Amazing Grace – Wie traditionelle Katholiken mich bekehrt haben

Amazing Grace – Wie traditionelle Katholiken mich bekehrt haben

Ich war Messdiener, ich war auf katholischen Schulen, ich war Seminarist und ich wurde lau. Zuerst verstand ich nicht, wie mein Glaube trotz der Prägung so abflachen konnte, aber heute weiß ich: er flachte oft nicht trotz dieser Prägung sondern genau wegen dieser Prägung ab! Meine Rettung verdanke ich nicht der modernen katholischen Ausbildung, sondern der Abkehr von ihr. Gott sei Dank fand ich zur Tradition!

Meine modern-katholische Prägung und Ausbildung hat mir nicht helfen können, als sich mein Glauben in der Welt behaupten musste. Mein modernistischer Religionsunterricht, die schlechte Universitäts-Theologie, die Missbrauchsskandale, die über die Kirche hereinbrachen, als ich Seminarist in Deutschland und den USA war: all das schwächte und schädigte meinen Glauben – jeden Tag starb er ein wenig mehr.

Was wird man dann, wenn der Glaube nicht richtig gelehrt und vorgelebt wird und die Welt einen versucht? Man will irgendwie Gott und der Welt gefallen – aber vor allem der Welt. Man ist noch irgendwie Christ: lau, geschmacklos, langweilig. Man hat kein Feuer und keinen Elan, nicht mal genug, um den Glauben zu verleugnen.

Dann lebt man immer weltlicher, bis niemand mehr weiß, was der Unterschied zwischen Christ und Atheist ist, zwischen Glaube und Unglaube. Man rechtfertigt sich: „das machen heute alle so“, „früher was das so“, „Hauptsache, ich bin ein guter Mensch“, „ich will nicht weltfremd sein“. Die Amtskirche bietet dann auch wenig, um tapfer und mutig den Glauben zu verkünden: lahme Messen mit politischen Predigten. Priester, die lamentieren statt missionieren. Beichtväter, die keine Sünde mehr kennen.

Aber die Sehnsucht nach dem ganzen katholischen Glauben hat mich nie vollkommen verlassen. Christus ruft mächtiger als jedes Geschöpf. Dann begann die Gnade zu wirken: Ich begegnete traditionellen katholischen Christen. Ihr Glaube war echt. Sie machten keine falschen Kompromisse, hatten keine Schuld-Komplexe. Stattdessen Selbstbewusstsein, Mut, Tapferkeit und Treue zu Christus. Echtes Streben nach Heiligkeit und ein Herz, dass sich entschieden hat. Der traditionelle katholische Glaube ist der modernen Verkümmerung in allem überlegen und braucht keine Anbiederung. Er ist ganzheitlich und gibt religiöse, gesellschaftliche und kulturelle Antworten. So kehrte ich zurück zum traditionellen katholischen Glauben, zum Glauben meiner Großeltern, zum Glauben der streitenden Kirche Jesu Christi auf Erden. Seitdem werde ich nicht müde Christus zu verkünden, der uns die Tore zum Himmel öffnet.

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