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Aus Liebe verwundet

Der gekreuzigte Pater: Pio von Pietrelcina

"Vater von Millionen", "Apostel des Beichtstuhls", "der Heilige von Pietrelcina" – es gibt viele Namen und Titel, mit denen Pater Pio in Verbindung gebracht wird. Neben Anerkennung gibt es auch Ablehnung von denen, die den Heiligen nicht verstehen und ihm Betrug, Lügen und Schlimmeres unterstellen. Im Gebet und im Gehorsam hat Pater Pio das alles getragen und ist zum beliebtesten Heiligen Italiens geworden. Zu seinem 50. Todestag würdigt der Cathwalk den Volksheiligen.

Pater Pio (Basilika Pius X., Lourdes)

25. Mai 1887: Ganz Italien ist im Zuge des Risorgimento zum Königreich geworden. Die römische Politik wurde von Freimaurern statt der Kirche bestimmt. In Pietrelcina, einem unscheinbaren Ort in Süditalien, der von der Landwirtschaft lebte, wurde Francesco Forgione geboren. Noch dachte niemand daran, dass Francesco einmal Pater Pio heißen und Millionen Menschen zur Umkehr und Nachfolge Christi führen wird.

Francesco stammte aus einer kleinbäuerlichen und frommen Familie. Schon früh zeigten sich Anzeichen einer religiösen Berufung. Bereits mit 5 Jahren entschloss er sich ins Kloster zu gehen. Er war Klassenbester, fromm und bestrebt dem Herrn ganz zu dienen. Mit 15 Jahren wurde ihm klar: Kapuziner mit Bart, das will ich sein.

Am Dreikönigstag 1903 verabschiedete sich Francesco von seinen Eltern und ging ins Noviziatskloster nach Morcone. Am 22. Januar empfing er aus der Hand des Oberen sein Ordenskleid: Armut, Keuschheit und Gehorsam wird er geloben und Fra Pio heißen. Sein Noviziat war nicht einfach. Der sensible Pio weinte viel und beichtete häufig.

Er hatte mystische Visionen und ergab sich ganz dem Gehorsam. Einmal kniete er zwei Stunden vor dem Zimmer seines Magisters, weil dieser nicht auf das Klopfen antwortete. Erst ein Mitbruder konnte Fra Pio davon abbringen am kalten Wintertag noch länger vor der Tür zu frieren und brachte den halb Erfrorenen zum Kamin.

Es blieb nicht bei inneren seelischen Kämpfen des jungen Kapuziners. Der Teufel suchte ihn heim und wollte ihn vom Weg der Heiligkeit abbringen. Bis zu seinem Lebensende musste Pater Pio härteste Stunden der Anfechtungen, Versuchungen und Kämpfe durchstehen. Doch der Teufel konnte ihn nicht besiegen.

Wie Ignatius von Loyola oder sein Ordensvater Franz von Assisi wuchs Pater Pio an den Angriffen des Feindes in Heiligkeit und Opferbereitschaft. Mit Paulus konnte er sagen: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.“

Mit Christus gekreuzigt

Am 10. August 1910 wurde Fra Pio zum Priester geweiht. Aus dem Bruder wurde ein Pater. Das Weihemotto des Paters lautete: „Mit dir sei ich für die Welt/Weg, Wahrheit, Leben, und für dich ein heiliger Priester/ein vollkommenes Opfer.“ Schon bald sollte Pater Pio genau das durchleben und durchleiden. Er wurde ein Priester, der zum Heil anderer Opfer brachte und zum Opfer wurde.

Auch wenn dieses Wort heute erschaudern lässt, einen besseren Ausdruck gibt es nicht: Pater Pio war eine Opferseele. Aus Liebe hat er die Gnade erhalten, wie Christus die Nächte von Getsemani zu durchleben und wie Christus auf Golgatha gekreuzigt zu werden – um am Ende an seiner Auferstehung teilzuhaben und Tausende, wenn nicht Millionen in den Himmel zu führen.

Die erste Wunde, die Pater Pio erlitt, war nicht sichtbar. Sie traf sein Herz. In der ersten Augustwoche 1918 wurde sein Herz, ähnlich wie bei der heiligen Theresia von Avila, mystisch mit einer Lanze durchbohrt (Transverberation). Es war eine lieblich-schmerzliche Verwundung. Pater Pio litt große Schmerzen und wurde gleichzeitig näher zu Christus geführt.

Die Zeichen der Kreuzigung an Händen und Füßen, die Stigmen, erschienen bei Pater Pio zum ersten Mal 1911. Seit 1910 hatte er Schmerzen an Händen und Füßen. Doch erst am 20. September 1918 sollte er äußerlich sichtbar und dauerhaft mit Christus gekreuzigt werden. Sein Herz: durchbohrt, verwundet an der Schulter, der Seite, den Händen und den Füßen. In der Messe wurde er dem Gekreuzigten am Ähnlichsten: „Während der hl. Messe stehe ich nicht, da hänge ich!“ Die Stigmatisation beschrieb Pater Pio in einem Brief an seinen Seelenführer, Pater Provinzial Benedikt:

Vergangenen Monat, es war am Morgen des 20. Septembers, befand ich mich nach der Zelebration der hl. Messe im Chor, als ich von der Ruhe ähnlich wie von einem süßen Schlaf überrascht wurde. Alle inneren und äußerlichen Sinne und auch die Seelenfähigkeiten befanden sich in einer unbeschreiblichen Ruhe. In all dem herrschte vollkommenes Stillschweigen um mich her. Dazu kam plötzlich ein großer Friede und eine Hingabebereitschaft zur vollkommenen Entäußerung … Und all das geschah in Blitzesschnelle“ (Ritzel, 93).

Wie heute viele Stigmatisation für Unsinn halten, so gab es auch damals viele Skeptiker und Zweifler. Die Kirche selbst will keinem Aberglauben Vorschub leisten und ordnet bei solchen Phänomen immer eine Überprüfung an.

Drei Ärzte haben Pater Pio untersucht. Der erste Arzt, Dr. Romanelli, kam zu folgendem Ergebnis: „Ich habe Pater Pio in 15 Monaten fünfmal untersucht. Obwohl ich einige Modifikationen feststelle, konnte ich keine klinische Formel finden, die mir gestattet, diese Wunden zu klassifizieren“ (Ritzel, 101). Der zweite Arzt, Dr. Bignami aus Rom, war sehr skeptisch. Er ordnete an, dass die Wunden mit einem Verband versiegelt würden, dann wartete man ab.

Aber die die Wunden hörten nicht auf zu bluten, es gab keine Infizierung und keine Eiterung. Die Wunden strömten jedoch einen Wohlgeruch aus. Der dritte Arzt, Dr. Festa, kam zu dem Schluss, dass die Tatsachen über alle Theorien gingen und sich dem Zugriff der Wissenschaft entzögen.

Der Jesuit Augustin Poulain hat im „Handbuch der Mystik“ beschrieben, wie sich echte von unechten Stigmen unterscheiden: Bei echten Stigmen gebe es wirkliche und häufig blutende Wunden. Unechte Stigmen, die selbsterzeugt oder nicht übernatürlichen Ursprungs seien, wiesen keine dieser Phänomene auf. Echte Stigmen seien dauerhaft oder periodisch, während die unechten schnell verschwänden. Weiterhin könnten echte Stigmen nicht mit Arznei geheilt werden, seien schmerzhaft und immer von Ekstasen begleitet.

All diese Kriterien für echte Stigmen treffen auf die von Pater Pio zu. Dennoch gab und gibt es auch in der Kirche welche, die nicht an die Echtheit der Stigmen Pater Pios glaubten. Dazu zählte zu seinen Lebzeiten der prominente Franziskanerpater Agostino Gemelli.

Papst Benedikt XV. starb 1922. Mit ihm starb auch eine große Unterstützung des Paters. Im Pontifikat Pius XI. wuchs der Einfluss Gemellis. Weil er keine päpstliche Erlaubnis vorzuweisen hatte, wurde Gemelli verweigert Pater Pio zu untersuchen. Das schien seine Skepsis nur umso mehr befeuert zu haben.

Nun begann für Pater Pio das so genannte „schwarze Jahrzehnt von 1923-1933. Ihm wurde zeitweise verboten die Messe in der Öffentlichkeit zu lesen und Gläubige wurden aufgefordert Pater Pio  nicht zu zu besuchen. 1931 wurde ihm das Beichtehören verboten und erst 1934 wieder erlaubt. Bis in die früheren 60er Jahre hinein sollte er immer wieder von kirchlichen Autoritäten sanktioniert werden.

Die Wunder Pater Pios

Pater Pio akzeptierte die kirchlichen Sanktionen. In den Weisungen der Oberen sah er den Willen Gottes verwirklicht. Er gehorchte. Pater Pio musste sich zurückziehen, aber das änderte nichts an seinem Wirken. Bezeugt sind vor allem vier Dinge: Bilokation, Seelenschau, Heilungsgabe und Prophetie. Die Zeugenaussagen zu diesen Phänomenen sind zu zahlreich, um sie alle wiederzugeben.

Was die Bilokation betrifft, seien drei Beispiele genannt: Pater Pio wurde während der Heiligsprechung der Thérèse von Lisieux in Rom gesehen, obwohl er in seiner Klosterzelle war. Während des Zweiten Weltkrieges erschien er vielen Soldaten und rettete ihnen das Leben in ausweglosen Situationen. Beeindruckend ist das Erlebnis von zwei amerikanischen Piloten. Sie sahen unabhängig voneinander vor ihrem Cockpit während des Fluges Pater Pio. Er erschien ihnen in der Luft, um einen Bombenabwurf zu verhindern. Als sie sich nach der Landung erkundigten, wer ihnen da erschienen sei, führten sie die Beschreibungen zu Pater Pio, den sie dann auch sofort erkannten. Kurze Zeit später konvertierten sie zum katholischen Glauben. In der Todesstunde berichteten mehrere Personen, dass ihnen Pater Pio erschienen sei, um eine gute Sterbestunde zu ermöglichen.

Seelenschau: Das ist ein Charisma, das es erlaubt in die Seele einer Person zu schauen. Alle Sünden und das Innere der Person kann dann gesehen werden, ohne dass auch nur ein Wort gewechselt wird. Pater Pio besaß dieses Charisma, was vor allem entscheidend ist, um seine Beichtseelsorge und seine Beliebtheit als Beichtvater verstehen zu können. Dazu wird im Absatz über Pater Pio als Beichtvater explizit eingegangen.

Die Heilungsgabe ist ebenfalls von sehr vielen bezeugt. Unzählige Menschen sind durch die Fürbitte zu Pater Pio geheilt wurden: körperlich, seelisch, geistig. Wie alle Heiligen, wirkt er natürlich auch nach seinem Tod weiter. Eine der beeindruckendsten Ereignisse zu einen Lebzeiten ist die Heilung der Blindgeborenen Gemma di Giorgi. Sie kam ohne Pupillen zur Welt und hat noch heute keine. Organisch gesehen, ist es unmöglich, dass sie sehen kann.  Aber nach ihrer ersten Kommunion hat Pater Pio mit seinem Daumen ein Kreuz über die Augen gezeichnet. Seitdem kann Gemma klar und deutlich sehen – bis heute. Auch eine junge Mutter, die unheilbar an Krebs erkrankte wurde geheilt, nachdem Karol Wojtyła, der spätere Johannes Paul II., in einem Brief an Pater Pio um sein Gebet für sie gebeten hatte. Doch wichtiger als das heilen körperlicher Leiden war für Pater Pio das ewige Heil: Die Seelen in den Himmel zu führen war seine größte Mission.

Zur Prophetie kann gesagt werden, dass Pater Pio vielen Menschen wahre Ereignisse vorausgesagt hat. Auch hat er mehrere Prophezeiungen gemacht und Aussagen über den Verlauf der Geschichte getroffen. Diese sind allerdings nicht einfach zu verstehen. Sie werden hier nicht erwähnt, um keine falschen Aussagen oder Interpretationen darüber zu tätigen.

Pater Pio als Beichtvater

„Die Werke Gottes gehen oft mit vielen Leiden voran. Leiden und Schwierigkeiten sind geradezu ein göttliches Signal für die Echtheit einer Berufung“, schreibt Ferdinand Ritzel OFM in der Einführung über Pater Pios Berufung zum Beichtvater (Ritzel, 128). Und Pater Pio musste viele Leiden für seine Berufung zum Beichvater durchstehen. Denn zunächst erhielt er nicht die Erlaubnis, um die Beichte zu hören. Er schrieb 18 Briefe an den Provinzial, in denen er darum bat – doch vergebens.

Als Begründung für die Weigerung die Beichte zu hören wurde vor allem seine schwache körperliche Gesundheit und seine angeblich mangelnde Kenntnis in Moraltheologie angegeben. Pater Pio erhielt schließlich die Beichterlaubnis und die Menschen strömten zu ihm. Er hatte die Seelenschau, aber er war kein „Absolutionsautomat“ (Amorth). Im Gegenteil, er konnte sehr hart und abweisend sein, wenn er dies für geboten hielt:

Ich habe Fälle erlebt, wo Personen sich beim Beichten etwa so anklagten: „Herr Pater, ich habe die üblichen kleinen Sünden, die üblichen Dummheiten begangen.“ Pater Pio hätte in solchen Fällen heftig reagiert: „Was, kleine Sünden? Dummheiten? Beleidigungen Gottes! Geh weg von hier!“ Da war nichts mehr zu machen … Einem Beichtenden musste er sagen: „Siehst du denn nicht, wie schwarz du bist? Geh und bringe deine Sachen in Ordnung, ändere deinen Lebenswandel und dann komm ich werde dir die Beichte abnehmen.“(Amorth, 57 f.)

Er konnte auch Worte sagen wie: „Du Ruchloser, du fährst zur Hölle“, „Wann hörst du endlich auf, dich wie ein Schwein zu benehmen?“, „Weißt du denn nicht, dass es eine Todsünde ist? Weg, geh weg von hier!“ (Amorth, 61).

Pater Pio schaute nicht auf den Ruf oder die Stellung der Person, sondern direkt in die Seele. Auf der anderen Seite konnte er auch Gottes Barmherzigkeit betonen: „Du hast es bunt getrieben. Aber bedenke, deine Sünden, so zahlreich und schwer wiegend sie sind, sind begrenzt; die Barmherzigkeit Gottes ist unendlich.“ (Amorth, 64).

Die Beichtpraxis Pater Pios kann man nur vor dem Hintergrund der Seelenschau verstehen, die Pater Pio hatte. Pater Pio erklärte die Methode seinem Seelenführer Pater Carmelo wie folgt: „Höre! … Ich behandele die Seelen, wie sie es vor Gott verdienen … Glauben Sie mir, mein Vater! Die Wutausbrüche oder der Hagel von Schimpfworten, die ich manchmal gehabt habe, sind verursacht worden …“ ( Ritzel, 275).

Pater Pio wollte erreichen, dass die Menschen umkehren und ihre Sünden bereuen, um gerettet zu werden: „Er schickte, ja er jagte manche direkt fort, nicht um sie fortzujagen, sondern um sie noch näher an sich zu ziehen. Als jemand gerade ein solches Fortjagen erlebte und sich darüber beklagte: „Aber Pater! Diese Seele haben Sie umgebracht!“ erklärte er: „Nein, ich habe sie an mein Herz gedrückt““ (Ritzel, 276).

Pater Pio musste sich dabei anstrengen wütend zu erscheinen, da sein Herz das genaue Gegenteil war: „Ich habe mich nur an der Oberfläche erregt; aber drinnen im Herzen ist immer eine solche Ruhe und Heiterkeit“ (Ritzel, 276). Anderen Mitbrüdern und Beichtvätern hat er seine eigene Methode jedoch nicht gestattet, da sie keinen Auftrag dazu hatten. Sie sollten auch nicht die Absolution verweigern mit der Begründung Pater Pio würde das bei einigen ebenfalls tun.

Pater Pio baut ein Krankenhaus

Pater Pio hegte schon lange den Traum, ein Krankenhaus zu errichten. Am 9. Januar 1940 zog er 10 Franken aus der Tasche, die eine Frau ihm geschenkt hatte, um damit etwas Gutes zu tun. Es war die erste Spende, um aus der Idee Wirklichkeit werden zu lassen. Pater Pio musste gar kein großes Fundraising betreiben, die Spenden kamen dennoch.

Besonders nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ging es los: 1946 erhielt das Krankenhaus seinen Namen: „Haus der Linderung des Leidens“.Die Spenden wurden immer zahlreicher, daher wurden auch die Baupläne immer größer.

1947 wurde mit dem Bau begonnen – in einem unwegsamen und unwirklichen Gelände. Aber Pater Pio wollte das Krankenhaus genau dort haben, weil Gott es so wollte. 1956 fand die Einweihung statt. 20.000 Pilger kamen zur Eröffnungszeremonie. Pius XII. sandte ein Segenstelegramm. Der arme Mönch im alten Kloster hat eines der modernsten und größten Krankenhäuser Europas bauen lassen. Der Glanz des weißen Marmors des Spitals erzählt uns noch heute, welche großen Werke Gott vollbringen kann, wenn wir ihm vertrauen.

Humanae vitae und seine letzten Jahre

1968 nahm seine Gesundheit rapide ab. Am 29. März begann er einen Rollstuhl zu nutzen. Die Messreformen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil machte er nicht mit. Er holte sich stets eine Dispens, um nach wie vor die Messe nach den Büchern von 1962 zu feiern.

Am 12. September 1968 schrieb er einen Brief an Paul VI., in dem er den Papst für die Enzyklika Humanae vitae dankte:

Ich weiß, dass Ihr Herz in diesen Tagen viel leidet wegen des Schicksals der Kirche, wegen des Friedens in der Welt, wegen der so vielen Nöte der Völker, vor allem wegen des Ungehorsams bestimmter Katholiken der hohen Lehre gegenüber, die Sie mit dem Beistand des Heiligen Geistes und im Namen Gottes erteilten. Ich biete Ihnen mein Gebet und mein tägliches Leiden an, damit der Herr Sie durch Seine Gnade trösten möge und Sie den geraden und schweren Weg weitergehen können, indem Sie die ewige Wahrheit verteidigen … Ich danke Ihnen auch für die klaren und entschiedenen Worte, die Sie insbesondere in der letzten Enzyklika Humanae vitae gesprochen haben, und ich bekenne erneut meinen Glauben und meinen unbedingten Gehorsam Ihren erleuchteten Weisungen gegenüber.“ (Amorth, 152 f.)

Am 22. September 1968 feierte Pater Pio seine letzte Messe. Er starb am darauffolgenden Tag, gegen 2:30, nachts, im Beisein seiner Mitbrüder. Johannes Paul II. sprach Pater Pio 2002 heilig. 500.000 Menschen kamen dazu auf den Petersplatz. Pater Pio war der Missionar Europas im 20. Jahrhundert, unser Franz Xaver. Heute helfen sie uns beide vom Himmel aus.

Es gibt etwas, das man von Heiligen lernen kann: Wer sich aus Liebe hingibt, kann andere retten. Das sollte auch uns ermutigen. Wo immer wir leben, was immer wir tun, auch wir können beten, fasten und Hingabe leben und so mitarbeiten am Reich Gottes.

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Literatur:

  • AMORTH, Gabriele, Pater Pio. Lebensgeschichte eines Heiligen, Kisslegg , 5. Auflage 2016.
  • RITZEL OFM, P. Ferdinand, Pater Pio. Sein Leben, Lieben und Leiden, Gröbenzell 1976.
  • TORNIELLI, Andrea, Das Geheimnis von Pater Pio und Karol Wojtyla, Illertissen 2014.

7 Kommentare

  1. Severin Kranich 29. September 2018

    Die Rubrikenreformen von 1965 und 1967 hat P. Pio offensichtlich mitvollzogen. Eine Dispens, um nach dem MR1962 zu zelebrieren, brauchte, ja konnte er sich kaum holen. Das neue Messbuch kam ja erst 1969. Da war P. Pio aber ja bereits tot.

  2. Nepomuk 25. September 2018

    „Außerdem habe ich die üblichen kleinen Sünden und Dummheiten begangen“ ist, sofern man läßliche damit meint, meiner Meinung nach ein sehr gelungenes Versatzstück einer Beichte, in der man ein paar große Fische anpacken muß bzw. anpackt und die keine Generalbeichte ist.

    Sicher, man müßte zu denen *gar* nichts sagen, aber fromm ist es doch, das zu tun.

  3. Jens Freiling 23. September 2018

    Aus meiner vorausgegangenen Antwort wird meine Position hinreichend deutlich. Ich muss sie nicht weiter ausführen und lasse Ihnen ja Ihre Sicht der Dinge.

  4. Jens Freiling 23. September 2018

    Ich halte es für viel zu einfach und ebenfalls für unzutreffend, solchen, die dieser Person mit Skepsis begegnen, zu unterstellen, sie verstünden den Pater schlicht nicht. Das ist nicht nur zu einfach und unzutreffend, sondern vor allem überheblich. Sehr befremdlich ist doch zum Beispiel, dass nach seinem Tode die Stigmata Pater Pios nachweislich verschwunden sind.

    • Josef Jung Autor des Beitrages | 23. September 2018

      Lieber Herr Freiling, die Stigmen haben sich in den letzen Tagen vor seinem Tod stark zurückgebildet und sind dann nach seinem Tod ganz verschwunden, nicht mal eine Narbe ist übrig. Das muss nicht befremden, denn es passt genau zu dem Sinn, zu dem er die Stigmen erhalten hat. Sie waren eine Gabe, die er zur Buße und Bekehrung zu Lebzeiten erhalten hat – sie stehen im Dienst der Christusnachfolge in dieser Welt. Diese Zeichenhaftigkeit ist mit seinem Tod vorüber. Die Wunden braucht er nicht mehr zu tragen, sie sollen zu Christus führen. Der verherrlichte Christus erscheint den Jüngern mit verklärteren Wundmalen – bei ihm sind sie nämlich direkt Zeichen der Erlösung, sie verweisen auf ihn selbst.

      • Jens Freiling 23. September 2018

        Diese Erklärung überzeugt ganz und gar nicht. Auch anderen Stigmatisierten waren die sichtbaren Stigmen aus Demut oft umangenehm oder sie trugen sie überhaupt nur unsichtbar. Nach dem Tode erstrahlten die Stigmen aber in besonderer Weise. Vergleichen Sie dazu einmal, was Thomas von Celano über den Ordensvater P. Pios, den Hl. Franziskus v. Assisi, berichtet.

        Ich kann verstehen, dass P. Pio sehr lang die öfentliche Zelebration verbotem war. Seine vermeintlich mystischen Erfahrungen bei der heiligen Messe erlaubten ihm überhaupt nicht, die Messe rubrikengemäß zu feiern und in einem üblichen Zeitraum zu beenden.

        Ich habe einmal ein Video einer solchen Messe gesehen. Auf seiten des Paters empfand ich Theatralik, auf seiten der Volksscharen Schaulust. Ich möchte dem Pater nicht die alleinige Schuld geben. Sicher muss auch dem Konvent vorgeworfen werden, ihn instrumentalisiert zu haben. Vielleicht wird all dies irgendwie durch die italienische Mentalität entschuldigt. Abet die Kirche als solche hätte das nicht noch durch Selig- u. Heiligsprechung „absegnen“ sollen.

    • Josef Jung Autor des Beitrages | 23. September 2018

      Ich finde das absolut überzeugend. Die Aufgabe und das Ziel der Stigmatisierung sollte immer konkret beachtet werden. Aber man kann ja auch nach den Folgen fragen, die Pate Pio für den Glauben gebraucht hat, denn; „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ (Mt 7,16). Es gibt unzählige Bekehrungen, das Krankenhaus und Heilungen.

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