Donnerstag, 26. Januar 2023

Epiphanie

Die Weihnachtszeit ist von einer Vielzahl liturgischer Feste geprägt: Neben dem eigentlichen Weihnachtsfest gibt es das Fest der hl. unschuldigen Kinder, das Fest der Beschneidung des Herrn bzw. der Oktavtag von Weihnachten, das Fest des allerheiligsten Namen Jesu, das Fest der Erscheinung des Herrn, das Fest der hl. Familie, der Gedenktag der Taufe unseres Herrn und, wenn auch liturgisch streng genommen nicht mehr in der Weihnachtszeit, Mariä Reinigung. Dazu gesellen sich mit den Festen des hl. Erzmärtyrers Stephanus und dem hl. Apostel Johannes zwei prominente Heiligenfeste.

Eines ragt jedoch besonders hervor – in den katholischen Hochburgen Deutschlands ist es sogar ein gesetzlicher Feiertag: Erscheinung des Herrn, gewissermaßen das zweithöchste Fest im Weihnachtskreis. Doch alleine schon die unterschiedlichen Namen für diesen Tag, Epiphanie oder Epiphanias domini, Erscheinung des Herrn, „Fest der hl. drei Könige“, lassen erkennen, dass die Inhaltsbestimmung dieses liturgischen Tages nicht wirklich mit einem Satz möglich ist. Und tatsächlich hat sich der Festinhalt im Laufe der Geschichte verändert und bis heute wird es in den Ostkirchen mit anderer Akzentuierung gefeiert als in der römischen Kirche.

Jeder weiß, dass im römischen Ritus die Anbetung der Weisen aus dem Morgenland im Mittelpunkt steht: Das in der Stille der Krippe geborene Jesuskind offenbart sich hier als König der ewigen Herrlichkeit, dem Geschenke wie Gold, Weihrauch und Myrrhe gebühren. Eine solche Erscheinung der Herrlichkeit des Menschen Jesu als göttlicher König findet aber auch bei der Taufe Jesu und bei der Hochzeit zu Kana, dem ersten öffentlichen Wunder Jesu, statt. Also gehören zum Festgeheimnis Epiphanie, zumindest wenn man die Ursprünge betrachtet, die Anbetung der Weisen, die Taufe des Herrn und die Hochzeit zu Kana. Heute werden vor allem die Taufe am 13. Januar und die Hochzeit zu Kana am zweiten Sonntag nach Epiphanie beleuchtet. Ein Überbleibsel der Erinnerung an die Taufe des Herrn im römischen Ritus ist die Weihe des Dreikönigswassers, mit dem dann die Wohnungen der Gläubigen gesegnet werden.

Zurück zur Anbetung der sogenannten Magier aus dem Morgenland:

Unser Leben ähnelt in gewisser Weise der Pilgerreise der Weisen: Äußerlich von einem stillen und oft übersehenem Zeichen, dem Stern von Bethlehem, aber innerlich von der Gnade Gottes geführt, machen sie sich auf die schwere, und lange durch den Stern begleitete Reise zu Ihrem Herrn, um dann, nachdem einige Wirren mit Gottvertrauen überstanden sind, an ihrem Ziel anzugelangen und Gott anzubeten. Das ist ja auch das Ziel unserer irdischen Pilgerfahrt: Am Ende in der himmlischen Herrlichkeit Gott zu schauen und Ihn anzubeten.

Dass diese Weisen aus dem Morgenland drei Könige namens Kaspar, Melchior und Balthasar waren, ist jedoch legendarisch, denn die hl. Schrift sagt nichts von Rang oder Namen. Darum ist es vielleicht besser, sich den Gebrauch der Bezeichnung „hl. drei Könige“ abzugewöhnen. Doch das, was der Evangelist berichtet, ist historisch, allen Unkenrufen der liberalen Bibelexegeten zum Trotz; nicht zuletzt das II. Vatikanische Konzil hat die „Geschichtlichkeit [der Evangelien] ohne Bedenken bejaht“ (Dei Verbum 19). Aber wer waren sie dann, wenn nicht drei Könige? Warum und unter welchen Umständen haben sie sich auf den Weg gemacht? Was hat es mit dem Stern von Bethlehem auf sich? Warum bringen sie ausgerechnet Gold, Weihrauch und Myrrhe? Und welche Lehre können wir persönlich für unser Leben aus dem Festgeheimnis ziehen?

Mit allen Antworten und noch mehr werden wir im neuen Jahr durch neueste Certamen-Video beschenkt.

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