Die größte Missionarin des 20. Jahrhunderts: Mutter Angelica

Die größte Missionarin des 20. Jahrhunderts: Mutter Angelica

Man kann vieles über Mutter Angelica denken, aber eines war sie ganz sicher nicht: dumm und naiv. Sie wusste, was abging, was man über sie dachte und kannte Witz und Ironie auch gegenüber sich selbst.

Dabei begann das Leben von Mutter Angelica alles andere als einfach. Angelica Rizzo wurde 1923 in Ohio geboren. Die Eltern waren arm, als Angelica 5 war verließ der Vater die Familie. Ende der 30er Jahre erkranke Angelica schwer. Sie besuchte die Mystikerin Rhoda Wise, die ihr auftrug eine Novene zur heiligen Therese von Lisieux zu beten. Wie auf wundersame Weise wurde Angelica dadurch tatsächlich geheilt und ihr Glaube wuchs seitdem stetig. Das sollte aber nur der Anfang eines Lebens voller Wunder sein: Mutter Angelicas Leben war eine Antwort auf die Gnade Gottes und ein Vertrauen auf seine Vorsehung. Ihre Krankheiten und Leiden, wie die vielen Wunder, die sie erlebte, lassen alle staunend zurück, die sich mit ihr befassen.

Leiden zur Bekehrung der Welt

Mutter Angelicas Leben war kein Hollywood-Lifetyle. Sie wusste selber, dass sie nicht schön war und viele über sie lachten aber sie wusste auch, dass sie berufen war, einen Fernsehsender zu gründen, um Millionen Menschen für Christus zu erreichen. Sie gründete EWTN, den größten katholischen Sender der Menschheitsgeschichte. Heute erreicht EWTN hunderte Millionen Menschen weltweit. Der Weg dahin war steinig und nicht ohne Leid.

1944 trat sie in den Orden der der Armen Klarissen der Ewigen Anbetung (OSC) ein. Kurz danach hatte sei einen Unfall und konnte bis ins hohe Alter ihre Beine nicht mehr richtig bewegen. Hinzu kamen andere Krankheiten und Leiden. Vieles konnte die Italoamerikanerin durch ihr lebendiges Temperament wett machen. Den Rest opferte sie auf und es war nicht vergebens, wenn man den Erfolg ihres medialen Apostolats betrachtet.

Wunder ermöglichten EWTN

EWTN wurde 1980 gegründet und begann an Maria Himmelfahrt (15. August) 1981 auf Sendung zu gehen. Der Sender ist ein Werk der göttlichen Vorsehung. Das wird ganz deutlich, wenn man die Wunder betrachtet, ohne die es den Sender nicht geben würde. Dazu zwei Beispiele:

1. Bill Steltemeier, ein Anwalt und Diakon aus Nashville war 1978 in Chicago auf einer Jura-Konferenz. Zufällig sah er auf einem Flyer, dass Mutter Angelica während seines Aufenthaltes einen Vortag hielt und er fuhr hin. Beim Vortrag hörte er eine Stimme: “bis zu deinem Lebensende“. Er hatte Todesangst. Aber es ließ ihn nicht mehr los. Etwa ein Monat später fuhr er zu Mutter Angelica, mit der er noch nie gesprochen hatte und die er persönlich nicht kannte. Mutter Angelica öffnete die Tür und sagte: „Ich habe mich gefragt, wann du endlich kommst“. Steltemeier wurde der Gründungspräsident von EWTN (1980) und hatte zu seinem Tod (2013) für den Sender gearbeitet.

2. Mutter Angelica bestellte für 600.000 Dollar Satellitenschüsseln, um eine Fernsehübertragung durchführen zu können. Das Geld hatte sie nicht. Sie hatte nur ihren Glauben, dass EWTN Gottes Wille sei und bestellte die Ausrüstung. Als der LKW die Schüsseln lieferte, wollte der Lieferant sofort das Geld haben. Mutter Angelica konnte ihn aber nicht bezahlen. „Ich habe es vermasselt“, dachte sie in dem Moment. Plötzlich rief ein reicher Geschäftsmann von seiner Yacht in den Bahamas an und sagte, er wollte ihr 600.000 Dollar überweisen. Mutter Angelica antwortete nur: „Können sie das sofort tun?“ Mittags war das Geld auf dem Konto.

Ein Fernsehsender zur Ehre Gottes

Von da an war der Sender nicht mehr aufzuhalten. Mutter Angelica steckte ihre ganze Zeit in den Aufbau dieses großen Projekts. Sie opferte ihre Krankheiten und Leiden auf, um Gottes Willen umzusetzen und bald schon erreichte EWTN die ganze Welt.

Als Mutter Angelica auf dem Weltjugendtag 1993 modernistische und blasphemische Missbräuche erleben musste, kam es zu einer Wende bei ihr. Ihr wurde klar, dass man sich klar von all jenen abgrenzen muss, die die Kirche nicht lieben, sondern zerstören. Die Nonnen im Kloster von Mutter Angelica kleideten sich von nun an wieder traditioneller und es gab keine Kompromisse, wenn es darum ging katholisch zu sein.

Mutter Angelica hatte ihre eigene Sendung bei EWTN, sie hieß „Mother Angelica Live“. Dort sprach sie etwa eine Stunde über alle möglichen Themen des Glaubens. Sie tat es stets aus ganzem Herzen und mit der größten Hingabe.

2001 erlitt sie mehrere Schlaganfälle, die ihr öffentliches Auftreten beendeten. die letzten 15 Jahre ihres Lebens lebte sie zurückgezogen im Kloster. Sie opferte ihre Leiden für ihre Klostergemeinschaft auf. In der Karwoche 2016 litt Mutter Angelica ein letztes Mal. Sie starb Ostern 2016, friedlich, nachdem sie die heilige Kommunion ein letztes Mal empfangen hatte.

Ihre Mission war erfüllt. Mutter Angelica hatte sich ganz hingegeben und viele zum Glauben geführt. Es gab keine größere Missionarin im 20. Jahrhundert.

Danke Mother!

Literatur:

  • ARROYO, Raymond, Mother Angelica. The Remarkable Story of a Nun, Her Nerve, and a Network of Miracles, New York 2005.
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