Wo sind die Männer in der Kirche?

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"Wo also sind die Männer in der Kirche? Beziehungsweise, wo werden sie in Zukunft sein?" Foto: Skeeze via Pixabay

Der Kirche laufen die Männer davon! Das ist das derzeit beunruhigende Fazit. Woran mag das liegen?

Von Matthäus Trauttmansdorff / CNA Deutsch

(CNA Deutsch) Kann man Christ und Mann sein? Als ich mich als Jugendlicher für einige Jahre mehr oder weniger vom Glauben und der Kirche verabschiedet habe, so, wohl vor allem deswegen, weil ich den Eindruck hatte, dass ich meinen Lebensdurst, meine Selbstverwirklichung als Mann, eigentlich nur außerhalb der Kirche vollziehen könne.

Die Ausbildung im Seminar: lernen ein Mann zu sein

Letztens, fragte mich ein Jugendlicher nach einem gemeinsamen Fußballspiel: „Ich hätte nicht gedacht, dass Seminaristen so gut Fußball spielen.“ Na von wegen! Als müsste man um Priester zu werden, etwas von seiner Männlichkeit abgeben. Im Gegenteil! „Wer ein guter Priester sein will, sei erst einmal ein guter Christ. Und wer ein guter Christ sein will, lerne ein Mann zu sein.“, wiederholt man uns oft hier im Priesterseminar der Gemeinschaft Sankt Martin einen Stehsatz unseres Gründers. Das bedeutet, dass sich unser Mann-Sein nicht auf das Biologische reduziert, sondern tatsächlich auch gelernt sein will. Man darf sich von der Priesterweihe keine Wunder erwarten, denn „Gnade zerstört die Natur nicht, sondern vervollkommnet sie“ (Thomas von Aquin). Was im Seminar oder davor versäumt wurde, kann später nur schwer aufgeholt werden. Darum ist die menschliche Ausbildung, neben der geistlichen und intellektuellen Dimension, im Seminar so wichtig: lernen Verantwortung zu übernehmen, seine Stärken und Talente zu fördern, aber auch Fehler und Schwächen kennenzulernen und daran zu arbeiten. Das Gemeinschaftsleben ist dabei eine unschätzbare Hilfe. Es bringt einen dazu sich so zu sehen, wie man tatsächlich ist und nicht wie man sich erträumt.

Dieser bodenständige geistige Realismus, der hier in der Gemeinschaft Sankt Martin herrscht, hat mich von Anfang an angezogen. Ich merkte: hier bin ich sowohl als Christ, als auch als Mann gut aufgehoben. Hier muss ich nicht an der Türklinke abgeben, was mich als Mann ausmacht.

Christus zeigt uns den Weg

Wo also sind die Männer in der Kirche? Beziehungsweise, wo werden sie in Zukunft sein? Ich denke dort, wo sie das Gefühl haben, sowohl als Gottsuchender als auch als Mann ernstgenommen zu werden. Das Zweite Vatikanische Konzil verkündete bereits: „Christus offenbart dem Menschen, wer er ist.“ Orientierungspunkt auf diesem Weg wird immer Christus bleiben, der nicht „nur“ Mensch, sondern eben auch Mann geworden ist. Dies begründet eine spezifische, eigen-artige Beziehung zwischen Christus und uns Männern, die sich von jener der Frauen zu Christus ganz grundlegend unterscheidet. Ohne daraus voreilig-dümmliche Schlüsse über die Geschlechterrollen zu ziehen, gilt es dies wieder neu in Kirche und Gesellschaft zu entdecken.

Ich möchte mit einem schönen Gebet schließen, welches dem Heiligen Ignatius von Loyola zugeschrieben wird:

Ewiges Wort, einziggeborener Sohn Gottes!

Lehre mich die wahre Großmut.

Lehre mich Dir dienen, wie Du es verdienst:

Geben, ohne zu zählen,

Kämpfen, ohne der Wunden zu achten,

Arbeiten, ohne Ruhe zu suchen,

Mich hingeben, ohne Lohn zu erwarten.

Mir genüge das frohe Wissen,

Deinen heiligen Willen erfüllt zu haben.

Matthäus Trauttmansdorff ist Seminarist der Gemeinschaft Sankt Martin in Frankreich. Der gebürtige Österreicher wird dort voraussichtlich am 24.Juni 2017 zum Diakon geweiht.

3 KOMMENTARE

  1. Geehrte Fra Ann-Marie,

    gerade habe ich nochmals nachgesehen in dem von der Deutschen Bischofskonferenz herausgegebenen
    .
    Katholischen Erwachsenen-Katechismus
    Das Glaubensbekenntnis der Kirche
    3. Aufl. Kevelaer
    .

    Dort fand ich nichts von einer „Himmelskönigin“ — und übrigens auch nichts von einer „wundertuenden Medaille“, ja noch nicht einmal eine Zeile über die zahlreichen Botschaften, welche Maria an die Welt gerichtet hat.

    Oder ist das in einer späteren Auflage zu lesen?

  2. Ich finde es schäbig wie man da den Heiligen Vater hier kritisiert.
    Immerhin hat doch unsere Himmelskönigin die Kinder als Mittler ihrer Botschaften erwählt.
    Schon dadurch sind sie heilig!

  3. Vielleicht sollte man Jesus Christus und die frohe Botschaft wieder in den Mittepunkt der Verkündigung stellen, anstatt mit „schrecklichen Geheimnissen“ der Himmelskönigin von Fatima aufzuwarten.
    .
    Aber unser Papst, umringt von Hunderten Bischöfen aus aller Welt, findet es ja opportun, die „Seherkinder“ von Fatima zur „Ehre der Altäre“ zu befördern. Offenbar soll 1917 das Jahr 1517 vergessen machen.
    .

    Hunderte, ja Tausende von Männern (und Frauen!) haben auch in jüngster Zeit ihr Leben für Christus geopfert, zu Hause und in den Missionen.
    .
    Was die Missionen betrifft: die Archive unserer Orden und Genossenschaften sind voll von Beispielen.
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    Dieser einige in das Scheinwerferlicht zu stellen, wäre für die Gläubigen mehr Ansporn statt Fatima-„Seherkinder“.
    .
    Deutlicher gesprochen: mehr Bekenntnis der Kirchenoberen zu Jesus Christus anstatt zu irgend einer Erscheinung (die zu beurteilen die Kirchenoberen weder die Kompetenz noch die Befugnis haben).

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