The Cathwalk

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Luthers späterer Retter buhlte um Chemnitzer Klosterpfründe

Ohne die Benediktiner, die sich vor 874 Jahren auf dem heutigen Schloßberg niederließen, wäre die südwestsächsische Stadt damals nicht entstanden. Eine Tagung widmete sich nun der Abtei, um mehr als 400 Jahre vorreformatorischer Historie zu würdigen. Dabei sorgte ein Wissenschaftler ausgerechnet für einen kleinen Paukenschlag der Reformationsgeschichtsschreibung.

Von Dr. Michael Kunze

CHEMNITZ. Was der Sprach- und Literaturhistoriker Christoph Fasbender (TU Chemnitz) am Wochenende bei einer wissenschaftlichen Tagung über das ehemalige Benediktinerkloster im Chemnitzer Schloßbergmuseum präsentierte, ist ein kleiner Paukenschlag der Reformationsgeschichtsschreibung. Im Zentrum steht dabei eine von der Forschung bislang offenkundig nicht beachtete, durch Fasbender im Staatsarchiv Weimar ausgegrabene Liste, auf der der Name „Georg Spalatin“ auftaucht. Der war kein Geringerer als der Beichtvater Friedrichs des Weisen, ein entschiedener Förderer Luthers am kurfürstlich-sächsischen Hof und formulierte 1530 mit Philipp Melanchthon beim Augsburger Reichstag die „Confessio Augustana“, das Bekenntnis der lutherischen Reichsstände. Spalatin war es auch, der 1521 die Rettung des aufmüpfigen Mönches vor den Häschern des Kaisers auf die Wartburg organisierte. Ohne Luthers Freund wäre die Reformation wohl anders verlaufen.

Im Hintergrund die einstige Kloster- und heutige sog. Schloßkirche, die eine evangelische Pfarrkirche ist. Der Turm wurde erst Ende des 19. Jh. neugotisch errichtet, die Kirche ist gotisch. Der Turmhelm ging 1945 durch amerikanische Artillerie verloren. Im weißen Bau vor der Kirche waren einst u.a. Klosterküche und Refektorium untergebracht. Ansicht von Südwesten. Foto: Michael Kunze

Die für ihre Zeit an sich nicht ungewöhnliche Liste aus dem Jahr 1520 enthält Namen von Würdenträgern, die nach der Wahl des Habsburgers Karl V. zum Kaiser sofort für ihre Unterstützung belohnt werden sollten. Auf dem Schriftstück, das Spalatin im Auftrag des Kurfürsten erstellte, taucht aber auch sein eigener Name auf. Noch drei Jahre, nachdem Luther seine 95 Thesen wider den Ablasshandel veröffentlicht hatte, bringt Spalatin sich als Abt des Benediktinerklosters Chemnitz ins Spiel.

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Doku: Hitler und der Papst

Pius XII. bezog nicht offen Stellung gegen den Rassenwahn und Völkermord der Nazis. Neuere Untersuchungen sollen belegen, dass der umstrittene Papst den Widerstand heimlich mit Informationen versorgte, um Hitler zu stürzen.

Die Verteidigung der Tradition

Der Gongschlag des Roberto de Mattei

Eine Buchkritik von Hannes Kirmse

Der Titel „Verteidigung der Tradition“ klingt reißerisch. Er verweist auf das in der Kirche in allen Zeiten gültige Prinzip der Überlieferung, aber auch der Auslieferung an die sich im Wandel befindliche Welt. De Mattei ist es daran gelegen, uns zu zeigen, daß sich dieses Traditionsprinzip nicht ausschließlich auf die apostolische Sukzession in Form der Weitergabe einer Amtsvollmacht bei Bischofsernennungen beschränkt, wie gemeinhin angenommen werden könnte. Die Tradition will sich gar nicht als eine rein bürokratisch-ernüchternde Kategorie verstanden wissen. Sie will durch ihre universelle und reichhaltige Vitalität nicht nur überzeugen, sondern gerade auch den Menschen inspirieren und erfüllen. Sie will in ihrer Schönheit in die Welt der unübersichtlichen Obskurität und Ungewissheit hineinstrahlen. Da ist es in diesem Zusammenhang nicht zu leugnen, daß es die Missa tridentina ist, die durchweg die großen Komponisten immer wieder angeregt hat. Ohne die wie ein Schatz gehütete traditionelle Liturgie mit ihrer Ästhetik und Formensprache, die nicht von dieser Welt ist, könnten wir heute genauso wenig die Klänge von Haydns grandioser Paukenmesse, von Mozarts Krönungsmesse, wie die von Verdis Messa da Requiem vernehmen. Die Töne dieser Werke mit ihrem Verweis auf die Transzendenz wären uns unwiederbringlich abhandengekommen. Die Welt wäre laut, sehr laut sogar, könnte aber keine wahren lichthaften Momente für uns bereithalten. 2017 als Erscheinungsjahr der deutschsprachigen Ausgabe von de Matteis‘ Schrift ist dann auch neben dem Fátima-Jubiläum das Jahr, in dem sich das Summorum Pontificum Benedikts XVI. zum zehnten Mal jährt, aus dem ein besonderes Bewußtsein für die überlieferte Liturgie neu erwachsen ist.

Auf dem Umschlag der im St. Grignion Verlag bei Altötting erschienenen Übersetzung von Roberto de Matteis „Apologia della Tradizione“ prangt Erzengel Michael, wie er auch auf dem römischen Castel Sant’Angelo anzutreffen ist. Er erscheint uns keinesfalls drohend, aber sehr wohl sich seiner Bedeutung bewußt. Es ist ihm anzusehen, daß er in die Welt hineinragen, sich behaupten und seine Fittiche gebrauchen will. Der als Büchnerpreisträger und Verfasser der „Häresie der Formlosigkeit“ bekanntgewordene Martin Mosebach empfängt den Leser mit einem knappen, aber fundierten Prolog. Er will uns heranführen zu jenem neuralgischen Punkt, an dem die katholische Amtskirche nunmehr angelangt ist. Es wird bei ihm nicht gefragt, wie der amtierende Papst handelt, wie sein Handeln unter bestimmten Gesichtspunkten zu bewerten sei und gibt sich damit auch keiner gewissen Lagerbildung im Inneren der Kirche hin. Er weist, wie Roberto de Mattei es dann fortführt, auf die Frage hin, der wir uns angesichts der gegenwärtigen Lage ausgesetzt sehen: Was ist das Wesen des Papstamtes und wie ist die Kirche, für die er wirkt, beschaffen? Es wird versucht, das anklingen zu lassen, woran sich der Papst in seinem bewussten Handeln selbst bemessen sollte. Theologisch greift Mosebach hierfür die von Benedikt XVI. 2005 eingeführte Hermeneutik der Kontinuität auf, der die Hermeneutik der Diskontinuität, des Bruches gegenübersteht. Daß dies kein Alleingang des gerade frisch in das Amt Eingeführten war, zeigt sich auch daran, daß sein Vorgänger Johannes Paul II. 1980 während seiner Reise nach Lisieux zwei Tendenzen ansprach, die dem katholischen Glauben abträglich seien: Integralismus und Progressismus. Die Kirche darf sich der Welt nicht verschließen, muß aber gleichwohl sich ihres Sendungsauftrages bewußt bleiben. De Mattei gräbt sich dann durch die Tiefenschichten des Werdens der Kirche wie wir sie heute vorfinden – durch das Zeitalter der Verfolgungen, die Krise von Avignon, bishin zum Zweiten Vatikanischen Konzil. Die Kirche hatten in diesem Werden zahlreiche Krisen und Zerwürfnisse erlebt, die aber nie eine Sinncrisis werden konnten durch die Rückkopplung an die Ursprünge, an das Mysterium, an die Heilsnotwendigkeit, an die Tradition.

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Markustag statt Weltpinguintag

von Marco F. Gallina

Der 25. April ist ein abendländisches Datum. Der Tradition gemäß fiel an diesem Tag die Stadt Troja; das ist einerseits für das Griechentum des Sieges und der Dichtung wichtig, andererseits für all jene, die sich als Nachkommen der „edlen“ Trojaner inszeniert haben – angefangen mit den Römern, deren zeitloses Imperium bereits Aeneas versprochen wurde, bis hin in die mittelalterliche Sagenwelt, welche die dynastische Legitimation europäischer Königshäuser legte; darunter fallen die Franken, denen trojanisches Blut angedichtet wurde. Einer der Überlebenden war der greise Antenor, der als einer der weisesten Trojaner galt. Angeblich soll dieser den kleinasiatischen Stamm der Heneter nach Italien geführt und dort die Stadt Patavium gegründet haben. Die bis dahin lebenden Euganeer wurden von diesem neuen Stamm in jene Hügelkette verdrängt, die heute als Euganeische Hügel bekannt sind; in Patavium, dem heutigen Padua, liegt sein (fiktives) Grab bis heute zur Besichtigung bereit. Es ist dies nichts anderes als der Gründungsmythos der Veneter, mit dem auch die Euganeischen Anekdoten beginnen – und damit der Urmythos dieser Landschaft und seines Volkes.

Ausschnitt aus einem Gemälde von Carpaccio im Dogenpalast, 1516

Die Antike und das Christentum vereinen sich dann in der Gestalt des Heiligen Markus. Markus selbst stammte wohl aus einer jüdisch-griechischen Familie, die sich bereits sehr früh zum Christentum bekennt. Die Sippe um Johannes Markos – so sein eigentlicher Name – scheint zu den vermögenderen Familien zu gehören, vielleicht war sie als Kaufmannsfamilie bereits ein vorgefasstes venezianisches Ideal. Zumindest war sie reich genug, sodass sich die Jünger Jesu im Haus Mariens sammelten, der Mutter von Markus. Womöglich fand hier auch das Letzte Abendmahl statt. Nach dem Pfingstwunder geht Markus mit den anderen Aposteln auf Mission. Wichtiger ist jedoch jenes Evangelium, das er der Nachwelt hinterlässt. Es ist das älteste Werk dieses Typs; nicht unwichtig zu erwähnen, dass es sich dabei um eine originäre Erfindung dieses Heiligen handelt, weshalb er als Schutzpatron der Schriftsteller gilt.

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Fünf Mythen zum Papsttum, die viele Leute immer noch glauben

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Christus gibt Petrus, dem ersten Papst, die Schlüssel: Das Fresko in der Sixtinischen Kapelle wurde um 1482 von Pietro Perugino gemalt. Foto: via Wikimedia (bearbeitet)

DENVER (CNA Deutsch).- Das Papsttum ist eines der Erkennungsmerkmale des Katholizismus. Leider ist das Amt auch eines, das mit am meisten falsch verstanden wird, ganz egal ob nun der Papst Franziskus heißt, Benedikt oder anders. Hier sind die fünf häufigsten Mythen über das Amt des Mannes, den Katholiken auch gerne liebevoll den „Heiligen Vater“ nennen:

Mythos 1: Der Papst ist immer unfehlbar

Wahr ist: Die Bedingungen, damit eine Lehre des Papstes als unfehlbar gilt, wurden im Ersten Vatikanischen Konzil 1870 festgelegt. Er ist unfehlbar, „wenn er seines Amtes als Hirt und Lehrer aller Christen waltend in höchster apostolischer Amtsgewalt endgültig entscheidet, eine Lehre über Glauben oder Sitten sei von der ganzen Kirche festzuhalten…“

Viele Päpste beriefen sich nie auf ihre päpstliche Unfehlbarkeit (es sei denn, die Heiligsprechungen zählen). Das beseutet nicht, dass die Katholiken ignorieren können, was der Papst lehrt. Es heißt nur, dass es nicht unfehlbar ist (wenn es nicht zuvor als unfehlbar definiert worden war).

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