist Selbstbefriedigung völlig normal und gehört zum regelmäßigen Tagesablauf hinzu. Oft wird dabei Pornographie konsumiert. Jugendliche nutzen Selbstbefriedigung wie ein Ventil, um emotionale Spannungen und „sexuellen Druck“ abzubauen – und außerdem den eigenen Körper und die eigene Geschlechtlichkeit besser kennen zu lernen. Dass darüber kaum jemand gerne spricht ist die eine Sache. Dass Selbstbefriedigung – nach der Lehre von „Dr. Sommer“ aus der „Bravo“ und selbst mancher katholischer Ordensfrau – als völlig normal und sogar notwendig für die Entwicklung angesehen wird, ist die andere Sache.2 Leider folgen die meisten Jugendlichen dieser Meinung, weil dies für sie wesentlich bequemer ist. Ich habe Sex mit mir selbst und schaue ein Paar Pornos dazu – was ist denn schon dabei?

Doch sind Selbstbefriedigung und der Konsum von Pornographie wirklich mit der Grundhaltung der Hingabe vereinbar – „Hingabe an sich selbst“ statt Hingabe an Gott und an die Menschen? Wem gebe ich mich hin, wenn ich masturbiere? „Liebe“ ich mich selbst – oder befriedige ich letztlich nur meine eigene Selbstsucht und meinen Egoismus? Verschenke ich mich an andere Menschen oder kreise ich eigentlich nur um mich selbst? – Und außerdem stellt sich die Frage: Machen uns Selbstbefriedigung und Pornographie wirklich glücklich, erfüllt und frei? Oder sind sie vielmehr nur Ersatzbefriedigungen, die uns letztlich abhängig machen? Lassen sie unsere Liebe reifen oder lassen sie uns nicht vielmehr abstumpfen, so dass wir schließlich für unseren Nächsten gar nicht mehr sensibel sind?

Nach der Lehre der Kirche stellt die Selbstbefriedigung einen so schweren Verstoß gegen die Liebe dar, dass sie eine schwere Sünde darstellt. Schwere Sünden trennen uns in jener Radikalität und Absolutheit von Gott, dass die Kirche hier auch von Todsünden spricht. Eine schwere Sünde begeht jeder, wer sich mit vollem Bewusstsein und bedachter Zustimmung in einer schwerwiegenden Materie gegen Gott stellt. Eine solche schwerwiegende Materie liegt immer dann vor, wenn es um Ehe, Familie und die Weitergabe des Lebens geht, etwa auch bei der Selbstbefriedigung oder dem aktiven Konsum von Pornographie. Wer sich hier verfehlt hat, hat allerdings jederzeit die Chance umzukehren. Im Sakrament der Versöhnung fängt uns die barmherzige Liebe Gottes auf und erneuert das in uns, was die Sünde zerstört hat: das Lebensprinzip der Liebe.

Selbstbefriedigung und Pornographie stehen im krassen Widerspruch zum Grundprinzip der Liebe und Hingabe. Wer die Erregung und Befriedigung von Lust von der ganzheitlichen Liebe und Hingabe von Mann und Frau abtrennt, der verschenkt sich nicht, sondern lebt nur noch sich selbst und kreist um sich selbst. Das kann sogar zur vollständigen Liebes- und Beziehungsunfähigkeit führen. Wenn ich meine Geschlechtlichkeit nur noch als einen Trieb begreife, der regelmäßig befriedigt werden muss, verlerne ich, dass meine Leiblichkeit auch ein wesentlicher Bestandteil dabei ist, wenn es darum geht, mich an eine andere Person zu verschenken. Sexualität ist immer auf das Gegenüber und nicht auf das „Ich“ ausgerichtet. Meine Leiblichkeit soll zum Ausdruck meiner liebenden Hingabe an andere werden. So tut es nicht Wunder, dass Selbstbefriedigung diese Liebes- und Beziehungsfähigkeit stört. Studien zeigen sogar, dass sich regelmäßige Selbstbefriedigung negativ auf den ehelichen Geschlechtsverkehr und die Beziehung zwischen Mann und Frau auswirken kann. Wenn der Mann immer nur mit „sich selbst“ Sex haben möchte, leidet darunter die Ehe. Im Übrigen trägt Masturbation zu Einsamkeit, krankhafter Schüchternheit und Depressionen bei. Wer bereits „virtuell“ mit 1.000 Pornostars verkehrt hat, es aber noch nicht geschafft hat, einmal eine Frau in Echtzeit anzusprechen, sollte darüber nachdenken, ob das wirklich ein erfülltes Leben ist.

Erfüllung – oder Abhängigkeit?

Die Versuchung der Selbstbefriedigung sollte weder unnötig verteufelt noch banalisiert werden. Versuchungen gehören zum Alltag dazu. Doch Selbstbefriedigung kann auch zu einer schweren Sucht werden.3 Wer sich regelmäßig selbstbefriedigt, landet schließlich in einer Sackgasse, aus der er selbständig nicht mehr heraus kann. Die Befriedigung der eigenen Lust wird zu etwas völlig Normalen, vielleicht sogar zu einem essentiellen Bestandteil des Tagesablaufes. Schließlich kann die Person, die sich in der Falle der Selbstbefriedigung „verfangen“ hat, nicht mehr „ohne“. Sie wird immer abhängiger von Trieben, Wünschen und Begierden – und büßt damit immer mehr Freiheit ein. Vielmehr noch: Durch die Befriedigung der Lust, wird die Lust nicht geringer, sondern nur noch zügelloser. Wer der Begierde nachgibt, ist nicht mehr Herr seiner selbst, sondern gerät in eine „Teufelsspirale“. Die Begierde verselbständigt sich und hinterlässt tiefe Wunden im Fleisch. Der Trieb wird zur „eingefleischten“ Gewohnheit, aus der sich der einzelne alleine nicht mehr zu helfen weiß. Vielmehr meldet sich die Begierde immer mehr, immer häufiger und immer stärker, wodurch wir immer wieder zu Fall kommen.

Vergleichen ließe sich dieser Vorgang mit einer Tüte Chips, die auf unserem Schreibtisch steht und die wir immer vor Augen haben. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, die Tüte Chips heute einmal nicht anzufassen. Doch bald ist unser Trieb schneller als unser Verstand – und unsere Hand steckt in der Tüte Chips. Wieder fassen wir einen guten Vorsatz: Ich nehme mir nur eine Hand voll. Das tun wir auch – und genießen jeden Chip einzeln. Doch bald klopft wieder die Begierde bei uns an. Wäre es nicht Zeit, etwas von den Chips nachzunehmen? Das war doch so eine schöne Erfahrung. – Unser Verstand rebelliert unterdessen und ermahnt uns: Wir hatten eine Vereinbarung! Eine Hand voll – und nicht mehr. – Doch bald ist auch diese Hemmschwelle gebrochen: Heute machen wir mal eine Ausnahme! Was ist denn schon Schlimmes dabei?

Fasten und verzichten kann ich doch auch morgen noch. – So geben wir nach und futtern die ganze Tüte Chips weg. Danach fühlen wir uns wohlmöglich gar nicht mehr so wohl … – hätte ich doch früher aufgehört! Wir erkennen, dass wir dringend Verzicht und Opfer einüben sollten. Erfüllt fühlen wir uns nach der Tüte Chips nicht gerade. Ganz im Gegenteil: Möglicherweise bedrücken uns nun sogar Schuldgefühle. Ganz ähnlich verhält es sich mit der Sucht der Selbstbefriedigung: Wer einmal anfängt, verpasst oft die Notbremse und wird dann abhängig und „besessen“. So wundert es nicht, dass viele Jugendliche zugeben, sogar mehrfach täglich zu masturbieren.

Pornographie – ganz normal?

Meist geht mit der Sucht der Selbstbefriedigung auch die Sucht nach Pornographie einher. Was früher tabu war, gehört heute gleichsam zur gesellschaftlichen Normalität. Kaum jemand kann heute pornographischen Inhalten entgehen. Wir begegnen ihnen an der Haltestelle, in der Werbung, im Fernsehen, an der Litfasssäule. Leicht bekleidete Damen sind ein „Eyecatcher“. Das Marketing macht sich dies zunutze. Doch wo Frauen als „Blickfänger“ instrumentalisiert werden, gerät der ganze Mensch mit seiner Personalität aus dem Blick, verkommt der kostbare Leib des Menschen vom Tempel des Heiligen Geistes zum Objekt der menschlichen Begierde.

Das hat nichts mehr mit Schönheit, Ästhetik, Kultur, Freiheit, Freizügigkeit oder Selbstbestimmung zu tun. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall: Die Fratze der Pornographie ist die Hässlichkeit, Grobheit, Stumpfheit, Verwirrung, Willkür und die Abhängigkeit von unseren eigenen ungeordneten Trieben und Neigungen. Auf den ersten Blick mag sie uns in ihren Bann ziehen. Sie spricht unsere verdorbenen Sehnsüchte, Begierden und Triebe an. Doch auf den zweiten Blick erkennen wir, dass jede Art von Pornographie die Beteiligten in ihrer Würde schwer verletzt. Menschen entblößen sich. Wir starren und gaffen auf nackte Haut und vergängliches Fleisch. Doch gerade dadurch tragen sogar noch dazu bei, dass sich Menschen zum bloßen Instrument, zum bloßen Objekt unserer Begierde machen (müssen), ihre Personalität gleichsam bis ans Äußerste abstreifen. Pornographie bedeutet Erniedrigung und Ausbeutung.

Denn Sexualität und erotische Liebe bilden eine innere Einheit. Und hier liegt die Crux der Pornographie. Sexualität – von der Liebe losgetrennt – wird zum bloßen Mechanismus und zur bloßen Lustbefriedigung. Sexualität ohne Liebe geht ins Leere, da sie kein Ziel hat, nichts in sich trägt, nichts ausdrückt. Andererseits wäre die Liebe zwischen Mann und Frau, die bis ans Ende geht, auch nicht ohne Sexualität denkbar. Im geschlechtlichen Akt verschenkt sich der Mann an die Frau und die Frau an den Mann in jener Klarheit, Wahrheit und Definitivität, dass der Geschlechtsakt gleichsam Beweis der ehelichen Liebe ist: Ja, ich möchte mich Dir ganz verschenken, ich möchte mich Dir ganz hingeben. Eine von Liebe getragene Sexualität und eine in der Sexualität vollzogene Liebe ist rein, wahr und echt. Alles andere wäre eine Lüge. Ich kann nicht aufrichtig sagen: Ich liebe Dich – und mir dabei denken: Eigentlich liebe ich nur Deinen Körper. Ebenso wenig kann ich wahrhaft und aufrichtig lieben, wenn ich mich im letzten Moment gegen das Ja-Wort vor der Kirche, gegen die geschlechtliche Dimension von Liebe und gegen das Abenteuer Leben versperre. Wer Sexualität von der Liebe trennt, der konsumiert nur noch und kann sich spätestens dann, wenn er wirklich einmal ein Kribbeln im Bauch verspürt, nicht mehr sicher sein, ob seine geschlechtliche Hingabe nun wirklich ein Ausdruck von Liebe ist oder eben doch nur Triebbefriedigung und Konsum.

Ein Paar Zahlen zeigen den Abgrund der Internetpornographie und der Internetsexsucht auf: Mehr als ein Viertel aller Anfragen in Suchmaschinen richtet sich auf pornographische Inhalte. Etwa 35 % aller Internet-Downloads sind pornographischer Natur. Jede sechste Webseite hat Sex und Pornographie zum Thema – Tendenz steigend. Hinzu kommt ein erschreckend starker Boom von Kinderpornographie. Doch wer spricht schon gerne über Sexualität? So wenig das Problem Pornographie in der Öffentlichkeit thematisiert wird, könnte man den Eindruck haben, alles sei in Ordnung.

Doch das Gegenteil ist der Fall. Die hohe Dunkelziffer im Internet zeigt uns, dass Pornographiesucht ein akutes Problem ist. Etwa 500.000 Menschen in Deutschland sind pornosüchtig. Gerade für Kinder und Jugendliche birgt Pornographie große Gefahren. Erste Kontakte mit pornographischen Inhalten gibt es meist im Alter von 7 oder 8 Jahren. Dies führt zu einer Frühsexualisierung und Fehlentwicklung dieser Kinder, gerade deshalb, weil die Eindrücke, die Kinder in diesem jungen Alter aufnehmen, für ein Leben lang bleiben.

Pornographie hemmt nicht nur die Fähigkeit zu echten Beziehungen, sondern zerstört auch Ehen und Familien. Eine große Mehrheit der Paare mit Eheproblemen hat auch ein Pornographieproblem, was sich noch dadurch verstärkt, dass die betroffenen Ehepartner darüber aus Scham nicht sprechen möchten. Dies führt zu weiterer Isolation und Entfremdung. Im Übrigen fingiert Pornographie ein falsches Frauenbild: ästhetisch ansprechende und aufreizende Frauen, die ausschließlich dazu da sind, die Bedürfnisse des Mannes zu befriedigen und ohne eigene Wünsche auskommen. Vor einem solchen Frauenbild mit den damit einhergehenden Erwartungen des Mannes an seine Ehefrau muss jede Beziehung zerbrechen.4

Und darum ist es so wichtig, dass Ehepartner oft, offen und ehrlich miteinander sprechen – auch über ihre sexuellen Probleme, Sehnsüchte und Wünsche. Das kann manchmal sehr schwer sein, etwa wenn der Ehemann vor seiner Ehefrau bekennen muss, dass er mit einer Arbeitskollegin eine Affäre hatte. Doch dieser ehrliche und offene Umgang miteinander ist der einzige Weg, um Probleme in den Griff zu bekommen. Jede Ehefrau wird in einer solchen Situation verstehen, dass ihr Ehemann nun ihre Hilfe und ihr Gebet braucht und nicht ihr geknicktes Selbstmitleid. Aus jeder Versuchung und jeder Krise, über die ein Paar offen miteinander spricht, können die Partner eigentlich nur gestärkt hervorgehen. Die ehrliche Kommunikation in der Ehe mag entstandene Gräben aufzeigen. Doch sie entfremdet nicht, sondern führt die Ehepartner wieder zusammen.

1 Vgl. dazu Timo Martini (Pseudonym), Pausenlos geht es um mich. Was mich aus dem Strudel der Selbstbefriedigung reißt, Hünfeld (Christlicher Mediendienst) 2013.

2 Siehe etwa Margaret A. Farley, Verdammter Sex. Für eine neue christliche Sexualmoral, Darmstadt 2014, S. 259 – 261. Das Buch wurde übrigens im Rahmen einer Notifikation vom 30. März 2012 offiziell von der Glaubenskongregation wegen irriger Auffassungen gerügt.

3 Dies belegt etwa eine Studie der University of Cambridge, die nachweist, dass die Gehirnaktivitäten einer Person, die regelmäßig Pornografie konsumiert, denen eines Drogenabhängigen ähneln: Valerie Voon / Thomas B. Mole / Paula Banca / Laura Porter / Laurel Morris / Simon Mitchell / Tatyana R. Lapa / Judy Karr / Neil A. Harrison / Marc N. Potenza / Michael Irvine (2014), Neural Correlates of Sexual Cue Reactivity in Individuals with and without Compulsive Sexual Behaviours, in: PLoS ONE 9(7): e102419. doi:10.1371/journal.pone.0102419.

4 H. Norman Wright, Ein guter Start zu zweit. Das Andachtsbuch für junge Paare, 8. Aufl., Aßlar 2001; ders., Wenn zwei sich gut verstehen … Kommunikation – Der Schlüssel für eine glückliche Ehe, Aßlar 1999; H. Norman Wright / Wes Roberts, Ehe ihr euch traut. Ein Ehevorbereitungskurs, 6. Aufl., Aßlar 2013; Stephen Arterburn / Fred Stoeker, Jeder Mann und die Versuchungen, 6. Aufl., Holzgerlingen 2012.

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Georg Dietlein (* 1992) ist katholischer Journalist und Publizist. Er begann sein Studium der katholischen Theologie an den Universitäten Bonn und Köln bereits als Schüler im Alter von 13 Jahren. Mit 15 Jahren veröffentlichte er sein erstes Buch. 2013 schloss er sein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln mit einer Arbeit zum kirchlichen Management ab. Zur Zeit beendet er sein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln.

14 Kommentare

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  2. So, ein wenig verspätet auch etwas Kritik von mir.

    >>Doch sind Selbstbefriedigung und der Konsum von Pornographie wirklich mit der Grundhaltung der Hingabe vereinbar[…]?

    Hach ja, der Spaß mit den rhetorischen Fragen.

    Im rechten Sinne verstanden natürlich nicht, schon einmal weil sie unmoralisch sind. Aber wenn wir nur einmal das Argument so nehmen, wie es dasteht, sind durchaus zwei Repliken denkbar.

    1. „Natürlich nicht, aber wer hat denn überhaupt gesagt, daß ich mich hingeben wollen soll?“

    Und tatsächlich, anders als der Autor anscheinend meint, hat die Kirche nie gesagt, daß man sich in allen Umständen immer aktuell hingeben muß. Sicher, es gibt eine christliche Haltung, die man, wenn man meint, auch „Grundhaltung der Hingabe“ nennen kann, die darin besteht, Gott und den Nächsten zu lieben und die sich in (oftmals kleinen) Aufopferungen, die das Leben so mit sich bringt oder die man vielleicht auch wegen der Vorschrift der Kirche (ich denke jetzt an die Fastenordnung), wegen der Gesetze der Sittlichkeit, die man vielleicht persönlich gerade nicht versteht, denen man aber gehorcht („du darfst dich nicht selbst befriedigen – fällt aus wegen is-nich“) oder auch freiwillig („zur höheren Ehre Gottes – jetzt mache ich die Chipstüte zu“) auf sich nimmt, und vor allem in der Bereitschaft, zu (auch großen) hingebungsvollen Akten bereit zu sein, wenn sie denn einmal verlangt sein sollten (etwa wenn ein Feind des Glaubens mit dem Maschinengewehr auf einen losgeht und droht, einen zum Märtyrer zu machen).

    Was aber das konkrete Leben, das, was man auf jeden Fall hier und jetzt tun muß, betrifft, so sollte man die Berufung des Christen nicht mit der Berufung des Mönchs verwechseln. Der Heiland sagt, „es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben hingibt für seine Freunde“ – „keine größere“, nicht, wie einige Menschen in frommem Überschwang abwandeln, „keine andere“; der hl. Paulus ermahnt mit Recht: „denkt nicht nur jeder an sich, sondern [schon] auch an die anderen“, nicht, wie einige Menschen in frommem Überschwang abwandeln, „denkt jeder auf keinen Fall an sich, sondern ausschließlich an die anderen“.

    Selbstbefriedigung ist Sünde, aber weil sie unkeusch ist, nicht weil sie das Selbst befriedigt. Es ist nämlich keine Sünde, etwas zum Zwecke eigenen Lustgewinns zu tun, sofern nur die Tat selber nicht intrinsisch schlecht ist: etwa sich den Fuß zu kraulen, Sport zu treiben oder eine Schweinshaxe zu essen.

    2. „Und warum überhaupt nicht? Ich habe schließlich keinen anderen Menschen, dem ich mich hingeben kann.“

    Wenn Menschen sich hingeben wollen, dann hat das meistens einen konkreten Grund, zum Beispiel weiß sie sich verliebt haben. Wer dieses Glück nicht hat und, sagen wir, auch darüber verzweifelt ist, es jemals zu erfahren, kann den dies allein davon abhalten, etwas zu tun, was er vielleicht tatsächlich als „billigen Ersatz“ erkennt, worüber er aber der Meinung ist „lieber das als gar nichts?“ Und wenn dann die Ermahnung kommt, so verbaue er sich aber seine Chancen, dieses Glück vielleicht doch noch zu erleben, dann mag das vielleicht richtig sein (worüber aber – rein praktisch – in der heutigen Zeit durchaus zu diskutieren wäre), aber vor allem wird er sich denken „nun denn, solche Chancen habe ich doch ohnehin nicht.“

    – Sicher, die Vorschrift „keine Selbstbefriedigung!“ ist richtig und wichtig. Mich beschleicht aber das Gefühl, daß sie auch hier und heute, als banale, heute so verpönte „tu-dies-nicht-tu-jenes-schon“-Moral präsentiert, die Leute immer noch besser überzeugen kann als wenn man sie überhöht und den Leuten damit, nur um der Argumentationsnot zu entkommen, mehr vorschreibt (etwa „du mußt dich jederzeit gänzlich hingeben“) als man eigentlich müßte.

    • Noch ein paar Punkte im Detail:

      >>Was früher tabu war, gehört heute gleichsam zur gesellschaftlichen Normalität. Kaum jemand kann heute pornographischen Inhalten entgehen. Wir begegnen [leichtbekleideten Damen] an der Haltestelle, in der Werbung, im Fernsehen, an der Litfasssäule.

      Ja was denn nun: reden wir jetzt über die Sexualisierung des Alltags oder reden wir über das Problem der heimlich, etc., konsumierten, der Beziehungsfähigkeit schadenden Pornographie? Das mögen ja beides Probleme sein und beide (mindestens am Rande) mit dem sechsten Gebot zu tun haben, aber davon abgesehen sind es ganz grundverschiedene Dinge.

      >>Das kann manchmal sehr schwer sein, etwa wenn der Ehemann vor seiner Ehefrau bekennen muss, dass er mit einer Arbeitskollegin eine Affäre hatte. Doch dieser ehrliche und offene Umgang miteinander ist der einzige Weg, um Probleme in den Griff zu bekommen.

      Das hat die Kirche so nie gesagt. Die Kirche denkt realistischer und menschlicher, wenn sie auch weniger Rücksicht auf die aktuellen Moden und Trends der psychologischen Fachkräfte nimmt.

      Die Kirche hat immer gesagt: Diese Sünde ist als Ehebruch zu beichten, und man muß sie bereuen und sich fest vornehmen, sie nicht zu widerholen. Tut man das, dann geht man (um von dem Herrn Monsignore ein paar Beiträge weiter vorne einen Ausdruck zu borgen) als Heiliger aus dem Beichtstuhl; man *ist* in seinem Wesen dieser Ehebrecher nicht mehr. – Ob und wenn ja wann man dann den Ehebruch auch seiner Frau eingesteht, ist eine *ganz andere* Frage, bei der jede Menge Klugheitserwägungen eine Rolle spielen; es besteht keine grundsätzliche Verpflichtung, eine glückliche Ehe aufs Spiel zu setzen, um den eigenen Fehltritt nicht mehr verschweigen zu müssen. (Der hl. Alfons beschäftigt sich ganze Kapitel damit, wie eine Ehefrau mit einem Kind umgehen soll, das nicht von ihrem Mann ist, auch betreffend Unterhalt usw., wenn sie diesen Unterhalt von ihrem Mann bekommt und um des lieben Friedens willen den Ehebruch nicht eingestehen kann. Und:

      >>Jede Ehefrau wird in einer solchen Situation verstehen, dass ihr Ehemann nun ihre Hilfe und ihr Gebet braucht und nicht ihr geknicktes Selbstmitleid.

      Jede Ehefrau *sollte* das vielleicht verstehen. Aber daß sie es auch tut, ist (mit Verlaub) Naivität in Reinkultur; so naiv war die Kirche nie. In diesem Sinne:

      >>Aus jeder Versuchung und jeder Krise, über die ein Paar offen miteinander spricht, können die Partner eigentlich nur gestärkt hervorgehen.

      Bezeichnenderweise: „eigentlich“. Und uneigentlich?

  3. So, ein wenig verspätet auch etwas Kritik von mir.

    >>Doch sind Selbstbefriedigung und der Konsum von Pornographie wirklich mit der Grundhaltung der Hingabe vereinbar[…]?

    Hach ja, der Spaß mit den rhetorischen Fragen.

    Im rechten Sinne verstanden natürlich nicht, schon einmal weil sie unmoralisch sind. Aber wenn wir nur einmal das Argument so nehmen, wie es dasteht, sind durchaus zwei Repliken denkbar.

    1. „Natürlich nicht, aber wer hat denn überhaupt gesagt, daß ich mich hingeben wollen soll?“

    Und tatsächlich, anders als der Autor anscheinend meint, hat die Kirche nie gesagt, daß man sich in allen Umständen immer aktuell hingeben muß. Sicher, es gibt eine christliche Haltung, die man, wenn man meint, auch „Grundhaltung der Hingabe“ nennen kann, die darin besteht, Gott und den Nächsten zu lieben und die sich in (oftmals kleinen) Aufopferungen, die das Leben so mit sich bringt oder die man vielleicht auch wegen der Vorschrift der Kirche (ich denke jetzt an die Fastenordnung), wegen der Gesetze der Sittlichkeit, die man vielleicht persönlich gerade nicht versteht, denen man aber gehorcht („du darfst dich nicht selbst befriedigen – fällt aus wegen is-nich“) oder auch freiwillig („zur höheren Ehre Gottes – jetzt mache ich die Chipstüte zu“) auf sich nimmt, und vor allem in der Bereitschaft, zu (auch großen) hingebungsvollen Akten bereit zu sein, wenn sie denn einmal verlangt sein sollten (etwa wenn ein Feind des Glaubens mit dem Maschinengewehr auf einen losgeht und droht, einen zum Märtyrer zu machen).

    Was aber das konkrete Leben, das, was man auf jeden Fall hier und jetzt tun muß, betrifft, so sollte man die Berufung des Christen nicht mit der Berufung des Mönchs verwechseln. Der Heiland sagt, „es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben hingibt für seine Freunde“ – „keine größere“, nicht, wie einige Menschen in frommem Überschwang abwandeln, „keine andere“; der hl. Paulus ermahnt mit Recht: „denkt nicht nur jeder an sich, sondern [schon] auch an die anderen“, nicht, wie einige Menschen in frommem Überschwang abwandeln, „denkt jeder auf keinen Fall an sich, sondern ausschließlich an die anderen“.

    Selbstbefriedigung ist Sünde, aber weil sie unkeusch ist, nicht weil sie das Selbst befriedigt. Es ist nämlich keine Sünde, etwas zum Zwecke eigenen Lustgewinns zu tun, sofern nur die Tat selber nicht intrinsisch schlecht ist: etwa sich den Fuß zu kraulen, Sport zu treiben oder eine Schweinshaxe zu essen.

    2. „Und warum überhaupt nicht? Ich habe schließlich keinen anderen Menschen, dem ich mich hingeben kann.“

    Wenn Menschen sich hingeben wollen, dann hat das meistens einen konkreten Grund, zum Beispiel weiß sie sich verliebt haben. Wer dieses Glück nicht hat und, sagen wir, auch darüber verzweifelt ist, es jemals zu erfahren, kann den dies allein davon abhalten, etwas zu tun, was er vielleicht tatsächlich als „billigen Ersatz“ erkennt, worüber er aber der Meinung ist „lieber das als gar nichts?“ Und wenn dann die Ermahnung kommt, so verbaue er sich aber seine Chancen, dieses Glück vielleicht doch noch zu erleben, dann mag das vielleicht richtig sein (worüber aber – rein praktisch – in der heutigen Zeit durchaus zu diskutieren wäre), aber vor allem wird er sich denken „nun denn, solche Chancen habe ich doch ohnehin nicht.“

    – Sicher, die Vorschrift „keine Selbstbefriedigung!“ ist richtig und wichtig. Mich beschleicht aber das Gefühl, daß sie auch hier und heute, als banale, heute so verpönte „tu-dies-nicht-tu-jenes-schon“-Moral präsentiert, die Leute immer noch besser überzeugen kann als wenn man sie überhöht und den Leuten damit, nur um der Argumentationsnot zu entkommen, mehr vorschreibt (etwa „du mußt dich jederzeit gänzlich hingeben“) als man eigentlich müßte.

    • Noch ein paar Punkte im Detail:

      >>Was früher tabu war, gehört heute gleichsam zur gesellschaftlichen Normalität. Kaum jemand kann heute pornographischen Inhalten entgehen. Wir begegnen [leichtbekleideten Damen] an der Haltestelle, in der Werbung, im Fernsehen, an der Litfasssäule.

      Ja was denn nun: reden wir jetzt über die Sexualisierung des Alltags oder reden wir über das Problem der heimlich, etc., konsumierten, der Beziehungsfähigkeit schadenden Pornographie? Das mögen ja beides Probleme sein und beide (mindestens am Rande) mit dem sechsten Gebot zu tun haben, aber davon abgesehen sind es ganz grundverschiedene Dinge.

      >>Das kann manchmal sehr schwer sein, etwa wenn der Ehemann vor seiner Ehefrau bekennen muss, dass er mit einer Arbeitskollegin eine Affäre hatte. Doch dieser ehrliche und offene Umgang miteinander ist der einzige Weg, um Probleme in den Griff zu bekommen.

      Das hat die Kirche so nie gesagt. Die Kirche denkt realistischer und menschlicher, wenn sie auch weniger Rücksicht auf die aktuellen Moden und Trends der psychologischen Fachkräfte nimmt.

      Die Kirche hat immer gesagt: Diese Sünde ist als Ehebruch zu beichten, und man muß sie bereuen und sich fest vornehmen, sie nicht zu widerholen. Tut man das, dann geht man (um von dem Herrn Monsignore ein paar Beiträge weiter vorne einen Ausdruck zu borgen) als Heiliger aus dem Beichtstuhl; man *ist* in seinem Wesen dieser Ehebrecher nicht mehr. – Ob und wenn ja wann man dann den Ehebruch auch seiner Frau eingesteht, ist eine *ganz andere* Frage, bei der jede Menge Klugheitserwägungen eine Rolle spielen; es besteht keine grundsätzliche Verpflichtung, eine glückliche Ehe aufs Spiel zu setzen, um den eigenen Fehltritt nicht mehr verschweigen zu müssen. (Der hl. Alfons beschäftigt sich ganze Kapitel damit, wie eine Ehefrau mit einem Kind umgehen soll, das nicht von ihrem Mann ist, auch betreffend Unterhalt usw., wenn sie diesen Unterhalt von ihrem Mann bekommt und um des lieben Friedens willen den Ehebruch nicht eingestehen kann. Und:

      >>Jede Ehefrau wird in einer solchen Situation verstehen, dass ihr Ehemann nun ihre Hilfe und ihr Gebet braucht und nicht ihr geknicktes Selbstmitleid.

      Jede Ehefrau *sollte* das vielleicht verstehen. Aber daß sie es auch tut, ist (mit Verlaub) Naivität in Reinkultur; so naiv war die Kirche nie. In diesem Sinne:

      >>Aus jeder Versuchung und jeder Krise, über die ein Paar offen miteinander spricht, können die Partner eigentlich nur gestärkt hervorgehen.

      Bezeichnenderweise: „eigentlich“. Und uneigentlich?

  4. Wobei diese Fixierung auf ein einziges Gebot schon etwas sehr Merkwürdiges ist. Hat die Kirche je so viel Aufhebens gemacht über die Gier, Neid, Konkurrenz usw. in der Wirtschaft? Hat sie je ihre eigene Prunksucht (Höhepunkt: Kard. Burke) aufs Korn genommen? Jeder Firmenchef, der seine Mitarbeiter wie Dinge behandelt, ist 100x ärger als alles, was doch entfernt mit Liebe zu tun hat. Da sind über die Jahrhunderte die Relationen völlig aus den Fugen geraten. Es gab sogar mal allen Ernstes den Spruch: Selbstbefriedigung ist eine größere Sünde als eine Vergewaltigung, weil bei letzterer wenigstens ein Kind entstehen kann. Das ist kaltschnäuzigste „Gesetzestreue“, die mieser ist als alles, was sie anprangert.

    • Nun, wenn von zehn Geboten die ersten beiden jeder Christ, das fünfte und das eigentliche achte gefühlt praktisch jeder Mensch*, das vierte und siebte jeder Ehrenmann hält** und das neunte und zehnte sich auf den schwer durchschaubaren Bereich eigenes Gefühlsleben beziehen und obendrein gewissermaßen Durchführungsvorschriften zu den anderen sind…

      dann ist es nicht ganz zufällig, daß die Kirche und daß die Christen einen gewissen Fokus legen wird auf das, was übrigbleibt.

      Und was bleibt übrig?
      Das sechste.
      Der „erweiterten Bereich“ des achten. (Also: nicht nur vor Gericht und in ähnlicher Situation – was ich vorher das „eigentliche achte“ genannt habe -, sondern auch allgemein nicht lügen, vor allem nicht um Feindschaft zu säen.)
      Das dritte („geht fei ja am Sonntag in die Kirche“).

      Und ziemlich genau so ist es ja wohl auch tatsächlich.

      [* ausgenommen Abtreibung und Euthanasie. Und, voilà: Auf Abtreibung und Euthanasie **wird** fokussiert. Davon abgesehen würden schlecht informierte Leute die Abtreibung ja auch in die geschlechtliche Schublade schieben.

      **oder zumindest als Gebot hochhält, sich zu halten bemüht, etc. Ich vereinfache natürlich sehr.]

    • Prunk“sucht“ aufs Korn genommen, mit liebevollem katholischen Humor? Aber immer!

      Ich empfehle übrigens dies hier als fast schon exemplarisch: https://www.youtube.com/watch?v=qIf9hTBvxk8

      Davon abgesehen ist es keine Sünde, wenn sich ein Mensch sei es gemäß seinem eigenen Stand, sei es der Würde des Amtes, das er in er Kirche hat, entsprechend kleidet pp. Ein Brigadegeneral kann auch keine Schulterklappe haben, die nicht golden glänzt, sonst wäre er ja ein Major.

  5. Wobei diese Fixierung auf ein einziges Gebot schon etwas sehr Merkwürdiges ist. Hat die Kirche je so viel Aufhebens gemacht über die Gier, Neid, Konkurrenz usw. in der Wirtschaft? Hat sie je ihre eigene Prunksucht (Höhepunkt: Kard. Burke) aufs Korn genommen? Jeder Firmenchef, der seine Mitarbeiter wie Dinge behandelt, ist 100x ärger als alles, was doch entfernt mit Liebe zu tun hat. Da sind über die Jahrhunderte die Relationen völlig aus den Fugen geraten. Es gab sogar mal allen Ernstes den Spruch: Selbstbefriedigung ist eine größere Sünde als eine Vergewaltigung, weil bei letzterer wenigstens ein Kind entstehen kann. Das ist kaltschnäuzigste „Gesetzestreue“, die mieser ist als alles, was sie anprangert.

    • Nun, wenn von zehn Geboten die ersten beiden jeder Christ, das fünfte und das eigentliche achte gefühlt praktisch jeder Mensch*, das vierte und siebte jeder Ehrenmann hält** und das neunte und zehnte sich auf den schwer durchschaubaren Bereich eigenes Gefühlsleben beziehen und obendrein gewissermaßen Durchführungsvorschriften zu den anderen sind…

      dann ist es nicht ganz zufällig, daß die Kirche und daß die Christen einen gewissen Fokus legen wird auf das, was übrigbleibt.

      Und was bleibt übrig?
      Das sechste.
      Der „erweiterten Bereich“ des achten. (Also: nicht nur vor Gericht und in ähnlicher Situation – was ich vorher das „eigentliche achte“ genannt habe -, sondern auch allgemein nicht lügen, vor allem nicht um Feindschaft zu säen.)
      Das dritte („geht fei ja am Sonntag in die Kirche“).

      Und ziemlich genau so ist es ja wohl auch tatsächlich.

      [* ausgenommen Abtreibung und Euthanasie. Und, voilà: Auf Abtreibung und Euthanasie **wird** fokussiert. Davon abgesehen würden schlecht informierte Leute die Abtreibung ja auch in die geschlechtliche Schublade schieben.

      **oder zumindest als Gebot hochhält, sich zu halten bemüht, etc. Ich vereinfache natürlich sehr.]

    • Prunk“sucht“ aufs Korn genommen, mit liebevollem katholischen Humor? Aber immer!

      Ich empfehle übrigens dies hier als fast schon exemplarisch: https://www.youtube.com/watch?v=qIf9hTBvxk8

      Davon abgesehen ist es keine Sünde, wenn sich ein Mensch sei es gemäß seinem eigenen Stand, sei es der Würde des Amtes, das er in er Kirche hat, entsprechend kleidet pp. Ein Brigadegeneral kann auch keine Schulterklappe haben, die nicht golden glänzt, sonst wäre er ja ein Major.

  6. Sehr geehrter Herr Dietlein,

    vielen Dank für diesen wunderbaren und ausgesprochen lesenswerten Beitrag. Selbst als Familienvater bringen mich Ihre Imputs bei der Erziehung meiner zwei Kinder, die grade in die Pubertät kommen, weiter.

  7. Sehr geehrter Herr Dietlein,

    vielen Dank für diesen wunderbaren und ausgesprochen lesenswerten Beitrag. Selbst als Familienvater bringen mich Ihre Imputs bei der Erziehung meiner zwei Kinder, die grade in die Pubertät kommen, weiter.

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