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Schluss mit Anbiederung!!!

Das Alte und Morsche, der Lifestyle ist zusammengebrochen. Es lebe das Neue; es lebe der Antimodernismus!

Pius X. Bild: By Giuseppe Felici (1839-1923) (souvenir card) [Public domain], via Wikimedia Commons

Frei nach Philipp Scheidemann ruft The Cathwalk am Schicksalstag der Deutschen den Antimodernismus aus! Der Lifestyle wurde gestürzt!

Der Antimodernismus ist das Programm des Pontifikats Pius X. (1903-1914). Er hat in drei Schreiben den Modernismus kritisiert.

Das Dekret „Lamentabili“, die Enzyklika „Pascendi“ und das Motu Proprio „Sacrorum Antistitum“ gelten als die drei Kernmaßnahmen gegen den Modernismus. Claus Arnold prägte dafür den Begriff „antimodernistische Offensive“. Damit ist seit Ende 1910 der Antimodernismus als eine religiöse und disziplinäre Gegenmaßnahme in feste Formen gegossen – und bis heute zu befolgen.

Mit martialischen Einleitungsworten, in denen Pius X. von Feinden des Kreuzes Christi sprach, die die Kirche zerstören wollten, begann der Papst seine Enzyklika. Den Hauptvorwurf gegen die Anhänger des Modernismus, die in der Enzyklika Pascendi als „modernistae“ (Modernisten) bezeichnet wurden, sah Pius X. in der so genannten Lehre vom Agnostizismus und Immanentismus, nach der die menschliche Vernunft von den Phänomenen eingeschlossen sei und Gott nicht mehr erkennen könne.

Somit war dann, so schlussfolgerte Pius X. in seiner Argumentation, Gott kein Gegenstand der Wissenschaft mehr. Dies sei nun eine Lawine für weitere Irrtürmer wie die Annahme eines atheistischen Geschichtsverlaufs, die Ablehnung der Erkenntnis der allgemeinen äußeren Offenbarung und die Reduktion des Glaubens auf die Ebene des Gefühls. Der Modernismus führte laut Pius X. zur Zerstörung der katholischen Kirche und war damit eine Häresie. Die Ursachen des Modernismus sah er in Neugier und Stolz.

Bruch zwischen Geschichtswissenschaft und Glaube

Der Münsteraner Theologe Joseph Mausbach stellte in seinem Werk „Der Eid wider den Modernismus und die theologische Wissenschaft“ die Frage, ob der Modernismus eine Methode gebilligt habe, nach der die geschichtliche Theologie zu Ergebnissen kommen sollte, die dem Dogma widersprechen. Mit Blick auf die Enzyklika Pascendi bejaht Mausbach diese Frage.

Die Ursache liege in der Beschränkung auf das rein Empirische und Innerweltliche, die eine göttliche Macht ausschließe. Dadurch solle die Gefahr und Möglichkeit des Widerspruchs zwischen Glauben und moderner Vernunft beseitigt werden. Es sei daher nicht möglich, Geschichte als Glaubens- und Gottesgeschichte zu verstehen. Mausbach machte damit auf die Kernvorwürfe der antimodernistischen Offensive deutlich, die darin gesehen wurden, dass der Wahrheitsanspruch der Kirche von einem historisch-faktischen zu einem subjektiven-emotionalem wurde und dann folglich kein Gegenstand der Wissenschaft mehr war. Mausbach machte in Bezug auf die Enzyklika Pascendi folgenden Hauptvorwurf der Kirche gegen kirchlich unerlaubte Methoden deutlich:

„Daß das Ewige und Göttliche irgendwo sicher und gebietend in die Geschichte eintritt, diese Grundanschauung aller Offenbarungs- und Christusreligion wird hier völlig fallen gelassen. Der Glaube, der an solchen Tatsachen festhält, ist eine dem religiösen Bedürfnis und Gefühl entspringende Verklärung der Wirklichkeit, die neben der wissenschaftlichen Betrachtungsweise hergeht.“

Abschließend zeigte Mausbach den Unterschied zwischen katholischer Theologie und den anderen Lehrfächern. Dieser liege nicht in der Stoffwelt, da jedes Fachgebiet an die feststehende Welt von Tatsachen oder Erscheinungen gebunden sei, jedoch gebe es darin einen Unterschied, wie sich der Lehrer zum Inhalt seiner Wissenschaft stelle. Der Theologe sei verpflichtet, „die von der Offenbarung und dem kirchlichen Lehramte verkündete Wahrheit im Denken und Lehren festzuhalten, seine wissenschaftliche Arbeit mit dieser Glaubensgrundlage in Einklang zu erhalten.

Auf dem Cathwalk werden in Zukunft die ewigen Wahrheiten, die scholastische Theologie und die Philosophia perennis besondere Beachtung finden.

7 Kommentare

  1. Michael Theodor van Laack 12. November 2018

    Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als das ein Lifestyler in das Himmelreich kommt, um mal zu wagen, was manche Übersetzung der Heiligen Schrift ins heutigen Neudeutsch nennen! Die richtige Entscheidung! Und wahrlich auch eine mutige, denn die Folgen dieser Zäsur sind nicht absehbar, lassen sich auch spieltheoretisch nicht in eine belastbare Formel gießen. Das Projekt kann nun ebenso schnell scheitern wie einen Höhenflug antreten. Vieles wird darauf ankommen, ob nun auch eine Vernetzung in die intellektuellen Milieus der dem Konservativismus, dem Traditionalismus und der philosophia perennis zugeneigten Milieus gelingt. Ob verlorene Glaubwürdigkeit zurückerlangt werden kann, ob sich die Treue zur Lehre der Kirche, die nicht immer identisch mit der Treue zur Person eines Papstes oder der gegenwärtigen Institution ist, sowohl inhaltlich in Beiträgen glaubwürdig abbilden als auch belohnt wird. Viele Fragenzeichen, die dem nun gesetzten fetten Ausrufezeichen folgen. – Was mich selbst betrifft, so habe ich die Orientierung am Lifestyle der dosierten sich selbst lossprechenden Dekadenz einer Luxus-Katholizismus-Community in den ersten Monaten dieses Blogs klar eine Absage erteilt, bevor ich mich step by step mehr zurückzog. Das mag auch daran gelegen haben, dass ich vor meiner zweiten „Bekehrung“ zu viele dekadente Jahre hinter mich gebracht habe, als dass ich den Themen Sex, Drugs, Spaß und erkaufter Schönheit noch Positives hätte abgewinnen können, vor allem nicht im Bezug auf die Strahlkraft unseres Glaubens in die Gesellschaften des Westens. VIEL ERFOLG UND STETS IM GEBET VERBUNDEN!!!

    • Jens Freiling 12. November 2018

      Ob diese Allianzen so erfreulich wären, bezweifle ich. Es ist eher ein Problem, dass in traditionell-katholischen Kreisen immer mehr davon ausgegangen wird, konservativ sei grundsätzlich rechts und je rechter, desto politisch „besser“.

      • Michael Theodor van Laack 12. November 2018

        Die Konservativen haben im Bundestag ja immer ihren Platz „rechts“ gehabt. So betrachtet trifft es sicherlich zu, dass die der Tradition verbundenen Katholiken auch heute eher der demokratischen Rechten nahe stehen als den politisch liberalen Milieus. Das halte ich allerdings auch für konsequent. der SPD, den Grünen oder der FDP ist keine Gesellschaftsordnung zu machen, die auf dem Fundament des Christentums ruht. – Was ich nicht sehe ist die Gefahr, dass Josef Jung oder andere sich mit Kräften verbünden werden, die katholische Tradition nur als Maske tragen, unter der die Fratze des politischen Antisemitismus oder sonstiger Menschenverachtung und Diskreditierungsabsicht verborgen ist. Ebensowenig hilfreich und richtig wäre es aber, die Freunde und Unterstützer weiterhin im Vorhof aufzulesen, sich weiterhin einer pseudokatholischen Mainstream-Katechese zu verschreiben. Um im politischen Bild zu bleiben: Merkel hat die rechts im Bundestag sitzenden und sich als Mitte der Gesellschaft verstehenden christliche Partei step by step nach links verschoben, hat sie von christliche Ethik, von katholischer Soziallehre „befreit“ (entkernt in der Hoffnung so anziehender zu werden, breitere Zustimmung zu erhalten und entsprechend zu strahlen. Das Ergebnis kennen wir. Die CDU ist keine genuin christliche Partei mehr. – Um auf den Cathwalk zurückzukommen: Genau da liegt bzw. lag das Problem. Zielgruppe war soziologisch betrachtet die middlemiddleclass bis lowerupperclass. Leckeres Essen, standesgemäße Urlaubs-Resorts, teurer Whiskey, avantgardistische Kleidung, Sexualität als Event. Eine Kirche, in der wir gut und gerne Mitglied sind. – Es ging nicht darum, christlich oder katholisch als einen Lebensstil zu propagieren, sondern durch teilweise langatmige und mühsame Konstrukte bzw. Theorien die als „standesgemäß“ definierte Lebensführung der Zielgruppe als konform mit christlicher Lehre und Ethik zu rechtfertigen, gar als Leitbild zu definieren. By the way: Dass man sich mit dieser Haltung im klaren Gegensatz zu dem stets hochgepriesenen Papst Franziskus befand, hat man nicht erkannt. Für sich selbst wollte man darstellen, wie man ein gutes, schönes, buntes, angenehmes, reibungs- und störungsfreies Konsum- und Wohlleben führt und dennoch katholisch sein (bleiben) kann. Gleichzeitig hat man den prunkenden Papst mit den avantgardistischen roten Schühchen gern auch mal der Lächerlichkeit preisgegeben. – Das konnte so nicht gut gehen. Der Schäppi-Cathwalk ist an dem Versuch zerbrochen, unvereinbar Gegensätzliches miteinander zu verschmelzen.- Des Christen Leben ist aber kein Leben des Genusses, des Angenehmen, betörend schönen, sondern stets ein Leben des Kampfes und der Abwehr von all jenem, was uns den Blick auf Gott, auf den Himmel, auf das Heilige verstellt. Lifestyle so, wie dieser Cathwalk ihn vermittelte, war der Gegenentwurf zu christlicher Bescheidenheit, zu Demut, zum Einsatz für die Schwachen, zu (ehelicher) Treue, zum Kampf gegen die Irrlehren der Christusleugner. – Ein wahrhaft elitäres Christentum aber hat als Schwert den Intellekt, nicht das Bankkonto. – Die Redaktion hat das Christentum ausschließlich aus der Sicht ihrer eigenen soziologischen Klasse betrachtet und definiert. Missionarisch im Sinne des Befehls Christi und der Tätigkeit des Völkerapostels hat sie in all den Jahren kaum gewirkt. Bestenfalls hat sie hin und wieder durch Beiträge polarisiert, dies aber in keinem dieser Fälle zum Nutzen des Blogs. Salz, Sauerteig, Hefe, Licht – all das war dieser Cathwalk kaum – Er hat keinen Schwankenden stabilisiert, keine Bekehrungen erreicht. Wo er Diskurse provozierte bzw. erreichte, so dienten diese im Ergebnis nie der Kirche, vermehrten nicht ihre Strahlkraft, hatten keine positiven Effekte, die der Kirche hätten helfen können, ihre Außendarstellung wenn auch nur im kleinen Kreis zu verbessern. – Man kreiste nur um sich und die kleine heile avantgardistische Welt, umgeben von schillernden Planeten des eigenen Lifestyle-Universums.

  2. Kirchfahrter Archangelus 12. November 2018

    Ein Avantgarde-Projekt, welches sicherlich vor allem empfindsame Seelen ansprechen wird, welche die moderne Kirchenhierarchie meist nur als spirituell sterile Bürokratie wahrnehmen. Die breite Masse ist nach 50 nachkonziliaren Jahren agnostisch sozialisiert, möchte möglichst wenig in ihrem Umfeld anecken, um berufliche Chancen trotz Gender und aggressivem Säkularismus nicht zu gefährden. Ihr ist egal, wer da was am Altar erzählt (so man denn überhaupt noch in den Gottesdienst geht…), ob Priester oder Laie. An die Realpräsenz Christi im Altarsakrament glaubt in den diözesanen Pfarreien fast keiner mehr, dieses „Gläubchen“ findet keine Verteidiger.

  3. D(e)r Feingold 11. November 2018

    Schade Chathwalk war immer eine interessante Lektüre
    wenn man jetzt auch hier beginnt traditionalistische Positionen zu vertreten, kann man sich die Lektüre sparen
    das ist das Ende der Idee dieses Blogs
    wie ich gerade sehe dürfte in zukunft ja nicht mal ein konsequenter traditionalistischer Standpunkt konsequent vertreten werden
    Einer der größten Modernisten Johannes Paul II wir hier positiv besprochen
    Ich befürchte das die Sexualmoral auch hier das einzige verbindende Thema wird neben der Ablehnung von Papst Franziskus
    Ein Modernist wie Kard Müller als Hort der Rechtgläubigkeit präsentiert wird
    also die gesamte dumpfe moralinsaure Stupidität der modernistischen neocons hier präsentiert wird
    solche Blogs gibts genug
    Nur zur Information ich bin kein Traditionalist und nicht katholisch finde das Phänomen der Situation der Kirche nach dem II Vatikanum spannend weil keine Religionsgemeinschaft einen solchen Blödsinn je gemacht hat

  4. Uli 9. November 2018

    Na dann viel Erfolg. Unter Berücksichtigung von: Viel Feind‘, viel Ehr‘! habt ihr euch ja nicht gerade ein bescheidenes – aber ein sehr edles – Ziel gesetzt.
    Ich hoffe, euer Kampfesmut stützt sich zuallererst auf Gottvertrauen.

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