Die Tradition ist die Zukunft der Kirche

Die Tradition ist die Zukunft der Kirche

Die Kirche liegt im Sterben. Man muss weinen, wenn man sie sieht. Doch man muss es sagen, wenn man sie liebt. Nur die Wahrheit kann sie heilen. Und wir wollen die Wahrheit, weil wir sie lieben. Wir wollen sie wieder glänzen sehen. Darum wollen wir den Weg der Tradition gehen.

Nie zuvor in der 2000-jährigen Geschichte des Christentums hat es eine Situation wie die heutige gegeben: Junge Menschen werden zu Millionen getauft und gefirmt und zu Millionen treten sie aus der Kirche aus und halten den Glauben für lächerlich, für etwas für Schwächlinge, für abstoßend, rückständig, verachtenswert. Wer cool ist, glaubt nicht, wer stark ist, braucht keinen Gott. Wer „aufgeklärt“ ist, hält sich selbst für den Herrn und Souverän.

Viele sehen die Kirche nur als eine Verhinderin von Spaß, Lust und Freiheit. Wo ist der missionarische Eifer, der diesen Positionen die Wahrheit Christi lehrt? Die moderne Theologie scheint zu schwach, um der Sünde bessere und schönere Wege entgegenzusetzen.

Die Ehelehre wird kaum noch befolgt und über das Priestertum schreibt die New York Times: Es werde eine „gay profession“, ein Beruf für Schwule.

Wer sich heute als junger Mensch an die Lehre der Kirche halten will, erfährt Einsamkeit und schiefe Blicke. Gut, wenn ihm in der Kirche der Glaube nicht ausgeredet und die Sünde nicht gutgeheißen wird. Es herrschen Verwirrung und Unwissen über das vor, was doch das Wichtigste und Heiligste sein sollte.

Gleichzeitig muss man nicht verzweifeln, denn Christus hat seine Kirche gegründet und ihr ein Versprechen gegeben: „Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen“ (Matthäus 16, 18). Damit ist aber nichts über die Größe der Kirche gesagt, sondern nur, dass sie als Ganzes nicht untergehen wird. In Europa schrumpft sie jeden Tag. Es ist sind die Austrittszahlen, die uns dabei Sorgen bereiten sollten, sondern die Katastrophe, dass die meisten Kirchensteuerzahler den Glauben längst verloren haben.

Der Glaube wurde freiwillig aufgegeben

Was ist die Ursache? Sicher ist der gegenwärtige Wohlstand eine Ursache der Krise. Er ermöglicht die falsche Vorstellung, man könne das Paradies auf Erden errichten und alles andere sei unwichtig.

Theologisch-kirchlich kommt hinzu, dass die Kirche ihre Lehre aufgeweicht hat. Junge Menschen werden nicht mehr darüber unterrichtet was die Ehe ist und Priesterkandidaten und Priester wissen nicht mehr, was ein Priester ist. Über Christus, ohne den niemand gerettet werden kann, wird nicht mehr mit dem nötigen Ernst und Konsequenz gepredigt. Der Himmel wurde ins Nebulöse verbannt und die Hölle wegpsychologisiert.

Die Kirche erhält dann Priester, die diesen heiligen Weg nicht aus Berufung, sondern aus Bequemlichkeit und Nutznießerei gehen. Das Priestertum wird dann erstrebenswert für Fans des Klerikal-Lifestyles oder wie die New York Times schreibt zu einem Beruf für Schwule. Sie können als Priester einen Weg jenseits des Outings und der Scheinehe gehen. Schwul, ohne als schwul zu gelten. Den Kollarträger fragt man nicht nach seiner Orientierung.

Welche guten Gründe gibt es heute für Heterosexuelle, um Priester zu werden? Warum auf Frau, Kinder und Sexualität verzichten? Keine „gay profession“ ist das Haar einer Frau wert.

Heterosexuelle Männer werden kaum noch Priester, weil die notwendigen Bestandteile des Priestertums: das Opfer, die Hingabe, die Erlösung nicht mehr gelehrt werden oder keinen Wert mehr haben. Wer gibt schon sein Leben für etwas, das keinen Wert hat?

Nur in der Tradition bleibt die Kirche bestehen

Der Priester kann nicht bestehen als postmodernes Nichts, in Gaga-Messen, in denen er zur Witzfigur oder zum Entertainer degradiert wird. Das Priestertum kann nur bestehen, wenn Priester auch nachkonziliar umsetzen, was Christus ihnen vorkonziliar anvertraut hat: die heilige Messe zu feiern und die Sakramente zu spenden und so das Heil des Gottesvolkes zu erwirken. Das ist eine Berufung, eine Gnade und eine Aufgabe, die größer und mächtiger ist als der ganze Glanz des Globus.

Die Alte Messe zeigt, dass es nicht um ein kein triviales Unterhaltungsprogramm geht, sondern um etwas Heiliges: die Erlösung Christi wird vergegenwärtigt. Der Himmel wird auf die Erde geholt. Wo ist das besser bewahrt geblieben als in der Tradition?

Einige meinen, dass es noch andere Optionen gibt, die aus der Krise führen. Aber glaubt denn ernsthaft jemand, dass händeschwingende Lobpreisbewegungen und charismatische Emotionensregungen eine echte Glaubensgrundlage sein können? Kann man den Ernst des Lebens nicht weglobpreisen und man kann das Leid wegbeten? Die traditionelle Frömmigkeit hingegeben hat Antworten auf die großen Fragen und den Ernst des Lebens.

Man braucht sich nichts vorzumachen: Die Piusbruderschaft und die Petrusbruderschaft zusammen mit anderen traditionell ausgerichteten Gemeinschaften werden bald mehr Priesterweihen in Deutschland zu verzeichnen haben als alle deutschen Bistümer zusammen. Das müsste allen Bischöfen schlaflose Nächte bereiten. Die diözesanen Seminare sind leer, die Familien kinderarm, die Jugendlichen abwesend. Wahrheit kann wehtun.

Der Weg der Erneuerung beginnt auf Knien. In der Anbetung des Geheimnisses Gottes. Die Vernunft und die Erfahrung zeigen, dass alle modernen Experimente gescheitert sind und scheitern müssen. Wenn nicht noch mehr Kirchen abgerissen oder geschlossen werden sollen, führt an der Umkehr zur Tradition kein Weg vorbei. Die Tradition ist das Heilmittel für die sterbende Kirche.

3 KOMMENTARE

  1. „Eine tragende Theologie findet sich hingegen in der Tradition.“
    Da müssten sie aber vielleicht erstmal definieren, was die wahre Tradition ist.

    Zumindest die orthodoxen halten die Katholiken doch für die eigentlichen Häretiker.

    Der, die, das Zölibat ist noch jünger.

    Im Rahmen von 2000 Jahren Kirchengeschichte ist die katholische Kirche mit Gewalt und Unwissenheit zu heutiger Größe gelangt.

    Jetzt, in einer Zeit in der sich jeder selbst ein Bild zu den Entwicklungen der katholischen Kirche machen kann, wirkt die ganze Kurie wie ein degenerierter Haufen der 1000 Jahre Absolutismus hauptsächlich in den selbsterhalt gesteckt hat.

    Das Christentum hat 1000 Jahre vorher in konzilstrukturen hervorragend funktioniert. Vielleicht ist das die echte Tradition?

    Und den Satz als richtig unterstellt, ist der Verfall der katholischen Kirche mit der Abkehr von der geozentrik eingeleitet.

    Die katholische Kirche sollte sich dringend um ihre krenbotschaft kümmern, anstatt in ihren selbstauferlegten Dogmen zu versinken.

  2. Die Kirche kann nicht „sterben“. Das würde dem Dogma ihrer Indefektibilität wiedersprechen. Dieses besagt allerdings nicht, dass die Kirche überall auf der Welt, wo sie einmal historisch eingewurzelt wurde, notwendigerweise fortbestehen muss. Und auch da, wo sie besteht, ist damit weder eine zahlenmäßige Mindestgröße, noch erst recht ein gesellschaftlich-politischer Einfluss zugesichert. Die Kirche kann also durchaus in die Katakomben zurückkehren, jede Form Konstantinischer Wende wiederum umgekehrt werden und auch nur eine zahlenmäßige Minderheit Gläubige der Kirche sein, ohne dass das Dogma von der beständigen Geschichtsdauer der Kirche verletzt oder widerlegt würde.

    Sondann ist zu sagen, dass die traditionsorientierten Gruppierungen, Pius- u. Piusbruderschaft und ihr Umkreis, sicherlich eine stärkere Vitalität als der Mainstream besitzen, aber ebenso sicher nicht in volkskirchliche Breite ausstrahlen. Das bringt immer die Gefahr mit sich, mentalitätsmäßig zur religiösen Sondergruppe zu werden.

    Auch wenn man einen Begriff von Tradition ablehnt, in dem er praktisch nur Platzhalter für das wird, was das jeweils aktuelle Lehramt als Tradition behauptet, muss man dennoch genauso sehen, dass das, was heute bei Sedisvakantisten, Piusbruderschaft und Ecclesia-Dei-Gemeinschaften fortlebt, theologisch strenggenommen nicht „die Tradition“ der Kirche ist, etwa im Sinne der Glaubensquelle neben jener der Heiligen Schrift, sondern eher (und da werden die Nuancen, die die genannten Gruppen voneinander abgrenzen, zweitrangig) e i n e theologische und auch (kirchen-)politische Strömung, die es vom 19. Jahrhundert bis maximal 1950 a u c h gegeben hat. Das Paradoxe daran ist, dass sie vielleicht sogar ausschlagebend war für die Möglichleit eines Vaticanum II und die „traditionalistische Opposition“, die sich schon währenddessen abgezeuchnet und danach formiert hat.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

NEUESTE ARTIKEL

Pro Life, Pro Family, Pro Christianity: 1000 Rosenkränze für die Wahl von Amy Coney Barrett

Welch an Anblick! Welch ein Te Deum! Am 26. September gegen 23:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit trat Trump...

Das Reichskonkordat von 1933: Hat der Vatikan einen Pakt mit Hitler geschlossen?

Am 20. Juli 1933 unterzeichneten der Hl. Stuhl und das Deutsche Reich einen völkerrechtlichen Vertrag: das Reichskonkordat....

Werk Gottes oder Kirchenstasi? – Das „Sodalitium Pianum“ (1909-1921)

„Überschaut man gleichsam mit einem Blick das ganze System , so wird niemand sich wundern, wenn Wir...

Ich fühle, also bin ich – Die Gender-Theorie als Gefühlswende der Ethik

Vernunft ist von gestern. Heute zählen nonkognitive Ansätze, die sich auf das Gefühl berufen. Das gefühlte Ich...

„Bestens gerüstet für das neue Leben!“ – Interview mit zwei Schülerinnen des St.-Theresien-Gymnasiums

Margareta R. und Elisabeth W. haben im Frühsommer am einzigen traditionell katholischen Mädchengymnasium Deutschlands, dem St.-Theresien-Gymnasium in...

„There is a War on Christianity“ – Warum die Medien uns zum Trump-Hass erziehen

Trump wird als Person gehasst. Aber es geht nicht um Trump als Person. Bill Clinton hat man...

Meist gelesen

- Advertisement -

Für DichLesenswert
Weitere Artikel