Dienstag, 9. August 2022

Alte Messe: Die wichtigste religiöse Frage unserer Zeit

Warum so viel Aufstand um die Alte Messe? Ist das nicht eine nebensächlich? Welchen Unterschied macht es, ob ich jetzt in die Alte Messe oder die Neue Messe (Novus Ordo) gehe?

Es geht um folgenden Grundsatz: Lex orandi, lex credendi – das Gesetz des Betens ist das Gesetz des Glaubens oder etwas freier übersetzt: so wie wir beten, so glauben wir. Und das ist die Grundlage des Kampfes für die Alte Messe. Es geht nicht zuerst um Latein, Weihrauch oder ad orientem, sondern um die Orationen, den Canon, die Frömmigkeit. Es geht um den Glauben selbst.

Der Novus Ordo ist keine Übersetzung der Alten Messe, sondern die Neuschaffung einer Messe im Geist der 60er-Jahre. Im Novus Ordo wurden die Gebete geändert, abgeschwächt und verweltlicht. Dr. Peter Kwasniewski spricht sogar von einer „neuen Weltanschauung.“ Durch diese Verweltlichung und Abschwächung der Gebete, kann eine neue Mentalität entstehen, die etwas ganz anderes ist als die mächtige ecclesia militans der Tradition.

Wer anders betet, glaubt anders, hofft anders und lebt anders, vor allem im Sinne der Opferbereitschaft. Dieses Andere, das Neue ist dem Geist von „Gaudium et Spes“ sehr nahe. Man denke hier auch an die Umbenennung von „Opferung“ in „Gabenbereitung“. Es wird versucht, den Glauben mit der Welt zu versöhnen. Die Welt wird nicht mehr als lacrimarum valle, als Tal der Tränen, als Jammertal betrachtet, sondern nahezu schwärmerisch verklärt, als gäbe es keinen Sündenfall.

Die Lehre der Erbsünde und die gefallene Schöpfung, die „seufzt und in Geburtswehen liegt“ (Röm 8,22) werden nicht mehr genug betont. Weltliche Wissenschaft und Weltmacht werden beinahe kritiklos akzeptiert. Die Orationen der Heiligen der Vormoderne wurden abgeschwächt oder getrichen. So wurde in der Oration von Franz von Assisi das Wort „Weltverachtung“ entfernt und Josef von Copertino gleich ganz.

So wie wir beten, so glauben wir und auch unsere Kultur wird davon geprägt. Michael Knowles schreibt: „Und wir wissen, dass Kultur der Religion nachgeordnet ist. Kult und Kultur sind verwandte Wörter – was die Kultur anbetet, definiert die Kultur. Und dieses Problem geht den ganzen Weg bis zu den Grundlagen der Gesellschaft: Religion.“ („And we know culture is downstream of religion. Cult and culture are related words — what the culture worships defines that culture. And this problem goes all the way to the foundation of society, religion.)

Steve Skojec sieht es ähnlich: „Es ist … unausweichlich, dass ein richtiges Verständnis der Liturgie uns ein korrektes Wissen über unseren Platz im Universum gibt. Eine Liturgie, die das Opfer unseres Herrn hervorhebt und uns geistig und spirituell vor das Kreuz auf Golgatha stellt, demütigt uns und macht uns empfänglich für unsere absolute Abhängigkeit von Gott für alle guten Dinge, besonders für unsere Erlösung.“

Das Schlimmste an den Versuchen der Anpassung ist, dass sie den Glauben kaputtmachen. Wenn alles am Glauben, was anstößig, fremd und provozierend ist, zum butterweichen Schmalz abgeändert wird, dann wird der Glaube lächerlich und schwach. Er wird zu einer Lachnummer, zum Selbstbetrug. Religion ist dann nur noch der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt. Aber die wahre Religion ist etwas ganz anderes. Sie offenbart die tiefste Wahrheit über Gott – und damit über den Menschen und sein Leben. So bekehrt sie ganze Völker und Kontinente.

Wir brauchen die Alte Messe, die all das abbildet. Wir brauchen die Alte Messe Messe, deren Gebete und Geist klar theozentrisch sind, die das Opfer betont, die Anbetung, die Souveränität Gottes, die Sünde, die Erlösung, das ewige Leben, unser Heil in Christus … All das haben wir dort auf eine vollkommene Weise! Die Alte Messe hilft uns dabei, katholisch werden oder zu bleiben. Etwas besseres gibt es nicht für den Weg in den Himmel. Und dafür sollten wir Gott ewig dankbar sein und all jenen mutigen Bischöfen und Priestern, die die Alte Messe für uns bewahrt haben und sie jeden Tag zur Ehre Gottes feiern.

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