Montag, 2. Oktober 2023

Deshalb bekämpft man die Alte Messe

„Eine neue Zeit ist angebrochen, ein großes Zeitalter, in dem zu leben eine Lust ist“ lässt Bertolt Brecht Galileo sagen. „Neue Zeiten“ wurden schon oft angekündigt und versprochen – vor allem in Verbindung mit einem Traditionsbruch. Meistens brachten diese Verheißungen aber kein Leben in Lust, sondern die Katastrophe.

Genauso war es mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil und den anschließenden Umbrüchen. Johannes XXIII. sprach bei der Konzilseröffnung abfällig von „Unglückspropheten“ und war voller Euphorie, dass ein Aggiornamento, eine Verheutigung, eine neue Zeit anbrechen lasse. In der Tat kam eine neue Zeit. Aber anders. Menschen traten aus der Kirche aus, Sonntagsmessen wurden nicht mehr besucht und Theologen wurden wahnsinnig. Der Journalist Michael Matt erinnert sich: „Die Kirche befand sich im Umbruch, vom Vatikan bis zur Gemeindeebene und die katastrophalen Folgen waren noch nicht vollständig absehbar. Die Messe wurde radikal verändert, Altäre zerhackt, Chorräume planiert, Nonnen verließen die Klöster, Priester zogen los, um zu heiraten – alle waren „endlich frei“ … So dachte man jedenfalls.“

Es gab Priester, die diesen Bruch nicht ertragen konnten und an gebrochenem Herzen starben. Die katholische Kirche als Bastion ewiger Wahrheiten, als Festung des Abendlands mit einer 2000-jährigen Tradition, Geschichte und Weisheit schämte sich ihrer Existenz. Paul VI. verschenkte die Tiara, man missionierte nicht mehr, Heilige und Hölle galten als „überholte Relikte“und auch vom Himmel wollte man nichts mehr wissen. Man traf sich zu interreligiösen Treffen, Buddha-Statuen landeten auf dem Tabernakel und Pachamama-Götzen im Vatikan.

Das schlimmste an den Entwicklungen seit dem Konzil ist, dass sie keine Unfälle sind, sondern gewollt. Man will die Tradition nicht mehr und deshalb bekämpft man die Alte Messe. Sie steht für eine Gegenkultur, für den theozentrischen Kult für das Te Deum laudamus, den Geist der Anbetung, der die Kathedrale von Mailand, Notre Dame de Paris, den Kölner Dom und St. Peter gebaut hat.

Es ist offensichtlich, dass die Alte Messe der größte Stein des Anstoßes gegen einen Humanismus ist, in dem es nicht um die Wahrheit und Anbetung Gottes geht, sondern um den Kult des Menschen. Die Alte Messe ist zu traditionell, zu katholisch, zu heilig. Sie ist die größte Opposition gegen alle Umbrüche und Revolutionen unserer Zeit. Sie ist der Kult des Abendlands. 1969 war unklar, ob sie in 10 Jahren noch existieren würde. Ein Erzbischof im Ruhestand mit einer Handvoll Seminaristen hat dafür gesorgt, dass es im Jahr 2023 kein wichtigeres Thema in der katholischen Kirche gibt, als das unheimliche Wachstum der Alten Messe. Wunder kann man nicht aufhalten.

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8 Kommentare

  1. Insbesondere für Jutta und Verena möchte ich als 70jähriger betonen, dass es vor allem auf die ehrlich und würdig gefeierte Hl. Messe ankommt, auch wenn sie im NOM zelebriert wird.
    Wenn es in Ihrer (näheren oder weiteren) Umgebung nicht möglich ist, an solch einer echt und würdig gefeierten Hl. Messe persönlich teilzunehmen, empfehle ich Teilnahme an der Feier einer via Fernsehen oder ggf. Internet übertragenen Hl. Messe.

    Aus eigener Erfahrung können wir hier k-tv wärmstens empfehlen, die auch neben regelmäßigen tägl. übertragenen Messen in der ordentl. Form (NOM) auch gelegentlich Messen in der a.o. Form übertragen.
    Seit einigen Monaten ist k-tv auch bundesweit über Kabelfernsehen empfangbar – jedenfalls beim Kabel-TV- Anbieter Vodafone.

    Neben k-tv gibt es noch den bundesweit empfangbaren christlichen Sender Bibel.tv, der ökumenisch ausgerichtet ist und daher ebenfalls kath. Hl. Messen überträgt: Neben Messen aus dem Kölner Dom auch aus dem Salzburger und dem Würzburger Dom.
    Die seltenen Übertragungen aus dem Münsteraner Paulus Dom gefallen uns allerdings nicht – wir meiden sie deshalb.

    Darüber hinaus sendet immerhin auch Sonntags um 9.00Ihr der österreichische Privatsender Servus.TV jeweils eine Hl. Messe aus Österreich, die meistens unseren o.g. Ansprüchen und Erwartingen genügen.

    Allerdings ist im Juli und August diesbezüglich bei Servus.tv jeweils Sendepause wg. der Ferienzeit.

    Beim ZDF bzw. ARD muss man mittlerweile vorsichtig sein bzgl. der 14tägig übertragenen kath. Gottesdienste am Sonntag um 9.30Uhr – sie sind manchmal schon modernistisch.

  2. Seit wir in die Alte Messe gehen, ertrage ich die Messe in meiner Heimatstadt einfach nicht mehr. Der laxe Umgang um die Eucharistie, die Handkommunion, das Austeilen des Hl.Brotes durch einen Helfer, der schon äußerlich (keine Festkleidudng) zu der Handlung nicht passt. Ich ertrage auch die oft politisch gefärbten Fürbitten nicht. Es tut mir leid, weil ich bin in dieser Kirche getauft, gefirmt, habe geheiratet, auch meine Kinder in dieser Kirche, aber ich bemerke immer mehr diese Verwahrlosung, keine Kniebeuge vor dem Allerheiligsten, die Ministranten werden nicht geschult. Und wenn ein Priester zu Beginn der Messe mit einem Zitat von Gregor Gysi kommt, möchte ich heulen. Kein Wort über Heilige. Und dann, welch ein Unterschied die Alte Messe. Ich musste so staunen über das wunderschöne Gewand des Priesters zu Pfingsten, die Andacht, der Gesang vor allem, der mich zur Ruhe kommen lässt. Morgen haben wir Wallfahrt.

  3. Antwort an Jutta,

    Guten Morgen Jutta und danke für die Geschichte. So eine ähnliche Geschichte hatte Ich auch. Ich bin 27 und bin erst später zum richtigen katholischen Glauben gekommen.

    Der Glaube an Christus und sein Willen für uns Menschen sollte der Fokus sein. Die Liebe Gottes zu den Menschen und seine Heilsbotschaft in Christus. Und die Liebe zu den Mitmenschen so wie es unser Herr und Gott Jesus Christus es uns gelehrt hat. Und so wie er es vom Vater gelehrt bekommen hat. Und so wie der Geist gottes es durch die Propheten und die Kirche weitergibt.

    Ich finde es auch schade das zu viel Tradition, Verhaltenskodexe, Riten und so einen gar bedrängen können für den wahren Glauben. Die Persönliche Beziehung zu Gott in Liebe, Demut und Hingabe.

    Auch Ich habe mit Evangelikalen einige Jahre geliebtäugt und war bei den Gottesdiensten. Die Predigten sind sogar sehr lebensnah und bibeltreu. Also die Freikirchen kennen die Bibel schon.
    ABER: Ich fand in der Heilsbotschaft von denen keinen Frieden. Die Lehre Luthers widersprach meinem Gewissen. Und ich hatte innerlich Konflikte. Die Katholische Lehre galt als „Anstrengung“ oder ohne persönliche Beziehung. Gebete wie das Ave Maria galten in den Kreisen als blosses Runterrasseln. Gebetsmühlenartig …

    Und auch hier hatte ich da meine Zweifel. Damals hatte ich halt keine Beziehung zu frommen Katholiken. Ich war mal in der Kirche. Aber dann allein.
    Meine Eltern gingen leider nie mit.
    Und in den Freikirchen habe Ich schnell Freunde bekommen und war mehrmals die Woche da. Bibelabende, Lobpreis, Sonntags-Gottesdienst, Mission. Das volle Programm.

    Auch ich bin wieder in den Schoß der Katholischen Kirche gekommen. Und bin dankbar für die Wahre Katholische Kirche und viele Alte Messen, Blogs wie diesen, Sakramente.
    Die Bibeltreue und meinen Glauben an Jesus ist bei mir immer noch da.
    Nur die Katholische Kirche gibt mir einen tieferen Sinn und tiefen Frieden. Damit meine ich die Traditionelle wahre Heilige Katholische Kirche. 🙂

    Es tut mir leid das du an dem WirrWarr leidest. Das geht mir auch leider manchmal so. Aber ich finde beim tiefen Gebet und mit den Sakramenten besonders mit der Beichte viel Kraft.
    Und inneren Frieden.
    Schwarze Schaafe gibt es in der Katholischen Kirche. Aber glaube mir die gibt es überall und in Allen Kirchen.

    Die Schätze der Alten Messe und des Traditionellen Glaubens sind von immensem Wert. Den erkennt man aber erst wenn man sich tief damit befasst.
    Und der Schrecken der Neuen Messe und deren Auswüchse wie sie heute sind von Synodaler Weg sind auch groß. Wer Gott liebt der wird damit keinen Frieden haben.

    Viele gehen zur Alten messe Weil sie frei macht und weil sie wahr ist.

  4. Zum dritten.
    Ich war bei den Evangelikalen.
    Ich bin katholisch geworden, resp da man ja wenn man katholisch getauft ist, katholisch bleibt …unter allen Umständen…bin ich zurückgekehrt.
    Mit vielem fremdle ich noch, eine Alte Messe habe ich bis jetzt nicht erlebt und es ist fraglich, ob ich die noch erleben werde…die NOM die ich erlebt habe, waren schon bunt eingefärbt…die Übertragungen, die ich gesehen habe bis jetzt , haben mich „gerettet“ und überleben lassen…und ich möchte nichts anderes als katholisch sein…
    Auch eine schlechte NOM ist mehr als trotz aller echten Suche nach Gott und echten Glaubens an Christus der Gottesdienst der Freien, Evangelikalen usw…Anbetung und das Erinnern an die Wiederkunft…die Gottesmutter, die Heiligen, das Gebet für die Verstorbenen, die Lesungen incl Predigt…

    🙏🙏🙏

    Ich bin dankbar für meine Erfahrungen, leide aber momentan umso mehr an diesem Wirrwarr…

  5. Ich möchte noch was erzählen: ich wollte Nonne werden…war auch in zwei Klöstern, um herauszufinden…und ja, ich Gatte wenig Ahnung vom Glauben…aber NIEMAND, also keine der Nonnen, auch Frau Oberin nicht, hat mich bei der Hand genommen, um irgendwas zu erklären und mit der Frage der Fragen zu beginnen: kennen Sie Jesus Christus?
    Kennen Sie die Bibel…
    Nein, mir wurde empfohlen, eine systemische Familienaufstellung zu machen…
    Das wars dann erstmal für mich mit der KK.
    Deshalb bin ich bei den Freikirchlern gelandet, bei den Evangelikalen.

  6. Also, das ist aber schon ein bisschen unrealistisch beschrieben, oder?
    Wäre die KK solch eine Bastion gewesen, wieso kam es dann zur Reformation, aus berechtigten Gründen?
    Man sollte keine Verklärung betreiben, und ich habe die Ahnung, dass es das ist, wogegen Papst Franziskus wehren will.
    Papst Benedikt XVI wollte den Spagat schaffen, mit vielen Anderen, deshalb hatte er die Alte Messe wieder gestattet ..aber..er hat nie due Vergangenheit der KK verklärt.
    Was gab es für entsetzliche machtgierige Päpste, Kardinäle etcpp…
    Was wissen wir vom Machtmissbrauch, auch in sexueller Hinsicht vom frühen Machtapparat KK, von Frauenverachtung, von Klüngeleien usw…von Kindererziehung mit Gewalt, bis auf rühmliche Ausnahmen?
    Was mussten sich Theresa v Avila und Katharina v Siena von Männern, Priestern gefallen lassen….
    Hört doch auf alles immer gegeneinander auszuspielen…sucht das Gute in beidem.
    Paulus sagt: prüfet alles, und das Gute behaltet….

  7. Interessant ich spüre in meinem Herzen dass das Zweite Konzil nicht richtig ist.
    Die ich spüre auch das irgendwie den Respekt in der Kirche verloren gegangen ist Hand Kommunion und das leihen in der Kirche Kommunion verteilen ich frage mich Sind sie würdig das zu machen? Gehen Sie regelmässig zur Beichte?

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