Herr, bleibe bei uns: Kardinal Sarah über die Krise des Priestertums

Herr, bleibe bei uns: Kardinal Sarah über die Krise des Priestertums

Teil 3 von 4

Priester sind notwendig. Während Soldaten ihr Leben geben, damit die Bevölkerung eines Landes in Freiheit leben kann, geben Priester ihr Leben, um unsere Seelen zu retten. Sie sterben der Welt, um für den Himmel zu leben. Einer, der das besonders gut erkannte, war der Pfarrer von Ars:

„Der Priester ist es, der das Werk der Erlösung auf Erden fortführt … Was nützte uns ein Haus voller Gold, wenn es niemanden gäbe, der uns die Tür dazu öffnet? Der Priester besitzt den Schlüssel zu den himmlischen Schätzen: Er ist es, der die Tür öffnet; er ist der Haushälter des lieben Gottes; der Verwalter seiner Güter … Lasst eine Pfarrei zwanzig Jahre lang ohne Priester, und man wird dort die Tiere anbeten … Der Priester ist nicht Priester für sich selbst, er ist es für euch“ (Benedikt XVI. Schreiben zum Beginn des Priesterjahres).

Ohne Priester keine Eucharistie, keine Heilige Messe, keine Beichte, keine Krankensalbung und keine Firmung. Wir hätten nicht die Sakramente, die wir brauchen, um heilig zu werden und wären verloren in den Leidenschaften dieser Welt.

Umso schlimmer ist es, dass das Priestertum heute in einer gewaltigen Krise ist. Die Krise erschüttert auch Kardinal Sarah. Er erwähnt die Missbrauchsskandale, die Verweltlichung, den Glaubensabfall. „Die Leuchtkraft des Priestertums ist verdunkelt“, schreibt er. Viel an Verantwortung für gute Priester liege bei den Bischöfen: „Haben wir [die Bischöfe] die Priester geliebt und begleitet wie gute Familienväter? Tun wir alles, was in unserer Macht steht, um sie kennenzulernen, sie zu unterstützen und ihnen zu helfen?“

Wichtig sei, dass jeder Priester ein Mann Gottes und des Gebets sei. Geweiht werde er ausschließlich für Gott. Deshalb dürfe er sich nicht von der Welt vereinnahmen lassen. Der Priester müsse im Gebet bleiben, auch wenn Entmutigung drohe: „Manchmal haben wir den unerklärlichen Eindruck, dass Jesus schweigt. Er schweigt, doch Er ist am Werk.“

Der Priester müsse sich wieder klar werden, dass er nicht dazu da sei, seine eigene Meinung zu verkünden, „sondern das Mysterium Christi.“ Nicht die eigenen Gefühle, sondern die Weitergabe des Wortes Gottes und sie Spendung der Sakramente, das sind seine Aufgaben, so Sarah.

Sarah verweist auf Johannes vom Kreuz, der klar mache, wie wichtig das Gebet sei. Man müsse beten, denn sonst „ist das alles Schaumschlägerei und nicht viel mehr als nichts, mitunter gar nichts, bisweilen sogar schädlich.“

Der Kardinal warnt vor der Angst der Priester als „weltfremd“ zu gelten. Aber der Priester müsse nicht der Welt gefallen, denn „die Priesterberufung ist Aufforderung die Welt zu verlassen und Jesus nachzufolgen.“ Es sollte ihn nicht interessieren, was die Leute von ihm denken, sondern was Gott von ihm denkt.

Eine besonders große Gefahr lauere heute im „Geist der Moderne“. Sarah erinnert an Pius X. der schon 1914 erklärte, dass sich viele zu Irrtümern bekennen und Glaubenswahrheiten anzweifeln. So vertrauten viele Kapitäne den Lügen und erlitten Schiffbruch, statt im Hafen anzukommen.

Was sind die Aufgabe des Priesters? Sarah nennt drei Aufgaben. Erstens: „das Volk Gottes zu heiligen, zu evangelisieren und zu leiten.“ Dann sei es seine Pflicht „die Frohe Botschaft des Evangeliums zu verkünden, das heißt Jesus Christus bekannt zu machen … Schließlich ist er Führer und Hirte.“ Seine Aufgabe sei nicht an erster Stelle, sich für soziale Gerechtigkeit, Demokratie, Umweltschutz und Menschenrechte einzusetzen.

Auch der Zölibat gehöre untrennbar zum Priestertum, und zwar seit apostolischer Zeit. Hier sei auf einen Aufsatz von Ratzinger verwiesen.

Kardinal Sarah wünscht, dass wir für unsere Priester beten und hat eine Bitte: „Ich möchte, dass jeder Gläubige heute zu einem Priester geht und ihm dankt für das, was er ist! Nicht für das, was er vollbringt, sondern für das, was er ist: ein Mann, der sich ganz und gar Gott übergeben hat!“

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Zum zweiten Teil:

Zum vierten Teil:

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