Montag, 17. Juni 2024

Ohne Christentum scheitert rechte Politik

Der jüngste Skandal um den AfD-Politiker Maximilan Krah zeigt deutlich, woran die Rechte in Deutschland krankt: Statt sich auf die Blüte Europas, auf das Christentum, seine Wunder und Heiligen zu konzentrieren, wird immer wieder auf die zwölf neuheidnischen Jahre des Nationalsozialismus verwiesen – und damit der eigene Untergang gewählt.

Man sagt, man könne in Frankreich nicht Katholik sein, ohne gleichzeitig stolzer Franzose zu sein. Umgekehrt ist es wohl auch schwer, wirklich Franzose zu sein, wenn man das Erbe der ältesten Tochter der Kirche ablehnt. In Deutschland scheint das anders zu sein. Worauf sich die deutsche Rechte meist beruft, ist das 19. Jahrhundert, oft genug gefolgt von irgendwelchen seltsamen Ansichten über das Dritte Reich. Wer so Politik machen will, muss scheitern – vor allem in anderen europäischen Ländern. In Italien wissen Meloni und Salvini, dass man die Kultur nicht ohne das Christentum verteidigen kann. In Frankreich trifft man bei der jährlichen Wallfahrt nach Chartres viele patriotische Franzosen.

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In Deutschland fehlt dieses Bewusstsein. Deshalb fragt man sich, was man eigentlich „wiederherstellen“ will. Für welches Deutschland will man eigentlich alles? David Engels macht in seinem Kommentar in „Tichys Einblick“ deutlich, wofür man sich eigentlich einsetzen sollte: „Wie wäre es, endlich einmal die monomanische preußen-lastige Fixierung auf den „alten Fritz“, Bismarck und das Dritte Reich zu überwinden und etwa auf den europäischen Reichsgedanken des 10., den geistigen Höhenflug des 13., die Innerlichkeit des 16. oder die künstlerische Blüte des 18. Jahrhunderts zu verweisen? Solange ein politischer Mainstream deutsche Identität auf 1933 bis 1945 reduziert und die deutsche Rechte nichts Besseres findet, als geschmacklos zu beteuern, dass damals letztlich doch „nicht alles schlecht“ war, dürfte der Teufelskreis des deutschen identitären Sonderwegs nie überwunden werden, sondern seine Spurrillen sich nur immer tiefer eingraben.“

Kaiserkrönung Karls der Großen, Friedrich Kaulbach, Public domain, via Wikimedia Commons
Kaiserkrönung Karls der Großen, Friedrich Kaulbach, Public domain, via Wikimedia Commons

Von der Kaiserkrönung Karls des Großen am 25. Dezember 800 in Rom bis 1806 bestand das Heilige Römische Reich. In dieser Zeit wurden die Grausamkeiten des Heidentums bezwungen, ein deutscher Kaiser heiliggesprochen (Heinrich II.), Hildegard von Bingen wirkte im Rheinland und deutsche Zisterzienser machten den Osten urbar, die Schule von Salamanca verfasste die ersten Menschenrechte, atemberaubende Kathedralen und Klöster versetzen die Welt in Staunen. Im 18. Jahrhundert entstanden wunderschöne Kunstwerke, die man noch heute in den Vatikanischen Museen bewundern kann.

Und was macht die deutsche Rechte? Sie philosophiert über Nietzsche und Heidegger. Ein Trauerspiel, ein deutscher Sonderweg, der fern von allen Sonnen in der Nacht der Uneigentlichkeit endet.

Alles, was Europa und Deutschland groß und schön gemacht hat, beruht auf dem Christentum. Europas Größe ist das Christentum, das Erbe des Alten Testaments, die Philosophie der alten Griechen und die Erlösung durch Jesus Christus. Das ist kein schmalziges Pathos, das ist unsere geschichtliche Realität, die einzige, auf die wir stolz und dankbar sein können und die einzige, für die es sich zu kämpfen lohnt.

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12 Kommentare

  1. Kurze Frage: Ist die älteste Tochter der Christenheit nicht eher Armenien als Frankreich?
    Und ist Krah nicht gläubiger Christ?
    Ich meine, er wurde abgesägt und fertig gemacht, nur weil er die Wahrheit ausgesprochen hat. Mein Kumpel pflegt auch immer zu sagen: „Nicht alle aus der Waffen-SS waren Kriegsverbrecher, aber fast alle Kriegsverbrecher waren in der Waffen-SS.“
    Günter Gras und Joachim Fernau waren jedenfalls keine Kriegsverbrecher. Das mit der Waffen-SS war denke ich nur eine Ausrede von Leuten wie Le Pen, um die AfD abzusägen und sich beim Mainstream anzubiedern. Der Krah ist ein guter Christ denke ich.
    Wir sollten uns eher Sorgen wegen Leuten wie Le Pen machen; und wegen Leuten wie Weidel, die bei erstbester Gelegenheit vor Le Pen kratzbuckelte und dann auch noch schmählich von ihr abgewiesen wurde! Wenn die schon vor Le Pen einknicken, wie wollen die dann unser Land gegen gewalttätige Islamisten verteidigen???

  2. PS. Warum ich hier wiederholt Joseph Görres nenne, der auch die Schweiz, Aarau, Beromünster, Luzern, Einsiedeln, Bruder Klaus besucht hat: Er war der geistige Gründervater des Rheinischen Merkur bald nach dem 2. Weltkrieg, mit Otto B. Roegele, Paul Wilhelm Wenger, Anton Böhm, als Mitarbeiter Peter Berglar, Christa Meves und andere. Hatte ihn ab 1965 bis zu seinem Eingehen nach dem Abtreten der Gründergeneration abonniert, dies schon als Gymnasiast.

  3. @Graf. Zu Ihrem Feindbild „Freimaurer“ habe ich im Zusammenhang mit dem Exil des vielleicht bedeutendsten deutschen Katholiken des 19. Jahrhunderts, Josef Görres in Aarau, auf der Seite „Offener Brief an Seminaristen und junge Priester“ Differenzierungen angebracht, bei voller Anerkennung der historischen Konflikte. Ich verweise auch gerne auf die Debatte auf einer Nachbarseite über die Hölle, wo sich Herr Jung fast wie einst der Theologe Bautz, „Höllen-Bautz“ genannt, es gewagt hat, sich etwas aus dem Fenster hinauszulehnen. Habe mich dort auch noch ausführlicher über den wohl als Theologen bedeutendsten katholischen Bischof vor Ratzinger geäussert, Johann Michael Sailer, einst auch Lehrer an der einzigartigen einstigen Hochschule in Dillingen an der Donau, wo heute noch das Gymnasium nach dem in Regensburg beigesetzten Bischof Sailer benannt ist. Der erste Regensburger Bischof, an den ich mich noch aus meiner Studentenzeit erinnere, war jedoch der nahe bei Sailer beigesetzte Rudolf Graber, von dem ich 1967 erstmals einen Aufsatz als Plädoyer für die Alte Messe gelesen habe. Die Schrift hiess: „Im Banne des Konzils“ und war von der Una Voce Schweiz herausgegeben.

  4. Wertvoller Artikel – diese Fixierung auf das Preußentum seit der Aufklärung halte ich auch für extrem unfruchtbar. Die Aufklärung und alles was weltanschaulich darauf aufbaut ist Teil des Problem und nicht der Lösung.
    Trotzdem greift der Artikel zu kurz – er blendet die protestantische Seite der Geschichte komplett aus. Die deutsche Bibelübersetzung und die geistliche Musik von Bach seien nur als zwei Beispiele genannt.

    Letztllich sind aber alle diese kulturellen Leistungen nur ein Windhauch, was zählt ist alleine :

    Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und auch in Ewigkeit! Laßt euch nicht von vielfältigen und fremden Lehren umhertreiben; denn es ist gut, daß das Herz fest wird, was durch Gnade geschieht, nicht durch Speisen, von denen die keinen Nutzen hatten, die mit ihnen umgingen. (Hebr 13,8f)

    • @Georg. Gut, dass Sie mahnen, die evangelische Substanz nicht zu vernachlässigen. Bei der Aufklärung vergessen Sie aber, dass es sich auch um die Geburtsstunde des deutschen Konservativismus handelte, ich erinnere an den bedeutendsten deutschen Naturrechtler, Samuel Pufendorf, und natürlich Justus Möser von Osnabrück. Eine späte Vertreterin einer katholisch zu verstehenden deutschen Aufklärung war auch die einzigartige Dichterin Annette von Droste Hülshoff, beigesetzt in Meersburg, mit der Erzählung „Die Judenbuche“. In ihren Gedichten zum „Geistlichen Jahr“ erreicht sie meines Erachtens den Rang der grössten deutschen Theologin seit Hildegard von Bingen. Ihr Gedicht „Die ächzende Kreatur“, auf Paulus beruhend, ist meines Erachtens eine katholische Antwort auf Schopenhauer und Kierkegaard. Dagegen sind wir heute sehr kleine Nummern, meine nicht nur die Theologin Uta Ranke-Heinemann, Gott verzeihe es der Verstorbenen, die im Vorwort zur „Christlichen Mystik“ von Görres gegen diesen Gift und Galle ausgespien hat.

    • Die protestantische Seite wird zu Recht ausgeblendet. Der Protestantismus ist für einen Katholiken irrelevant und ein Teil, vielleicht sogar der Ursprung, des Problems. Protestanten haben nur zerstört. Man denke an die Bilderstürmer, die die Kirche praktisch entkernt haben, physisch als auch spirituell. Übrig geblieben ist ein formloses kaltes und kulturloses Gebäude, ohne Marienverehrung, ohne Eucharistie, ohne Bußsakrament. Protestantisches Denken führte im Nachgang ursächlich zur Aufklärung. Sie zitieren ja selbst aus dem Brief an die Hebräer: „Laßt euch nicht von vielfältigen und fremden Lehren umhertreiben.“ Richtig, davon wird das „Herz nicht fest“. Apropos Bibelübersetzung, was nützt eine Bibelübersetzung, wenn der Inhalt vollkommen falsch verstanden und interpretiert, ja sogar protestantisch uminterpretiert wird?

  5. Ihre Fragestellungen sind weigehend exklusiv, auch für das Verständnis der Zeit notwendig, ähnlich wie in der Schweiz die nicht ganz so gediegen gestaltete Seite http://www.swiss-cath.ch. Es lohnt sich, um es mit Reinhold Schneider zu sagen, sich dem „Einblick der Heiligen in die Geschichte“ zu widmen. Mit dem flächendeckenden Ketzer-Verdacht, was wahrhaft kritischer Analyse frag-würdiger Richtungen nicht entspricht, tun Sie sich wenig Gefallen. Wenn Sie etwa die katholische Romantik tiefer und breiter analysieren möchten, wie es Gerd-Klaus Kaltenbrunner geschafft hat, würden Sie da und dort differenzierter urteilen, auch bei persönlichen Einschätzungen etwa von Weidel und Krah. Letzterer hat sich aber meines Erachtens nicht so weiterentwickelt, wie ich ihn vor etwa 4 Jahren und noch später dank seiner besonnenen Tageskommentare wahrgenommen habe. Im Europa-Parlament ist es ihm offensichtlich, was auch nicht leicht war, nicht gelungen, sich bei ähnlich Gesinnten durchzusetzen.

    Es gibt Richtungen und Traditionen im deutschen Katholizismus, rückbezogen seit Meister Eckhart und den grossen Mystikern, aber wie gesagt reflektierenden Romantikern, allen voran Franz Xaver von Baader, unter den Bischöfen Johann Michael Sailer, den Poeten Clemens Brentano, den neueren Autoren etwa Werner Bergengruen, Reinhold Schneider, Edzard Schaper und als Philosophen z.B. Josef Pieper und den als Religionsphilosoph vielfach verpassten Hermann Lübbe, wovon Sie sich noch einige Stückchen abschneiden könnten. Bei Baader wären, mal v. Kaltenbrunner herausgegeben, die „Sätze zur erotischen Philosophie“ zu reflektieren. Bei der Geschichte der Homosexualität, bei der zur Zeit Bismarcks das päpstliche Rom ein Exil für viele Deutsche war, wäre zu reflektieren, dass es nicht nur die gegenwärtig dominierende, wegen ihrer Plattheit nicht mal als neuheidnisch zu würdigende, auch nicht mal kulturmarxistische pseudohedonistische Richtung gibt, sondern auch differenziert platonische Positionen. Um dieselben wurde im Zusammenhang mit Sinngebung der Homosexualität zur Zeit der Romantik gerungen. Und zwar nicht nur vom Schweizer Protestanten Heinrich Hössli. Beim oben gelesenen Urteil über Krah und Weidel wäre ich vorsichtiger und zumal zurückhaltend, weil man Gefahr läuft, eigene Defizite zu offenbaren. Bekam vor 30 Jahren bei Übereifrigen erheblichen Ärger, als ich auf eine der bedeutendsten homoerotischen Visionen bei Bruder Klaus hinwies, nicht das einzige Beispiel aus der katholischen Heiligengeschichte, vgl. auch die Träume des heiligen Johannes Bosco, beides Gestalten, nicht Figuren von herausragender Grösse in der Kirchengeschichte. Die offensichtliche Engführung bei Hauptentwicklungen des Zeitgeistes, auch die Ehe betreffend und vieles andere, sollte im eigenen Lager nicht mit gegenteiliger Engführung beantwortet werden. Zu den oben genannten Personen und anderen: Franz von Baader, dessen Hauptanliegen ausser der Marx u. Engels überlegenen Lösung der Arbeiterfrage, die Versöhnung mit der Orthodoxie und speziell mit Russland war, formulierte wie der gewichtigste Schweizer Katholisch-Konservative aller Zeiten, Philipp Anton von Segesser, auch Kritik am absolutistisch-autoritären Ansatz der katholischen Kirche seines Jahrhunderts. Deswegen wollte man sogar sein Buch über den Kulturkampf auf den Index der verbotenen Bücher setzen. Dabei war er so etwas wie damals der Lech Walesa der Katholisch-Konservativen. Als Rechtshistoriker ist Segesser auch eine bedeutende Quelle für Forschungen auf dem Gebiet der Sexualität. Bei Papst Benedikt XVI. bedaure ich, dass er den Regensburger Bischof, den bedeutendsten seit Albertus Magnus, Sailer nicht zum Kirchenlehrer erhoben hat. Äusserst beschränkte Kritik an Sailer übte einst der unterdessen heilig gesprochene Clemens Maria Hofbauer. Für einen katholischen Intellektuellen kein Vorbild.

  6. Das ist genau der Punkt, weshalb die rechte Politik scheitert. Sie hat Jesus Christus vergessen, der das Fundament unserer Gesellschaft ist. Der katholische Glaube hat unserem Land zur Blüte verholfen. Durch die modernistischen liberalen und freimaurerischen Irrtümer, die von Papst Pius X. in der Enzyklika Pascendi dominici gregis noch klar benannt und verurteilt wurden, wurde dieses katholische Denken verdunkelt. Zur Verdunkelung hat Nietzsche beigetragen. Bergoglio ist übrigens der Höhepunkt der Verdunkelung. Das hat Auswirkungen. Alice Weidel lebt in einer sodomitischen Beziehung. Das wird heute einfach so hingenommen. Maximilian Krah ist verwitwet und hat 4 Kinder. In 2 weiteren Beziehungen gehen weitere 4 Kinder hervor. So fruchtbar sein Privatleben ist, so unfruchtbar ist seine und insgesamt die ganze die rechte Politik. In einem sündhaften Verhalten liegt kein Segen und kann niemals fruchtbar sein.

    • Damit das die Rechte Jesus Christus nicht vergessen darf, haben Sie völlig recht.
      Krah hat ihn aber auch nicht vergessen; m.E. ist er ein guter Christ.
      Vielleicht sogar ein noch Besserer als mein Lieblingsautor, der sich in den „Kampf um Afrika“-Romanen ganz klar zum Christentum bekannt und dessen Bedeutung für Deutschland und Europa hervorgehoben hat.
      Über solch patriotische Literatur sollte mal mehr berichtet werden, anstatt immer nur negativ auf die AfD zu schauen.
      Zumal im vorliegenden Fall eher die Le-Pen-Partei das Problem ist; aber eben auch das Einknicken der AfD vor Le Pen war nicht gut…

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