Jordan B. Peterson: Das Peter-Pan-Syndrom

Jordan B. Peterson: Das Peter-Pan-Syndrom

Peter Pan steht für einen Traum. Den Traum der ewigen Kindheit. Ewig Kind zu sein hat eine verführerische Seite: man muss keine Verantwortung übernehmen, kann in seiner eigenen magischen Welt leben und vor den Problemen des Lebens einfach weglaufen. Wenn das vorliegt, hat man es nicht mit einem Mann, sondern mit Peter Pan zu tun. Peterson schreibt darüber:

„Ich begegne regelmäßig solchen Erwachsenen, die im Grunde Kinder bleiben möchten. Ich denke, dass dieses Phänomen um sich greift, weil Menschen in unserer Kultur den Reifeprozess herauszögern können, ohne dass sie sofort irgendwelche Nachteile erfahren. Tatsächlich akkumulieren sich jedoch die negativen Konsequenzen, bis sie Dich irgendwann treffen und umhauen“ (Peterson).

Peter Pan möchte seine Kindheit nicht verlieren. Er kennt einen Erwachsenen, den Tyrann Captain Hook. der Kapitän hat bereits eine Hand verloren und wird vom Chaos verfolgt. Dafür möchte Peter Pan nicht seine Kindheit aufgeben. Aber man kann nicht ewig Kind bleiben. Als unreifer Erwachsener ist man nicht mehr Kind, sondern kindisch: „Das Problem liegt darin, dass Peter Pans Haltung ihn schließlich dazu führt, König der verlorenen Jungs zu werden. Wer will schon wirklich König der verlorenen Jungs werden – in Nimmerland, das nicht einmal existiert!“ (Peterson).

Erwachsen zu werden heißt, bereit zu sein Opfer zu bringen. Opfer bringen muss man, aber man kann sich entscheiden, welche Opfer man bringen will. Wenn das scheitert, bleibt man entweder ewig Kind oder wird zum Tyrann. Freiwillig gebrachte Opfer führen zum neuen Leben. Wenn man Verantwortung übernimmt und Ja zum Leben sagt, Ja dazu erwachsen zu werden, wird man attraktiv für Frauen, kann einem Beruf verantwortungsvoll nachgehen, eine Familie gründen und das Leben stemmen.

Kurzum: Wer erwachsen wird, kann sich aussuchen, was er opfert. Als Heranwachsender und junger Erwachsener hat man eine Wahl, das ist aber auch alles. Gar nichts zu opfern geht nicht, man muss etwas vom unbegrenzten Potenzial der Kindheit opfern, ob man will oder nicht. Es ist gut, das zu wissen, selbst wenn diese Erkenntnis zunächst verstörend ist“ (Peterson).

Quelle der Zitate: achgut.com: 112-Peterson: Auch Nimmerland hat eine Obergrenze

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