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Neun Ratschläge von Papst Franziskus für alle, die ans Heiraten denken

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Papst Franziskus begrüßt ein frischverheiratetes Paar am 20. Januar, 2016 | Foto: CNA/Daniel Ibanez
  1. Die Gedanken an die Einladungen, die Kleidung und das Fest nicht in den Mittelpunkt stellen

Der Papst bittet die Brauleute, sich nicht auf unzählige Einzelheiten zu konzentrieren, die sowohl Finanzen wie auch Energien aufzehren. Denn so gelangen sie nur erschöpft zur Trauung, anstatt ihre besten Kräfte dafür zu verwenden, sich als Paar auf diesen großen Schritt vorzubereiten. „Diese Mentalität spiegelt sich auch in manchen faktischen Lebensgemeinschaften wider, die niemals zur Eheschließung gelangen, weil sie an zu kostspielige Festlichkeiten denken, anstatt der gegenseitigen Liebe und deren Formalisierung vor den anderen den Vorrang zu geben.“

  1. Ein schlichtes, einfaches Fest bevorzugen

Der Papst spricht die Brautleuten direkt an und bittet sie: „Habt den Mut, anders zu sein, lasst euch nicht von der Gesellschaft des Konsums und des Scheins verschlingen.“ Denn „das, worauf es ankommt, ist die Liebe, die euch eint und die durch die Gnade gestärkt und geheiligt wird.“ Er schlägt auch vor, dass sie sich „für ein schlichtes, einfaches Fest“ entscheiden, um die Liebe über alles zu setzen.

  1. Das wichtigste ist das Sakrament und der Ehekonsens

Sich darauf konzentrieren, „die liturgische Feier ganz tief“ zu erleben und „das theologische und spirituelle Gewicht des Konsenses“ im Augenblick der Trauung zu begreifen. Die Worte, die sie sprechen werden, sind nicht auf den gegenwärtigen Moment beschränkt. Sie beinhalten vielmehr „eine Totalität, welche die Zukunft einschließt, ‚bis der Tod sie scheidet'“.

  1. Dem gegenseitigen Versprechen Wert und Gewicht verleihen

Der Papst erinnert daran, der Sinn des Ehekonsenses zeige gerade, dass „Freiheit und Treue“ nicht im Gegensatz zueinander stehen, „sondern sich vielmehr gegenseitig“ unterstützen. Unerfüllt gebliebene Versprechen verursachen vielmehr große Schäden. „Die Ehre des gegebenen Wortes, die Treue zum Versprechen kann man weder kaufen noch verkaufen. Sie können nicht mit Gewalt erzwungen, aber auch nicht ohne Opfer gehütet werden.“

  1. Die Ehe sollte immer offen für das Leben sein

Die Eheleute sollten vor Augen haben, dass „ein so bedeutendes Versprechen wie jenes, das der Ehekonsens ausdrückt, und die Vereinigung der beiden Körper, welche die Ehe vollzieht, nur als Zeichen der Liebe des Sohnes Gottes gedeutet werden“ kann, „der Mensch geworden ist und sich in einem Bund der Liebe mit seiner Kirche vereint hat.“ Und so verwandeln sich die „auf die Fortpflanzung bezogene Bedeutung der Geschlechtlichkeit, die Körpersprache und die lebendigen Gesten der Liebe in der Geschichte einer Ehe“ in eine „‚ununterbrochene Weiterführung der liturgische Sprache'“. So „‚wird das eheliche Leben in gewissem Sinn Liturgie'“.

  1. Die Ehe beschränkt sich nicht auf einen Tag, sie umfasst das ganze Leben

Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass der Empfang des Ehesakraments, „nicht nur ein Moment ist, der nachher zu einem Teil der Vergangenheit und der Erinnerungen wird“, sondern dass es „ständig seinen Einfluss auf das gesamte eheliche Leben“ ausübt.

  1. Vor der Hochzeit beten

Der Papst empfiehlt den Brautleuten, vor der Trauung zuerst zusammen zu beten, „einer für den anderen“ und dabei Gottes Hilfe zu erbitten, „um treu und großherzig zu sein”. Sie sollten auch Gott „gemeinsam fragen, was er von ihnen erwartet“.

  1. Die Hochzeit ist auch eine Gelegenheit zur Verkündigung des Evangeliums

Jesus tat sein erstes Wunder bei einem Hochzeitsmal in Kana. „Der gute Wein des vom Herrn gewirkten Wunders, der das Entstehen einer neuen Familie verschönert, ist der neue Wein des Bundes Christi mit den Männern und Frauen aller Zeiten.“ Daher wird die Hochzeit „eine kostbare Gelegenheit zur Verkündigung des Evangeliums Christi“ sein.

  1. Die Ehe der Mutter Gottes weihen

Ein weiterer Vorschlag des Papstes für die Brautleute ist, ihre eheliche Liebe der Mutter Gottes vor einem Marienbild zu weihen.

Dieser Artikel erschien hier auf CNA Deutsch und darf von The Cathwalk nach Rücksprache übernommen werden.

2 Kommentare

  1. Nepomuk 10. Mai 2016

    Zu Nr. 1 und v.a. 2:

    hach ja, nix für ungut, aber der Papst kommt mir hier ein bißchen, ein ganz kleines bißchen, so vor wie diese ganzen frommen und v. a. halbfrommen Leute, die in der Adventszeit regelmäßig gegen das Schenken, und den ganzen Konsum, und den Materialismus, und überhaupt wettern.

    Oder vielleicht etwas näher an der Sache: wie die Leute, die bei der Erstkommunion wegen des vereinzelten Ärmeren, der sich sonst die Blöße geben müßte ein Kommunionkleid auszuleihen, für alle verpflichtend schlichte Kutten einführen, die in vielen Fällen nicht nur schlicht sondern auch positiv unschön sind.

    Also – ja. Die Nr. 1 stimmt natürlich – an sich. Natürlich steht bei der Hochzeit das Fest nicht im Mittelpunkt und die Kleidung erst recht nicht. Natürlich steht das Sakrament im Mittelpunkt, das Versprechen, der Beginn des Ehelebens. Und, klar, es darf *nicht* sein, daß der Gedanke, daß es für die Ehe ja eine kostspielige Feierlichkeit braucht, Leute, die sonst das Eheversprechen abgeben können und wollen, von der Ehe abhält oder gar zu Sünden gegen das sechste Gebot hinreißt.

    Aber trotzdem. Die Deutschen nennen die Heirat sehr treffend Hochzeit. *Wenn* man den einmal im Leben wirklich ein rauschendes Fest feiern will – und wir sind ja katholisch, keine Puritaner, die das ablehnen – : wann denn, mit Verlaub, bitteschön dann? Wenn man, Polemik bitte verzeihen, zwischen 45 und 55 ist, der Körper noch fit aber die Haare teilweise schon grau, wenn man eh nicht mehr so viel Party macht und irgendeine (vergleichsweise) langweilige Beförderung erhalten hat, die man sich zuvor als Ziel gesetzt hat?

    Da ist es doch viel besser: wenn man ein solches Fest anläßlich von
    – dem, was zum einen ein Sakrament, zum anderen doch das weltlichste aller Sakramente ist (also daß der Gedanke an etwas dem Festanlaß unangemessen Materielles schlecht aufkommen kann) und nebenbei
    – einer Sache, was auch heute von vergleichsweise jungen Leuten mit jüngeren Verwandten gefeiert wird und
    – einen echten fast wesentlichen Unterschied ausmacht („ein Fleisch werden“)
    feiert.

    —–

    Natürlich stellt es, das bestreite ich nicht, ein Problem dar, daß die Leute, die heiraten, im allgemeinen so jung sind – und im Idealfall noch jünger wären – daß sie sich das Geld für eine Hochzeitsfeier nur schwerlich angespart haben können… und dann von irgendwem annehmen, nicht einmal aus Not sondern um eine aufwendige Party zu feiern, macht man ungern…

    sicher, ein Problem.

    Aber dadurch, daß die Katholiken beim Heiraten einen auf Spartaner machen – und zwar nicht (wie auch der Papst nicht sagt) weil es an sich selber so sein müßte, sondern nur um dieses Problem zu bekämpfen -, während die Welt fröhlich weiterfeiert, wenn sie denn mal heiratet, wird es definitiv auch nicht zu lösen sein.

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